Die Angst der Eliten vor dem Volk…

7. März 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

„Wir wollen die Besten! Wir wollen Politiker mit Verstand, Ethik und Verantwortungsbewusstsein und keine politischen Gartenzwerge, die auf eine zweite Chance hoffen.“ Nun ist also genau das passiert, womit fast niemand gerechnet hatte…

Die Inflation ist zurück und wird uns in den kommenden Jahren einigen Ärger machen. Man hätte das vorhersehen können, doch es ist immer noch nicht zu spät, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, sofern man in der Lage ist, selbst zu denken, anstatt sich vom Gefasel der Mainstream-Medien einnebeln zu lassen.

Was Inflation bedeutet, woher sie „so plötzlich“ kommt und was uns jetzt erwartet, das können Sie in einem äußerst lehrreichen Interview nachlesen, das der geschätzte Kollege Uwe Bergold im Sommer vergangenen Jahres der Redaktion von Focus Money gegeben hatte.

Zitat:

„Die Geschichte lehrt: Inflation ist kein linearer Prozess, wie uns immer vorgegaukelt wird. Inflation entwickelt sich exponentiell. Das heißt, sie fängt zunächst in Teilbereichen und relativ harmlos an, gewinnt daraufhin aber an Dynamik und ist irgendwann nicht mehr kontrollierbar. Sichtbar wird dieser Prozess immer erst dann, wenn die Inflation beginnt überzuschwappen von den Anlagegütern auf die Rohstoffe und über die Erzeuger- auf die Verbraucherpreise. Dann merkt es auch der kleine Mann. Dann beginnen die Probleme“.

Nun ist Geldentwertung ja sozusagen eine Spezialdisziplin der Politik. Die schleichende Enteignung, die sich hier ausdrückt, ist für die Politiker deshalb so bedeutsam, weil sich der Staat damit wie über eine verdeckte Steuer am Vermögen seiner Bürger vergreifen kann, ohne dass diese es realisieren. Daher werden enorme Anstrengungen unternommen, um diese Zusammenhänge zu vertuschen.

Denken Sie daran, wenn das europäische Politiktheater in den kommenden Monaten von einem Höhepunkt zum nächsten eilt.

In diesem Zusammenhang hatten wir uns am vergangenen Wochenende mit Martin Schulz befasst, dem Kanzlerkandidaten der SPD. Unser Kommentar hatte für einigen Wirbel gesorgt: Obwohl der Text am Sonntag eine ganze Weile nicht erreichbar war, hatten sich bis Montagabend fast 100 Leserbeiträge dort eingefunden. Vielen Dank für Ihr Interesse! Und das ist vollkommen ernst gemeint.

Die Aufregung über den Artikel ist ein gutes Zeichen, denn sie zeigt, dass unseren Lesern das Thema Politik nicht gleichgültig ist. Das ist gut so, denn ohne Aufruhr und Bewegung wird sich in diesem Land politisch rein gar nichts verändern.

Einige Bemerkungen noch zum Inhalt des Artikels: Kann man tatsächlich die Ansicht vertreten, dass ein ehemaliger Alkoholiker, der obendrein wegen seines Größenwahns psychiatrisch behandelt werden musste (muss?), im Bundeskanzleramt nichts verloren hat? Und braucht man wissenschaftlichen Studien, um zu dieser Einschätzung zu gelangen, oder genügt womöglich der gesunde Menschenverstand?

Wir konstruieren einmal einen kleinen „Unfall“: Nehmen wir an (!), ein Kanzler namens Schulz erleidet unbemerkt einen Rückfall und drückt im Delirium „unbeabsichtigt“ ein paar falsche Knöpfe, oder Kanzler Schulz fällt in einem Anfall von Größenwahn irgendeine gravierende Fehlentscheidung? Wer wollte so etwas ausschließen und wer würde dann die Verantwortung übernehmen?

Fehler sind menschlich und passieren gerade auf dem politischen Parkett zur Genüge. Muss man sich da noch zusätzliche Unwägbarkeiten ins Boot holen, die niemand kontrollieren kann? Selbstverständlich hat jeder Mensch eine zweite Chance verdient, das gilt auch für Martin Schulz. Aber das wichtigste Amt im Staat? Ausgerechnet dort soll dieser Martin Schulz seine zweite Chance bekommen? Gäbe es nicht auch andere Felder, wo dieser Mann zeigen kann, was für ein toller Kerl er ist?

