Der Weg Europas

24. Juni 2011 | Kategorie: RottMeyer

Auch wenn sich die Geschichte nicht wiederholt, so existieren doch einige historische Gesetzmäßigkeiten, die bestimmte Handlungsmuster offenbaren. So fließt das Kapital stets dahin, wo innerhalb eines sicheren Umfeldes Geld vermehrt werden kann…

von Robert Rethfeld

Eine weitere historische Wahrheit besteht darin, dass Hochkulturen im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte von kleineren Einheiten zu größeren Einheiten zusammen-wachsen. Ganz am Ende des Prozesses zerfällt die große Einheit aufgrund innerer und äußerer Einflüsse. Das war bei den Römern so, genauso wie bei den Griechen oder vorher im Falle der Babylonier. Nur die Ägypter verfügen über eine einigermaßen kontinuierliche Entwicklungsgeschichte, aber auch hier kam es zu wellenartigen „Aufs“ und „Abs“ inklusive langjährigen Fremdherrschaften.

Europa war schon immer eine der unruhigsten, aber gleichzeitig kreativsten Zonen der Welt. Die wechselnden Führungsansprüche (Griechen, Römer, Franken, Iberer, Habsburger, Holländer, Briten, Franzosen, Deutsche, Russen, sogar Schweden im 30jährigen Krieg) zu Land und zur See haben auf unserem Kontinent stets zu Friktionen, aber auch zum technischen Fortschritt geführt.

Als das römische Reich entstand und sich ausdehnte, war es ähnlich. Es gab zwar eine Fremdherrschaft, aber die Völker an sich existieren weiter und entwickelten sich weiter. Die Römer wussten ihre „Provinzen“ lange Zeit durch die Devise „Divide et impera“ (Teile und herrsche) in Schach zu halten.

Die Europäische Union ist aufgrund freiwilliger Vereinbarungen entstanden. Ohne den Schrecken des 2. Weltkriegs wäre eine solche Einigung wohl nicht angefasst worden. Aus der Vergangenheit ist mir kein Fall bekannt, wo sich Völker freiwillig zusammen schließen und ohne Zwang wichtige Kompetenzen an eine höhere Instanz abgeben.

Wenn die Entwicklung hin von kleineren zu größeren Einheiten in Hochkulturen eine natürliche ist (und das scheint so zu sein), dann muss man sich fragen, wer der Kern oder die treibende Kraft hinter der europäischen Einigung ist. Im römischen Reich war es  Rom, im späten antiken Griechenland waren es die Mazedonier unter Alexander dem Großen.

Es ist zwar müßig, aber doch interessant zu betrachten, wie die Entwicklung von kleinen zu großen Einheiten in Europa ohne einen zweiten Weltkrieg ausgesehen hätte. Deutschland hätte – aufgrund seiner Lage, seiner Größe und seiner Wirtschaftskraft – eine dominierende Rolle eingenommen. Frankreich wäre die Nr. 2 auf dem Kontinent geworden und geblieben, hätte aber immer wieder gegen Deutschland „gestichelt“. Eine solche Entwicklung wäre auch ohne den 2. Weltkrieg wahrscheinlich gewesen.

Wenn man heute Griechen, Iren, Portugiesen oder Spanier fragt, wer in Europa das Sagen hat, so wird der Name Angela Merkel am häufigsten genannt. In diesen Ländern hat man zunehmend das Gefühl, ein Vasallenstaat Deutschlands zu sein. Die Bemerkung, Deutschland habe die Ziele des zweiten Weltkriegs 60 Jahre später auf Umwegen erreicht, fällt häufiger. Der Entzug der Souveränität bringt die Menschen in Griechenland, Portugal oder Spanien auf die Straße. Genauso wie der Wunsch Deutschlands, „deutsche Maßstäbe“ an das Verhalten der genannten Staaten anlegen zu wollen.

Ist Berlin das frühere Rom? Wie dauerhaft sind die Abhängigkeiten? Sicher ist, dass der Entzug der Souveränität Wunden hinterlässt, die dazu führen, dass sich der Unwille im Volk steigert. Hat Berlin seine Rolle bewusst forciert, als es die Agenda 2010 ins Leben rief? Nein. Es ist doch eher so, dass Berlin in die Führungsrolle gedrängt wurde. Einen politischen Herrschaftsanspruch über Europa kann man Deutschland nicht nachsagen. Die Deutschen sind viel zu sehr mit sich und ihrer Atomkraft beschäftigt. Deutschland ist „grünifiziert“ und pazifistisch. Und die Wehrpflicht wurde jüngst abgeschafft.

