Der Witz des Jahres

2. Juli 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Die FED, ja, die FED, die hat (wie die Partei) – immer Recht. FED-Chefin Janet Yellen meinte, aus welchen Gründen auch immer, zu unseren Lebzeiten werde es keine Finanzkrise mehr geben. Hilfe! Stehen wir etwa schon mit anderthalb Beinen im Grab?

Oder was hat sie geraucht? Das hätte ich auch gerne probiert!

Zumindest hoffe sie dass so etwas nicht passiert und glaube auch nicht daran. Mit Wissen hat das aber wenig zu tun. Wichtig ist nur, dass die „Märkte“ ihren Worten glauben. Tun sie aber nicht. Die Börsen kamen unter die Räder. Manchmal wird Glaube schnell von der Realität überholt. Geschichte ist zynisch.

So glaubte Erich Honecker 1989, die Mauer werde in 100 Jahren noch stehen. Knapp ein Jahr später war sie weg und der Erich auch. Vor der letzten Finanzkrise 2007 meinten die da oben, die Probleme am Immobilienmarkt wären „contained“. Kurz danach fuhren sie in den Container. 1928/29 war das ähnlich, als US-Präsident Coolidge orakelte, Armut ein für allemal aus dem Land zu vertrieben zu haben und Wirtschaftsgott Irving Fisher meinte, die Aktienpreise würden nie mehr fallen (können). Dann krachte es.

Ja, es ist schwierig, inmitten einer Spekulationsblase eine Blase erkennen zu können. Man sollte Yellens Halluzinationen ernst nehmen, wenn man Geld an der Börse hat. Vielleicht war das der perfekte Ausstiegspunkt?

Bislang gewittert es nur etwas. Letzte Woche hieß es noch, der fallende Ölpreis würde den DAX belasten. Ha! In dieser Woche stieg Öl und DAX fiel weiter. Jetzt war der starke Euro der Auslöser. Reim Dich, oder ich fress Dich! Man hört so viel und nur wenig stimmt. Zufällig aber meinte die BIZ, die Notenbank der Notenbanken, man hätte nichts aus der Finanzkrise gelernt und heute wäre es noch viel schlimmer. Unsinn, denn diesmal ist alles ganz anders! Ehrlich!
©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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10 Kommentare auf "Der Witz des Jahres"

  1. Argonautiker sagt:

    “ … zu unseren Lebzeiten werde es keine Finanzkrise mehr geben“

    ist genau so ein Satz, wie:

    „In einem vereinigten Europa wird es nie wieder Kriege geben.“

    Wenn man mal von Jugoslawien absieht, dann stimmt es, bisher,- aber es wird eben auch nur exakt so lange stimmen, wie der Eine dem Anderen keine rein haut, oder ihn so lange zu Sachen zwingt die er nicht will, bis er ihm dann eine rein haut. Leider hat Europa in Merkel keine Einigungskünstlerin sondern eine Zuchtmeisterin.

    Aber es ist natürlich nicht nur Merkel, bei dem politische Personal, welches wir da so gerade in den Regierungssitzen der Welt haben, ist es doch nur eine Frage der Zeit, wann das rummst, denn wirklich einigend wirkt da doch keiner mehr.

    Das ist ähnlich wie mit den Börsen, das oben reinpumpen von frischem Geld bringt nichts, aber nun auch gar nichts, also was macht man? Geld oben rein pumpen.

    Das Erschaffen von zwingenden Regeln befriedet nicht, also was macht man? Sanktionen! Was wiederum nichts anderes ist, als die politischen Zwänge zu erhöhen.

    Man könnte natürlich auch mal Geld unten rein pumpen, damit die Leute wieder was machen könnten, und sich die Räder der Wirtschaft wieder drehen, weil es dann eine echte Nachfrage gäbe, anstatt der Hochfinanz noch mehr Geld hin zu werfen, was letztendlich doch nur wieder nach leistungsloser Rendite schreit.