Ganz davon abgesehen hat der Kanzlerkandidat der SPD seine Unfähigkeit für dieses Amt längst selbst unter Beweis gestellt. Äußerst erhellend ist in diesem Zusammenhang ein Focus-Artikel aus dem Jahr 2013. Der womöglich immer noch größenwahnsinnige Egomane Martin Schulz wird darin mit folgenden Worten zitiert:

„Es gibt eigentlich nur eine Lösung: Ich muss an die Macht. Alle Macht zu mir.“

Kein Scherz, das hat dieser Martin Schulz offenbar wirklich gesagt. Weiter heißt es im Artikel, größer als das Dominanzgehabe von Martin Schulz sei wohl nur noch dessen Eitelkeit. Nach einer Rede im Parlament habe Schulz von seinen Untergebenen wissen wollen, ob ihn die „Tagesschau“ gezeigt habe. Nachdem dies verneint wurde, sei Schulz enttäuscht zu Bett gegangen, nicht ohne zuvor noch seine Mitarbeiter zu drängen: „Wenn ihr noch was hört von wegen Medienberichte, schickt mir unbedingt ne SMS.“ (…)

Und weiter:

„Dabei hatte Martin Schulz in früheren Jahren wegen seiner Selbstüberschätzung sogar eine viermonatige Therapie absolviert: „Ich musste lernen, bescheidener zu werden.“ Das Geld hätte er sich sparen können. Denn der Schulz von heute prahlt wie eh und: „Wenn Du so lange in Europa dabei bist wie ich, kennst du jedes Schwein.“ So sieht er also die anderen. Doch wie mögen sie ihn wohl sehen?

Egal. Ein Martin Schulz ist noch lange nicht am Ziel. Bei der Europawahl 2014 will er Spitzenkandidat aller Sozialdemokraten sein. Und dann als Nachfolger Barrosos – endlich – Vorsitzender der EU-Kommission werden. Hoffentlich bleibt uns wenigstens das erspart“.

Leider ist alles noch viel schlimmer, denn nun soll dieser Mann sogar Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. Nebenbei macht der Beitrag schlagartig klar, warum Martin Schulz plötzlich wie Phoenix aus der Asche aufsteigt und von den Medien als der neue „Messias“ gefeiert wird:

Mit Schulz, einem glühenden Verfechter von Eurobonds, wollen die treibenden Hintergrundkräfte die Vergemeinschaftung der Schulden in Europa einführen. Euphemistisch wurde dafür der Begriff „Schuldentilgungsfonds“ erdacht und mit Martin Schulz verknüpft. Die Idee ist naheliegend denn dass das ungedeckte Papiergeldsystem aus den Fugen gerät, wird immer offensichtlicher. Über den Umweg einer europäischen Schuldenunion ließe sich noch einmal etwas Zeit gewinnen. Das bedeutet: Insbesondere Deutschland, Österreich, Finnland und die Niederlande würden dann auch für die Schulden der europäischen Südstaaten haften.

Weitere interessante Erkenntnisse über den Kanzlerkandidaten der SPD liefern die folgenden Beiträge:

Doch um Martin Schulz geht es in Wahrheit überhaupt nicht. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Hat nicht jedes Volk das Recht, seine besten Vertreter in die Parlamente zu entsenden? Muss man wirklich darüber diskutieren, dass jemand „eine zweite Chance“ verdient hat, wenn es um Entscheidungen von historischer Tragweite geht, wie sie vor den Politikern liegen, die uns allen in den kommenden Jahren dienen (!) sollen?

Warum nur traut sich mit Blick auf das politische Gruselkabinett in weiten Teilen der Parteienlandschaft kaum jemand, laut zu sagen: „Wir wollen die Besten! Wir wollen Politiker mit Verstand, Ethik und Verantwortungsbewusstsein und keine Lügner, Blender und politischen Gartenzwerge, die auf eine zweite Chance hoffen.“

Und was hat es in diesem Zusammenhang mit der „Schere im Kopf“ auf sich, der Selbstzensur, der sich die meisten von uns freiwillig unterwerfen, und zwar ohne es selbst zu bemerken? Besagte Selbstzensur hat ja nicht nur zur Folge, dass offenkundig völlig ungeeignete Kanzlerkandidaten von den Bürgern willfährig „durchgewunken“ werden.

