Der überdimensionierte Euro-Bankenapparat ist das (Haupt-)Problem

1. Dezember 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Prof. Thorsten Polleit) Das (Haupt-)Problem der Eurokrise sind nicht etwa die immensen Staatsschuldenlasten, sondern vor allem auch der überdimensionierte Euroraum-Banken-apparat.Er hat eine Bilanzsumme von knapp 34.000 Mrd. Euro – das entspricht 360 Prozent der Wirtschaftsleistung im Euroraum…

Zum Vergleich: Der amerikanische Bankensektor beläuft sich nur auf etwa 81 Prozent des Volkseinkommens.

Viele der Euroraum-Banken sind nicht mehr rentabel. Um Investoren anzuhalten, den Banken weiter Geld zu leihen, müssen viele Staaten im Namen ihrer (Netto-)Steuerzahler die Bankverbindlichkeiten garantieren. Das wiederum hat zur Überforderung der staatlichen Finanzkraft geführt. Und daher müssen nun auch viele Staaten gestützt werden – und zwar durch die elektronische Notenpresse der Europäischen Zentralbank (EZB).

Vielfach wird von Ökonomen (noch) ausdrücklich verneint, dass die geldpolitischen „Rettungsmaßnahmen“ der EZB die Geldmenge in der Volkswirtschaft ausweiten und inflationär wirken. Doch genau das scheinen die jüngsten Daten bereits anzudeuten.

Im Oktober 2012 ist die Geldmenge M3 im Euroraum um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen, die Geldmenge M1, die etwa 40 Prozent an der Geldmenge M3 ausmacht, wuchs sogar um 6,4 Prozent. Das ist zunächst verwunderlich. Denn die Bankkredite im Euroraum sind weiter rückläufig. Die gesamten Bankkredite an Private nahmen um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab, die Buchkredite um 0,7 Prozent.

Wenn die Bankkreditvergabe – sie ist der „Hauptkanal“, durch den die Geldmenge üblicherweise ausgedehnt wird – rückläufig ist, sollte die Geldmenge schrumpfen, nicht anwachsen. Wie also kann es zu einem Anschwellen der Geldmenge kommen?

Zum einen ist der Zins mittlerweile so niedrig, dass viele Sparer es vorziehen, Giroguthaben anstelle von zum Beispiel längerfristigen Bankeinlagen zu halten. Dies lässt die kurzfristige Geldmenge anschwellen. Zum anderen scheint der EZB-Rat mir seiner Bankrefinanzierung dafür zu sorgen, dass die Geldmenge in den Händen der Privaten ansteigt. Wie das kommt, soll nachfolgend erklärt werden…

Banken finanzieren ihre Kreditvergabe nicht nur durch Einlagengelder, sondern vor allem auch durch Ausgabe von Schuldverschreibungen – was bis vor Ausbruch der Krise auch recht gut funktionierte. Bei Fälligkeit wurden die Bankschuldverschreibungen nicht zurückgezahlt, sondern anschlussfinanziert: Halter der fälligen Anleihen ersetzen sie durch neu emittierte Anleihen.

Im Zuge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise funktioniert(e) die „revolvierende Finanzierung“ für viele Banken jedoch nicht mehr. Investoren meiden zusehends Bankschuldtitel. Bei Fälligkeit ihrer Anleihen lassen sie den Nennwert auf ihre Girokonten überweisen. Die Folge ist: Die Geldmenge M1 schwillt an (und damit auch M3, wie in der vorangehenden Graphik gezeigt).

Gleichzeitig geraten Banken in Zahlungsnöte. Um das zu verhindern, interveniert die EZB im Kapitalmarkt und übernimmt die längerfristige (Kapitalmarkt-) Finanzierung der Banken.

Was sind die Folgen?

Diese Geldpolitik kann zwar Bankenpleiten abwenden, hat jedoch weitreichende „Nebenwirkungen“:

(1) Die Banken hängen zusehends „am Tropf“ der EZB-Gelder. Die EZB wird daher ihre Geldpolitik zusehends an den (Gewinn-)Bedürfnissen des Bankenapparates ausrichten – und das heißt vor allem Fortführen der Ultra-Niedrigzinspolitik.

