Deutsche Debile Republik

18. November 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die Protagonisten der westlichen Überlegenheitskultur, die vor allem in der Kenntnis aller 2783 Mobilfunktarife (Inland) Ausdruck findet, wähnen sich immer noch an der Spitze der Welt. Wenn die Dinge so weiterlaufen, ist mancher Überlegene bald nicht einmal mehr in der Lage zu bemerken, auf dem Holzweg zu sein…

Kürzlich haben wir ein Gespräch zweier deutscher Studenten mithören dürfen, die sich über ihre Bachelor-Arbeiten unterhielten. Ganz offen gingen die Frau und ihr Gesprächspartner mit dem Thema Ghostwriter um. Man kam aus dem Staunen nicht heraus, aber die beiden waren sich einig, dass die Summe von 700 bis 800 Euro, die solch ein Schreiber offenbar verlangt, wirklich unangemessen hoch sei. Prima, so hat die Republik dann zukünftig unverhofft doch noch zwei selbst gebackene Bachelors mehr.

Die vermeintlich hohen Preise der Ersatzschreiber haben somit ihr Gutes, aber das sagt man ja mittlerweile hohen Preisen generell nach. Was solche Debatten über den Drang nach Bildung aussagen, sei dahingestellt. Möglicherweise geht es wie bei der Steuererklärung nur noch um das Finden von Lücken und Nischen. Nun kann jeder sich so bilden, weiterbilden oder gar nicht bilden wie er mag. Allerdings sollte man nicht erwarten, dass unabhängig von dem was man macht, das Gleiche dabei heraus kommt.

Wenn man dem übermäßigen Konsum von 3-D „ich massakriere alle“-Ballerspielen an den Konsolen für harmlos erklärt, dann kann der Beitrag der Medien zur Verblödung allenfalls eine Marginalie sein. Ein kurzer Blick über eine zufällige Auswahl von Überschriften auf der Startseite von GMX zeigt jedoch eine Ansammlung von Irrsinn, der über das Stadium erheiternd weit hinaus ist.

Vom Nacktarsch bis zur Grenze ist’s bloß ein Katzensprung

Den Start macht das teilentblößte Hinterteil einer offenbar weiten Teilen der Republik bekannten Dame, das sich sich über dem Titel „Po-reografie zum Weglaufen“ in die Kamera reckt.

Daneben blickt eine gereizte Kanzlerin über der Zeile „Angela Merkel war nicht informiert“ vor sich hin und denkt vermutlich nach, was man wie am besten aussitzt, während das nächste Bild des rotierenden Banners meint, dem „Kaiser“ könne der DFB Skandal wurscht sein.

Darunter folgt ein Staufoto mit dem Textfeld „Schweden macht Grenzen dicht“, was wohl eine Reaktion auf die Flüchtlingskrise sei.

Es schließt sich nahtlos die „Entdeckung eines erdähnlichen Planeten“ an, von dem nicht erwähnt wird, ob der Redakteur diesen als mögliche Lösung der Flüchtingskrise einstuft.

Das Ende bildet das Dekolleté einer Frau Baldwin, die mit diesem „nicht geize“ und bei einer Party „tiiiiiiief“ blicken ließ. Neben ein paar Werbebannern fürs Verlieben und Seitenspringen (eine empfohlene Reihenfolge wird nicht angewiesen) findet man noch ein seltenes Naturphänomen in Australien und den Stolperer eines „Stars aus Panem“. Muss man vermutlich kennen, Netflix und so. Wenn nicht, bleibt nur die rührende Geschichte des Orang Utans, der von einem Pfleger vor dem sicheren Tod gerettet wurde. Nicht mal der Tod ist also noch sicher, wo soll das nur enden?

Das Ganze wiederholt sich in den folgenden Zeilen dann unter den gleichen Oberbegriffen bei wechselnden Namen und Ereignissen bis die Seite irgendwann räumlich ihr Ende findet. Real existierender Irrsinn sicher nicht mal in der Nähe des unteren Randes des Spektrums. Eigentlich wollten wir noch schnell beim Spiegel schaun, aber das wollten wir uns lieber ersparen. Aber irgendwas mit Terror, Europa und den sieben Wochenreisen des Frank Walter Steinmeier wäre wohl drin gewesen.