Genauso wie die Stadt, in der ich lebe (Oberursel) die benachbarte, aber hoch verschuldete Gemeinde namens Steinbach nicht einmal mit den Fingerspitzen anfassen würde, so würde kein Deutscher auf die Idee kommen, Griechenland übernehmen zu wollen. Insbesondere nicht nach den Erfahrungen, die finanziell bei der Integration der DDR in die Bundesrepublik gemacht worden sind. Eine Transferunion will niemand… (Seite 2)

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18 Kommentare auf "Der Weg Europas"

  1. Fnord23 sagt:

    Lieber Herr Rethfeld,
    da klappt mir doch die Lade des Kinns komplett nach unten. Ich schnapp nach Luft und mir wird heiß…..

    Ich greif mir einfach mal den Satz heraus, der mir als Bürger eines nicht mehr existenten souveränen Staates DDR am Meisten weh tut. (Totgeglaubte leben länger)

    „Die Gegenleistung für die gewaltigen Summen, die von West- nach Ostdeutschland flossen und noch fließen, war die Aufgabe der Souveränität der DDR.“

    Soso, was meinen Sie denn, wohin die Gelder und noch mehr, weil wir ja auch einiges umtauschen durften, schlussendlich flossen? Nachdem man sodann die komplette DDR Wirtschaft abgewickelt und platt gemacht hatte?

    Woher kamen sämtliche Konzerne deren tolle Produkte wir endlich für die Transferzahlungen kaufen durften? Woher die Baukonzerne?

    Das war ein gigantisches Konjunkturprogramm für die vor der Rezession stehende BRD- Wirtschaft.

    Und genau das sind die Transferzahlungen an z. B. Griechenland etc.

    Noch ein Hinweis:
    Ich lebe auch nicht in Ostdeutschland! Ich lebe in Sachsen, in Mitteldeutschland. Ich schaue den MDR und lese die Mitteldeutsche Zeitung. Ich habe in meinem Bekanntenkreis eine Polin mit Germanistikstudium. Wenn ich die frage, wo Ostdeutschland ist, sagt sie:
    Da wo man heute auch polnisch spricht.

    Ich möchte das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Es ist so wie es ist. Und das ist okay und wir haben das zu akzeptieren. War ja die Schuld unsere Großväter. Man hätte dem Österreicher ja nicht hinterher rennen müssen.

    Aber: “Man darf das, was man nicht versteht, nicht beiseite lassen. Wenn die Begriffe nicht richtig sind, so stimmen die Worte nicht, stimmen die Worte nicht, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist,…..“ Quelle: mal im Netz gelesen

    Wir werden schon noch zusammen wachsen, warten Sie nur ab!:-)

    Liebe Grüße aus Sachsen
    Mitteldeutschland

    • Stuelpner sagt:

      @Fnord
      Volle Zustimmung!

      Intergration der DDR klingt ja sehr verniedlichend, wird Lybien auch gerade intergriert? Für mich wäre die korrekter Bezeichnung Kolonalisierung der DDR durch den Imperialismus.
      „Als Imperialismus (von lateinisch imperare „herrschen“; imperium „Weltreich“; etwa bei Imperium Romanum) bezeichnet man das Bestreben eines Staatswesens oder dessen Anführer, seinen Einfluss auf andere Länder oder Völker auszudehnen, bis hin zu deren Unterwerfung und Eingliederung in das eigene Umfeld. Dazu gehört eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.“ Wikipedia
      – „Intergration“ neuer Bodenschätze und Landflächen
      – Schaffung neuer Absatzmärkte
      „Als Kolonialismus bezeichnet man eine Herrschaftsbeziehung zwischen Kollektiven, in der die zentralen Entscheidungen über das Leben der Kolonisierten durch eine kulturell verschiedene und nicht anpassungswillige Minderheit von Kolonialherren unter hauptsächlicher Bezugnahme auf deren Interessen beschlossen werden.“ Wikipedia

      Man sollte auch noch erwähnen, das es da auch noch weitere Fragen gibt:
      1. wo gehen die Einnahmen aus dem Braunkohleabbau hin, die dem DDR-Volk gehört haben
      2. wo sind die Verschenkungserlöse durch die Treuhand hin
      3. wie so erläßt Schröder den Russen 7,5Mrd. Schulden gegenüber der DDR, wo sind die anderen 7,5Mrd. der restlichen Schulden bzw. Eigentum des DDR-Volks
      4. wo sind die Patente bzw. Zahlungen dafür, für den FCKW-freien Kühlschrank, die neue NATO-Kalaschnikow und vieles mehr
      5. für die Altbundesbürger die es immer noch nicht wissen, die Ossis müßen den Soli auch bezahlen und dazu noch höhere Lebenshaltungskosten als die Wessis
      6. und so weiter

      • Frank Meyer sagt:

        @Stuelpner Man kann es auch Übernahme nennen, was aber nicht funktioniert hätte, wenn es die Leute trotz roter Ausbuildung nicht gewollt hätten. Die Mehrheit hat so entschieden. Und sie haben genügend Geründe dafür bekommen, sich so zu entscheiden. Und dann wurde sie getroffen – sicherlich ganz uneigennützig für alle Seiten.

