Die Briten verlassen die EU – Kreditzyklus und der Preis des Goldes

25. Juni 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Prof. Thorsten Polleit

Der unerwartete „Brexit“ lässt die Finanzmärke beben. Er dürfte sich jedoch nachfolgend positiv als Reformkatalysator für die EU erweisen.

Die Briten haben sich mehrheitlich entschieden, die Europäische Union (EU) zu verlassen. Die unmittelbare Reaktion auf den Finanzmärkten ist heftig: Der Außenwert des Pfunds fällt stark, die Aktienmärkte knicken ein, der Goldpreis schnellt in die Höhe. Der Brexit vergrößert den Riss, der sich durch das EU-Projekt zieht, und wird auch ohne Weiteres nicht zu kitten sein.

Die EU und insbesondere ihr Prestigeprojekt, der Euroraum, sind aus Sicht vieler EU-Bürger Fehlkonstruktionen. In vielen Euroländern herrscht Massenarbeitslosigkeit, die Wirtschaften stagnieren. Die Euro-Schuldenpyramide wird nur noch vor dem Einsturz bewahrt, indem die Europäische Zentralbank (EZB) strauchelnde Schuldner mit der elektronischen Notenpresse finanziert und dabei die Zinsen auf beziehungsweise unter die Nulllinie drückt. Der Euroraum ist dadurch zu einer Transferunion geworden.

In dem Maße, in dem es die EU nicht schafft, Wachstum und Wohlstand zu schaffen, werden die Bürger in immer mehr Ländern der Vergemeinschaftungsidee den Rücken kehren. Schon jetzt dürfte es den Regierungen kaum mehr möglich sein, weitere nationale Selbstbestimmungsrechte an Brüssel abzutreten. Doch was EU-Befürworter als gefahrvoll deuten, ist vielmehr eine Chance für die Bürger Europas.

Der Gegenentwurf zur EU (in ihrer derzeitigen Form) ist das Miteinander der Staaten in einer Freihandelszone, in der die Bürger ihr Selbstbestimmungsrecht behalten und eigenverantwortlich handeln. Ein Auseinandergehen der EU, das Ende der Zentralisierungsidee, ist ökonomisch betrachtet eine vielversprechende Entwicklung. Im Prinzip läuft es auf das „Modell Schweiz“ hinaus: Die einzelnen Länder beziehungsweise Regionen in Europa stehen fortan im produktiven Wettbewerb. Sie müssen eigenverantwortlich durch gute Politiken um Ansiedlung von Unternehmen und Arbeitskräften konkurrieren.

Das verspricht nicht nur höheres Wirtschaftswachstum und höheren Wohlstand. Es stellt auch ein friedvolles Miteinander in Aussicht. Menschen, die freiwillig miteinander handeln, gehen ein partnerschaftliches Bündnis ein. Die Bewahrung des Selbstbestimmungsrechts der Regionen mindert zudem das Entstehen von Konflikten. Es ist nicht zufällig, dass die Schweiz nach innen wie nach außen ein friedvolles und wohlstandsbringendes Staatsgebilde ist.

Der Brexit erhöht jetzt den Druck auf die EU, ihren Kurs zu ändern; die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Realitäten in der EU werden ihn erzwingen. Je länger er aber hinausgezögert wird, desto teurer wird das Umlenken. Die Hoffnung, die EU könne den Kurswechsel aus sich heraus, aus der Vergemeinschaftung heraus, bewerkstelligen, sollte allerdings nicht zu hoch angesetzt werden. Bürokratien haben bekanntlich ein Eigenleben, sind an einer Rückabwicklung des Erreichten wenig interessiert, und vor allem beschränken die Abstimmungsmodalitäten in der EU den Spielraum jeder Regierung, den Bürgerwillen gegen EU-Interessen durchzusetzen. Insofern ist der Brexit als ein Reformkatalyst zu sehen, dem sich vermutlich auch noch andere Länder anschließen werden. In der kurzen Frist kann es folglich durchaus turbulent auf den Finanzmärkten zugehen, längerfristig sollte sich das jedoch auszahlen in Form von Wachstums- und Beschäftigungsgewinnen in Europa.