Europa unter König Heuchel

Wer die unwirkliche Scheindebatte um Griechenland, die die EU in Sachen Lächerlichkeit noch einmal ein gutes Stück nach vorne katapultiert hat, serviert bekam, der war gut bedient, wenn er nicht lesen und die Ohren auf Durchzug schalten konnte.

Beschrieben eben noch viele Bürger die Situation der EU als „fast wie in der DDR“ so ist man innerhalb weniger Wochen ganz nahe ans „Endstadium der DDR“ herangerückt.  Überholen ohne einzuholen, auch das kann der Westen offenbar besser. Das Rettungspaket III klingt in etwa so wie IV. Parteitag. Die wachsenden Horden nicht gewählter Nicht-Repräsentanten machen aus der Europäischen Union mit ihrem Zwang, das zusammengebastelte Konstrukt des Euro aufrecht zu erhalten, einen gigantischen Verdauungstrakt. Egal wie viel Geld und Gremien man oben einfüllt, das Ergebnis ist immer das Gleiche.

Zählte man in der Sowjetunion noch die Kartoffeln doppelt, in dem man einfach die Züge mit Kartoffeln zählte und die gleiche Ladung mehrmals hin- und herkutschierte, so zählt man heute das Geld doppelt. Der eine vergibt Kredite, die er sich selbst nicht leisten kann an den nächsten, der das Geld ausgibt und dadurch plötzlich so unermesslich stark wächst und statt in Autos in die Produktion investieren kann, so dass er den Kredit und alle vorherigen tilgen kann, dann selber Autos baut, die der andere dann nicht mehr verkaufen kann, womit auch endlich der lästige Exportüberschuss vom Tisch ist. Ehemalige deutsche Autobauer bauen dann begeistert mit gleicher Belegschaft und jährlich steigenden Löhnen Produkte exklusiv für Inländer, die diese dank der Zinsen aus den nun wieder solventen neuen Auto-Exportländern bezahlen können. Das klingt ungefähr so sinnvoll, wie die Bezeichung proven winners für Unternehmen, die Geld verbrennen, aber beim Thema Geld verbrennen schließt sich stets der Kreis von der Wirtschaft zur Politik. Das alles wird klappen, ganz sicher. Immerhin, wer mit so etwas vor die Presse tritt, der muss entweder geistig völlig im Regen stehen oder denken, dass das auf alle zu denen er spricht zutrifft.

Wie viele Menschen in diesem unserem Lande interessieren Themen wie die EU-Politik, die gar nicht mehr so schleichende Entmündigung des Bürgers und die arg auffällig unterschiedslosen Massenmedien? Sind es nur wenige, die es interessiert oder sind es nur wenige, die offen darüber sprechen?

Gregs Tagebuch 10 – So ein Mist!: Band 10

Keine Brücke ohne Spaten

Eine nicht allzu stark ausgeprägte Bildungskultur ist bei der Platzierung solcher Pläne sicher hilfreich. Vielleicht sprechen die mit den großen Bildungsplänen auch deshalb immer vom „Rohstoff Bildung“, weil sie Bildung für etwas halten, dass bereits vorhanden ist und nur abgebaut werden muss. Eine überaus unpassende Metapher. Bildungsinfrastruktur wäre passender, aber dieser Begriff legt nahe, dass neben Geld auch Arbeit investiert werden muss, um eine Verbesserung zu erzielen. Wenn niemand den Spaten in die Hand nimmt, baut man auch mit 100 Milliarden keine Brücke. Und das wäre doch jammerschade, denn für Brücken haben unsere Freunde im Friedensreich Europa bekanntlich etwas übrig.