(2) Das Fortführen der Ultra-Niedrigzinspolitik bedeutet, dass der EZB-Rat die Kontrolle über die Geldmengenentwicklung aufgibt. Ein wiederkehrender Nachfrageausfall bei Bankanleihen würde den EZB-Rat veranlassen, mit der Monetisierung die Bankschulden auszuweiten. (Seite 2)

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29 Kommentare auf "Der überdimensionierte Euro-Bankenapparat ist das (Haupt-)Problem"

  1. zweifel sagt:

    Das hört sich ja so an, als würde der Steuerzahler direkt in die Taschen des „Investors“ zahlen. Die Anleihen sind ja schliesslich nicht bei 14 Cent ausgegeben worden, sondern bei 100%, d.h. in voller Höhe von irgend jemandem bezahlt worden. Zum größten *privaten* Teil wohl von griechischen Anlegern. Schlimmer noch, sie wurden ja nach dem CAC-Schuldenschnitt den Anlegern erst „als Ersatz“ in absurder Zahl und Laufzeiten ins Depot geCACt. Und nun steht bereits der nächste Schuldenschnitt an. Denn egal, ob die Anleihen nun bei 30 oder 90 Prozent gehandelt werden (das ist ja schliesslich der Sekundärmarkt), eine Rückzahlung zu unter 100% ist ein Schuldenschnitt. Wobei hier wohl die Bedingungen noch nicht ganz klar sind. Zumindest steht zu befürchten, dass die noch verbliebenen Privatanleger ein zweites Mal rasiert werden, während sich die Banken ein zweites Mal sanieren – wer hat denn bitte wirklich vor einem halben Jahr zu 15% gekauft ? Ich hatte jedenfalls leider nicht den Mut dazu. Oder die Insiderinformationen.

    Selbstverständlich trägt der Steuerzahler (oder Anleger in deutsche Staatsanleihen, was letztlich auf dasselbe hinausläuft) die Kosten. Aber er zahlt „nur“ 35cent auf den Euro, ansonsten müsste er alles zahlen, insofern
    nicht ein (natürlich zu erwartender) Schuldenschnitt kommt/käme. Natürlich sind das 35% zu viel, ich will nur darauf hinaus, dass in den wenigsten Fällen ein privater (Klein)anleger der Nutznießer ist…

  2. cubus53 sagt:

    Wer sich darüber beschwert, dass man eine griechische Anleihe zu einem bestimmten Zeitpunkt zu 14 Cent kaufen und nun zu 43 Cent verkaufen könnte, muss in Folge unser bestehendes Finanzsystem abschaffen.

    Dieses System ist nur noch ein Casino. Es gibt Gewinner und es gibt Verlierer. Eine Basf-Aktie z.B. hätte man 2008 zu 25 Euro kaufen können, heute steht diese Aktie bei 68 Euro. Wer hat nun die Gewinne eingesammelt, wer die Verluste getragen ? Ich will damit sagen : dann muss man auch den Aktienhandel verbieten.

    Jeder hätte zum richtigen Zeitpunkt griechische Anleihen zu 14 Cent kaufen können. Aber war ihm das Risiko nicht zu hoch ? Jeder kann heute eine Commerzbank-Aktie kaufen, das ist billiger als eine Tasse Kaffe um die Ecke. Vielleicht ist diese Aktie in 2 Jahren das 4-fache Wert, vielleicht auch 0 Euro.

    Das Spiel ist eröffnet, meine Damen und Herren ! Wer das Risiko trägt, darf dann auch den Gewinn einstreichen.

    • zweifel sagt:

      „Wer das Risiko trägt, darf dann auch den Gewinn einstreichen.“

      Selbstverständlich! Er sollte aber auch für den Verlust einstehen (also somit ein echtes Risiko vorhanden sein) und genau das passiert heute eben nicht, da haften andere,,,

  3. Gandalf sagt:

    Wieder mal ein sehr guter Artikel der „österreichischen Schule“ – Danke!

  4. Stuelpner sagt:

    „Das (Haupt-)Problem der Eurokrise sind nicht etwa die immensen Staatsschuldenlasten, sondern vor allem auch der überdimensionierte Euroraum-Banken-apparat.“
    Welcher erst in einer solchen Gesellschaft möglich wird, demzufolge ist es keine Eurokrise sondern eine Gesellschaftskrise und ermöglichte Systemkrise, weil ja dieses System das einzig wahre ist.

