Deshalb MUSS die Fed die Kreditblase halten…

2. Januar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Eine der unangenehmsten Eigenschaften in einem Menschen ist die Bescheidenheit. Das bringt ihn dazu zu zögern, sich festzulegen. „Ich weiß es nicht…“, sagt er. „Ich schätze…“, beginnt er seine Sätze. „Vielleicht“, relativiert er. „Weißt du denn gar nichts?“

…,fragt seine genervte Ehefrau beim Abendessen.

„Wahrscheinlich nicht“, antwortet er. „Aber ich bin mir nicht sicher.“

Ungewisse Gewissheiten

Die Märkte lehren Bescheidenheit… Junge Investoren können selbstsicher sein. Ältere sind das seltener. Stattdessen denken sie an die getroffenen Entscheidungen, die falsch gewesen sind… und alle Gewissheiten, die sich als ungewiss erwiesen haben.

Für jeden Dollar, den sie gewonnen haben, weil sie sich sicher waren, dass eine Aktie steigen würde, denken sie an jeden Dollar, den sie verloren haben, weil sie kein Stück gestiegen sind. Und sie werden auch niemals den „Freund“ vergessen, der ihnen diese „ganz besondere Verkaufschance“ angeboten hat.

Junge Investoren beenden ihre Sätze mit einem ausdrücklichen Punkt. Ein älterer benutzt so viele Fragezeichen, dass das „?“ auf seiner Tastatur völlig abgewetzt ist. Und so… im Sinne der lästigen Bescheidenheit… hinterfrage ich meine eigene Perspektive. Was wirklich vor sich geht, frage ich mich. Doch zunächst ein kurzer Blick in die Märkte.

Ein fataler Fehler

Wie bereits erwartet bleibt der Handel derzeit eher ruhig. Die amerikanischen Aktien haben sich zuletzt wenig bewegt. Die Investoren sind nicht sonderlich auf Zack derzeit. Sowohl die Kommentatoren, als auch die Nachrichtensprecher waren überwiegend nicht an ihren Schreibtischen. Selbst der Strom an Leser-Rückmeldungen ist im Moment ziemlich ruhig.

Also, zurück zu unseren Fragezeichen…

Ich versuche diese stille Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr dazu zu nutzen, ein paar tiefergehenden Gedanken nachzugehen. Beginnen wir also mit einem unbequemen Thema: Vielleicht liege ich falsch.

Ja, aber mit was?

Das Geld, das nach 1971 geschaffen wurde, hat einen schwerwiegenden Fehler: Im Gegensatz zu dem goldgedeckten Geld, das bis dahin existierte, mangelt es dem neuen Geld an einer natürlichen Limitierung.

Die Banken, die es kontrollieren, können nahezu so viel erschaffen, wie sie wollen. Die einzigen Beschränkungen werden von den Bankregulatoren und der Zentralbank verhängt – der Fed.

Banker, menschliche Wesen, sind fehleranfällig… vor allem, wenn diese Geld in ihre eigenen Taschen bringen. Sie machen Profit, indem sie Geld aus dem Nichts verleihen. So wie sich das neue System entwickelt hat, erlaubt es ihnen, so viel, wie noch niemals zu verleihen… inklusive Billionen von Dollar, die niemand verdient hat. Und niemand angespart. Deshalb verschenken sie auch keine Toaster mehr an jemanden, der ein neues Konto eröffnen. Sie scheren sich nicht viel um Kontoinhaber.

Was sie wollen sind Kreditnehmer… und die gesamte Industrie nimmt sich der Sache an, neue Wege zu erfinden, fiktives Geld an Menschen zu verleihen, die es nicht zurückzahlen können. Was ist das Ergebnis?

Etwa das 45-fache an Schulden mehr, als zu der Zeit, als dieses System eingeführt wurde. Und dieses riesige Schuldengebäude hat viel von der Welt geschaffen, die wir heute kennen…

…die „Finanzinstrumentalisierung“ der amerikanischen Wirtschaft.