Sie führt auch dazu, dass etwa bei der Flüchtlingsthematik die weit überwiegende Mehrheit lieber verschämt den Mund hält, anstatt eine eigene Meinung zu artikulieren. Man könnte ja Gefahr laufen, in die rechte Ecke geschoben zu werden, welche Schmach. Dann schon lieber den gesunden Menschenverstand ausschalten und nur das sagen, was opportun ist.

Wie jämmerlich ist das eigentlich in einem Land, das sich so viel einbildet auf Demokratie und Meinungsfreiheit?

Weil diese Schere im Kopf offenbar stärker ist als jede Vernunft, wagt auch kaum jemand auf die zahllosen Rechtsbrüche hinzuweisen, die sich in der Flüchtlingsfrage auftun. Man nimmt es einfach hin, dass Millionen „Schutzsuchende“ unter Missachtung des Grundgesetzes unkontrolliert ins Land gelassen und hier auf Steuerzahlerkosten alimentiert werden.

Und man glaubt der Regierung ihre Lüge, wenn sie behauptet, alles zu unternehmen, um die Ursachen der Flüchtlingsströme zu bekämpfen. Dabei genügt ein Blick in die Realität. Dort zeigt sich, dass die gleiche Regierung an jedem nur denkbaren Krisenherd mitzündelt und Waffenexporte in die ganze Welt gutheißt.

Wenn es bei der Zuwanderung wirklich um den bis zum Erbrechen zitierten „Arbeitskräftemangel“ gehen würde, den diese Flüchtlinge in Deutschland nun angeblich beheben werden, warum wird stattdessen nicht eine wirkungsvolle Familienpolitik ins Leben gerufen, die verhindert, dass Kinder für junge Eltern in Deutschland eines der größten Armutsrisiken darstellen?

Warum bietet man den vielen arbeitslosen Jugendlichen in Ländern wie Italien, Frankreich, Griechenland oder Spanien keine Perspektive in Deutschland und flutet das Land stattdessen mit Millionen kulturfremden Zuwanderern?

Warum schließlich werden für die so genannte „Integration“ dieser Menschen zweistellige Milliardenbeträge an einem der teuersten Wirtschaftsstandorte der Welt verpulvert, während längst zweifelsfrei nachgewiesen wurde, dass sich mit dem gleichen Geld in der Heimat dieser Menschen ein Vielfaches bewegen ließe?

Geht es womöglich gar nicht um die Flüchtlinge, nicht um den Fachkräftemangel und auch nicht um humanitäre Hilfen, sondern um den möglichst effektiven Einsatz der „Migrationswaffe“, bei dem Flüchtlinge und einheimische Bevölkerung dazu missbraucht werden, in Europa Chaos und Bürgerkrieg zu verbreiten? Dazu der frühere CDU-Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Willy Wimmer:

Ein Blick nach Frankreich, Dänemark und Schweden zeigt, was auch in Deutschland Realität werden wird, wenn diese Politik nicht schleunigst gestoppt wird… (Seite 2)

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7 Kommentare auf "Die Angst der Eliten vor dem Volk…"

  1. Argonautiker sagt:

    Die Inszenierung Schulz versus Merkel läuft ungefähr nach ähnlichem Muster ab, wie Trump versus Clinton.

    Es birgt jede Menge dramaturgisch nutzbaren Konflikt, was den Wählern suggerieren wird, daß es eine äußerst wichtige Wahl sein wird, sodaß man sein eigenes Wählen für wichtig ansieht, und man also zwischen A und B wählen wird.

    Niemand wird dabei sehen, daß er mit der Abgabe seiner Stimme, diese auch wirklich diesem Amtssystem übertragen wird. Alle werden auf die Versprechungen rein fallen und wählen. Mehr soziale Gerechtigkeit, blablabla.

    Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich nun wiederhole, aber das Verhältnis Wähler und Politiker ist identisch mit dem Verhältnis mißhandelter Frauen zu ihren misshandelnden Männern. Ihnen kann noch so viel Leid angetan werden, sie gehen immer wieder zu ihnen zurück, oder wählen einen anderen aber ähnlichen Mißhandler.

    Niemand wird sehen, daß nicht die Politiker selbst das Übel sind, sondern das Herrschaftssystem an sich das Problem darstellt. Ein System, welches nicht kontinuierlich auf ständige Wechselbeziehung zwischen Erschaffenden und Bestimmenden aufgebaut ist, wie das in jedem gesunden Organismus zwischen Gehirn und anderen Zellen der Fall ist, kann nicht auf Dauer gelingen.