    Und man könnte sich natürlich auch mal mit den an Europa Beteiligten zusammensetzen und sich auf wirklich etwas einigen, und auf das, was man sich nicht einigen kann, eben auch regional bestimmt lassen. Aber nein, man bleibt bis zum bitteren Ende beim ägyptisch pyramidalen Herrschaftssystem, der Pharao hat recht, obwohl man weiß wo die Pyramidenbauer heute stehen.

    Aber warum kann man sich eigentlich nicht einigen? Weil das, was für die Einen gut wäre, für die Anderen schlecht ist. Ist der Euro für Deutschland zu schwach, ist er für Rumänien zu stark. Leider ist es so, je größer das ist, was es zu einigen gilt, desto mehr Unterschiedlichkeiten müsste man egalisieren.

    Das Gleichsein liegt aber weder in der Natur der regionalen Dinge noch in der Natur der Lebendigen. Das Leben teilt sich durch die Schöpfung bedingt in eine immer größere Vielfalt auf. Folglich müßte man, um immer größere unterschiedliche Gebiete mit unterschiedlichen Menschen zu einigen, immer mehr Unterschiedliches gleich machen und behandeln.

    Die Folge ist, daß je größer die Reiche werden, auch die Größe der Zwänge zunehmen müssen und die Freiheit des Einzelnen schwindet. Ob das Prinzip der Riesenreiche für das Individuum Mensch also gut ist, mag ich mal bezweifeln, weil man gegen das Prinzip der Schöpfung wirkt.

    Für wen ist es dann gut? Nur für die Herrscher, weil die über dem Beherrschten stehen, welche ihnen Tribut pflichtig sind. Das Prinzip des Herrschens ist für das Prinzip des Lebens also vollkommen ungeeignet. Deswegen „herrscht“ inwendig in jedem Lebendigen Organismus, zwischen den einzelnen Zellen auch das Prinzip der kooperierenden Nächstenliebe. Kein gesundes Hirn der Welt, wird Regeln aufstellen, die nicht auch für die allerletzte Zelle im des Organismus förderlich ist. Warum? Weil das Hirn Teil des Organismus ist, und nicht über ihm steht, auch wenn der Kopf oben ist.

    Aber die Herrschenden machen Gesetze welche das Zwingen von Anderen verbietet, weil das Zwingen und Gewalt ausüben nicht gut ist, allerdings wollen sie selbst schon zwingen und beanspruchen sogar ein Gewalt Monopol. Warum können sie zwingen? Weil es so Positionen wie Währungshüter, Kanzler, Richter, Henker, und dergleichen gibt, denen wir das über dem normalen Menschen Stehende zugestehen.

    Das ist eins unserer wirklichen Probleme. Nicht WER nun Währungshüter, Kanzler, oder Richter ist, ist die Wurzel des Übels, oder ob man sie nun Pharao, Groß Wesir, oder Reichsverweser nennt, sondern DASS es diese angeblich über den Menschen stehenden Positionen gibt, obwohl es sich bei den Positionseinnehmern eindeutig um Menschen und nicht um Übermenschen handelt.

    Wenn es sich also um Menschen handelt, warum sollten man sie dann mit übermenschlichen Attributen ausstatten, anstatt dem Prinzip der kooperierenden Nächstenliebe zu folgen, weil das die schlüssige Folgerung daraus ist.

    Wenn jemand Europa einigen könnte, dann hätten wir ein einiges Europa. Mit der Schaffung von Positionen, die zum Einigen zwingen können, ist inhaltlich nichts, aber nun auch wirklich gar nichts für ein einiges Europa geschaffen. Gibt es inhaltlich diese Einigung nicht, dann wäre es auch besser, man einigte sich nicht.

    Mit der Schaffung des Berufsbildes des Maurers schafft man keine Mauern, sondern es braucht Menschen die mauern können um Mauern zu bauen. Das gilt auch für alle Anderen. Inhalt geht vor Position, denn es nützt nichts, wenn wir Positionen wie einen Währungshüter haben, aber keine Leute die das Inhaltlich vollziehen können, dann ließe man das besser sein.