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Kreditzyklus und der Preis des Goldes

Eine immer stärkere Ausweitung der Geldmengen ist nötig, um den Kreditzyklus vor dem nächsten Abschwung zu bewahren. Längerfristig sollte sich das in einem merklich höheren Goldpreis niederschlagen.

Gold ist nicht nur ein Schutz vor Inflation. Es bietet auch Schutz vor Zahlungsausfällen. Denn Gold (in physischer Form) unterliegt – anders als in ungedecktem Papiergeld ausgewiesenen Termin- und Spareinlagen und Schuldverschreibungen – keinem Kreditausfallrisiko.

Seit den frühen 1980er Jahren bis etwa 2005 gab es allerdings keinen unmittelbar sichtbaren Zusammenhang zwischen den US-amerikanischen Kreditausfallraten und dem Goldpreis; das gilt übrigens auch für die Phase der erhöhten Kreditausfälle im Zuge der US-Bankenkrise zu Beginn der 1990er Jahre.

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Mit Beginn des 21. Jahrhunderts stieg der Goldpreis dann jedoch kräftig an, vor allem angetrieben von einem kolossalen Rohstoffpreis-Boom. Im Zuge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise nahmen die Kreditausfälle stark zu, und nun stieg aber auch der Goldpreis mit in die Höhe.

Der Grund dafür könnte in der gegenüber den 1980er und 1990er Jahren mittlerweile merklich höheren Gesamtverschuldung der Volkswirtschaften zu finden sein. Nahezu in allen großen Volkswirtschaften der Welt ist nämlich die Verschuldung von Staaten, Banken, Unternehmen und Konsumenten relativ zur Wirtschaftsleistung merklich angestiegen.

In den Vereinigten Staaten von Amerika zum Beispiel ist die Verschuldung von etwa 231 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) Anfang 1990 auf 352 Prozent Anfang 2016 angestiegen; in der Spitze hatte sie im zweiten Quartal 2009 sogar einen Wert von 381 Prozent erreicht. Diese Verschuldungsausweitung ging einher mit einem drastischen Rückgang der Zinsen.

Die Fed hat die US-Zinsen mit Ausbruch der Krise auf ein extrem niedriges Niveau herabgeschleust; dortveau herabgeschleust; dort befinden sie sich nach wie vor. Die jüngste Zinserhöhung der Fed im Dezember 2015 hat daran im Grunde nichts geändert. Das wiederum hat dazu geführt, dass fällig werdende Kredite mit niedrigen Kreditzinsen refinanziert wurden und neue Kredite zu extrem günstigen Zinskonditionen abgeschlossen wurden.

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Es ist folglich davon auszugehen, dass die Abhängigkeit der US-Wirtschaft (wie übrigens auch aller anderen Volkswirtschaften) von einer Fortführung der Tiefzinspolitik sehr groß geworden ist, ja, dass sie mittlerweile so groß ist wie nie zuvor. Nicht verwunderlich ist es daher, dass die Fed sehr zögerlich ist, die Zinsen (weiter) anzuheben.

Damit nämlich der Wirtschaftsaufschwung, angetrieben von einer Ausweitung des Kreditangebots, bereitgestellt zu künstlich gesenkten Zinsen, nicht ins Stottern gerät beziehungsweise kollabiert, muss der Zins niedrig gehalten werden. Und diese Notwendigkeit gibt es nicht nur in den USA; sondern in allen großen Währungsräumen insbesondere dem Euroraum und Japan.

Im aktuellen Kreditzyklus befinden sich die Ausfallraten auf sehr niedrigen Niveaus – natürlich Dank der allseits niedrig gehaltenen Kreditmarktzinsen. Zweifelsohne haben dabei die sehr niedrigen Zinsen das Vertrauen in die Schuldentragfähigkeit vieler Kreditnehmer wieder anwachsen lassen.