…den Aufstieg des „Deep States“.

…die schnelle Entwicklung von China und 10 Billionen Dollar an amerikanischen Handelsdefiziten. Der Aufstieg des Dows von unter 1.000 Punkten im Jahr 1982 auf die heutigen 17.000 Punkte. Der Abschwung der amerikanischen Produktion… der Fall der Mittelklasse…und die Bereicherung der Wall Street. Alle diese Dinge sind die Konsequenzen eines Kreditbooms, den das „Papiergeldsystem“ nach 1972 möglich gemacht hat.

Ewiges Auffüllen der Blasen

Gut? Schlecht? Ich weiß es nicht.

Um den Lebensstil, an den wir uns gewöhnt haben, beibehalten zu können, ist meine Hypothese, dass diese Kreditblase weiter expandieren muss. Die Wirtschaft, die wir heute für selbstverständlich halten, ist davon abhängig. Die Kredite erlauben es den Menschen, mehr auszugeben, als sie verdienen – Jahr für Jahr.

Doch Anleihen müssen zurückgezahlt werden. Wenn das geschieht, geht das Geld, das erschaffen wurde, als es geliehen wurde, wieder dahin, woher es kam. Der Boom wandelt sich zur Pleite.

Ich warte auf diese Pleite. Ich habe sie schon 2007 erwartet, als das Schuldenlevel im Wohnbausektor seinen Höhepunkt erreichte. Und ich habe die Reaktion der Fed darauf vorausgesehen – mehr Kredite.

Studentenschulden, Autoschulden, Energieschulden, Unternehmensschulden, Aktienrückkäufe, Fusionen und Firmenübernahmen – die Wirtschaft schwankt unter all diesem Gewicht. Und nun warte ich immer noch und frage mich bescheiden, wie viel mehr dieses System noch verkraften kann. Liege ich damit falsch?

So wurde Weihnachten beinahe abgesagt – dauerhaft
von Bill Bonner

Nun, es war ein recht ruhiges Weihnachten in dieser Gegend des Christentums. Am Abend besuchten wir die Messe in unserer örtlichen Kirche – ein kaltes, steinernes Relikt aus dem 12. Jahrhundert. Die besten Plätze waren bereits belegt, als wir dort eintrafen, aber wir fanden noch eine Reihe von Stühlen im hinteren Bereich. Ich bin erheblich größer als die meisten der Franzosen in dieser Gegend. Also hatte ich keinerlei Schwierigkeiten über die Köpfe der einheimischen Katholiken nach vorne zu schauen.

Die Menschen hier sind klein; einige sind fast zwergenhaft. Aber was hat das bewirkt? Mangelernährung vor vielen Jahren? Gab es einen Stamm besonders kleiner Menschen, die sich hier niedergelassen haben? Ich weiß es nicht… aber das kam mir eben in den Sinn, als ich über die Köpfe hinweg zum Altar sah, wo der Priester die Geburt Jesu zelebrierte.

Ein anderer Gedanke kam auf – als ich ein paar Tage zuvor von Paris hier hin fuhr, kam ich auch an einem vertrauten Schild vorbei: „Hier in der Nähe befindet sich der Schauplatz der Schlacht von Poitiers im Jahre 732.“

Es war hier – im Osten Poitiers, zwischen Châtellerault und Chauvigny – wo die Truppen von Karl Martell (Oder auch Karl „der Hammer“) und seine Armee von Franken und Burgundern jene besiegte, die zu dieser Zeit die wahrscheinlich führende militärische Macht waren – die Armee der Mauren und Araber unter Abd ar-Rahman Al Ghafiqi.

Wäre diese Schlacht anders ausgegangen… nun, dann würden wir heute wahrscheinlich keine Weihnachtslieder singen.

Koran oder Bibel?