    Unsere Herrscher, ganz gleich ob auf wirtschaftlicher oder politischer Ebene handeln da anders. Sie schaffen Positionen, statten diese mit Bevollmächtigungen aus, und schlüpfen dann da rein, ob sie es können oder nicht, und die Beherrschten müssen sich dann diesen Zwängen, die aus diesen Positionen ergehen unterwerfen.

    Wie soll Europa denn mit einer einheitlichen Währung klar kommen, wenn es dieses Einheitliche eben gar nicht gibt? Aber solchen Unsinn gebären halt Herrschaftssysteme, weil man als Herrscher, nicht vorweisen braucht, daß man das, was man vorgibt tun zu wollen, auch zu tun in der Lage ist, und bei diesen Experimenten auch immer abgesichert ist, weil man mit der Macht zu regeln, alles immer so regeln kann, daß das Ungemach aus solchen falschen Vorstellungen, wo anders hin geleitet wird.

    Diäten und Managergehälter werden erhöht, und unten wird gekürzt. Weil man hat ja so tolle Arbeit geleistet. Wobei „Unten“ ja schon nicht mehr reicht, Mittelstand war ein mal.

    Ich geh jetzt erst mal kotzen.

    Schönen Restsonntag wünsche ich aus Bremen

  2. Insasse sagt:

    Ist Erich wirklich weg? … Zumindest ist er schneller als gedacht und entgegen aller Erwartungen wiederauferstanden. Noch schlimmer: Wie bei der Hydra, sind anstatt des einen abhanden gekommenen (ich verzichte aus Gründen der Pietät auf das Wort „abgeschlagenen“) Kopfes nicht nur zwei, sondern gleich mehrere unheilvolle Köpfe nachgewachsen. Sie hören auf Namen wie Angela, Heiko, Claudia, Martin und Karin (= aus Platzgründen keine abschließende Aufzählung). Man kann über Erich denken, was man will. In einer Sache hat er (leider) recht behalten: Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

    Zu den Märkten: Ja, dieses Mal ist alles anders. 😉

  3. Avantgarde sagt:

    Immerhin (bei aller Kritik) sollte man doch berücksichtigen, daß die Amis die Zinsen wieder etwas angehoben haben.
    Anders als die ECB oder die BoJ – dort werden auch die Anleihekaufprogramme fortgesetzt und in Japan kauft man zusätzlich Aktien.

    Man muß hoffen, daß die Frau Yellen das Ruder nachhaltig herumreißen kann.
    Denn sollte sie scheitern werden die USA dem Weg Japans folgen. Ich hoffe daß ich mich irre aber ich vermute es leider.
    Auch in Japan hat man die Stimuli immer wieder durch restriktivere Geldpolitik unterbrochen, und jedes Mal musste man wieder auf den alten Weg zurück.

    • Argonautiker sagt:

      Leider macht man, wenn man schon meint auf den Weg des QE zurück zu müssen, auf dem Weg dann auch immer wieder das Gleiche. Man befüllt das System von Oben, sodaß nur die wirklich von dem Befüllen profitieren, die möglichst nahe an der Gelderzeugung sind. Da die Wirtschaft aber nicht wirklich wächst, hat man dadurch aber zu mindest das Geld, um sich gegenseitig zu fressen, also ins immer Größere zu fusionieren.

      Irgendwie scheint man dort einen „Blinden Fleck“ zu haben, so daß man nicht erkennt, daß die Wirtschaft nie wieder laufen wird, wenn man das Geld immer nur Oben einfüllt, weil man damit nur Geld erzeugt, das in Hände gerät, die selbst nichts erschaffen, sondern mit Geld eben nur Geld erzeugen wollen/müssen.

      Wer sollte also noch was erschaffen wollen, wenn klar ist, daß man mit dem Erschaffen nicht wirklich was werden kann, sondern Diener der Gelderzeuger bleibt? Das Bewertungssystem das bestimmt was was Wert ist, liegt leider nicht mehr bei den Erschaffenden, sondern vorrangig bei den Bewertern, und die bewerten das Bewerten höher als das Erschaffen, und das ist ein Problem. Denn wenn man mit Geld, Geld macht, tut man nichts anderes als die Märkte bewerten, in der Hoffnung, daß wenn man sie richtig bewertet, damit verdient.