Ein Rückführen der Zinsen auf „normale Niveaus“ erscheint folglich kaum möglich zu sein, ohne dass die Konjunktur aus der Bahn geworfen beziehungsweise die Finanzmarktlage nachhaltig erschüttert wird. Denn dann würden die Kreditausfallraten steigen und dem Kreditboom ein jähes Ende setzen. Weil das aber politisch nicht gewünscht ist, müssen die Zentralbanken für ein reibungsloses Anwachsen der Kredit- und Geldmengen sorgen.

Das Halten der „Gold-Währung“ ist eine (zeiterprobte) Möglichkeit, den Problemen des ungedeckten Papiergeldes die Stirn zu bieten. Denn eine immer stärkere Ausweitung der Geldmengen und damit Inflation werden vonnöten sein, um den Kreditzyklus vor der nächsten Abschwungphase zu bewahren – und das sollte sich längerfristig auch in einem merklich höheren Goldpreis niederschlagen.

© Prof. Dr. Thorsten Polleit – Marktreport Degussa Goldhandel GmbH

 

2 Kommentare auf "Die Briten verlassen die EU – Kreditzyklus und der Preis des Goldes"

  1. Argonautiker sagt:

    Guter Artikel, keine Frage, bis auf wenige Stellen, und mir persönlich ein wenig zu ökonomisch.

    „Der Gegenentwurf zur EU (in ihrer derzeitigen Form) ist das Miteinander der Staaten in einer Freihandelszone, in der die Bürger ihr Selbstbestimmungsrecht behalten und eigenverantwortlich handeln. Ein Auseinandergehen der EU, das Ende der Zentralisierungsidee, ist ökonomisch betrachtet eine vielversprechende Entwicklung. Im Prinzip läuft es auf das „Modell Schweiz“ hinaus:“

    Wo hat der Bürger denn bitteschön ein Selbstbestimmungsrecht was er behalten kann? Er hat keines. Das müßte erst wieder ganz neu entstehen, auch in der Schweiz. Auch dort gelten Mehrheitsentscheide und längst kein wirkliches Selbstbestimmungsrecht.

    Und daß sich die EU mal einfach zu einem „Modell Schweiz“ wandelt, glaube ich auch weniger, denn das Modell Schweiz, kann sich doch nur behaupten, weil Hochfinanz, Großkonzerne, und andere Verbrecherorganisationen, sie derzeit als „neutralen“ Geldparkplatz brauchen, und nur deshalb tolerieren, weil es ihnen vorübergehend die Gestalt des Edlen, Freien, Unabhängigen, verleiht.

    Ich fürchte die EU wird vollkommen zerstört werden, und zwar zu recht, weil Multinationale Konzerne, wozu ich auch die FED und anderen Zentralbanken zähle, die einzelnen nationalen Staaten, so wesentlich leichter destabilisieren, und aufkaufen können. Immerhin war das mal eine der Grundideen warum die EU Sinn zu machen schien, weil man dachte, daß man Großkonzernen, wie z.B. Blackrock, gedachte, besser widerstehen zu können, dabei jedoch vollkommen ausblendete, daß diese Konzerne längst im Land waren, sodaß man lediglich den Stall vergrößerte in dem der Fuchs wüten konnte. „Zu Recht zerstört“ deswegen, weil sich die EU mit Verbrechern eingelassen hat, und deren Regelwerk die EU nun mal durchzieht.

    Prinzipiell hat Angela Merkel schon recht, wenn sie sagt, wenn der Euro und die EU scheitern, dann geht alles den Bach runter. Sie hat es nur falsch angepackt, indem sie die EU von denen finanziell und militärisch noch mehr abhängig gemacht hat, die den Löwenanteil DER Großkonzerne stellen, die sich mit ihrem ungeheuren Appetit, alles einzuverleiben gedenken, was auch immer sie nur kriegen können. Und zum „Kriegen“ der Beute, benutzen sie nun die Kriege.