Man faselt von Investitionen in Bildung und tut so, als wären manche Professoren und Lehrer nicht geistig scheintot sondern unterbezahlt. Das ist keine Schelte eines Berufszweigs, aber genauso wie es korrupte Pharmavertreter und unfähige Banker gibt, gibt es auch Lehrkräfte, die fehl am Platze sind. Und genauso wie man in der Finanzbranche nicht alles wegregulieren kann, ist mehr Geld nicht das Allheilmittel im Bildungssektor. Einfachste Konzepte umzusetzen, wie etwa Standardvorlesungen von fähigen Professoren, etwa die Grundlagenkurse von Mathematik, Wirtschaft oder Naturwissenschaften, frei verfügbar ins Netz zu stellen, schafft man nicht.

Die Lehrkräfte sind ohnehin bezahlt und warum sollte sich ein Student der Uni Gießen nicht zu einem bestimmten Fach einen Professsor der Uni Hamburg anschauen können, den er für fähiger hält oder empfohlen bekommen hat? Vielleicht würde es aber auch niemand anschauen. Das wäre dann immerhin ein ehrliches und sichtbares Desinteresse und damit eine klare Botschaft. Wir glauben übrigens nicht, dass es ein überbordendes Desinteresse gibt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass ein großer Teil des Interesses jüngerer Menschen an mehr Bildung in einem ähnlichen bürokratischen Wust erstickt wird, wie der Wunsch vieler Menschen, sich selbständig zu machen. Wir wüssten natürlich gerne, ob wir in diesem Falle zu optimistisch sind.

Aber solche Ergebnisse würden sicherlich ein falsches Signal setzten und falsche Signale, das weiß man von der Kriminalitätsstatistik, sind ganz schlimm. Leider sind Fakten nun einmal so, sie können schmerzhaft sein. Aber solange viele auf einen neuen Kreativitätsschub auf Grund des staatlich subventionierten Einsatzes von Tablets hoffen, auf denen man im Sportunterricht fortan ganz fortschrittlich die 3D-animierte Stoppuhr laufen lassen kann, ist ja alles in Butter.

Aber im Grunde ist Bildung etwas für Spießer und Exportweltmeister. Das sollen lieber die Koreaner und Singapurianer übernehmen. Wir verkaufen lieber Turnschuhe in Deutschland für 180 Euro, die in Asien jemand für 10 Euro zusammengenäht hat, und hoffen, dass das noch 1000 Jahre gut geht. Abends schauen wir dann noch schnell eine Dokumentation an, die zeigt, wie toll es ist, dass es keinen Kolonialismus mehr gibt und unterhalten uns ganz kultiviert bei einem Glas Rotwein (97 Parker Punkte, ganz doll wichtig) darüber.

Danach gibt es noch einen politisch korrekten Betroffenheits-Tatort mit Hauptdarstellern in der einen oder anderen Lebenskrise. Entweder etwas Normales, also ein heruntergekommener, geschiedener Halbsäufer mit Patchwork-Familie oder vielleicht doch was ganz besonders originelles. Wie wäre es mit ein paar witzelnden Pathologen? Auf die Idee ist ja in den letzten zehn Jahren noch keiner gekommen. Wirklich putzig.

Aber immer diese Krimis, das reicht nicht zur Überbrückung der Sommerpause der Fußball-Bundesliga. So wendet man sich spätabends dann anderen Themen zu und gibt sich unter anderem der choreografierten Willkommenskultur hin. Diese schafft es allen ernsten Aspekten zum Trotz auch der normalsten Veranstaltung zum Thema Einwanderung jeglichen Rest verbliebener Authentizität zu rauben.

Alles ist politisch durchorganisiert. Als Ordner dienen nicht nur mit political correctness bewaffnete Blockwarte sondern bei Bedarf gerne auch heuchlerische Schläger, die ihre Steine natürlich nur „gegen Gewalt“ schmeißen. Jungs, Ghandi wäre sicher mächtig stolz auf Euch.

Ob diejenigen, die diese Geister riefen, sie auch wieder loswerden, darf bezweifelt werden. Man sieht ja in der Westukraine wie das mit den Steigbügelhaltern so ist. Bevor man sich aber mit solchen Haarspaltereien den Abend verdirbt, schauen wir uns lieber alle gemeinsam noch schnell in der neu zu schaffenden ZDF-Reihe „Peinliche Momente“ die erste Massen-Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an. Für einen Zehner gibt’s die Teile dann ein paar Tage später bei eBay. Bald verschickt der Bundespräsident diese Auszeichnung auch zum Selbstausdrucken am 3-D Drucker mit der BVK-App. Deutschland 2.0 – Wir sind doch nicht von gestern.