        Heute sind es auch finanzielle Abhängigkeiten, weniger Wünsche, die die Länder in die Arme von Brüssel treiben – außer die Griechen machen da nicht mit. das wird spannend.
        Post-Demokratisch ist ein gut gewöhltes Wort. Rethfeld hat schon recht – außer das Volk spielt nicht mit. Dann liegt er schief.
        Dafür werden aber große Teile alimentiert. Und wie werden sie sich entscheiden, außer nicht wählen zu gehen?
        Ein paar angekündigte Steuer – und Abgabensenkungen, ein paar Rentenerhöhungen, Hartz5 gibts auch noch was – das klappt schon, dass man in den kommenden fünf Jahren
        die bewährte Politik weiter betreiben kann – außer es passiert etwas anderes. Ich würde Rethfelds Artikel mit diesem Satz enden lassen – außer es kommt anders.

        • Stuelpner sagt:

          @Frank M.
          Ja man kann es auch Übernahme nennen, der Begriff dafür ist Ansichtssache.

          „…wenn es die Leute trotz roter Ausbuildung nicht gewollt hätten.“
          Das die rote Ausbildung scheinbar nicht so tiefgreifend war wie die schwarze heute sieht man ja an der Wendehals FDJ-Agitatorin. Was haben denn die Leute wirklich gewollt –> Westgeld, größere Reisefreiheit, Westautos … Über damit verbundene Arbeitslosigkeit, Terrorverdacht, Existenzangst wurde keine aufgeklärt, hätte so wieso keiner geglaubt, passte ja nicht in die bunte Westwelt. Heute Westgeld haben sie nicht mehr, für einen Großteil ist die Reisefreiheit noch weniger geworden, da es am Geld auf Grund der Arbeitslosigkeit mangelt, bei den Autos siehts nicht viel besser aus wieso fahren sie jetzt wieder Dacia, vielleicht weil die bunten Versprechen/Landschaften von diesem schwarzen (wie nennt man einen vorsätzlichen Volksbelügner ohne vom edit erwischt zu werden) ebenso ausgefallen sind.

          „Die Mehrheit hat so entschieden. Und sie haben genügend Geründe dafür bekommen, sich so zu entscheiden.“
          Die Mehrheit hat sich für das Westzeug s.o. entschieden nichts anderes. Nach Aussagen mehrerer Beteiligten aus der offiziellen Heldstadt Leipzig, ging es damals in –> erster Linie <–
          um wirkliche Reformen (Vorwärtsentwicklung) und keine Übernahme. (also nicht solche schwarzen Reformen wie heute im wörtlichen Sinne)
          Wie ernst nehmen sie den ihr demokratisches Wahlrecht??? Incl. Nichtwähler und Ungültige, wieviel Prozent haben die Schwarzen wirklich? Ich nehm da Sachsen mal aus, dort werden sie auf ewig an die 99% haben und die BILDerzeitung ihren größten Absatzmarkt.

          • George 2xU sagt:

            Ey Leute,ich kann das irgendwo in keiner Art und Weise mehr verstehen,dass nun bald 22 Jahre nach dem Mauerfall,nach der Teilung der WELT in Ost- und West-Impeirum,immer noch dieser kleingeistige innerdeutsche Konflikt aufkommen muss!
            Sollten wir nicht froh sein als ein gemeinsames Deutschland die Gefahr eines Nuklear-Krieges,der potientiell zu jeder Zeit vor unserer Haustür hätte beginnen können,überwunden zu haben?
            Wenn man sieht was 28 Jahre Teilung zweier DEUTSCHER STAATEN in den Köpfen bis heute angerichtet hat,kann man nur hoffen,dass die EU-Vereinigung nach nun fast 10 Jahren,endlich im „Papierkorb der Geschichte“(N. Farage) verschwindet! Denn,ich denke, Konflikte euro-nationaler Art werden ein anderes Ausmaß annehmen!

            Zum Artikel:
            Ich finde es schon seit längerem pervers,dass unsere BK anscheinend vergessen hat,dass sie in einem Staat aufgewachsen ist,der aufgrund von u.a. Zwangskollektivierung und Planwirtschaft zugrunde gegangen ist. Da kommt bei mir häufig der Verdacht auf als wolle sie es der alten Margot doch noch zeigen,und sie es schaffen werde ganz Europa dahin gehend zu verändern!