      Wenn man also schon auf den Weg des QE zurück wollte, was ich nicht für sinnvoll halte, dann müßte man derzeit Die bevorteilen, die Erschaffen, weil sonst machen die nichts mehr. Wenn die nichts mehr machen, dann gibt es auch nichts mehr zu bewerten.

      Das Problem liegt wie so oft, an der nicht Einhaltung der aus sich bestehenden Hierarchie, und die gibt nun mal vor, daß das Erschaffen höher steht als das Bewerten. Es findet also mal wieder eine Vertauschung von Reiter und Ross, von Herr und Diener, statt.

      Wenn man also die Bewerter mittels Regelsetzungen und Positionsschaffung, ständig höher stellt, als die Erschaffenden, und das tut man, wenn man das Geld erst über die Bewerter laufen lässt, dann bewerten die ihre Tätigkeit, also das Bewerten, weiterhin für höher als das Erschaffen. Mit dem derzeitigen Resultat, das jeder nur noch bewerten will, aber nichts mehr erschaffen wird.

      Letztendlich haben wir ja durch QE schon lange quasi das Helikopter Geld, nur eben nicht für alle. Und ein realwirtschaftlicher Unternehmer, der bei Verstand ist, wird es sich zweimal überlegen, ob er jetzt viel Kredit nimmt, weil er damit rechnen muß, daß der Zins auch wieder steigt, und es fragwürdig für ihn ist, ob der den dann auch bedienen kann, denn der weiß, es muß Leute geben, die das nicht nur kaufen wollen, sondern auch kaufen können.

      Die Regulierungen waren von je her falsch, weil sie Regulierungen nach sich ziehen, und man jetzt ein Stadium erreicht hat, wo man mit dem Regulieren gar nicht mehr nach kommt, um das stabil am Laufen zu halten.

      Das kommt Ursächlich daher, weil sich einige Menschen nicht an die bestehenden Hierarchien halten wollten, und das Regeln machen, und das Bewerten, für sich exklusiv beanspruchten, und es sich nun nicht mehr kaschieren lässt, daß sie dazu gar nicht in der Lage sind, weil sie eben auch nur Menschen sind.

      Das Fusionieren von Staaten zu noch größeren Staaten, wie ein vereinigtes Europa, oder das Fusionieren von Konzernen wie z.B. gerade jetzt Monsanto und Bayer, sind Ausdruck der Hilflosigkeit ihres Unvermögens dem Leben gerecht zu werden. Man denkt, man könnte durch Größe und Dominanz wettmachen, was man inhaltlich nicht leisten kann, weil man dann zwingen kann. Nur lebt es sich nicht gut unter Zwang, also wird man so wenig wie möglich tun.

      Das Falsche, wird dadurch, daß man es größer macht, inhaltlich nun mal nicht besser, es gräbt nur denen die Liquidität noch mehr ab, die eventuell als Außenseiter Lösungen hätten, die man aber nicht zulassen will, weil sie deren Dominanz schmälern würde.

      Also befüllt man das System wieder von Oben. Die Frage wird sein, was wenn die Investoren, wenn es an der Börse eines Landes bröckelt, auch nicht mehr auf Andere ausweichen können, weil es überall bröckelt, und man auch so weit fusioniert ist, daß es nichts mehr zum Fusionieren gibt?

      Wenn das Prinzip falsch ist, wird die Flucht in Größe keine Lösung bringen, sondern wird nur die Fallhöhe erhöhen. Und das Prinzip, daß das Bewertende höher steht, als das Erschaffende ist inhaltlich falsch, weil sich das Bewerten auf das Erschaffen stützt, aber wenn man so reguliert, daß das Bewertende über dem Erschaffenden steht, dann ist das nur eine Frage der Zeit, wann das zusammenbricht.