 

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17 Kommentare auf "Deutsche Debile Republik"

  1. Ernst Jünger sagt:

    Guten Tag,

    leider eine zutreffende Beschreibung der gegenwärtigen Zustände.

    Zum Thema Entmündigung. Die meisten Leute wollen ja nicht wirklich die Freiheit. Sie sind froh, wenn jemand anderes die Verantwortung übernimmt, und sei es die automatische Einparkhilfe für die Parkplatzsuche.

    Und stets ist jemand anders schuld. Der Staat, die Gesellschaft, die Eltern, die Schule, die Lehrer, die schlimme Kindheit, der Gruppenzwang, das Umfeld, die Verwandtschaft, die Religion, die Freunde, die Medien, der billige Alkohol oder eben auch der Ghostwriter. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, und das höre ich mittlerweile so ziemlich die ganze Woche über.

    Dauernd fahren die Leute bei rot über die Ampel. Wird aber mal jemand geblitzt, wird der Anwalt eingeschaltet, und die Kontaktschleifen beim Blitzer geprüft, anstatt die Verantwortung übernommen. So passiert im Kollegenkreise.

    Um Verantwortung, um Eigenverantwortung, dreht sich das ganze doch. Und um eigenständiges denken. Problematisch ist es natürlich, wenn man als Kind oder Jugendlicher kein Vorbild dafür hatte.

    Die Medien bringen nur Mist? Abschalten (Dobelli, vergessen Sie die News). Man hat den Eindruck, die Wahlen sind umsonst? Die eigene Beteiligung daran überdenken. Die Banker sind unfähig? Alternativen gibt es, z.B. die GLS-Bank. Artensterben? Eine Futtersäule im Garten oder Balkon aufhängen.

    Die ganze Welt ist dunkel? Kleine Lichter anzünden, und nicht über die Dunkelheit klagen, frei nach Konfuzius. Das ist allemal besser als eine depressive Rückzugshaltung meine ich.

    Alles Gute,

  2. Anstalt sagt:

    Zwischen Heulen, verbissenem Lachen und Zähneknirschen. Ein wenig Sarkasmus ist wohl eine der wenigen Möglichkeiten, das eigene Immunsystem gegen die beschriebenen Gefahren zu stärken. Macht weiter so. Bei mir hilft’s schon.

  3. Helmut Josef Weber sagt:

    „schauen wir dann noch schnell eine Dokumentation“

    Sind Sie da nicht zu optimistisch?
    Wer schaut sich den überhaupt noch Dokumentationen an, egal ob gedruckt, vor der Flimmerkiste oder im Internet.
    Eine grundlegende Änderung in der Gesellschaft würde es nur geben, wenn jeder der zur Wahl an die Urne schreiten möchte, nachweisen muss, dass er den Einbürgerungstest für Ausländer bestanden hat.
    Wieso darf man wählen, wenn das Allgemeinwissen über die Dinge, die von den Leuten geregelt werden, die wir wählen sollen, beim Wähler in Richtung Null geht.
    Bitten Sie Leute auf der Straße doch einmal zu erklären:
    Unterschied zwischen Mehrheitswahl und Verhältniswahl?
    Wer wählt den Bundespräsidenten?
    Wer kann die Immunität eines Bundestagsabgeordneten aufheben?
    10 weitere Fragen und wir werden nur noch ca. 15% der Menschen an den Wahlurnen wiedersehen.
    Es würden vielleicht die 15% überbleiben, die sich auch kritisch Dokumentationen ansehen oder Ihren Beitrag einmal durchlesen.
    Auf jeden Fall würden unsere Politiker sich dann reiflich überlegen, ob es ihnen dann noch gelingen würde, den restlichen ca. 15% den Blödsinn und die Lügen vor der Wahl aufzutischen, denen sie sonst 100% der Wähler auftischen konnten.
    Da könnten auch die Blödzeitung und das Regierungsfernsehen nichts mehr retten.
    Oder irre ich mich da?
    Wenn „JA“ wer hat denn zu etwa 85% der Politiker gewählt, die uns in allen Richtungen belogen und betrogen haben, potenziert durch die geradezu abstrusen Wahlversprechen?
    Etwa die anderen ca.15%?
    Wie viel Leute gehen denn aus dem Grunde nicht mehr zur Wahl, weil sie sich nicht lächerlich machen wollen; lächerlich, weil sie mit dem Kreuzchen ja dokumentieren, dass sie der Propaganda der Parteien und den Politikern geglaubt haben.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

