Deutschland ist eine Katastrophe…

22. März 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die Fed ist in einem Kredit-„Straffungszyklus“, ohne jedoch wirklich an der Zinsschraube zu drehen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die kurzfristigen Zinsen unverändert in einer Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent bleiben würden. Da die Investoren Zinserhöhungen nicht wirklich mögen, stiegen die Aktien… zumindest ein wenig… und schon im Vorfeld.

Doch die Anleger sollten sich dennoch umsehen … wir könnten in einem Straffungszyklus sein, der weit über die Kontrolle der Fed hinaus reicht.

„Deutschland ist eine Katastrophe im Moment“, sagt Donald J. Trump.

Viele Europäer würden ihm zustimmen. Kanzlerin Angela Merkels Flüchtlingspolitik „der offenen Tür“ führt zu einer weit verbreiteten Unzufriedenheit. Ihre politische Position wird „immer schwächer“, schreibt die Financial Times.

Warum?

Weil sie den Geist einer anderen Zeit repräsentiert. Sie war einst die beliebteste Regierungschefin in Europa, wenn nicht sogar der ganzen Welt. Für Frau Merkel scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Sie ist ein Anachronismus aus einer optimistischeren Ära, als die Menschen an den freien Handel, demokratische Regierung und ständig steigenden Wohlstand geglaubt haben.

Nun hat sich der Zeitgeist verändert. Frau Merkel ist aus der Mode und tanzt aus der Reihe. In Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, der Slowakei, Ungarn und den USA sind die Kandidaten, die die meiste begeisterte Unterstützung erhalten, diejenigen, die darauf drängen Grenzen zu schließen, den Handel zu beschränken, und nach Schutz vor Anderem, Neuem und Drohungen suchen.

Schluss mit dem Freihandel!

Schluss mit der Reisefreiheit!

Stoppt die Einwanderung … vor allem von den Muslimen und Mexikanern!

Baut eine Mauer!

Foltert die Feinde!

Hört endlich damit auf, das Imperium zu erweitern!

Das Schicksal des Imperiums

Vorbei ist der mutige Optimismus der 1980er Jahre … und die anmaßende Korruption der 1990er Jahre. Nun sind wir alt, müde, ängstlich, feige und verschroben geworden. Wir wollen ein starken politischen Führer, der uns schützt – einen, der uns verspricht… uns wieder stark und jung zu machen

Hier im Tagebuch glauben wir definitiv nicht an die „Great Man“ Theorie der Geschichte. Wenn man genauer auf die sog. großen Männer der Geschichte blickt … stellt man fest, dass sie alle nicht wirklich so „toll“ sind. Sie sind genauso fehlerhaft wie der Rest von uns – hangeln stümperhaft vom Sieg zu Katastrophe. Und wir haben wenig wirklichen Einblick in das, was sie wirklich tun, oder welche Rolle in der Geschichte sie spielen.

Aber eine Demokratie muss einen Anführer finden, der ihr aus der Seele spricht. Ohne es zu wissen, bewegt er das Land in die Richtung, in die es ohnehin wollte. Dann, der Grenzen nicht bewußt, geht er zu weit.

Marcus Licinius Crassus (der reichste Mann in der römischen Geschichte) griff die Parther an … und starb in Carrhae. Napoleon hatte Europa zu seinen Füßen … und fiel in Russland. Japan überrolte Südostasien … und bombardierte Pearl Harbor.

Wir alle atmen ein und aus. Volkswirtschaften. Märkte. Gesellschaften und Menschen. Jetzt, nach mindestens einer Generation der Globalisierung, imperialer Expansion und billigstem Notenbankgeld, ist die Welt zum Durchatmen bereit.

Trump kann womöglich der Bestimmung des Imperiums gerecht werden … uns von den Versprechen, die nicht gehalten werden können, zu befreien. Und auch von den Wahnvorstellungen, die nicht finanziert werden können, und Verpflichtungen, die wir nie hätten eingehen sollen.

Mehr als nur ein Bärenmarkt…
von Bill Bonner

«Niemand weiss, wann das Ende kommen wird; weder die Engel im Himmel noch der Sohn Gottes. Die genaue Stunde kennt nur der Vater.“ (Markus 13,32)

Alle Augen richten sich derzeit auf die US-Politik. Die Iden des März kamen … und ja, sie gingen … und mit ihnen er der „arme“ Marco Rubio aus dem Präsidentschaftsrennen …

Ja, es war der „Goodbye, Rubio Tuesday“ … Donald Trump und Hillary Clinton liegen weit vor den anderen im Rennen, um ihre Partei-Nominierungen zu gewinnen.