      Das Gleiche passiert, wenn man Gesetz über Freiheit stellt, dann verdreht man auch die aus sich bestehende Hierarchie der Wirklichkeit.

      • Avantgarde sagt:

        QE ist in der Tat keine gute Idee – das meinte ich nicht. Ich denke daß dieser Weg in der Tat eine Falle in die Abhängigkeit ist – und was immer man von der Fed und Fr. Yellen halten mag – ich denke das hat sie sehr gut verstanden.
        Ich meinte die Stimulation durch Staatsverschuldung ohne QE. Wenn die Investoren dem Schäuble gerne Geld schenken wolle – bitte sehr: diese Gelegenheit würde ich als Staat nutzen.
        Investitionsbedarf gibt es genug.

        Nach dem platzen einer Blase – egal ob in Japan, USA oder Europa fallen die Preise der Wirtschaftsgüter – aber die damit verbundenen Kredit bleiben bestehen.
        Die Wirtschaftssubjekte werden somit als aller erstes ihre Bilanzen in Ordnung bringen müssen – sprich Kredite zurückbezahlen.
        Wenn das aber alle machen, also die Firmen, die Privaten weil sie Angst haben und dann auch noch der Staat….. bricht die Wirtschaft zusammen – irgend jemand muss sich auf der anderen Seite verschulden – ansonsten ist Ende Gelände (Simple Logik der Salden Guthaben=Schulden).
        Der Staat muss tatsächlich dafür sorgen, daß Cashflow für die Privaten bestehen bleibt bis die unschönen Bilanzen repariert sind.
        Es gibt schlicht niemanden wer sonst noch in Frage käme – im Falle von D, CH,J, China…. noch ein Stück weit das Ausland. Aber sonst? Wer sollte sich gegen uns verschulden?
        Mars, Venus, Saturn…?
        (Daß Firmen in diesem Prozess auch bankrott gehen dürfen ist dabei übrigens eine Selbstverständlichkeit.)

        Tiefe Zinsen helfen bis zu einem gewissen Grad – aber irgendwann auch nicht mehr.
        Wenn man kurz vor der Pleite steht wird man jeglichen Cashflow sofort zur Schuldentilgung verwenden und keinerlei neue Kredite aufnehmen – auch nicht für 1 oder 0,25%.
        Und besteht keine Aussicht auf Rendite(der pöse Profit) dann wird auch niemand das Risiko einer Verschuldung eingehen wollen.
        Wir brauchen einfach reales Wachstum – dazu gibt es keine Alternative.

        Fusionen egal ob bei Konzernen oder auf Staatsebene werden am Grundproblem tatsächlich nichts ändern.
        Was Europa betrifft verschlimmert die einheitliche Währung die Situation sogar noch.
        Firmenzusammenschlüsse könnte man sehr leicht über die Kartellbehörden verhindern – wenn man denn wollte…

        Und ich sage es an dieser Stelle gerne noch einmal – wir sollten uns nicht wünschen, daß dieses System zusammenbricht.
        Europa und speziell D würde dabei nur verlieren.

        • Insasse sagt:

          „Und ich sage es an dieser Stelle gerne noch einmal – wir sollten uns nicht wünschen, daß dieses System zusammenbricht. Europa und speziell D würde dabei nur verlieren.“

          Die Frage, ob man sich den Zusammenbruch wünschen sollte oder nicht, stellt sich in einem Schuldgeld basierten System nicht. Jede Papierwährung hat ihr Ablaufdatum. Und das Ablaufdatum der aktuellen, relevanten Papierwährungen ist schon überfällig. Es ist daher sicher nicht die schlechteste Idee, sich neben dem Herbeiwünschen, dass er nicht kommen möge, auf den unausweichlichen Zusammenbruch vorzubereiten. Nach einem – sicher sehr schmerzlichen – Neustart wird es selbstverständlich wie eh und je Gewinner und Verlierer geben. Warum soll D, sofern es das überhaupt noch gibt (ist das noch ein Staat oder nur noch eine Region?), nicht wieder ein Gewinner sein?

