Bill Bonner: Der wahre Grund für die sich öffnende Schere zwischen reich und arm

2. März 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Ein Phänomen, welches viel diskutiert worden ist, ist die sich öffnende Schere zwischen „reich“ und „arm“. Einige Ökonomen denken, dass diese Lücke Finanzkrisen verursacht. Andere denken, dass sie einfach unfair“ sei, und dass sich die Regierung darum kümmern soll…Oft denken sie, dass das die Konsequenz der fehlenden Interventionen der Regierung sei. Die Regierung sollte die Steuern für die Reichen nicht senken, sagen sie. Oder die Regierung hätte die Wall Street effektiver regulieren sollen. Fast kein Ökonom war fähig, den wirklichen Grund des Ungleichgewichts bei der Verteilung des Reichtums festzustellen. Dabei ist es offensichtlich. Meine Theorie erklärt es….

Soweit ich weiß, ist das das erste Mal, dass dies erklärt wird. Also passen Sie auf: Wenn eine Gesellschaft, die Reichtum schafft, degeneriert zu einer Gesellschaft, die Reichtum umverteilt….und dann schließlich zu einer Gesellschaft wird, die Reichtum zerstört…dann wird der Unterschied zwischen Insidern“ und Outsidern“ eben ausgeprägter.

Ein Mann mit den richtigen Verbindungen in Washington kann für sein Unternehmen einen saftigen Auftrag erhalten. Bald kann er seinen Insider Status in einen Zahltag im Millionenwert verwandeln. Eine Ebene darüber. Schauen Sie sich die Fed an. Diese Bank der Insider soll das Beste für alle tun. Nun, sie hat während der produktivsten Jahre Amerikas noch nicht einmal existiert. Aber jetzt spielt sie mit der amerikanischen Geldmenge und den amerikanischen Zinsen herum. Zu wessen Vorteil?

Wiederum ist es offensichtlich. Sie leiht Geld an Insider-Banken, und zwar zu Zinsen, welche geringer sind als die Konsumentenpreis-Inflation. Sie hat das immer mal wieder in den letzten Jahrzehnten gemacht, und fast konstant in den letzten 10 Jahren. Aber selbst wo sie Geld praktisch für Null geliehen bekommen, schaffen es Banker dennoch, Geld zu verlieren, sich selbst riesige Boni zu genehmigen und gelegentlich Pleite zu gehen. Und dann springt die Fed ein und hilft ihnen.

Ziemlich schönes Geschäft, nicht?

Weniger offensichtlich ist, dass die Politik des leichten Geldes der Fed auch die Spekulation mit Vermögensanlagen anfacht. Heute gibt die Fed den Bankern Geld. Die Banker stecken das Geld dann dahin, wo sie denken, dass sie schnelle Gewinne erzielen können – nicht in schwierige und riskante neue Unternehmungen, sondern indem sie gegen die Fed wetten. Sie kaufen Rohstoffe. Emerging Markets. Und auch Anleihen.

Diese Spekulation schafft keine Arbeitsplätze für die arbeitende Bevölkerung. Im Gegenteil. Sie erhöht die Kosten von Nahrungsmitteln und Energie. Die Welt bewegt sich auf einen Nahrungsmittel-Preisschock hin“, so eine Schlagzeile. Indien könnte Getreide-Exporte verbieten“, so eine andere. Weizenpreise steigen, da die USA einen schlechten Ernte-Ausblick geben“, so das Wall Street Journal. Und der Maispreis steht auf einem 30-Monats-Hoch. Der Ölpreis knapp dreistellig. Und der arme Arbeiter in den USA hat Pech. Sein Einkommen fällt. Seine Kosten steigen.

Währenddessen werden sehr wenige sehr viel reicher. Deren Depots sind mit finanziellen Gewinnen voll. Und deren Geschäfte freuen sich über niedrige Arbeitskosten.

Das ist die Art von Situation, die – wenn sich nichts ändert – zu einer Revolution führt. In Deutschland hat die Hyperinflation der frühen 1920er zu Straßenkämpfen geführt… und zum Aufstieg von Adolf Hitler. In Frankreich hat der Hunger im späten 18. Jahrhundert zur Guillotine geführt.

Quelle: Kapitalschutzakte
Der wahre Grund für die sich öffnende Schere zwischen reich und arm (von Bill Bonner)
weitere Informationen: Investor Verlag

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3 Kommentare auf "Bill Bonner: Der wahre Grund für die sich öffnende Schere zwischen reich und arm"

  1. blubb sagt:

    Berichtigt mich aber ich dachte es läge am Zinses-Zins-System, unterstützt von dem aktuellen Steuersystem (die Mittelschicht wird ausgequetscht)…Gut, die Preisinflation unterstütz dies ebenfalls.

  2. Laterne sagt:

    Schon H.Kohl hat die Weichen gestellt. Als erstes hat man die Einwanderung gefördert – auch von Arbeitslosen. So konnten die Unternehmer, vor allem Konzerne, die Löhne drücken. Sozialkosten werden auf die Arbeitnehmer abgewälzt.
    Erfundene Ereignisse z.B. Schweinegrippe nutzt unsere Regierung um eine Finanzspritze an die Pharmalobby weiterzugeben.
    Spekulationsprofis gleichen ihre Verluste bei den Steuerzahlern aus.
    Uns will man glaubhaft machen, dass die Konzerne den Bärenanteil des Steueraufkommens einbringen. Die Konzerne kalkulieren diese Steuerlast in der Verkaufspreis ihrer Produkte ein, und schon bezahlt der Konsument auch diesen Anteil.
    Die Zentralbanken, welche Geld generieren ( es wird ja zum Großteil nicht mal gedruckt) verlangen Zinsen – für diese Luftleistung. Auch diese Zinsen – über das Bankkartell vervielfacht- begleicht der Konsument.
    Dieses System ist politisch gesteuert und gewollt.
    Weil wir – das Volk – dies zulassen, werden unsere „Eliten“ immer dreister.
    Hierzu dient das Guttenbergbeispiel: er braucht Jahre um seine Doktorarbeit vorzulegen ( ob er sie selbst kopiert hat seht noch nicht einmal fest) und wenn man seinen Betrug daran feststellt, genügt offenbar eine Entschuldigung. Das sollte unsereiner mal mit einer Urkundenfälschung probieren

  3. Nein, es liegt an der Gelderzeugung aus dem Nichts und dem gesetzlichen Annahmezwang des nicht gedeckten Geldes. Der Zins ist der wichtigste Preis in einer wirklich freien Marktwirtschaft. Er ist gedeckt durch die mehr produzierten und freiwillig gekauften Waren, die einen Nutzen für den Käufer stiften, sonst hätte er nicht freiwillig gekauft. Kann der Unternehmer die Waren nicht absetzen verschwindet die „Geldmenge“ wieder.

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