Deutschland – ein Shopping-Märchen

26. Juli 2010 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Es ist schon beruhigend, ein paar Wochen vor der Bundestagswahl ist von einer Krise gar nichts mehr zu spüren. Keine Anpassungsprozesse, keine Schwierigkeiten, keine Einsparungen – hier und dort ein paar kleinere Irritationen – mehr nicht. „Wenn das die Krise ist, dann kann sie ruhig bleiben“ sagte ein Geschäftsmann in einem Filmbeitrag…

Es ist schon seltsam, ein paar Wochen vor der Bundestagswahl ist von Krise nichts mehr zu spüren. Keine Anpassungsprozesse, keine Schwierigkeiten, keine Einsparungen – hier und dort ein paar kleinere Irritationen – mehr nicht.

Schaut man nach Berlin, scheinen die Blaskapellen gerade Überstunden zu schieben. Experten sprechen von Erholung, Aufschwung, einer besseren Welt und großen Chancen. Kein Wunder, dass sich die Stimmung der Verbraucher einem Siedepunkt nähert.

Die Kurse steigen, die Kauflaune wächst. Und weil die Kauflaune wächst – steigen eben auch die Kurse. Ist das nicht genial? Nicht mehr die Wirtschaft ist er Motor für den Dax, sondern umgekehrt. Das hat Alan Greenspan, der alte Fuchs, auch mal so erklärt. Also macht man die Aktien fit, dann geht es auch mit dem Rest der West in die richtige Richtung. Deutschland – ein Grippemärchen! Pardon, ein Sommermärchen…

Irgendwann kommt der Herbst

Man fragt sich, wo die Leute ihr Geld hernehmen. Kredite können es ja kaum sein, so restriktiv wie die Banken diese gerade verteilen. Ersparnisse? Vielleicht. Wer weiß, ob die Preise nicht bald schon wieder kräftig steigen und die Inflation um die Ecke fährt. Außerdem soll man die Feste ja feiern wie sie fallen. Und was in paar Monaten sein wird, sollte uns heute nicht kümmern. Nach der Bundestagswahl wird wahrscheinlich weniger statt mehr Geld in den Taschen bleiben. Hat der GfK-Indikator eigentlich Fieber? Auch das weiß man nicht so genau.

Ach, es ist ein herrlicher Sommer. Sonne, Wasser und dazu dank Kurzarbeit die bezahlte Freizeit von vielen Millionen Leuten. Da kommen die Hormone schon mal in Wallung und die Li-La-Laune-Bären hüpfen aus ihren Verstecken. Da gibt man schon gerne mal das Geld aus, das man im Herbst nach der Wahl gerne noch hätte. Das ist so eine Sache mit der Stimmung. Manchmal führt sie zu Fehlsignalen in den Köpfen, in den Herzen, und manchmal auch an den Märkten.
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