Die Kerzen auf dem Altar flackerten… Wir sangen das „Agnus Die“ auf Latein. Der Weihrauch hing so dicht in der Luft, dass man nur noch schwerlich mitbekam, was vor sich ging. Der junge Priester – ein Freund der Familie seit er 15 Jahre alt war – war entschlossen, etwas von dem Prunk und der Zeremonie von St. Peter’s in diese Gegend zu tragen.

Doch wäre die Schlacht von Poitiers einen anderen Weg gegangen, dann wäre „unser Buch“ heute der Koran und nicht die Bibel. Das ist zumindest das, was der britische Historiker Edward Gibbon dachte:

„Eine siegreiche Marschlinie würde sich über die tausend Meilen vom Fels von Gibraltar bis hin zum Loire Tal erstrecken; die Sarazenen wären bis zur Grenze Polens und in die schottischen Highlands vorgedrungen; Der Rhein ist nicht weniger passierbar als der Nil oder der Euphrat und die arabische Flotte wäre kampflos in die Themse gesegelt.

Vielleicht würde in den Schulen Oxfords heute der Koran gelehrt und in den Kanzeln würde den beschnittenen Menschen die Vernunft und Wahrheit der Offenbarung von Mohamet demonstriert.“

Wir haben eine Menge an Quellen für Informationen über diese Schlacht. Jede Seite hatte ihre Chronisten und Geschichtenerzähler, Lügner und Fürsprecher. Alles, was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass eine entschlossene Infanterie der Franken die viel gefürchtete Umayyad Kavallerie besiegte. Es war einer der wenigen Augenblicke im Mittelalter, in dem Menschen zu Fuß ihre Position gegen schwer bewaffnete und professionelle Reiter halten konnten.

Ein historischer Sieg

Moderne Historiker schätzen, dass es etwa 30.000 Soldaten waren – nicht alle davon ausgebildet – auf jeder Seite. Sie glauben, dass die Sarazenen auf den Fluss Loire zusteuerten, wo sie planten, das reiche Kloster von St. Martin von Tours zu plündern.

Karl – ein erfahrener militärischer Führer – positionierte seine Fußsoldaten geschickt in ihrem Weg, auf einer Anhöhe, wo sie teilweise durch Bäume und Hügel vor den Angriffen der Kavallerie geschützt waren.

Die beiden Seiten plänkelten eine Woche herum, mit einem Karl, der nicht zurückweichen wollte und einem Abdul Rahman, der mit seiner Position der Schlacht nicht glücklich war. Schließlich konnte der muslimische Kommandant nicht länger warten und griff an.

Doch die standhaften Franken waren erfahren und zäh und hielten ihre Position. Dann schickte Karl einen Stoßtrupp hinter die Mohammedaner. Die Dinge nahmen ihren Lauf und Abdul Rahman wurde gefangen und getötet.

Der Einbruch der Nacht trieb beide Seiten zurück in ihre Camps. Doch als der Morgen einbrach, griffen die Franken die Zelte der Gegner an und stellten fest, dass die Armee bereits das Camp verlassen hatte.

Die Muslime liefen den ganzen Weg zurück nach Narbonne, sie raubten und plünderten und schafften sich einen Stand in dem, was heute Frankreich ist.

Karl hielt den Druck aufrecht. Nach wenigen Jahren waren die Muslime auf die andere Seite der Pyrenäen vertrieben… wo sie die nächsten 700 Jahre blieben. Doch hier im dörflichen Poitou sind die Mauren nie ganz verschwunden. Viele Menschen in der Kirche tragen Familiennamen, die auf die Invasion verweisen.

Doch heute nehmen sie, selbst hier in Poitou, alle ihre gleichen Bücher zur Hand… und sorgen sich über die nächste muslimische Invasion.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Deshalb MUSS die Fed die Kreditblase halten… (von Bill Bonner)
So wurde Weihnachten beinahe abgesagt – dauerhaft (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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