    Gern wird dann bei der Beschreibung dieses Elends, das Wort Sozialismus als Buhwort der Regierungssprache verwendet, das es in dem genannten Zusammenhang dann oft schlicht falsch ist, stört erstmal gar nicht. Wüste nicht wann es im Sozialismus eine oder mehrere Bankenrettung gegeben hat. Ein richtigerer Zusammenhang zwischen Banken und Sozialismus ist eher hier gegeben:
    http://taz.de/Steuererhoehung-fuer-Banken-in-Ecuador/!106607/

    Eine österreichische Schule hatten wir schonmal, sah am Anfang auch gut aus.
    Vielleicht sollte man sich auf den gesunden deutschen Menschenverstand besinnen, der sagt mir nämlich, das alles österr. oder sonstwelche Verehrungen nichts bringen, da die die das Geld und die Macht haben sowieso machen was sie wollen, ob österr. oder nicht.
    Ungedeckte Zinsen aus ungedeckten Geld gibt nun mal Inflation statt Stabilität und in dieser Gesellschaft einen Transfer des Geldes zu den die ohnehin schon genug haben, weil sie schón genug Leute betrogen haben. Über denen werden dann noch gegen dieses Geld den Leute die Sachwerte abgenommen, das ist auch in Österreich so!
    Lt. Mises schlägt Sozialismus immer fehl, wegen dem fehlen des freien Marktes, aha!
    Bloß gut das wir jetzt im Imperialismus einen haben, incl. unendlichen Wirtschaftssubventionen vom Geld des kleinen Mannes.

    • Frank Meyer sagt:

      Eine österreichische Schule hatten wir schonmal, sah am Anfang auch gut aus. Vielleicht sollte man sich auf den gesunden deutschen Menschenverstand besinnen, der sagt mir nämlich, das alles österr. oder sonstwelche Verehrungen nichts bringen, da die die das Geld und die Macht haben sowieso machen was sie wollen, ob österr. oder nicht.

      Wer österreichische Schule mit Österreich und geschichtlichen Dingen in der Politik verwechselt. Tja, das spricht schon für sich.

  5. Gandalf sagt:

    @ Stülpner

    Was sollen wieder diese versteckt angedeuteten verleumdenten Unterstellungen – ala „Adolf war auch ein Österreicher..und deshalb..“ Die Methode: Hauptsache mit Drecke werfen – es bleibt bestimmt was hängen – wird ja gerne von denjenigen verwendet, die keine Argumente haben. Auch wenn Sie die Erfahrung gemacht haben, das es in ihrer Welt funktioniert, – muss es das nicht gegenüber denjenigen, die ihren zweifelhaften und letzlich menschenverachtenden Moralkodex nicht anerkennen!

    Wissen Wie überhaupt von was Sie reden?

    Lt. Mises schlägt der Sozialismus nicht deswegen fehl, weil es keine freien Markt gibt (das auch), sondern weil der Sozialismus nicht die Hautpfrage beantworten kann und gemäß seiner auf Induktion beruhenden Ideologie auch niemals beantworten können wird: Wie entstehen Wohlstand auf Grund Produktivität!?

    Sozialisten gehen durchwegs davon aus, das irgendwo ein „Tischlein-Deck-Dich“ existiert, von dem man nur beliebig verteilen braucht und der Hunger und das Elend in der Welt wäre obsolet. Daher verteilen sie ja auch so gern das Geld anderer Leute, das sie vorher verteufeln und wenn das nicht klappt, dann vermehren sie dies, als wären sie Fachleute für Karnickelzucht.

    Da sie also gar nicht davon ausgehen, das Wohlstand erarbeitet werden muss, haben sie auch keinen Bezug zur produktiven Arbeit und dem ‚guten Willen‘, der hinter jedem arbeitsteiligen Tauschgeschäft steckt. Sie verwechseln guten Willen mit „Mitleid“, das sie ja gut kennen, da es ihre einzige ‚Aktivität‘ ist, die sie beherrschen: Anderen ein schlechtes Gewissen einreden, damit diese endlich tätig werden und sie selbst weiter mit-leiden können und nichts tun, da sie ja selbst ‚über‘ solchen profanen Dingen wie „Gelderwerb durch Leistung und Produktivität“ stehen. Produktivität – die man übrigens am effektivsten in Form von Gold über die Zeit speichern kann.

    Derjenige der anderen ‚guten Willen‘ zeigt, erwartet nicht von anderen dafür beleidigt zu werden, sondern das diejenigen die ihn annehmen, auch erwidern, oder sich zumindest Gedanken darüger machen, wie sie ihn erwidern könnten. – Das ist das grundlegende Geheimnis, warum eine freier Markt und Tauschhandel Frieden zwischen den Menschen schafft. Es ist eine win-win Situation.