  2. quest sagt:

    Lieber Herr Rethfeld, wenn Sie mir verraten, an welcher Küste Sie sich befinden, bringe ich Ihnen gern ein paar Eimer Sand. Schließlich soll die Burg, an der Sie gerade bauen, noch einige Jahrhunderte überdauern. Falls Fachkräftemangel herrscht an Ihrem Strand, so könnte die zentrale Agentur in Brüssel einen entsprechenden Antrag sicher wohlwollend prüfen. Inzwischen viel Sonne auf Sie obendrauf.

  3. Dr.D sagt:

    Der noch zu installierende Universalstaat Europa wird also undemokratisch, oder wie es heute so schön heißt, postdemokratisch sein. Dazu einige Überlegungen und Fragen:
    Wird der jetzige Souverän – nämlich das Volk – in den einzelnen Nationalstaaten dem zustimmen oder wird er erst gar nicht gefragt?
    Sollte die Bevölkerung eines Nationalstaates diese diktatorische Veranstaltung verlassen wollen, erleidet diese dann das selbe Schicksal wie Judäa aD70 mit Zerstörung und Vertreibung ?
    Übertragen die Herrscher von Europa ihre Macht dann auf ihre Kinder oder werden die Nachfolger auf der jährlichen Bilderbergerkonferenz bestimmt?
    Und am Schluss die wichtigste Frage: wer von uns will in so etwas leben, wenn man in 24 Stunden jeden Ort auf der Welt erreichen kann und viele schöne demokratische Staaten qualifizierte Fachkräfte mit Kusshand aufnehmen.

  4. Stuelpner sagt:

    Sorry aber die zweite Seite schaffe ich nicht mehr…

    1.
    „Die Europäische Union ist aufgrund freiwilliger Vereinbarungen entstanden. Ohne den Schrecken des 2. Weltkriegs wäre eine solche Einigung wohl nicht angefasst worden.“
    Wer hat da was freiwillig vereinbart, die betroffenen Völker nicht ! Der 2.WK für was muss der den noch alles herhalten, bzw. die „schuldigen“ Deutschen, man sollte sich auch zu diesem Thema mal diverse Zitate von amerik., brit. und poln. Machthabern ansehen, um da etwas klarer zu werden.
    „Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte.“ (Rydz-Smigly, Generalinspekteur der polnischen Armee in einem öffentlichen Vortrag vor polnischen Offizieren, Sommer 1939 )

    2.
    „Deutschland hätte – aufgrund seiner Lage, seiner Größe und seiner Wirtschaftskraft – eine dominierende Rolle eingenommen. Frankreich wäre die Nr. 2 auf dem Kontinent geworden und geblieben, hätte aber immer wieder gegen Deutschland „gestichelt“. Eine solche Entwicklung wäre auch ohne den 2. Weltkrieg wahrscheinlich gewesen.“
    Eine solche Entwicklung ist auch ohne den 2.WK da gewesen. Die Franzosen und Engländer sticheln nicht erst seit Kurzem. Man sollte auch mal die Entstehungsgeschichte von „Made in Germany“ beleuchten. Und zum Schluß wieder
    „Hitler will nicht den Krieg, aber er wird dazu gezwungen werden, und zwar bald. Das letzte Wort liegt wie 1914 bei England.Denn obwohl Hitler vielleicht im letzten Augenblick den Krieg vermeiden will, der ihn verschlingen kann, wird er dennoch zum Krieg genötigt werden“ Emil Ludwig Cohn, 1938

    3.
    „Wenn man heute Griechen, Iren, Portugiesen oder Spanier fragt, wer in Europa das Sagen hat,…Ist Berlin das frühere Rom?“
    Das die Völker auch heute noch durch „Teile und herrsche“ gegeneinander aufgehetzt werden ist wahr. Das Gemerkel ist nicht nur für die GR, IR, P und Span. eine „unerfreuhliche“ Erscheinungsform ! An wem werden die nationalen Rechte den abgetreten an Berlin? das neue Rom? irgendwie ist was „etwas“ inkorrekt. Wer hat z.B. mitbekommen, das D letztes Jahr seine Lufthoheit an die Vulanascheausrechner in London abgeben, hätte das Rom jemals getan? Also was sollen solche Sprüche und Verdrehungen.

    4.
    Thema DDR glänzt der Autor durch, sagen wir bescheidenes Halbwissen. siehr auch Kommentar von Fnord

    @Frank M.
    Ganz großes Kino Frank, dieser Artikel „regt“ wirklich zur Diskussion an 😉 mache auch zum Tischplatte zerbeißen.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo Stuelpner, zum Halbwissen DDR:
      Das betrifft ja eben nicht nur die DDR, sondernn auch die BRD.