    Unser System ist so aufgebaut, daß es die Positionen/Ämter der Bestimmer hergeben, die Erschaffenden zu Dingen zwingen zu können, auch wenn das nicht gut für sie ist. Die Erschaffer sind zwar laut Papier die Souveräne des Landes, aber diese Souveränität geben sie eben mit ihrer Wahl an die Bestimmer ab, und zwar total. Selbst wenn man nicht wählen geht, wird das so gewertet, als hätte man die Stimme abgegeben.

    Als Erschaffender haben sie so NULL Möglichkeit ihr Leben noch selbst zu gestalten, weil die Bestimmer nicht auf Sie hören müssen, sie aber per Strafandrohung sehr wohl auf die Bestimmer hören müssen, welche unangreifbar für die Erschaffenden in so genannter Immunität gepampert sind.

    Weil dies durch die Positionen/Ämter so gegeben ist, ist es auch vollkommen egal, wen sie da in die Ämter wählen, weil der Gewählte, einmal im Amte, sich immer nur der so genannten Mehrheit verpflichtet fühlen braucht, aber berechtigt ist, von ALLEN Steuern ein zu treiben. Das diese so genannte Mehrheit aber längst keine Mehrheit mehr ist und das wohl auch nie war, sondern nur aus wenigen Nutznießern besteht, ist allen klar, aber jeder toleriert diesen Unsinn.

    Erst wenn man dieses System durch die Neugestaltung einer Verfassung ändern würde, die dem Menschen seine volle Souveränität wieder zugesteht und das Verhältnis Erschaffer-Bestimmer zu einem echten Wechselseitigen machen würde, dann dürfte sich durch Wahlen auch wieder etwas ändern lassen, beziehungsweise dann würden sich Wahlen erübrigen, weil es sich eben um ein ständig in Wechselseitigkeit bestehendes Verhältnis handeln würde.

    Erst wenn Sie wirklich wieder Souverän sind, und dem Staat auch ihre Schaffenskraft straflos entziehen könnten, so dieser nicht AUCH in ihrem Sinne förderlich ist, wird aus einer Staatsgefangenschaft wieder ein freies Leben.

    Mit einem Wahlgang toleriert man aber dieses grundsätzlich Falsche des Systems.

    Amtsinhaber dürfen alles bestimmen, und müssen, so sie einmal im Amte sind, nicht mehr auf die Erschaffenden hören, und die Erschaffenden müssen selbst gegen ihre eigene Wirklichkeit auf die Bestimmenden hören, weil ihnen sonst seitens Justiz und Polizei Strafen drohen.

    Es gibt nicht einen Organismus, der, wenn sich das regelnde Gehirn zu den anderen Zellen so Herrschaftlich verhalten würde, indem es nur Befehle erteilen würde, ohne auch der Rückmeldung verpflichtet zu sein, auch nur den Hauch einer längeren Lebenschance hätte. Die Schöpfung hat Freiwilligkeit zur Grundvoraussetzung für das Leben eingerichtet.

    Das ist immer noch finsterstes Sklaventum, bei dem man den wählen darf, der einen versklavt, mehr aber auch nicht. Deswegen entwickelt sich der Mensch auch nicht mehr, sondern es entwickelt sich nur noch das System der Sklavenhaltung. Die Sklaven haben nun in Form von Maschinen selbst Sklaven erhalten, was sie aber nicht freier macht, sondern sie dadurch nur noch mehr Macht und Reichtum für Wenige erschaffen können.

  2. Skyjumper sagt:

    Es tut mir zwar ausgesprochen leid dass so sagen zu müssen, aber der Beitrag windet sich um die tatächlichen Gegebenheiten herum. Und drischt auf die falschen ein.

    „Hat nicht jedes Volk das Recht, seine besten Vertreter in die Parlamente zu entsenden? Muss man wirklich darüber diskutieren, dass jemand „eine zweite Chance“ verdient hat, wenn es um Entscheidungen von historischer Tragweite geht, wie sie vor den Politikern liegen, die uns allen in den kommenden Jahren dienen (!) sollen?“

    Ja was denn? Macht uns denn jemand dieses Recht streitig? Zwingt uns jemand unter Androhung von Strafe, oder mit einer Gewehrmündung an der Stirn, unser Kreuz bei Wahlen zu setzen? Würde der Bundeskanzler zum Jahresende tatsächlich Martin Schulz heißen, wäre dass denn eine vorher unerkennbare Überraschung?