    PS.
    Hier ist es auch nicht anders.

  4. Lickneeson sagt:

    Treffende Analyse des Patienten „Bundesbürger Im Konsensmodus“. Eigenhirn abgeschaltet, gelassene Selbstzufriedenheit in „Pappmache-City“. Die GMX-Seite ist so gesehen nur ein Bild-Klon. der leider in immer mehr Sendern und Formaten erfolgreich(!!!) installiert ist. Wohlig schauriges Zusehen und kommentieren statt selbst zu denken oder/ und abzuschalten. Aber die meisten sehen bestimmte Sendungen ja nur, weil “ die alle so bescheuert sind…“. Sorry, aber die wirklich Bekloppten sitzen VOR der Glotze und nicht darin. Flüchtlinge und Terror…..da jubelt n-tv….endlich wieder Dauerwerbesendung mit fetter Quote. Nun kann man dem Schwachsinn den Kampf erklären – ich halte das leider für sinnlos. Wir sind längst mitten in der spätrömischen Dekadenz angekommen. Nein, den Blödeldampfer Sauerampfer kann man nur noch untergehen lassen. Wenn ich finanziell unabhängig wäre würde ich in die Wälder Kanadas auswandern.

    Eine Gesellschaft, für die es wertvoller ist Apps fürs Eierkochen oder den Klopapierverbrauch(einfach das Smartphone vor und nach dem Wischen durch die Furche ziehen…) zu erfinden, als Müll abzuholen oder Alte zu pflegen hat sich selbst überflüssig gemacht.

    MfG

  5. bluestar sagt:

    Schöne Beschreibung der spätrömischen dekadenten Zustände.
    „Aber im Grunde ist Bildung etwas für Spießer und Exportweltmeister“
    Und etwas für Verschwörungstheoretiker, Rechtspopulisten, Abweichler.
    Bildung ist gefährlich, Fragen sind Sprengstoff – für dieses System der 0,001%.
    Sie brauchen den Desinteressierten, Angepassten, Karrieristen, Konsumententrottel, Egoisten, Unselbständigen, Angsthasen und Untertan.
    Wenn man den Wissenshunger und Entdeckungsdrang von Vorschulkindern mit Erwachsenen vergleicht muss man feststellen dass gute bis perfekte Systemarbeit geleistet wurde. Da Verblödung staatlich gefördert wird, nimmt die Masse diesen Zustand gar nicht wahr.
    Wer kann heute noch die richtigen Fragen nach den Hintergründen von Ereignissen und Zuständen stellen ? 10% bis 15% der Menschen ? Wahrscheinlich nicht mehr, deshalb darf dann auch aller paar Jahre mal etwas gewählt werden, was letztendlich aber sowieso nichts zu entscheiden hat, um mal mit den ehrlichen Worten von Horst Seehofer zu sprechen.
    Also: Die 0,001% müssen sich keine Sorgen um Macht und Reichtum machen.
    Und wenn es doch gefährlich werden sollte, kann man ja noch einen Krieg anzetteln.