    Der Sozialismus hingegen ‚entkoppelt‘ die Kausalität in diesem friedensstiftenden Akt und korrumpiert die Menschen mit einer Scheinmoral, in dem unter anderem der bewusst falsch verwendete Mitleidsbegriff und pseudointellektuelles Geschwafel als Waffe gegen diejenigen eingesetzt wird, die in der Lage sind die Welt mit ihrem guten Willen zu bewegen. Nur aus dieser perfiden Strategie ziehen sie ihre Existenz und beanspruchen über andere zu herrschen.

    • 4fairconomy sagt:

      @ Gandalf

      Vorweg: ich sehe im Sozialismus ebenfalls keine Alternative zum Kapitalismus. Beide Systeme sind gleich zum Scheitern verurteilt.

      “Gelderwerb durch Leistung und Produktivität” genau dieser Grundsatz wird im Kapitalismus mindestens so sehr verletzt wie im Kommunismus. Entsprechend sind die Folgen. Die Rahmenbedingungen, welche im Kapitalismus zu hohen leistungslosen Einkommen bzw. Vermögenszuwächse führen sind in erster Linie: Bodenrecht (Boden als Geldanlage), ein garantierter Mindestzins von nominell 0% für Sparer und das Patentwesen.

      „Produktivität – die man übrigens am effektivsten in Form von Gold über die Zeit speichern kann.“ Stellen Sie sich vor, alle würden ihre Einnahmenüberschüsse (=Ersparnisse) in Gold anlegen. Es würde nicht lange dauern, und die Wirtschaft läge am Boden. Keine Güter würden mehr produziert, da nichts mehr in Unternehmen investiert würde. Die Goldbesitzer stünden mit ihrem Gold vor einer verwüsteten Landschaft: es gebe schlicht weg fast nichts mehr zu kaufen.

      Genau wegen solchen Überlegungen bin ich ein dezidierter Kritiker der österreichischen Schule. Z.B. bei der Gelddefinition von Mises stehen einem die Haare zu berge. Die österreichische Schule macht viele interessante Aussagen, aber in wesentlichen und wichtigen Punkten entbehren die Aussagen jeglichen Sinn für volkswirtschaftliche Zusammenhänge.

      Kaufkraft über die Zeit in die Zukunft retten ist nur möglich, wenn sich die Sparer an der Bildung des zukünftigen Sozialprodukt beteiligen in Form von Investitionen. Kaufkraft erhaltend Sparen und Vermögen bilden ist nur möglich, wenn sich dabei das Sozialprodukt entsprechend der Vermögensbildung entwickelt. Alles andere ist inflationäre Vermögensbildung (d.h. die Vermögensbestände steigen nominell viel schneller als das Sozialprodukt).

      • Gandalf sagt:

        @fairconomy

        Zitat: „Gelderwerb durch Leistung und Produktivität” genau dieser Grundsatz wird im Kapitalismus mindestens so sehr verletzt wie im Kommunismus. “

        Von was reden Sie hier?

        Kapitalismus basiert auf die freie Vertragsvereibarung zwischen Individuen.- ‚IST‘ freie Vertragsvereinbarung.

        Gibt es im Kapitalismus ein Zwangs-Umlage-Renten System – Nein!
        Gibt es im Kapitalismus etwa „gesetzliches Papier“ als Tauschmittel? – Nein!
        Gibt es Im Kapitalimus Zwangsgebühren ala GEZ und Handelskammer – Nein!
        Gibt es im Kapitalismus Zwangsversicherungen und Mindestlohn? – Nein!
        Kann im Kapitlalismus die Regierung mehr Geld ausgeben, als die Bürger bereit sind ihr zu geben? – Nein!
        Gibt es im Kapitalismus ein Verbot von Arbeitslosigkeit? – Nein!
        Gibt es im Kapitalismus ein Recht darauf, das ein Baum früchte trägt?- Nein!

        Was wir hier in unserem Land haben ist alles andere als die Möglichkeit etwas frei vereinbaren zu können!