    Nein! Die SPD hat M. Schulz sehr öffentlich und mit Tamtam zum Kanzlerkandidaten gekürt. Wer also im September SPD wählt, will einen Kanzler Schulz. Da ist nichts gemauschelt worden um den Wähler zu täuschen. Und sonst? Die unfähige Merkel, die unsagbare Göring-Eckhardt oder Seehofer der Bettvorleger im Bonsaiformat ……… die Kandidaten sind alle bekannt. Und noch führt uns niemand den Stift in der Wahlkabine, niemand schaut uns über die Schulter wenn wir unser Kreuz setzen. Und trotzdem werden die Parteien der genannten Spitzenpolitiker bei der Wahl im September die große Mehrheit der abgegebenen Stimmen einsacken.

    Die Beschwerde von A. Hoose ist daher so nicht berechtigt, ja sogar schädlich. Der Beitrag tut so als wäre das Volk das Opfer. Nein! Das Volk ist der Täter. Nicht die Parteien oder die Politiker sind die Bösen. Wir sind es. Die Wähler. Wenn man also jammern will und muss, dann über die unsagbare Dummheit des angeblich mündigen Wahlvolks. Soviel Nestbeschmutzung muss sein.

    Mensch sein, die Würde des Menschen, das hat etwas mit eigenständigen Denken zu tun, mit dem Bewußtsein seiner selbst als Persönlichkeit. Auf dieser Vorstellung aufbauend fussen unsere Grundrechte. Wer das Denken allerdings freiwillig einstellt, sich selbst seiner Rechte und Würde entledigt, die Entfaltung seiner Persönlichkeit freiwillig am Eingang zum Wohlfühlkokon abgibt, weil das ja alles auch was mit Verantwortung zu tun hat. Ist das noch ein Mensch?

    Wenn sich das Volk nicht wie ein Souverän verhält, sondern wie eine Schafsherde, dann darf es sich weder wundern, noch beschweren wenn es geschoren und geschlachtet wird. Der Beitrag ging um Martin Schulz. Ja. Und seid Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD ist sind deren Zustimmungswerte um 30 % angestiegen. Souverän? Mehr als Brot und Spiele hat ein solches Volk nicht verdient.

    • DonSarkasmo sagt:

      Donnerwetter, der Kommentar ist wirklich gut. Und verdammt wahr ist er auch. Respekt !!!!

    • Argonautiker sagt:

      @Skyjumper
      Stimmiger Kommentar, und stimme dem auch nahezu vollständig zu, außer mit der Frage, ob dem Wähler jemand die Pistole an den Kopf gesetzt hat, gehe ich nicht ganz konform. Da würde ich sagen, entwicklungsgeschichtlich ist es so gewesen, daß man dem Volk die Pistole an den Kopf gesetzt hat und auch weiter am Kopf hält, da der Staat für sich das Gewaltmonopol nicht nur beansprucht, sondern dieses auch mit Gewalt durchgesetzt hat, und das auch fortwährend tut.

      Nehmen wir einmal dieses fiktive Beispiel:
      Die Wähler gehen nicht mehr wählen und wählen das nicht. Unser Wahlrecht sieht keine Mindestbeteiligung vor. Rechtlich, und ich betone das rechtliche jetzt, genügt es, wenn ein Paar Leute mit einer Wahlbeteiligung von 1% eine Mehrheit mit 0,6% erzeugen, der Rest wird hochgerechnet. Rechtlich dürfte die Regierung regieren, und dürfte mittels Polizei für „Ordnung“ in ihrem Sinne sorgen, weil sie dann die Mehrheit stellen.

      Zugegeben, das würde wahrscheinlich nicht geschehen, weil das dann doch zu offensichtlich wäre, aber es würde etwas anderes geschehen, was auch schon immer so vollzogen wurde. Wenn Regierende sehen, daß sie die Macht verlieren, dann erzeugen sie regelmäßig Krieg, indem sie die Schuld für die Misere, die sie angerichtet haben, in andere Länder projizieren. Prinzip, der Russe wars.