          • Avantgarde sagt:

            Natürlich kann jeder immer zu jeder Zeit der Gewinner sein – und wir wissen auch nicht, ob wir selbst ohne Systemcrash in 20 Jahren nicht vielleicht die Hemden für China nähen müssen.

            Leider hängt an diesem System wirklich viel – und ja es stimmt….wer weiß ob es „danach“ überhaupt noch die gewohnten Strukturen gäbe.
            Mir ist die Unsicherheit darüber aber zu groß. Ja ich gebe es zu ich hätte tatsächlich Angst vor all dem was da auf uns zukommen könnte.

            Zum Glück funktioniert ein Kreditgeldsystem nicht so wie viele Monetaristen glauben.
            Denn ansonsten hätten wir nach all dem was die Notenbanken an Geld erzeugt haben bereits mehrere hundert Prozent Inflation.

        • Argonautiker sagt:

          So schön kann Dialog sein. Danke.

          „Wer sollte sich gegen uns verschulden?
          Mars, Venus, Saturn…?“

          … also wenn sie mich fragen,… Mars, Venus, Saturn,… gebongt! 🙂

          Da sind wir uns wohl bis auf Ihren letzten Punkt nahezu einig.

          Wenn man Schuld auf sich geladen hat, dann gibt es normalerweise mehrere Möglichkeiten die zu lösen. Aber zu lösen ist es. Man kann Schuld delegieren. Dann haben die Schuld die Anderen. Das hat man getan. In die 3.Welt Länder, in die 2.Welt Länder, und nun geht es ans Eingemachte. Die eigene Depression.

          Man kommt aus einem falschen Prinzip leider nur heraus wenn man es aufgibt. Gibt man es auf, bricht es zusammen, weil Schuld ja eben keine eigene Wirklichkeit hat, die bestehen bleiben würde, wenn man es nicht von Außen erhalten würde, sondern lediglich in der Vorstellung existiert. Man möchte aber scheinbar diese falsche Vorstellung aufrecht erhalten, weil es eben viele Leute gibt, die sich durch die Aufrechterhaltung dieser falschen Vorstellung ernähren. Und zwar recht gut.

          Natürlich wäre es schrecklich, wenn dieses Konstrukt bräche, zumal es sich ja nicht erst seit kurzer Zeit sondern seit Jahrtausenden über das so genannte Rechtssystem aufgebaut hat, welches meint definieren zu dürfen, wer oder was Schuld hat. Andererseits wenn man es nie angeht, dann ändert es sich nicht, sondern man erhöht nur die Fallmöglichkeit, weil man dann nicht umhinkommt und ein Lüge eine noch größere Lüge gebären lässt, weil sonst die Wirklichkeit durchkäme.

          Ein Konstrukt, was festlegt, das es Bewerter gibt, die festlegen, wer wann Schuld hat, ist der Irrtum. Kein Mensch ist ob seiner Subjektivität, und damit beschränkten Sicht auf die Dinge, dazu in der Lage Schuld zu erkennen, folglich sollte er es auch nicht tun.

          Wirklichkeit wäre:
          Wenn Einer so viel hat, daß er es nicht selbst alles braucht, sondern verleihen kann, dann kann er das von dem zurückbekommen, oder auch nicht. Wo will man da eine Rechtssprechung ansetzen? Ist der, der mehr ansammelt als er braucht, ein Dieb an der restlichen Welt, oder der, der dem, der mehr nimmt als er braucht, das Überschüssige was er hatte, nicht wieder gibt? Eine aus dem „so Sein“ begründete allgemeine Richtigkeit gibt es in Wirklichkeit nicht. Beide Betrachtungsweisen sind möglich und haben recht.