    Die EU hätte eine Chance gehabt, wenn sie sich als Gemeinschaft wirklich eigenständig gemacht hätte, und sich gegen diese multinationalen Konzerne im eigenen Land gestellt hätte, anstatt sich noch mehr mit ihnen einzulassen. Sie hat sich aber mit diesen verbrecherischen Organisationen eingelassen, und ist nun unwiederbringlich auf die Schiefe Bahn geraten, denn die lassen sie nun nicht mehr so einfach los. Für die EU heißt es nun ganz knallhart und Maffiös, ihr beteiligt euch weiterhin an unseren Raubzügen Richtung Osten, oder IHR seid als nächstes dran. Und sie können das sagen, weil deren Portfolio durch das unentwegte Gelddrucken und sich damit Einkaufen unentwegt gewachsen ist, während die Staatshaushalte der EU nur in Form von Schulden gewachsen sind.

    Es wird nun auch nichts mehr nützen, sich nun Rußland wieder zuzuwenden, denn die Lage ist längst eskaliert, denn auch Rußland hat sich so positioniert, daß es die EU, (militärisch ohne US/Nato nicht wirklich souverän), nun zwingen würde, sich gegen die USA zu stellen. Auch aus Rußland heraus wirken diese multinationalen Konzerne, allen voran Gazprom. Die USA sind aber nicht gleichzusetzen mit DEN multinationalen Großkonzernen, die sitzen eben, wie der Name schon sagt, mittlerweile in vielen Nationen, und sind lediglich neuzeitlich von den USA ausgegangen, und haben dort wahrscheinlich auch noch ihren Hauptsitz, so wie das vor den Weltkriegen noch England war, und davor Rom. Den Hauptsitz zu ändern, könnte sich aber auch sehr schnell ändern.

    Diese multinationalen Großkonzerne haben ein Netz gesponnen und sitzen in nahezu jedem Land und greifen die Nationen von dort an, indem sie die Nationen mittels Finanzpolitik destabilisieren, sodaß sie übergriffig werden müssen, und würden auch nicht davor zurückschrecken die USA anzugreifen, wenn sie nicht spuren und überall Kriege anzetteln, die diesen Konzernen Gewinne einbringen. Diese spuren jedoch. Noch.

    Ursprung dieses Desasters ist meines Erachtens in der falschen Wahl des Prinzips zu suchen. Konkurrenz oder Miteinander. Man hat das Miteinander verlassen und auf Konkurrenz gesetzt, deren höchste Form nun mal der Krieg ist. Alle beteten dieses Mantra. Allen Europäern voran, Frau Merkel, die es nicht unterlassen konnte, zu trompeten, daß wir unbedingt mehr Konkurrenz brauchen. Nun nähern wir uns immer mehr der höchsten Art und Weise der Konkurrenz, der militärischen Auseinandersetzung, dem Krieg.

    Die neuzeitliche Eskalation begann, als sich Deutschland zur Speerspitze gegen den Osten hat machen zu lassen, und mitgeholfen hat, die Ukraine zu destabilisieren. Da begann die Lüge zu eskalieren. Man opferte Menschenleben. Der Staat wurde wieder einmal zum Mörder. Seit dem wird massivst destabilisiert, wo es nur geht. Nun ist Europa, federführend durch die deutsche Regierungsweise, in der Situation, „mitgehangen mitgefangen“, und wird entweder selbst zum Opfer, oder wird eine Greueltat nach der Anderen im Auftrag verüben müssen.

    Einen Ausweg im Rückschritt zur Nationalstaatlichkeit sehe ich da nicht. Einen Ausweg in der Wiedereinsetzung der Souveränität des einzelnen Menschen, sehe ich da schon. Die gibt es aber auch im Schweizer Modell nicht. Ein Ausweg deswegen, weil diese multinationalen Großkonzerne brauchen eine gewisse Größe an Beute. Müßten sie jeden Einzelnen „erlegen“ würden sie verhungern.