    • Ralf sagt:

      @bluestar: Rohstoff „Bildung“ wird abgebaut, bis nichts mehr davon da ist in der herrlichen Demokratie, wo jeder wählen darf. Ich kenne ein trauriges Schicksal, das ist der viel beschworene mündige Bürger in der BRD, in diesem Fall eine hochdemente Person, die eine Schreibtisch-Schublade mit der Toilette verwechselt. Das ist für die Pflegekräfte ein sehr harter Job. Gleichwohl sind hochdemente Personen wahlberechtigt. Die Pflegekräfte fragen bei jeder Wahl, wo soll das Kreuz hin? „So wie immer“, lautet die Antwort. Was unterscheidet das im Auftrag gemalte Kreuz einer hochdementen Person von einem Kreuz, dessen Wähler sich trotz dieser beleidigenden Gleichstellung nicht für dement hält? Nichts. Was leistet im Vergleich zu einer dementen Person ein Wähler mehr, der sein Kreuz selber malt? Nichts. Können Wahlen noch lächerlicher gemacht werden als durch die Gleichstellung von hochdementen Personen mit Wählern, die sich für intelligent und informiert halten? Das ist wohl kaum möglich.

  6. Rudolf B. sagt:

    Ist das, was hier als die richtig beschriebene Krönung der Oberflächlichkeit des täglichen Seins beschrieben wird, so, weil die Weichspüler-SOAP-Medien nach 10 Jahren Merkel die Plattheiten ihrer leeren Worthülsen bereits so weit ins Stammhirn der desinteressierten und dressierten Lemminge geschrieben haben, dass wir genau auf ihrem Niveau angekommen sind?
    Oder sind wir auf Merkels Minimalniveau, das sich in obiger Aufzählung wiederspiegelt, heruntergekommen, weil sich dieses Land der ewigen Konformisten mit ihrer grenzenlosen Plattheit und Nichtentscheidungsfähigkeit am besten beschichtet fühlt?
    Alles läuft herunter, wie an Teflon, nichts hängt an, trotzdem ganze Landesteile inzwischen wie verbrannte Erde aussehen – in DU-Marxloh und anderswo. Von grenzdebilen Topmanagern in gewissensbefreiten Großkonzernen, mafiösen Sportgewinnmaximierern und Serienbankstern zum Lügentod herabgewirtschaftet und von einem oppositionsbefreiten Einheitsparteienstaat raffgieriger Pöstchenverteiler zum Tod der Steinigung durch gehätschelte Gegen-Rechts-Schlägertrupps der SA-ntifa freigegeben ist.
    Es ist die Saat des SEDgleichen Einheitsparteiensystems – von manchen noch schönfärberisch System Merkel genannt – dessen Errichtung Frau Merkel von der Pike auf erlernt hat. Sonst leider nichts. Und solange sie/Merkel weitermurkseln darf, wird es in Deutschland nicht mehr hell. Sie schafft das wahre, das echte, wirkliche, vernunftbefreite Dunkeldeutschland und Deutschland dabei endgültig ab.

  7. Freiw1 sagt:

    Warnung:
    Wer so etwas schreibt, lebt gefährlich!
    Mir wurde mit einem Trojaner das Betriebssystem des Rechners „zerschossen“, weil ich einen politisch inkorrekten Beitrag geschrieben hatte. Dies dokumentiert die Meinungsfreiheit im Lande. Steht doch im Grundgesetz: „Eine Zensur findet nicht statt!“
    Aber das GG wird ja bereits vielfach mißachtet. Wir haben das mit acht Jahren Terror erlebt!

  8. Insasse sagt:

    Sehr geehrtes Bankhaus Rott,

    aus Ihrem Artikel wird deutlich, dass Sie sich allmählich fühlen, wie ein Ossi bis 1989. Nur das die Ossis blöderweise nun ein Déjà-vu haben (so’n Mist!). Ich spreche Ihnen deshalb mein einfaches Beileid aus und mir (so viel sei erlaubt) das doppelte.

    Trotzdem schöne Grüße aus der Anstalt vom Insassen

    PS: Lassen Sie den Kopf nicht hängen. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. 😉

  9. Vogtländerin sagt:

    Ist das gut! Habe mich gerade mit der “ Gliederung zu einer erweiterten Inhaltsangabe“ für den Deutschunterricht 9. Klasse Gymnasium beschäftigt. Was für eine Bürokratie! Egal um welchen Text es sich handelt, er muss in dieses Schema passen oder passend gemacht werden. Unter diesen Voraussetzungen einen Text zu lesen, hätte mir als Schüler jede Lust am Lesen verdorben. Es scheint, der Inhalt ist nicht mehr wichtig. Und wehe, man findet die Kernaussage nicht! Aber bitte nur, wenn der Text vorher traditionell oder numerisch gegliedert wurde! Nicht einfach so loslegen, denken oder kreativ sein…man könnte wohl aus Versehen den Text verstehen.