      Darüber wird dann die Aggression im Volke, von ihnen wegkanalisiert und gegen andere gerichtet, sodaß es durch den Krieg zu einem Waffe an den Kopf halten über den Umweg kommt. Irgendwann hat sich die Aggression, die sich durch eine schlechte Führung erst aufgebaut hat, in den Menschen im Krieg dann wieder soweit abgebaut, daß jeder nur noch froh ist, wenn der vorbei ist, und da wieder einer „Ordnung“ schafft.

      Leider sind das die Gleichen, oder zu mindest ähnlich Gestrickte, die das erst verursacht haben. Das geht dann wieder eine Weile, bis…

      Der Aussage, daß das Volk also der Täter ist, kann ich nicht so vollumfänglich zustimmen. Das Volk bekommt zwar nicht sofort die Waffe an den Kopf, aber irgendwie schon.

      Täter sind und bleiben in meinen Augen also Die, die nicht dazu in der Lage sind, ohne aktive Gewaltanwendung ein friedliches Miteinander herzustellen. Es sind nicht die friedlichen Schlafschafe die Täter, sondern die, die das schlafen der Schafe ausnutzen, und um sie am schlafen zu halten mittels Sozialleistungen Opium an sie verteilen.

      Andererseits ist es natürlich so, wenn man das weiter wählt, dann wird sich nie was ändern. Manchmal muß man eben das Risiko eingehen, was passieren würde, wenn es einen Wahlboykott gäbe. Gehen würde das schon, und da kommen wir wieder zusammen, wenn das Volk denn so eigenständig wäre, daß es in einer Regierungslosigkeit nicht in ein sich gegenseitig Berauben und Morden verfallen würde, dann wäre das kein Problem. Das hat es aber nie gelernt.

      Und jetzt mit so einem Potential an fremden Kulturen, die weder eigenständig noch irgendwie integriert sind, dürfte dieser Weg leider versperrt sein. Ich sehe da leider keine Lösung. Es wurde seit ein paar Tausend Jahren durch das einführen eines Herrschaftssystems einfach zu viel falsch gemacht.

      Also Täter bleiben schon die, die mit ihrem Herrscheranspruch Andere immer mittels Gewaltanwendung unterdrückt haben, sodaß die verblöden mussten, um am Leben zu bleiben. Man kann aber eben auch ohne Gewaltanwendung miteinander leben, indem das was man hervorbringt eben wirklich zum nutzen Aller ist und sich so wachsende Gefüge bilden.

      Der innere Aufbau der Organismen macht es uns ständig vor, wie das gehen kann. Unser System ist falsch. Ich wäre auch vollkommen überlastet, wenn ich nun Europa leiten sollte. Aber es zwingt einen niemand dazu so große Gemeinschaftsformen zu konstruieren deren Positionen man dann besetzen muß. Lediglich der Machtanspruch irgendwelcher Größenwahnsinniger die umeinander laufen und sagen ich kanns, ich kanns, ich kanns.

      Das kann niemand.

      Wie soll es Schulz oder Merkel wissen wie es mir geht, wenn es keine Nervenbahnen von denen zu mir gibt, die sie darüber informieren? Unsere System ist von oben nach unten konstruiert, und das ist der Grundsätzliche Fehler, das kann für Lebewesen nie funktionieren, weil die Welt des Lebendigen in ihrer Wirklichkeit nicht so aufgebaut ist.

      Die Dinge fügen sich in ihrer Entwicklung von Klein nach Groß zusammen. Leider wurden die friedlichen arbeitsteiligen Gemeinschaften schon immer gerne von Gewalt anwendenden Räubern überfallen, die sie Tributpflichtig gemacht haben. Eine Staatsgewalt wie sie derzeit ausgeübt wird, gehört leider mit dazu.

      Sie und ich, und alle Anderen auch, haben leider sehr wohl die Knarre am Kopf, auch wenn man die nicht immer so sieht.

    • Skyjumper sagt:

      Lieber @Argonautiker
      ich mag (und kann) das jetzt nicht so lang und ausführlich ausbreiten wie es das Thema verdient hätte, aber wir liegen tatsächlich Welten auseinander in der Kernfrage. Ihr Weg eines Wahlboykotts kann in unseren System nicht funktionieren. Warum das letztlich so ist haben Sie doch selbst eindrücklich beschrieben.

      Ein System ist zunächst einmal wie es ist. Das vorhandene muss die Grundlage aller weiteren Überlegungen sein. Weicht man davon ab kommt man zwar vielleicht zu vielen wunderschönen Utopien, aber es bleiben zwingend alles Wolkenkuckukstürme.