      Auch das gehört dazu:

      Was wollten wir 89? Ich hab im Sommer 89 Schriften von Bürgerrechtsbewegungen verteilt. Das schien mir damals gefährlich. 1992 erfuhr ich dann, dass ich das Material direkt von der Stasi erhalten hatte. Da verstand ich dann, was wirklich gespielt wurde.

      Wir wollten damals das verlogene System nicht mehr. Die Lügen waren das Schlimmste. Wir wollten Pressefreiheit, Redefreiheit, wollten Reisefreiheit. Wir wollten die SED Diktatur nicht mehr. Die Konsumgeschichte war nicht mein persönliche Problem. Ich war KFZ-Mechaniker und alle wollten was von mir.

      Am 7.10.89 hab ich mich dann von der Staatsmacht durch Karl-Marx-Stadt treiben lassen. Das sah so ähnlich aus wie heute in Stuttgart.
      Wir hatten nur ein Problem: Wir wussten ganz genau, was wir nicht wollten. Als das erledigt war fehlte uns das Ziel. Was wollten wir denn? Als im Dezember 89 einige über eine gerechtere DDR-Gesellschaft diskutieren wollten, tauchten wie von Zauberhand auf DEMOS Fahnen mit der DM auf. Das war der Moment, wo wir uns verkauft haben. Das war dann nicht mehr meine Sache.

      Heute fühle ich mich unfreier als damals. Theoretisch kann jeder jeden Punkt der Welt erreichen. In meinem Mikroumfeld aber, da wo ich wohne und jeden Tag unterwegs bin, kann ich viele Dinge nicht mehr tun, die in der DDR einfach keinen interessiert haben. Viele kleine Freiheiten gibt es nicht mehr. Tausend Vorschriften und intolerante Menschen engen mich immer mehr ein. Ich bin finanziell nicht der Verlierer. Dahingegend ist alles ok. Mich ko… der ganze Konsum mittlerweile einfach nur an.
      Auch darum: geplante Obsolenz
      http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+WQ+E-2011-001284+0+DOC+XML+V0//DE

      Heute lebe ich in einem Land, in dem die Pressefreiheit auch nur noch eine von tausend Lügen ist.
      Meine Gemeinde kann mir ja noch nicht einmal sagen, wie das Land heißt, in dem ich deutscher
      Staatsangehöriger bin. Da es sich dabei um ein, Zitat: staatsrechtliches Problem handelt, hat man meine Anfrage an das Innenministerium weitergeleitet. Bis heute ohne Antwort. Okay, was soll man auch sagen. Alles hat seine Zeit.

      Ich bin auch ehrenamtlich tätig und hab Einblick in die Arbeit von Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik. Lügen,Lügen,Lügen gepaart mit Arroganz dem Bürger gegenüber.

      Aber, und hier gebe ich dem Frank Recht: Die tun nur das, was wir denen durchgehen lassen.

      Wie sagte Herr Hochhut letztens bei Harald Schmid:
      „Wir brauchen dringend eine gewaltsame Revolution.
      http://www.youtube.com/watch?v=r2SLILAwRMM&feature=related

      Mal schauen, wann die da ganz oben die nächste Revolution für uns vorgesehen haben. Man wir es uns zeigen. Hoffentlich dauert das nicht mehr so lange. Ich hab so die Faxen dicke von unseren gesellschaftlichen Zuständen.

      VG aus Sachsen

      • Stuelpner sagt:

        @Fnord
        „Das betrifft ja eben nicht nur die DDR, sondernn auch die BRD.“
        Das ist Richtig.

        „Als im Dezember 89 einige über eine gerechtere DDR-Gesellschaft diskutieren wollten, tauchten wie von Zauberhand auf DEMOS Fahnen mit der DM auf. Das war der Moment, wo wir uns verkauft haben. Das war dann nicht mehr meine Sache.“
        Genau das meinte ich mit: die wollte in 1. Linie wirkliche Reformen. Der Richtungswechsel von Zauberhand kam bestimmt aus der gleichen Ecke wie bei so viele anderen heutzutage auch, damit meine ich nicht das MfS!

        „Heute fühle ich mich unfreier als damals….“
        Und so ist es eben auch, aber warum merkt das niemand, Ballermann und Kauf auf Pump kann doch nicht die Erlösung sein. Man hat keine Nachbarn mehr, keine richtigen Freunde und Kumpels nur noch Neider, Blender und Sp.

        „Meine Gemeinde kann mir ja noch nicht einmal sagen, wie das Land heißt, in dem ich deutscher Staatsangehöriger bin. Da es sich dabei um ein, Zitat: staatsrechtliches Problem handelt, hat man meine Anfrage an das Innenministerium weitergeleitet.“
        Solche Fragen stellt man auch nicht, man schreibt bei Staatsangehörigkeit einfach BRD rein und dann ist man ein wohlerzogener, problemloser BRD-„Bürger“ 😉 Wo wir wieder bei den SHAEF-Gesetzen wären siehe holger.