        Nur weil es Ihrer Ideologie in den Kram passt, wird aus dem was in der Sozilogie als Etatismus umschrieben ist, kein Kapitalismus! Etatismus ist die Vorstufe zum Sozialismus. http://docs.mises.de/Blankertz/Manifest.pdf
        Ich lehne mich nicht aus dem Fenster, wenn ich sage dass das was wir als Marktwirtschaft bezeichnen nichts anderes als ein „70% Sozialismus“ mit steigender Tendenz ist (Die DDR war imho bei 90%. 10% Kapitalsimus hielten sie einigermaßen aufrecht)

        Zitat:
        Stellen Sie sich vor, alle würden ihre Einnahmenüberschüsse (=Ersparnisse) in Gold anlegen. Es würde nicht lange dauern, und die Wirtschaft läge am Boden. Keine Güter würden mehr produziert, da nichts mehr in Unternehmen investiert würde.

        Können Sie nicht lesen!?
        Ich habe nirgends gesagt (kein „Österreicher“ hat das jemals), das Gold erworben wird, um es nutzlos rumliegen zu lassen!? Das Sie es in 10 Jahren nicht geschafft haben die Zeitpräferenzen zu verstehen, nach denen sich die Menschen richten – und die die österreichische Schule u.a. lehrt – sagt einiges aus.

        Warum würgt Goldkauf – z.B. als Investition in meine Altersvorsorge die Wirtscahft ab? Wieso soll ich auf ihre Willkür angewiesen sein, wenn ich alt bin und mir nur das kaufen dürfen, was Sie erlauben (wollen)? Wer gibt ihnen das Recht meine Kinder zu versklaven, damit die ‚ihre‘ Altersvorsorge und Schulden bezahlen? Schulden die geldschöpfende Gottspieler durch wertloses „Freigeld“ angehäuft haben, das nur dazu dient, Menschen mittels Versprechen von „ihrem Besten“ zu trennen, was sie haben – ihrem guten Willen?

        Wieso darf ich das Gold nicht für ein Auto oder Haus ansparen? Wieso muss ich es in den schnellen Konsum zu stecken, wie Ihnen anscheinend vorschwebt? Wie könenn Sie überhaupt von „Investition“ sprechen, wenn es Ihnen nur darum geht, Geld möglichst schnell in den Umlauf zu bringen? Wollen Sie als „Held mit der Spendierhose“ in die Geschichte eingehen? – Aber Hallo – davon haben wir doch bereits genug. Und wohin diese „Geldhelden“ führen, das erleben wir ja gerade „live“.

        Nur wenn Geld nicht wertlos wird, macht es überhaupt Sinn, es – wie beim schwarzen Peter Spiel – nicht für den Konsum schnell umzutauschen, bevor es verfällt, sondern für langfristige Projekte anzusparen – und damit zu investieren!

        • 4fairconomy sagt:

          @ Gandalf

          Zitat: “Gelderwerb durch Leistung und Produktivität” genau dieser Grundsatz wird im Kapitalismus mindestens so sehr verletzt wie im Kommunismus. ”

          Von was reden Sie hier?

          Siehe z.B. auf diesem Blog der Beitrag „Wirtschaftsanwalt im Schuldenstreik gegen Banken und Staat“, insbesondere das Interview mit Hans Scharpf. Oder das Buch „der grösste Raubzug der Geschichte“. Da kommen genügend Beispiele vor von Bereicherung ohne Leistung. Und ich denke nicht, dass man all dies auf dem Konto von Sozialismus verbuchen kann…

          „Kapitalismus basiert auf die freie Vertragsvereibarung zwischen Individuen.“

          Kein Individuum kann „frei in der Luft und von Luft allein“ leben. Das hat man im Kapitalismus sehr gut begriffen. Deshalb wird viel Geld z.B. in Immobilien bzw. Boden angelegt, denn die Menschen können sich dem Zahlen von Mieten, Grundrenten usw. nicht entziehen (Stichwort Knappheits- bzw. Monopolrenten).
          Kapitalismus ist ein erpresserisches System, ist die Ausnutzung von Monopole und Macht um leistungslose Einkommen auf Kosten der Leistungsträger zu generieren.

          Marktwirtschaft ist in einem freien Wettbewerb stattfindender Gütertausch, wobei die Güter durch menschliche Leistung entstehen und jederzeit von Menschenhand vermehrt werden können. Je besser die Marktwirtschaft funktioniert, desto weniger leistungslose Knappheits- und Monopolrenten müssen bezahlt werden. Das ist auch was die Lehrbücher lehren.

