Der wahre Schuldige hinter der Flut in Texas

7. September 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Und der HERR sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht erfunden vor mir zu dieser Zeit.

Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben, das Männchen und sein Weibchen, von den unreinen Tieren aber je ein Paar, das Männchen und sein Weibchen.

Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben, das Männchen und sein Weibchen, um das Leben zu erhalten auf dem ganzen Erdboden.

Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe. […]

Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen. Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb. So wurde vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den Vögeln unter dem Himmel; das wurde alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.

Genesis

Und so begab es sich, dass es auf der Erde wie aus Eimern goss. Mehr als jemals seit der Sintflut. In Cedar Bayou in Texas wurden mehr als vier Fuß Wasser gemessen… mehr als jemals in den kontinentalen USA. Wie kann der Himmel so viel Wasser enthalten? fragten die Menschen. Was für Wunder haben es oben gehalten? Und warum fiel es dann plötzlich auf die Köpfe der gottesfürchtigen Texaner? Welche Sünde haben diese Leute begangen? Welcher Schandfleck soll durch solch eine Flut weggespült werden? In den nächsten Zeilen wollen wir darüber nachdenken. Und wir liefern eine Warnung: Auf Houston kommen weitere Schwierigkeiten zu.

Unbegrenzte Finanzierung

Das unmittelbare Problem ist jetzt nicht der Regen, sondern was man mit ihm machen soll. Wo kann all dieses Wasser hinfließen? Es gab eine Zeit, als es in die Sümpfe, Wiesen und Bayous sank… und schließlich in den Golf von Mexiko. Aber das war, bevor die Regierung billige Überschwemmungsversicherungen und Rettungspakete zur Verfügung stellte.

Mit den Steuerzahlern des ganzen Landes hinter sich und dem Falschgeld der Notenbank als scheinbar unbegrenzter Finanzierung bebauten die Texaner das ganze Überschwemmungsgebiet. So wie man es in New Orleans gemacht hatte.

Ein kompliziertes System von Stauseen, Entwässerungsgräben und Staatsfinanzierung erlaubte Houston zu wachsen.

Boom-Town

Houston gilt als Amerikas Öl-Stadt Nummer 1. Die schwarze Schmiere wurde 1901 in der Gegend entdeckt. Dieses Elixier verwandelte die Stadt in eine Boom-Town. Im Zeitraum von 2010 bis 2014 schafften die US-Notenbank und andere Zentralbanken eine wahre Flut von Geld nach Houston – etwa 15 Billionen Dollar.

Vieles davon floss in Houstons Großindustrie – Öl. Der Preis für ein Barrel Erdöl war so hoch über 100 Dollar, dass sich die Analysten nicht vorstellen konnte, dass es jemals wieder unter 75 Dollar gehandelt werden würde… geschweige denn unter 50 Dollar. Sie waren entsetzt, als es im Januar 2016 unter 29 Dollar fiel.

Aber es gab auch gute Nachrichten. Das hat man jedenfalls behauptet. Die Öl-Industrie verwendete billige Kredite, um die US-Produktion zu revolutionieren. Insbesondere hatten die Ingenieure, Maschinisten und Tagelöhner, die die Vororte, Einkaufszentren und Parkplätze Houstons füllten, die Schieferöl-Industrie aufleben lassen. Und nun produzierten sie so viel Öl, dass sich Amerika nicht nur komplett selbst mit Öl versorgen könnte, sondern das Zeug auch bald exportieren würde.

„Zusammen werden wir eine neue Energie-Revolution beginnen“, kündigte Präsident Trump Anfang dieses Jahres an. Eine, die „die amerikanische Produktion auf amerikanischem Boden feiert“. Aber die Revolution war fake. Seit der Finanzkrise von 2007-09 hat sich der große Teil von Amerika wenig erholt. Aber Geld rollte über die Berge, über die Prärie und die Flüsse hinunter – nach Houston. Die Stadt bediente die Ölindustrie mit Anlagen, Bohrern, Schläuchen und Tanks. Dann lud man die Petro-Produkte auf Schiffe in Houstons Hafen.

Schieferöl-Schneeballsystem

Billiges oder teures Öl – und billige Kredite – ließen Houston weiter wachsen. Im Jahr 2014 gab es laut Forbes 14 Milliardäre in Houston. Aber es gab sekundäre und tertiäre Effekte. Als der Wirtschafts-Forscher Chris Martenson die Schieferöl-Industrie untersuchte, fand er heraus, dass sie nie rentabel war… nicht als Öl 100 Dollar pro Barrel wert war… und nicht als es 40 Dollar pro Barrel wert war. Es war eine Branche, die dank eines Kredits existierte, der preislich künstlich niedrig gehalten wurde. Das erzeugte eine künstliche Industrie, die nie einen Cent Gewinn gemacht hatte. Martenson:

Unter dem Strich ist es so: Die US-Schiefer-Industrie ähnelt einem betrügerischen Schneeballsystem mehr als irgendeinem „Wunder“.

Woher ich das weiß? Weil die US-Schiefer-Unternehmen zusammen genommen jedes Jahr ihrer Existenz Geld verloren haben. Sie haben Cash verbrannt, als Öl 100 Dollar das Barrel wert war – und wieder, als es bei 90, 80, 70, 60, 50, 40 und 30 Dollar pro Barrel lag. Sie verbrannten Cash 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016. Man muss kein Finanz-Guru sein, um zu verstehen, dass jede Branche, die beharrlich Geld verbrennt, kein gutes Geschäft ist.

Und wenn der nächste Regenguss kommt, können Sie eine Veränderung in Houstons Öl-Unternehmen erwarten. Unbedeutende Produzenten werden aussteigen. Und Arbeiter, die in der Hoffnung auf höhere Löhne nach Houston gezogen sind, werden wieder wegziehen.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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