Die Chinesen schaffen Werte – die Amerikaner schaffen Schulden

28. April 2011 | Kategorie: Aufgelesen

vom Smart-Investor

Am heutigen 25. Jahrestag von Tschernobyl wird einer offensichtlichen Katastrophe gedacht. Andere Katastrophen – wie die Verschuldungsspirale in den USA – verlaufen schleichender, weil sie von der Politik künstlich verzögert werden. Die Chinesen jedenfalls fühlen sich zunehmend unwohler in USD-Investments und wollen ihre Devisenreserven diversifizieren…

Was machen mit zuviel Geld?

Ende März erreichten die Devisenreserven Chinas die stattliche Höhe von 3,04 Bio. USD. Trotz der Geheimhaltung der genauen Zusammensetzung kann man davon ausgehen, dass etwa zwei Drittel in USD angelegt sind. Der chinesische Notenbankchef Zhou Xiaochuan hält deshalb eine Diversifizierung dringend für geboten. Xia Bin, ein Mitglied des Komitees für Geldpolitik bei der chinesischen Zentralbank, stößt in dasselbe Horn und hält eine Billion USD an liquiden Reserven für ausreichend. Der chinesische Staatsfonds CIC soll in Kürze einen dreistelligen USD-Milliardenbetrag zur Verfügung gestellt bekommen, um passende Investments für das überschüssige Geld zu tätigen. Auf der Einkaufsliste der Chinesen stehen neben Unternehmen auch Edelmetalle. Damit machen die Verantwortlichen der chinesischen Geldpolitik das, was Smart Investor schon länger predigt, nämlich in Sachwerte investieren.

Hoch mit der Schuldengrenze

Während die Chinesen investieren können, kämpfen andere Staaten mit der Schuldenlast. Und was macht man als Politiker, wenn vereinbarte staatliche Schuldengrenzen erreicht sind? Richtig, man hebt sie einfach an. Timothy Geithner, der US-amerikanische Finanzminister, jedenfalls macht es vor und fordert den US-Kongress dazu auf, die Schuldengrenze anzuheben, da am 16. Mai die Überschreitung droht. Verbunden hat Geithner die Aufforderung mit dem Hinweis, dass verantwortungsvolle Politiker (!) die Notwendigkeit dieses Schrittes erkennen. Offensichtlicher kann man nicht dokumentieren, dass sich die Verschuldungsspirale in den USA weiter drehen wird. Damit ist ein weiteres Puzzle-Teilchen dafür geliefert, dass sich das Finanzsystem dem Abgrund zubewegt.

Vorösterliches Geschenk an die Bullen

Während die Mehrheit der Marktteilnehmer in der Woche vor Ostern eine ruhige Seitwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt erwarteten kam es – wie häufig an der Börse – anders als gedacht. Der DAX ist trotz riesiger Probleme wie z. B. dem Kreisen des Pleitegeiers über einigen EU-Staaten am 20.04. über die Hochs der vergangenen Tage bei gut 7.240 Punkten nach oben ausgebrochen. Und jenseits des großen Teiches sieht es mit einem Haushaltsdefizit in Höhe von 1,4 Billionen USD nicht besser aus. Die Erklärung dafür ist, dass billiges Geld weiter in die Aktien- und Rohstoffmärkte fließt, so dass kurzzeitige Kursrückgänge schnell wieder von Käufern genutzt werden, die damit die Kurse nach oben treiben.

Quelle: Smart-Investor

 

 

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