Deutsche Krank? Wer Soll das Haben?

2. Oktober 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Ist die Deutsche Bank in Schwierigkeiten? DIE Deutsche Bank? Geht etwa den Kapitalisten das Geld aus?

Laut dem Börsenkurs und dem vielen Gerede scheint die Bank in Not zu sein, heruntergewirtschaftet und ausgeplündert – auf dem Weg in den Abgrund. Zumindest aber geht es den Ex-Chefs gut.

Wir werden die Wahrheit erst erfahren, wenn es soweit sein sollte. Angeblich wird die Strafe für windige Immobilienkredite in den USA von 14 auf 5,4 Milliarden US-Dollar gesenkt. Was für eine Befreiung! Man könnte auch meinen, die Bank wird zur Ader gelassen, aber nicht erwürgt. Immer und immer wieder. Die Kuh, die man melkt, schlachtet man nicht. Und vielleicht lässt sich über die „Deutsche Bank“ noch größere Politik machen?

Eine Kapitalerhöhung könnte den Druck nehmen oder Hilfe vom Staat, hießt es in dieser Woche. Unterdessen jagen die Gerüchte und Dementis umher. Wo Rauch ist, ist auch Feuer, heißt es an der Börse. Und geht der Kurs runter, teilweise unter zehn Euro, sind es die bösen Spekulanten. Wer sonst?

Bei Banken reichen schon Gerüchte über eine Geldnot, schon ziehen erste Adressen ihr Geld ab, öffentlichkeitswirksam, wie am Donnerstag. An Zufälle glaube ich ohnehin nicht. Doch man weiß, den Letzten beißen die Hunde. Wer panikt, sollte das als Erster tun. Ob auch schon die kleinen Sparer flüchten? Die Krisen nutzen sich irgendwie ab.

Bis zur letzten Minute ist alles prima. Offiziell wurde ja nicht über Staatshilfen gesprochen. Man stelle sich nur vor, man hätte. Doch der „Markt“ wird die Standfestigkeit der Deutschen Bank testen und auch die der Kanzlerin. In Sachen Griechenland war sie sehr schnell und spendabel, während zu Hause gespart wurde.

Beschädigt ist der Ruf der Bank ohnehin. Ob man aber dem deutschen Steuermichel noch einmal vermitteln kann, dass Staatshilfe für die laut IWF gefährlichste Bank der Welt alternativlos ist? Sicher! Man wird die Lage schönreden und sagen, er würde von einer Rettung profitieren. Wie oft wird dieser Unsinnn eigentlich noch geglaubt? Schon bei Commerzbank und Hypo Real Estate blieben Milliardenverluste, warum dann ausgerechnet bei der Deutschen Bank nicht? 

Das Dumme ist, dass es derzeit keine Fußball-WM oder ein anders öffentliches Spektakel gibt. Nein, ein Scheitern wäre wieder keine Option in einem Markt, der ohnehin keiner mehr ist, nur einer der mehr oder weniger großen Interventionen und Lügen.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)

 

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5 Kommentare auf "Deutsche Krank? Wer Soll das Haben?"

  1. Frank Frei sagt:

    Die retten sich wie immer, irgendwie. Bis Weihnachten, dann kommt schon Silvester. Eine gute Zeit für neue „Gesetze“, Rettungspakete und Sonstiges. Den Deutschen geht es doch gut? Fast Vollbeschäftigung und Merkels Politik hat uns wieder mal einen Rekord an Aussenhandelsüberschuss beschert. So viele Millionäre und Milliardäre gab es hier noch nie. Wer will zur schönen Festtagsstimmung schon irgendwas wissen was die gute Laune verdirbt? Mein Grosvater sagte immer:
    „Es wird keine Arbeit angefasst, solange der Bauch noch in die Weste passt.“

  2. bluestar sagt:

    Dem deutschen Steuermichel kann man ALLES verkaufen, sofern die vermeidliche Lösung über die Systemmedien gut verkauft wird und er nicht sofort seinen eigenen Gürtel enger schnallen muss. Was sind denn schon ein paar Milliarden im Verhältnis zu den Summen die bisher ohne nennenswerten Widerstand verplempert wurden. Take ist easy ist die Parole.
    Und sollte es doch irgendwelche Diskussionen geben, dann können ja noch Feindpropaganda Terrorbedrohung und mediale Kriegsvorbereitung als Ablenkungsmanöver hochgefahren werden.
    Gab es eigentlich einen Prozess mit Anklage, Zeugenvernehmung, Beweisaufnahme, Schadensermittlung und Verurteilung von handelnden Personen ??? Ich meine so eine korrekte rechtsstaatliche Vorgehensweise wie nach 9/11.

  3. Lickneeson sagt:

    „Beschädigt ist der Ruf der Bank ohnehin“ – wofür die wackeren Anzugträger jahrelang geschuftet haben. Demnächst werden sie dann „dank guter Führung“ (Breuer, Ackermann & Frühauf) entlassen. Zum Schreien komisch.

    Auch die „News“ vom Freitag, freundllich lanciert von der BoA (der grösste Zahler in puncto Immokrise), sind ein Lacher. Nach dem Kurssprung könnte manch einer glauben, DIE.BANK habe 10 Mrd. verdient. Hihihi. Verdienen tun die schon lange nix mehr. Aber der Markt, der keiner mehr ist, atmete auf und da ist ja noch die Alternativlosigkeit zu den Aktien.Nach dem blutleeren Auftritt von Mario con Draghi, der knallhart vor dem europäischen Inquisitionsrat verhört wurde bleibt der Zins wo er hingehört, unter dem Teppich. Also „all in zum Monatsende“, morgen gibts nix mehr. Ich kringel mich weg.

    Vom Unterhaltungswert nähern wir uns wieder der „guten alten Zeit“, als Ron Sommer im Rollkragenpullover vom Parkett grinste und sich Robert T. -Online durchs Vorabendprogramm stotterte. Erst, wenn wir wieder den grössten Mist mit Begeisterung feiern wird der Markt kippen. Wir sind auf einem guten Weg.

    MfG

  4. FDominicus sagt:

    Interessant auch ich hielt fest: https://www.q-software-solutions.de/blog/2016/09/es-ist-bald-wieder-so-weit/
    „Spieltheorie, wer noch rauskommt, wird die Verluste wohl noch limitieren können, bringt aber damit die DB näher dem Untergang. Mein Mitleid hält sich dennoch in sehr überschaubaren Grenzen. Ich weiß sowieso, das hier wieder jedes Recht außer Kraft gesetzt wird. Es wird uns auch mal wieder gesagt die Rettung sei „alternativlos“. Als ob es wirklich so oft keine Wahl mehr gäbe.

    Wie Sie ja schreiben:
    „Wer panikt, sollte das als Erster tun. Ob auch schon die kleinen Sparer flüchten? “

    Ich habe es damals bei der CB genau so gemacht – geflüchtet – und das war auch gut so. Zwischendrinn die Konteen bei der DB gehabt auch dort vor mehr als 2 Jahren alles abgezogen. Ich denke inzwischen weiß ich recht gut was alles nötig ist um ein Konto zu eröffnen.

    Ich wüßte es tatsächlich auch besser wie man es auf eine vernünftige das nicht betrügerische Basis stellen könte. Aber das will man ja nicht. Sondern hier kungel Politik und große Firmen etwas aus – wer bezahlt ist schon bekannt der Steuerzahler…

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