    Sie können mittels neu entworfenen Regeln, wie TTIP und andere Freihandelsabkommen, gegen Staaten klagen, und sie auf diese Weise filetieren. Weil der Staat durch Regelsetzung, rechtlich über dem Individuum steht, kann ein Großkonzern der gegen einen Staat gewinnt, auch das Individuum und seine Habe einkassieren. Die Großkonzerne könnten jedoch niemals gegen alle Einzelnen Menschen bestehen. Ein Hai auf der Jagd nach Amöben, verhungert. Seine Beute muß eine gewisse Größe haben, deshalb ist es auch von großem Interesse, daß die Einzelwesen in Herden zusammengehalten werden und nicht in zu kleine Teile zerfallen, wobei gerade das DIE Chance wäre. Die kleineren Nationalstaaten werden geschluckt, die EU hätte eine Chance gehabt, die ist aber unwiederbringlich vertan.

    Die Einsetzung der Souveränität des einzelnen Menschen, VOR die Souveränität des Staates, halte ich also für einen gangbaren Weg, der die Welt zwar vollkommen verändern würde, aber machbar wäre. Im Übrigen entspräche das auch eigentlich der Wirklichkeit der Welt, denn der Staat hat keine eigene Wirklichkeit, er ist ein Konstrukt aus der Zustimmung der einzelnen Menschen, folglich ist der Staat in Wirklichkeit abhängig vom einzelnen Menschen, folglich ist das Recht des einzelnen Menschen höher anzusiedeln, als das Recht des Staates. Folglich geht in Wirklichkeit Menschenrecht VOR Staatsrecht. Das es anders gehandhabt wird, ist Regelwerk und keine Wirklichkeit.

    Desgleichen gilt für das Parteiensystem. Sprüche wie, „die Mehrheit hat mehr Recht“, „die Allgemeinheit geht vor das Recht des Einzelnen“ sind in Wirklichkeit ein Regelwerk des Irrtums, denn eine Mehrheit besteht ebenfalls aus den einzelnen Teilnehmern, sodaß eine Mehrheit abhängig vom einzelnen Teilnehmer ist. Dem Einzelnen geht es als Einzelnem vielleicht weniger gut, weil er nicht zur Aufgabenteilung fähig ist, aber es gibt ihn. Eine Mehrheit ist ohne seine Einzelteile einfach NICHTS. Folglich ist das Recht des Einzelnen höher anzusiedeln, als das Recht der Mehrheit.

    Denn stirbt das Individuum, stirbt je mehr das passiert, diese Mehrheit. Folglich nährt sich eine Mehrheit, die das Recht der Mehrheit höher stellt, als das Recht des Individuums, von seinen eigenen Teilnehmern, und frißt auf Dauer dadurch seine Grundlage. Zuerst natürlich die unterlegene Minderheit, mal ganz davon abgesehen, daß es schlichtweg nichts anderes, als neuzeitlicher Kannibalismus ist.

    Man hat gegen all diese Wirklichkeit des Lebens, wie diese Beispiele zeigen, Regeln gesetzt, und damit versucht, die aus sich bestehenden Gesetze außer Kraft zu setzen. Dazu hat man Regelmacher in Form von Politikern, Regeleinhalter in Form von Richtern, und Regelverstoßwärter in Form von bewaffneten Leuten, wie Polizei und Militär eingesetzt, um diese falschen Regeln zu schützen. Und die falsche Regel lautet runtergebrochen, daß der Einzelne weniger Recht hat als Viele.

    Es wäre an der Zeit, daß sich Regenten, Richter und Bewaffnete, wieder auf die wirklichen, aus sich bestehenden Gesetze besinnen und ablassen vom Hüten eines Regelwerks des Egos, dann wird die Welt auch wieder lebbar, weil sie der Wirklichkeit entspräche für die wir entwickelt sind.