        Ich vermute ganz stark, ich kann Dich von den 99% der typischen Sachsen ausnehmen.

  5. Reiner Vogels sagt:

    Sehr geehrter Herr Rethfeld,

    was die zu beobachtenden Tendenzen der Entwicklung Europas betrifft, so haben Sie ganz ohne jede Frage recht. Die EU ist heute schon eine EUdSSR, und die Brüsseler Bürokratien werden alles in ihren Kräften Stehende tun, ihre bürokratische Diktatur auszubauen.

    Ich hoffe aber, dass es keine Jahrhunderte dauern wird, bis das System wegen innerer Schwäche kollabiert. Ich denke, die Schuldenkrise, die sich, wie Herr Otte mit Recht sagt, nicht an Regeln hält, ist bereits der erste Sprensatz des Selbstzerstörungsmechanismus.

    Hinzu kommt die hirnrissige Klima- und Energiepolitik, die Brüssel gegen den Rest der Welt veranstaltet. Man betrachte das absolut blödsinnige und rein planwirtschaftliche Energiekonzept, das Herr Öttinger gestern vorgelegt hat. Es ist ja nichts anderes als eine gigantische Geldverbrennungsmaschine.

    Beides zusammen wird sehr bald und nicht erst in Jahrhunderten dazu führen, dass Europa in der Welt wirtschaftlich total abgehängt wird.

    Da wird dann auch die Wirtschaftskraft des deutschen Maschinen- und Fahrzeugbaus und der deutschen Chemieindustrie nicht ausreichen, den Sturz in den Abgrund zu bremsen. Am Ende wird die wirtschaftliche Not in Europa so groß sein, dass die einzelnen Völker sich wieder auf ihre eigenen Interessen besinnen und die Brüsseler Diktatoren zum Teufel jagen. Ich werde in ein paar Jahren siebzig Jahre alt, wenn Gott es mir schenkt, und ich denke und hoffe , dass ich bis dahin den Zusammenbruch und das Auseinanderbrechen der EU noch erleben werde.

  6. Fnord23 sagt:

    Hallo Frank Meyer,
    Hallo Bankhausrott,

    nach durcharbeiten des Artikels dachte ich zuerst an das, was mal ein anderer Seiteninhaber schrieb:
    „Wir bringen heute mal nichts. Man muß nicht immer was schreiben, gerade wenn nichts los ist.“

    Nun habe ich mich wieder beruhigt. Ich denke, wir haben alle noch eine Menge aufzuarbeiten. Ideologien sind tw. tief verankert. Das Geschichtsbild ist verfälscht. Die Umerziehung durch die kriegsstiftenden Sieger hat tiefe Spuren hinterlassen. Hier gibt es noch viel zu tun.

    Somit erfüllt dieser Beitrag seinen Zweck dadurch, dass wir uns hier so gehaltvoll und doch, wie ich finde, mit gegenseitiger Achtung bekappeln können. Dafür danke ich.

    Unkommentiert sollte man den Artikel nicht stehen lassen. (Zumindest nicht auf dieser Seite.) Weil eben noch nicht alle dieses fundierte Hintergrundwissen wie z. B Stuelpner haben.

    Liebe Grüße aus Sachsen

    Ich bin gern hier!

  7. holger sagt:

    Wir sind alle verarscht worden. Wenn man sich die Mühe machen will, der kann hier : http://www.2plus4.de/ einige Dinge und Dokumente finden, da gruselt es mich. (Da gibts nur Dokumente)

    Stuelpner hat ja schon einiges angedeutet. Und Fnord 23 ebenso.

    Was soll man sagen… als geborener Wessi im grenznahen Gebiet, war ich über die Grenzöffnung erfreut. Aber was ich dann später alles so gelesen habe und auch erst später realisiert hatte, da habe ich gedacht, meine Fresse. So eine Verarsche kann man auch nur mit den Deutschen machen. Was will man auch mit 20-21-22 Lenzen schon wissen. Wenn ich unabhängiger Staatsanwalt wäre, dann würden einige wegen Hochverrat auf der Bank sitzen. So ganz verstehe ich die Macher nicht. Ich glaube erst wieder an „Gerechtigkeit“ wenn der Artikel 146 Grundgesetz durchgeführt worden ist. Inklusive das Wort „Friedensvertrag“ genutzt werden darf. Und ich muss erinnern, dass einzig und alleine die Russen dieses Wort in 2+4 verwendet haben. Und nur die europäischen Alliierten den Gebrauch „verboten“ haben. Die Verantwortlichen damals sollten sich in Grund und Boden schämen. Die DDR wurde verramscht, dir jetzige BRDDR privatisiert. Das Einzige was blüht in den Landschaften sind die Blumen. So wie es jetzt auch den Griechen ergeht. Der jetzige Zustand ist einfach nur erbärmlich. Wenn ich das meinen Freunden in der CH erkläre, fangen die nur an mit dem Kopf zu schütteln. Und das schlimme ist… man kann nirgendswo Klage erheben. Das ist tatsächlich ausgeschlossen worden. Auf die noch existenten SHAEF Gesetze brauch man gar nicht mehr eingehen. Ich gehe nur noch einmal zur Wahl-Urne, dann wenn das Volk gefragt wird, ob wir 146 GG machen sollen oder nicht. Ansonsten ist mir es egal, ob Pest oder Cholera die Macht ausüben. Ändern tut sich nix.

