Die auf dem Zahnfleisch griechen…

19. Februar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Es geht voran in Griechenland, sagen Politiker. Die Statistik besagt zwar genau das Gegenteil, man weiß nur nicht, wer besser lügt…

Nach nunmehr acht Jahren Reformen zeigen alternative Fakten, dass die Insel der Unglückseligen wirtschaftlich in das letzte Jahrhundert zurück gespart wurde und völlig ausgeblutet nun auf die nächsten Milliardenkredite hofft. Sieben Milliarden Euro sollen im Sommer fließen, von den Gläubigern an die Gläubiger zurück. Ist der IWF dann noch dabei? Wenn nicht, heißt es dann „Isch over?“ Oder ist ein GREXIT weiterhin keine Option?

Die armen Griechen! Binnen acht Jahre ist das Bruttoinlandsprodukt um rund ein Viertel gesunken. Die Einzelhandelsumsätze kollabierten seit 2006 um die Hälfte. Kein Wunder, wenn inzwischen vier von zehn Leuten unter 700 Euro brutto im Monat verdienen.

Gleichzeitig sind die Spareinlagen bei den maroden Banken von einst 238 auf die Hälfe geschrumpft, allein um 2,3 Milliarden Euro seit Jahresbeginn. Erstaunlich, dass überhaupt noch Geld auf den Konten liegt und nicht abgeholt wurde.

Trotz eines Schuldenschnitts sind wieder 311 Milliarden Euro Schulden aufgelaufen, die elf Millionen Griechen bezahlen sollen, obwohl 25 Prozent davon arbeitslos sind. Wie soll das gehen? Gar nicht.

Kommt die Eurokrise zurück? Da sie nie weg war, kann sie auch nicht zurückkommen.

Warum investiert dort niemand? Die Athener Börse hat in zehn Jahren 90 Prozent verloren, obwohl die Sonntagsreden der Politiker immer schöner werden.  Wie so oft schafft die Politik erst die Probleme, kann sie dann aber nicht lösen. Ist es nicht verblüffend, was von früheren Versprechen übrig blieb?

Der griechische Notenbankchef meinte neulich, ohne Euro käme es zu nordkoreanischen Verhältnissen. Das sind natürlich Fake News, denn in Griechenland passiert das sogar mit dem Euro, der das Land erwürgt.

Bald könnte der nächste Schuldenschnitt kommen, aber erst nach der Bundestagswahl, und die zig Milliarden sind futsch, von denen wir angeblich so profitiert haben. Was glauben Sie, wer die Zeche zahlt? Na, schauen Sie mal in den Spiegel!

Es heißt ja immer noch, Griechenland kann die Wende schaffen. Wie oft eigentlich noch? Und die grünen Pflänzchen, von denen man so gerne sprach, war grüner Plastikrasen. Aber die Grund-Guten glauben immer noch daran, dass es Griechenland schaffen kann.

Inzwischen gibt es Überlegungen, in Europa eine Bad Bank einzurichten, wobei EZB da ja eigentlich schon so etwas ist. Von einer Billion Euro ist die Rede, wohin Banken ihre faulen Kredite verklappen können. Allein bei griechischen Banken liegen 100 Milliarden Euro davon herum.

Raten Sie mal, wer das bezahlen wird. Entweder die Druckerpresse oder derjenige, den sie schon vorhin schon mal im Spiegel gesehen haben.

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)

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