      Um ein System, um faktische Umstände zu ändern, gibt es immer genau 2 grundlegende Möglichkeiten:

      a) Revolution, Aufstand, Putsch, kurzum eine gewaltsame Änderung des Systems

      Wollen Sie diese erste Möglichkeit nicht nutzen, und dafür gibt es viele sehr gute Gründe, bleibt Ihnen nur die zweite Möglichkeit.

      b) das System MIT Hilfe des Systems friedlich zu ändern.

      Und um ein repräsentativ-demokratisches System mit den Mitteln des Systems friedlich zu ändern müssen Sie wählen. Systembedingt KANN nichts anderes helfen. Es gibt in DE eine Vielzahl von Wahlen. Bundeswahlen, Landeswahlen, kommunalwahlen. Wählen Sie die Versager jedesmal kategorisch nicht, sondern wählen Sie neue Köpfe. Das bricht den Filz auf, das vertreibt Politiker von Fleischtöpfen die sie brauchen. Nur so kann es gehen.
      Die Grünen brauchten fast 20 Jahre um sich und ihre (meiner Meinung nach) perfiden Ideen durchzusetzen, aber, und das muss man ihnen lassen, sie haben es geschafft.

      Ein Wahlboykott dagegen ändert gar nichts. Nicht bei der 1. Wahl und auch nicht nach der 100. Wahl. Alles wird zwingend bleiben wie es ist.
      Wählen Sie irgend etwas. Von mir aus auch ein Eichhörnchen (falls es den Weg auf den Wahlzettel schafft). Egal was! Alles ist besser als die etablierten Parteien. Wählen Sie immer die letzten auf dem Wahlzettel. Jedesmal neue Köpfe. DAMIT zerstören Sie ggf. die Machtstrukturen des Systems. Für einen Wahlboykott müßte man Sie dagegen mit dem großen CDU/SPD/GRÜNE/LINKE-Verdienstorden auszeichnen.

      Ich kenne Ihren Einwand ja. Die %-Hürde für den Einzug ins Parlament. Ganz unberechtigt ist der Einwand auch nicht. Aber wenn 30 Parteien jeweils nur 1,5 Prozent der Stimmen bekommen, dann steht im Wahlergebnis hinter Sonstige plötzlich 45 %. Und hinter CDU/CSU steht dann 18 %, und die Grünen, die FDP und die Linke scheitern an der 5 %- Hürde. Das macht „aua“, das wirbelt die Parteienfinanzierung durcheinander, das schafft Chancen.

      Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

      • bluestar sagt:

        @Skyjumper
        Bravo und Danke für diesen ausführlichen, sehr guten Kommentar. Verweigerung ist immer die schlechteste Variante und stärkt den Stillstand oder Verfall,
        Verantwortung nur auf Berufs-Politiker abschieben natürlich auch. Eigenverantwortung selbstbewusster Bürger wäre die Lösung, aber da müsste sich zuvor einiges in den Köpfen ändern. Das setzt die Fähigkeit zum eigenen Denken und Fragestellen voraus. Wie Schlafschafe professionell gehütet werden, beschreibt ja Prof. Mausfeld ausführlich und für jeden verständlich. Aber wie viele der schon länger hier Lebenden sind bereit sich damit auseinanderzusetzen, zu verstehen und daraus Schlussfolgerungen für sich selbst zu ziehen ?
        Gewaltsame Veränderungen bringen übrigens immer nur neue Katastrophen und Despoten. Alles was mit Gewalt verändert wird kann auch nur mit noch mehr Gewalt erhalten werden.
        Fortschritte gibt es nur bei freiwilliger Bewusstseinsänderung. Insofern liegt der Ball wie von Ihnen eindrucksvoll beschrieben beim Volk selbst.

      • Argonautiker sagt:

        @Skyjumper

        Natürlich würde das, was Sie vorschlagen, auch funktionieren, wenn es sich denn genau so entwickeln würde, wie Sie es als Möglichkeit darstellen, und sich das so schön gleichmäßig auf kleinere Parteien verteilen würde.

        Wenn sich dieses Ersatzwählen aber nicht so gleichmäßig verteilen würde, sondern eine von diesen Parteien dann plötzlich sehr viele bekommen, dann hat man dann plötzlich wen auch immer an der Macht.