          Wenn man nun da ran geht, und sagt, daß nur die Eine Möglichkeit die Richtige ist, dann unterdrückt man die andere Möglichkeit. Diese andere Möglichkeit beinhaltet aber auch immer ein Für und Wider. Wenn sie nun über Jahrtausende eine der Beiden Möglichkeiten immer ausschließen, weil sie eine Vorstellung erzeugen, daß nur das Eine richtig ist, dann erzeugen sie damit eine Schuld gegenüber der Wirklichkeit, welche eigentlich das Bestreben hat, durch das Dualitätsprinzip eine Balance zwischen den Polen zu halten. Hat man nun einen Pol immer bevorzugt, droht irgendwann der Zusammenbruch der Balance, wobei es im Zusammenbruch der Pole zu einer sich einpendelnden tragbaren Neuausrichtung der Pole käme.

          Wenn man die anstehende Depression nun also nicht annimmt, und das zusammenbrechen lässt, sondern in die Kompensation geht, und dieses auf Falschheit beruhende Bewertungsprinzip noch mal noch Falscher macht, indem man also z.B. ein Bargeldverbot einführte, bei dem es wieder Bewerter geben wird, die die Schuld und Guthaben auf die Konten verteilen werden, dann schraubt man damit die Falschheit ja nur höher, weil das ein Mensch eben nicht kann, weil er nun mal subjektiv ist.

          Selbst eine so genannte Objektivierung mittels einer Maschine wäre falsch, weil die ja auch von irgend jemandem mittels Algorhythmen programmiert werden müsste, der wiederum auch subjektiv ist. Und selbst eine Maschine, die sich selbst programmieren würde, wäre keine wirkliche Objektivierung, weil die Maschine eben auch keine wirkliche Objektivierung ist, sondern lediglich eine Entsubjektivierung zugunsten der Sicht der Maschine darstellt. Und ob das dem Menschen nun gerechter wäre, ist zu mindest Zweifelhaft, weil eine Maschine wahrscheinlich maschinelle Menschen bevorteilen würden, und ob das der Sinn des Menschen darstellt, dürfte auch Zweifelhaft sein.

          Das heißt, es würde immer dahin führen, daß die Wenigen, die beurteilen, wann wieviel Geld erzeugt wird, und wie die Schuld verteilt wird, sich selbst für dieses Tun unreflektiert ihren Lohn selbst erteilen können, während sie die Schuld dafür nahezu so verteilen können wie sie es wollen.

          Das auseinanderdriften von den Schulderzeugern, und denen die die Schuld begleichen müssen, wird also bis ins Unermessliche steigen, beziehungsweise in das für die Sklaven unerträgliche.

          Wenn wir es also jetzt nicht zusammenbrechen lassen, und durch die Depression mit allem was dazu gehört gehen, dann bleibt uns nichts anderes über, als die Kerkermauern für unsere Kinder, die dann sicherlich virtuell sein würden, und wahrscheinlich Freiheit vorgaukeln würden, nur komplettieren.

          Wollen Sie das?

          Das Einer den Anderen im Sinne von Schuld und Unschuld bewertet ist für einen Menschen unziemlich. Er kann sich ein Urteil bilden, aber eine Verurteilung steht ihm nicht zu, weil er es aufgrund seiner Subjektivität einfach nicht kann.

          Erschafft und erhält man Systeme die das zulassen, dann wird es immer zu einer Korrektur kommen müssen, weil wenn man etwas für zulässig erklärt, was nicht so ist, erzeugt man Irrtum. Folglich lebt man dann in der Lüge, und die Lüge wird irgendwann immer von der Wirklichkeit eingeholt, weil sie eben keine eigene Wirklichkeit hat, sondern Lüge ist.

          • Avantgarde sagt:

            dito was ich zu „Insasse“ geschrieben habe.
            Ich glaube einfach nicht, daß die Welt für uns nach einem Crash besser wäre.

            Kreditgeld an sich gibt es übrigens schon ziemlich lange – das kannten bereits die Menschen, die mit Keilschrift genutzt haben.
            Auch „danach“ würde es wieder Kreditgeld geben.

          • Argonautiker sagt:

            Da haben Sie schon Recht, wenn sie den Garten umgraben, dann haben Sie erst mal keinen üppigen Bewuchs mehr.