    Und was Europa betrifft, haben die Professoren Hankel, Schachtschneider alles gesagt. Ist für jeden zu lesen der es möchte. Der Vertrag von Lissabon ist und bleibt ein Ermächtigungsvertrag. Durchgesetzt und verkündet.

    Vielleicht ist es Schicksal der Deutschen immer eine Führung zu bekommen, die eben so ist wie sie ist. Auf Besserung hoffe ich jedenfalls nicht mehr.

    • Stuelpner sagt:

      @holger
      „als geborener Wessi im grenznahen Gebiet,“ Alle Achtung, was Du als g.W. schreibts ist echt einen anerkennenden Händedruck wert. Bei einem Punkt möchte ich Dir aber widersprechen: „Ich gehe nur noch einmal zur Wahl-Urne…“ (also nie) Das ist die einzig Art, wie man denen etwas Unbehagen bereiten kann ändern wird man nichts, das ist mir auch klar.

      „Die DDR wurde verramscht, dir jetzige BRDDR privatisiert“ Der Satz zeugt von wachem Verstand!!!

      „Auf die noch existenten SHAEF Gesetze brauch man gar nicht mehr eingehen“ Das würde hier auch eindeutig den Rahmen sprengen. Kann sich aber jeder wache Bürger, vielleicht statt Frauen-Fußball, mal ansehen. Denke das gehört für jeden „schuldigen“ Deutschen zum Allgemeinwissen.

      „Friedensvertrag“ Wie soll man so ein Wort auch benutzen, wenn es keinen gibt. Einzig die Wehrmacht hat kapituliert und Schluß, Frieden wurde nie geschlossen.

      • Fnord23 sagt:

        Um das Ganze hier mal abzuschliessenn noch ein paar Anmerkungen.
        Was sehe ich heute:

        Wir befreien uns gerade von denen, die die Deutschen in zwei Kriege gezwungen haben. Wie ich schon sagte, die gutgläubigen Deutschen hätten ja nicht mit machen müssen.

        Mit dem schwachen Euro und der starken Wirtschaft haben wir Europa im Griff.

        Die offenen Forderungen aus dem 2WK werden mit den Schulden bei uns verrechnet. Wenn es 1990 einen Friedensvertrag gegeben hätte, hätten wir ja damals sofort Reparationszahlungen leisten müssen.

        Wirschaftlich ist das also vorbereitet. Politisch auch.

        Die BRD hat ja ab 01.07.2011 ein schönes „Problem“. siehe Wahlrecht. Die nächsten Bundestagswahlen sind verfassungswidrig. Manchmal gibt es ja auch schnell vorgezogene. Da diese Wahlen dann verfassungswidrig wären und es auch kein gesetztgebendes Organ gibt, was das Wahlrecht ändern könnte, bleiben nur noch zwei Möglichkeiten: Wir berufen einen Verfassungskonvent ein und diskutieren eine gemeinsame Verfassung. Das geht aber nur, wenn alle Deutschen ein Stück Geschichte gemeinsam gegangen sind. Das sind wir ja jetzt. Das große Showdown fehlt noch……

        Oder wir schauen mal, was die letzte Verfassung für Gesamtdeutschland war. Da fällt mir schnell die von 1949 ein. Oder? Bitte hier die ideologische Umerziehung vergessen. Diese Verfassung vom 30.05.1949 und am 7.10.1949 in Kraft gesetzte, hatte nichts mit Sozialismus zu tun. Die kann man sich noch kaufen und lesen. Die Schreiber dieses Werkes wußten, wer den 2.WK finanziert hat! Das schlägt sich in der Verfassung nieder. Die Finanzies haben darum wohl am 23.05.1949 das Grundgesetz für die BRD ausrufen lassen und die Spaltung D herbei geführt. Diese Spaltung war wohl schon 1919 als Ziel für D formuliert. Darum feierte die BRD auch nie ihr Gründungsdatum. Die DDR schon.