Inzwischen schrieb ein lieber Leser und beschwerte sich bei uns. Er hat seine Aktienbestände nach unserem düsterem Ausblick am Anfang des Jahres verkauft und nun sei der Dow seither um gut 1.500 Zähler gestiegen.

Wir halten nach wie vor an unserer Meinung fest: Dieses Schiff sinkt.

Als Investor, sehen sie sich mit zwei Arten von Risiken konfrontiert: dem Risiko, Gewinne zu verpassen und dem Risiko, Verluste hinnehmen zu müssen. Es liegt an Ihnen, ob Sie weiterhin auf steigende US-Aktien wetten wollen. Aber aus unserer Sicht sollte man froh sein, aus dem Markt ausgestiegen zu sein.

Wir leben alle unter einem Todesurteil. Märkte … Gesellschaften … und unser Leben müssen einem unaufhaltsamen Muster folgen. Wir atmen ein … und dann atmen wir aus. Wir sind geboren … und ein jeder Sohn einer jeden Mutter ist letztlich dem Tode geweiht. Jedes Schiff, das jemals gebaut wurde, ist für den Grund des Meeres bestimmt … oder den Schrottplatz.

Nach oben, nach unten … rein, raus … Expansion, Kontraktion. Hey, das ust nicht unsere Schuld! Wir haben es nicht erfunden. So ist es halt. Und da dies der Weg ist, wie es ist, gilt:

Vive la mort!

Wir wollen es nicht wirklich. Aber da es unvermeidlich ist, freuen wir uns darauf wie ein Paar neue Gummistiefel auf den Schlamm. Es gibt Zeiten, vorwärts zu gehen … und dann gibt es Zeiten, zurück zu gehen. Es gibt Zeiten, in denen man kauft. Und es gibt Zeiten, in denen auf umfangreiche Aktienbestände verzichtet werden sollte.

Dies ist eine jener Zeiten. Die Fed hat die Zinsen seit Dezember nicht verändert. Aber die Japaner, die Chinesen und die Europäer haben seither immer verrückter werdende Geldpolitik betrieben, um ihre Wirtschaft zu stimulieren. Ein großer Teil des neu geschaffenen Geldes fand so seinen Weg in die US-Märkte … wahrscheinlich ist das der Grund, weshalb sich der Dow beharrlich weigert, nach unten zu gehen.

Tag der Abrechnung

Es könnte natürlich sein, dass wir total falsch liegen … und dass ein Trend intakt ist, den wir nicht erkennen. Die Aktienmärkte sollen angeblich „die Zukunft diskontieren.“ Vielleicht sehen sie etwas, was wir nicht sehen. Oder vielleicht bereiten sie sich einfach für einen spektakulären Tag der Abrechnung vor und locken noch mehr Privatanleger ins tiefe Wasser hinaus; wie immer warten wir, um es herauszufinden.

Dennoch sieht es so aus, als ob der Bullenmarkt, der im März 2009 in den USA begann, nun zu Ende ist. Und die Kontraktion ist nicht nur auf den Aktienmarkt begrenzt. Unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unser Staatswesen schließen sich dem an … halten inne … und zeigen der Welt den Rücken. Ja, wir verbinden die Punkte miteinander. Es ist nicht nur die Welt des Geldes, die kontrahiert und expandiert. Die Wirtschaft atmet auch … und so auch unsere politische Welt.

Warum ist Donald J. Trump so stark bei den republikanischen Vorwahlen?

Warum macht sich die Führerin des Front National in Frankreich, Marine Le Pen, so gut in Frankreich?

Wie kam es dazu, dass Jeremy Corbyn – ein Nobody – zum Führer der zweitgrößten Partei in Großbritannien wird?

Warum bricht der Welthandel ein?

Warum liegen die Inflationserwartungen bei etwa 1% für das nächste Jahrzehnt … trotz des größten Anstieg der Zentralbankbilanzen – der monetären Fundamente des gesamten Systems – in der Geschichte?

Warum sind die Wachstumsraten in Europa, Japan und den USA auf dem niedrigsten Niveau seit dem Zweiten Weltkrieg?

Und warum werden 7 Billionen Dollar an Staatsschulden – etwa ein Drittel aller Emissionen – jetzt mit Minusrenditen gehandelt?

Quelle: Kapitalschutz Akte
„Deutschland ist eine Katastrophe“ (von Bill Bonner)
Mehr als nur ein Bärenmarkt… (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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