        Der Nationalsozialismus ist ja zum Beispiel auch aus einer Frustbewegung entstanden, weil die Etablierten damals auch das vollzogen haben, was sie heute auch vollziehen. Also das Umschichten von Arm zu Reich. Also ein paar Gefahren bietet das Ersatzwählen von Parteien die man gar nicht will schon auch. Außerdem ändert das ja nichts am System der Fleischtöpfe, die werden nur an Andere verteilt.

        Die Grünen haben das was sie wollten übrigens keines Falls durchgesetzt. Die Grünen entstanden Ende der 70iger Anfang der 80iger Jahre aus der so genannten alternativen Bewegung, und die hatte mit dem, was die Grünen heute machen, nahezu nichts gemein.

        Die Grünen könnte man eher als das Resultat eines Unterwandern, einer aufwachenden Bevölkerung bezeichnen, die eben als sogenannte alternative Bewegung begann. Als sie dann drohte das System wirklich ins wanken zu bringen, hat Federführend J. Fischer sie dann zum schlafen geschickt, indem er propagiert hat, man könne das was man durchsetzen wolle, nun nicht mehr durch die Aktivitäten der Menschen auf der Strasse durchsetzen, sondern man müsse das nun auf politischem Wege tun, obwohl das bis dahin eigentlich eben sehr gut klappte, weil das eben nicht nur ein auf die Strasse gehen beinhaltete, sondern auch viel das gemacht wurde, was man geändert haben wollte. Und da gab es weder einen kontrollierten Anbau, noch Dosenpfand, oder ein sonstiges Öko Diktat.

        Man hat Fischer leider geglaubt, und so wurde der Wind aus den Segeln der Bewegung der Menschen rausgesogen. Diese Art von Unterwanderung kann man auch heute wieder in sehr vielen Bewegungen sehen sobald sie größer werden.

        Diese Aussage stimmt leider ebenfalls so gar nicht.

        „Ein System ist zunächst einmal wie es ist. Das vorhandene muss die Grundlage aller weiteren Überlegungen sein. Weicht man davon ab kommt man zwar vielleicht zu vielen wunderschönen Utopien…“

        Natürlich ist ein System erst mal so, wie es ist, aber ändern können Sie das eher von Außen, denn von Innen, denn wenn die Außenseiter erst mal gewählt sind, und an dem, was sie zu recht die Fleischtöpfe nennen, gelangt sind, dann gewöhnen sich die Außenseiter sehr schnell an die Fleischtöpfe. Siehe Grüne, denn die Absahner, die auf der Welle einer Bewegung reiten und sich entsprechendes auf die Fahne schreiben und ihnen das aus der Hand nehmen, kommen schneller als es Ihnen lieb sein wird.

        Die Gefahr bei dem was Sie vorschlagen, dürfte also darin liegen, daß wenn man erst mal in das System als kleine Partei rein gegangen ist, man dann auch von ihm abhängig ist, und etwas grundlegendes zu ändern dann bedeutet, daß man auch seinen eigenen Ast absägen muß.

        Um also etwas Grundlegendes zu ändern, darf man inhaltlich möglichst wenig beteiligt sein, sonst geht das nicht. Wirklich neu können sie eben nur etwas machen, wenn sie es auch neu denken. Neu denken können sie es aber nur, wenn sie eben nicht die Voraussetzung als gegeben ansehen, weil sie sonst nie über den Tellerrand hinauskommen.

        Zum einem neuen Ursprung kann es nur kommen, wenn es eben auch zu einem Sprung zu dem Dagewesenen kommt. Zu glauben etwas grundlegend ändern zu können, aber am so Seienden zu stark festhalten, dürfte einem Sturm im Wasserglas gleichkommen, der dann die Reförmchen hervorbringt. Ich fürchte mit Reförmchen ist unsere Situation nicht zu beheben. Ohne vollkommen neuen Ansatz kommt man da nicht weit.

        Wissen Sie, was am Ende eines Krieges meistens steht? Eine neue Verfassung und ein neues Wirtschaftssystem. Das allzu starke Festhalten und auf das Alte aufbauen wollen, obwohl es nicht mehr tragfähig ist, zwingt die Wirklichkeit zur Gewalt, den Krieg. Man könnte den Krieg also eventuell umgehen, indem man gleich das macht, was am Ende eines Krieges steht.

        Eine neue Verfassung die wieder möglichst allen Beteiligten gerecht wird.

        Beste Grüße

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