  2. Argonautiker sagt:

    Noch ein Nachtrag zu folgendem Absatz:

    „Das Halten der „Gold-Währung“ ist eine (zeiterprobte) Möglichkeit, den Problemen des ungedeckten Papiergeldes die Stirn zu bieten. Denn eine immer stärkere Ausweitung der Geldmengen und damit Inflation werden vonnöten sein, um den Kreditzyklus vor der nächsten Abschwungphase zu bewahren – und das sollte sich längerfristig auch in einem merklich höheren Goldpreis niederschlagen.“

    Zuvor sei gesagt, daß ich ebenfalls der Ansicht bin, das Edelmetalle sicherlich wesentlich besser geeignet sind als vieles andere, und der in diesem Absatz gezogenen Analyse stimme ich ebenfalls zu, jeden Falls so lange, die normalen Marktgesetze zugelassen werden.

    Wie man anhand der Lehmanpleite sehen konnte, passiert jedoch das genau nicht. Man läßt die wirklichen Gesetze nicht wirken, sondern ersetzt sie mit abstrusen Regeln, welche man als alternativlos darstellt.

    Auf Ihre Prognose bezogen, könnte das z.B. folgendes bedeuten. Man benutzt den Brexit, um zu plausibilisieren, daß diese Wende eine unvorhergesehene Krise eingeleitet hat, der man nur noch mit einem Bargeldverbot, und dem einführen von ausschließlichem Kreditgiralgeld begegnen könne. Alle anderen Währungen seien fortan illegal. (Ein Schelm der nun denkt, das könnte vielleicht gar nicht so unabsichtlich geschehen, beziehungsweise zugelassen worden sein)

    So, nun haben Sie Gold und Silber, es ist aber illegal es als Ersatzwährung zu benutzen. Angenommen seitens der neuen Bestimmer ist man gnädig und es wird nicht Staatlich eingezogen, wie es ja durchaus schon auch passiert ist, was passiert dann mit dem Wert des Gold und Silbers? Es steigt also nicht im durch den freien Markt entstehenden Wert, weil man neue Regeln eingeführt hat, die die normale ungelenkte Marktentwicklung verhindern. Das heißt wenn man bestimmt was als Währung zulässig ist, dann wird man auch den Wert des Edelmetalls festsetzen, so wie man dann jeglichen Wert, von jeglichem Gut und Leistung festsetzt, weil man ja die normalen Gesetzmäßigkeiten des Marktes nicht mehr zulassen würde, und folglich bestimmen muß, was wieviel Wert ist.

    Sicherlich, Gold und Silber würden, so man die Edelmetallbesitzer nicht als Währungsterroristen bezeichnen würde, und sie als gefährliche Subjekte enteignen würde, weil sie eine Gefährdung der Nationalen Sicherheit darstellen, immer einen gewissen Wert behalten, weil man sie Rohstofflich gesehen eben für einige Dinge braucht, und sie sicherlich immer mehr Wert sein würden, als bedrucktes Papier, aber mehr auch nicht. Und zwar nur dann, wenn man als Zentralplaner gewillt ist es zuzulassen.

    Sicherlich ein von mir nachgezeichnetes Orwellsches Schreckenszenario, andererseits wenn man bedenkt was sich seit der Euro Einführung so alles als alternativlos gezeigt hat, halte ich es ganz und gar nicht mehr für undenkbar.

    Es herrscht also bloße Willkür im Sinne des Machterhalts weniger Eliten, die meinen, daß das, was sie da tun, das Beste ist, was der Welt geschehen kann, und sie der normalen Entwicklung mittels ihrer Regelsetzungen berauben wollen. Verstoßen Sie gegen die von dort aufgestellten Regeln, dann sind sie ein Terrorist. Und jeder weiß, daß der kein Mensch mehr ist, und keinerlei Rechte mehr hat.

    Tut gut mal wieder etwas mehr zu schreiben. Wozu doch so ein wolkenbruchartiges Wetter gut ist, das einem verleidet Draußen viel zu tun. Aus dieser Richtung erwarte ich übrigens noch einiges, was selbst deren Größenwahn ins wanken bringen kann. Hitlers Wahn wurde eigentlich auch durch den kalten Winter bei Stalingrad gebrochen. Das schwächte ihn so sehr, sodaß er sich daraus nie wieder erholte, und er besiegt werden konnte. Tja den Siegern ist da wohl etwas zu Kopf gestiegen.

    Schöne Grüße

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