        Millitärisch kann uns das, was 1914 und 1938 passiert ist, ja auch nicht mehr zustossen. Wir haben ja fast keine Armee mehr. Was ein Zufall. Was nicht heisst, das wir nichts verdienen am Krieg in der Welt.

        Ich höre auch, dass in den Medien immer weniger von BRD die Rede ist, dafür aber immer häufiger das Wort „Deutschland“ fällt.

        Geopolitisch sind unsere neuen Freunde ja nun auch eher im Osten angesiedelt.

        Es kommt so wie es kommt und Mittlerweile finde ich das, was die Frau Merkel macht gar nicht mehr so schlecht.

        Ich kann damit auch völlig daneben liegen!

        VG aus Sachsen

        • Stuelpner sagt:

          @Fnord
          „Um das Ganze hier mal abzuschliessenn noch ein paar Anmerkungen.“
          Na das ist aber ein Widerspruch in sich, wenn Du das Ganze abschließen willst, dann sind dafür ein paar Anmerkungen ganz schlecht 😉

          „Wir befreien uns gerade von denen, die die Deutschen in zwei Kriege gezwungen haben.“
          Mmh, kann sein das ich es noch nicht mitbekommen habe oder wir meinen da verschiedene Auslöser.

          „Geopolitisch sind unsere neuen Freunde ja nun auch eher im Osten angesiedelt.“
          Waren sie doch auch früher schon 😀 DSF Was mir auch noch total unklar ist, das ist die Rolle bzw. die Ziele Putins, aus dem wird man einfach nicht schlau.
          Der neue 5-Jahres Plan der Chinesen klingt jedenfalls nachhaltiger, als die neoliberalen Ziele in D mit Glorifizierung der INSM (brech).
          Der Plan sieht vor: Senkung der Wirts.-Wachst. auf 7%, mehr nation. Konsum und Ausbau der sozialen Netze, dann wird es bald heißen: von den Chinesen lernen heißt siegen lernen.

          „Es kommt so wie es kommt und Mittlerweile finde ich das, was die Frau Merkel macht gar nicht mehr so schlecht.“
          Ja was macht sie denn eigentlich, außer nation. Rechte nach Brüssel und London abzugeben. Schon richtige klare Ziele sind nicht auszumachen, außer natürlich unsere Hauptaufgabe –> die Sicherung der Existenz Israels (so sinngemäß)

          „Ich kann damit auch völlig daneben liegen!“
          Das wäre dann schlecht.

          So jetzt ist das Ganze abgeschlossen, vielleicht.

          • Fnord23 sagt:

            Das nennt sich abschliessende Bemerkung, du Krümmelsucher du.— Grins

            Wir werden sehen wie es kommt. Es gibt da diese und jene Kräfte. Wir sind eh nur lästiges aber benötigtes Beiwerk.

            Schönes WE aus Sachsen

        • stonefights sagt:

          „Die BRD hat ja ab 01.07.2011 ein schönes “Problem”. siehe Wahlrecht.“

          Ich sinniere gerade mal wieder über das „Grosse Ganze“.
          Über die „mächtigen Schachzüge“ der Zukunft, die bis zur Vergangenheit der Gegenwart dem kleinen Menschenkind verborgen bleiben, so wie damals der „Beitritt in die EU durch Deutschland als Ganzes“ für den Preis der „Einheit“ (2+4 Verträge, etc.)…

          Ich fragte mich schon die ganze Zeit, warum unsere Politiker die ganze Zeit nicht auf das Urteil zum Wahlrecht reagiert haben und „pflichtgemäss“ keine Lösung erarbeitet haben.
          Achtung, bis morgen abend sind diese, meine Gedanken lediglich eine VST. Ab morgen abend krankhafter Verfolgungswahn, den es zu behandeln gilt, oder schreckliche Realität.
          Nehmen wir nur mal an, morgen abend würde etwas „Grosses“ in Berlin passieren, nehmen wir nur mal an, das „Grosse“ hätte einen so grossen Schaden angerichtet, dass ein Grossteil unserer politischen Führungskraft (BERLIN!) nicht mehr (vorsichtig ausgedrückt) „handlungsfähig“ wäre. Nehmen wir weiter an, dass ab 1.7. kein gültiges Wahlrecht mehr herscht, aber keiner mehr ein neues verabschieden kann, weil die politische BRD-Führung nicht mehr existent wäre.
          Selbst wenn nichts passiert, seht ihr an dieser Kausalkette, wie leichtfertig ein o.g. Ignoranz dieser Wahlrecht-Problematik zu wirklichen „Problemen“ führen kann… LG stonefights

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