  10. bluestar sagt:

    Trösten wir uns damit, dass es in Frankreich nicht anders ist.
    Ganze 4,5 Tage nach den Pariser Terror hat es gedauert, bis heute die entscheidende Frage den Franzosen in einer Umfrage gestellt wurde. Ergebnis: 85% der Franzosen sind bereit, ihre Bürgerrechte vom Staat für mehr Sicherheit einschränken zu lassen. Natürlich wurde dieses wichtige Ergebnis im deutschen Staatsfernsehen mehrfach verkündet.
    Alles klar wohin die Reise geht ?
    Natürlich kommt keiner auf die Idee nicht mehr Auto zu fahren, auch wenn es da jährlich ein paar Tausend Tote gibt. Tja, so sind unsere aufgeklärten Mitmenschen. Ob die Leute im Mittelalter auch so dumm waren ?

  11. Fernseher sagt:

    Jede Gesellschaft bekommt das, was sie verdient. Persönlich jedoch kann mich keiner zwingen, bei diesem Spielchen mitzumachen. Seit 2 Jahren bin ich Fernseh-, Radio- und Zeitungsfrei. Internet nutze ich hauptsächlich zur Wissensbereicherung. Ich weiß von vielen Menschen, die aus dieser öffentlichen Trivialität geflohen sind und Wege wählen wie ich. Nervig ist allerdings die permanente Berieselung durch die Idiotenlaterne selbst in der öffentlichen Sphäre auf Bahnhöfen, Flughäfen etc.
    In der Tat gibt es immer mehr degenerierte Menschen, meine Frau ist Lehrerin und kann ein Lied davon singen. Analoguhr lesen und Schuhe binden sind heutzutage nicht unbedingt eine Kompetenz, dafür halt Smartphoneapps nutzen.
    Ich denke, die Gesellschaft spaltet sich. Wer möchte, kann sich gerne dagegen stemmen und aktiv werden. Ob es hilft? Bisher sind noch alle großen Kulturen untergegangen. Wann es die unsere trifft, lesen sie Morgen im Stern, oder schauen sie in ihren Spiegel…

  12. M.Schmidt sagt:

    Was für ein optimistischer Artikel … lach!
    Die Mehrheit will oder kann solche Artikel gar nicht mehr lesen, weil sie ihn weder sucht noch findet, und wenn doch, er viel zu lang ist und auch das intellektuelle Niveau der allermeisten Zeitgenossen bei weitem überfordert….Schade, aber leider Fakt. Deutschland 2.0 – hat fertig.

  13. maramind sagt:

    Ist mir beim Lesen des Artikels bewusst geworden, möchte ich mitteilen – als brüchenbauenden kulturellen Künstler empfehle ich: Hubert von Goisern, Lied von 2011: „Brenna tuats guat“ aus der CD: „Entwederundoder“.

  14. Avantgarde sagt:

    Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.
    Aber mir geht es langsam auch so, daß etwas resignative Stimmung aufkommt.

  15. FDominicus sagt:

    Wer glaubt man könnte nicht noch tiefer sinken wird irren.

    • bluestar sagt:

      Bei Analyse der vielfältige herbeigeführten negativen Ereignisse der letzten Jahre mit irreversiblen Auswirkungen, die Zunahme deren Dynamik im Abgleich mit der geistigen und moralischen Fähigkeit der Massen und ihrer Politiker, in Verbindung mit der Organisation, Entschlossenheit, Brutalität und Machtmittel der 0,001% ist tatsächlich erst mit dem Beginn der negativen Spirale zu rechnen.
      Zumindest gibt es keine nennenswerten Gegenkräfte im westlichen Lager.

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