            Gegen Kredit als solches ist auch nichts zu sagen. Gegen Kredit, der unter Zwang setzt schon. Was würden Sie sagen, welche Form derzeit vorherrscht? Der durch Nächstenliebe Unterstützende, oder der unter Zwang Setzende?

            Wie schon oft gesagt, ich glaube nicht daß das Werkzeug das übel ist. Eine Bargeldlosigkeit könnte wunderbar funktionieren, so keiner die Absicht hätte damit zu betrügen. Das Übel sitzt immer in dem, der das Werkzeug führt. Dinge haben kein Motiv. Allerdings eignen sich einige Werkzeuge besser zum Betrügen als Andere. Leider gibt es derzeit äußerst viele Betrüger in den Reihen die das fordern, und spätestens seit Lehman ist klar, daß die Regierung bereit ist, bei den Großen und sich selbst die Augen zuzudrücken und bei den Kleinen auf Korrektheit zu bestehen.

            Es gab mal eine Versuchsreihe mit Affen, bei dem mehrere Affen in Käfigen waren, und man ihnen Aufgaben stellte, die, wenn sie sie lösten zur Belohnung führten und wenn nicht, dann nicht. Dann änderte man den Versuch. Man stellte ihnen wieder Aufgaben, und wenn sie sie richtig lösten, gab man ihnen nichts. Die Affen blieben ruhig verloren aber das Interesse an den Aufgaben. Dann lies man sie wieder Aufgaben lösen und obwohl alle Affen die Aufgaben lösten, gab man immer nur einem eine Belohnung, die Anderen gingen leer aus. Ein Paar mal wurde das toleriert, final mußte der Versuch abgebrochen werden, weil die Aggression in den Käfigen so hoch anstieg, daß ernste Gefahr bestand.

            Ein Gerechtigkeitsempfinden scheint also sehr tief verankert zu sein. Wenn man allzu ungerecht wird, dann ist Aggression die Folge. Wie gesagt, das waren Affen, die von einem Rechtsstaat, oder Rechtssystem noch nie etwas gehört haben.

            Dieser Versuch ist nicht so unbekannt, wodurch wiederum die Frage entsteht, macht man das extra, weil man möchte, daß es eskaliert, oder ist es einem einfach egal, oder fühlt man sich so unangreifbar, daß man es nicht ernst nimmt, weil man denkt, die Affen sind ja im Käfig, was soll uns passieren, oder, oder, oder.

            Man tut derzeit alles, daß es eskaliert, während man laut ruft, wir müssen deeskalieren. Was denken Sie wird geschehen? Setzt sich das Wort, oder die Tat um?

            Aktuelles Beispiel:
            Ich las gerade, daß es kurz vor der Wahl, nach amerikanischem Modell, ein Duell zwischen Merkel und Schulz geben soll. Die Rundfunkanstalten hatten die Modalitäten zu diesem Duell vorgelegt und ein Einverständnis der Parteien erwirkt.

            Nun wollten die Rundfunkanstalten einige Modalitäten ändern, mit dem Resultat, daß Frau Merkel schlichtweg sagte, daß sie dann nicht kommt. So sieht Souveränität aus.

            Die Frage ist allerdings berechtigt, warum Merkel sich diese Souveränität einräumt von Zusagen zurück zu treten, wenn die neuen Bedingungen ihren Interessen entgegen stehen, sie dies aber den Wählern bei der Wahl nicht zugesteht, oder gibt es für den Wähler, egal welcher Partei, die Möglichkeit, seine Zustimmung wieder zurück zu ziehen, sollten sich Parteien nicht an ihre Zusagen halten?

            Ich finde es richtig das Frau Merkel dieses Recht hat. Ich finde es falsch, daß dieses Recht nicht jeder hat.

            Man könnte nun sagen, ach der Pöbel ist so dumm, der macht schon mit. Wären da nicht der Versuch mit den Affen, der verdeutlicht wie tief ein Ungerechtigkeitsempfinden verankert ist, das kriegen sogar Affen mit.

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