          „Wieso darf ich das Gold nicht für ein Auto oder Haus ansparen?“ Es geht nicht um dürfen oder nicht. Ich weise nur hin auf gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge. Wenn viele /alle Gold kaufen um sich in Zukunft Güter zu kaufen steigt der Goldpreis. Die Sparer sitzen dann in der Zukunft auf teuer erworbenes Gold. Aber wo sind dann die Unternehmen, welche die Güter herstellen, welche sich die Leute mit ihrem teuer erworbenem Gold kaufen wollen? Je mehr Leute in Gold investieren statt in Güter produzierende Unternehmen, desto weniger Güter wird es für die vorhandene Menge an Ersparnissen (Goldbestände) zu kaufen geben -> Kaufkraft des Goldes sinkt -> Kaufkraft wurde vernichtet. Zudem wurden auch Arbeitsplätze nicht geschaffen, welche die Güter für die Sparer hätten produzieren können. Also unter dem Strich volkswirtschaftlich gesehen keine so gute Idee, durch Anhäufung irgend eines Gutes für zukünftigen Konsum sparen zu wollen.
          Sparen in Form von Anlagen in Edelmetalle verteuern wenigstens nicht den Lebensunterhalt der Menschen im Gegensatz zu Geldanlagen in Boden. Deshalb braucht es im Gegensatz zum Boden keine Einschränkung für Geldanlagen in Edelmetalle. Allfällige Verluste durch das Platzen der Goldblase tragen die Goldbesitzer.

          „Wieso muss ich es in den schnellen Konsum zu stecken, wie Ihnen anscheinend vorschwebt?“ Mir schwebt nichts vor, was Sie mit Ihren Ersparnissen machen sollen, insbesondere, dass Sie für die Zukunft nicht sparen können sollen. Ich sage nur, wenn Sie sich in Zukunft mit Ihren Ersparnissen Güter kaufen wollen, investieren Sie am besten in Unternehmen, welche in Zukunft Güter produzieren werden. Damit leisten Sie auch einen Beitrag an die Beschäftigung und helfen, die sozialen Kosten senken. Das Problem ist, wenn Sie alleine in Unternehmen investieren und sonst alle in Gold, Devisen, Immobilien u.a. investieren. Die Unternehmen werden wegen mangelnder Finanzierungsmöglichkeit und/oder Nachfrage pleite gehen. Das ist der Teufelskreis in einer Krise: das Risiko für Unternehmenspleiten steigt, weshalb weniger in Unternehmen investiert wird, womit das Risiko weiter zunimmt usw. Deshalb ist heute aus individueller Sicht das Bedürfnis nach Anlagen in „sicheren“ Edelmetalle sehr wohl nachvollziehbar. Obwohl es für alle besser wäre, sozusagen antizyklisch in Unternehmen zu investieren, auch wenn dabei real nur der Werterhalt der Ersparnisse erreicht werden kann.

          „Das Sie es in 10 Jahren nicht geschafft haben die Zeitpräferenzen zu verstehen, nach denen sich die Menschen richten – und die die österreichische Schule u.a. lehrt – sagt einiges aus.“

          Aus der Zeitpräferenz leitet die österreichische Schule den Zins ab. Dass sie eine individuelle Zeitpräferenz anerkennt, ist lobenswert. Dass sie aber nicht sieht, dass die Zeitpräferenz in Ausnahmesituation auch so aussehen kann, dass daraus gesamtwirtschaftlich gesehen ein negativer Mindestzins als Gleichgewichtspreis resultieren können muss, ist eines der blinden Flecken.

          Nun haben wir aktuell die Situation eines sehr ungleich verteilten Vermögens und sehr ungleich verteilter Einkommen. D.h. eine Mehrheit kann kaum sparen, sondern macht sich Gedanken, wie sie mit ihrem Einkommen über die Runden kommt. Eine Minderheit hat sehr viel und verdient auch sehr viel. Diese Minderheit hat kaum mehr Konsumbedürfnisse sondern vor allem Anlagebedürfnisse. Dazwischen stehen Unternehmer, welche gerne investieren würden. Aber wie sollen sie investieren können, wenn eine bedürftige Mehrheit mit ihrer Kaufkraft schon kaum über die Runden kommt und dort, wo sehr viel Kaufkraft vorhanden wäre, kaum noch mehr Konsumbedürfnisse zu wecken sind? Unternehmen können heute fast nur noch investieren, wenn sie Konsumenten im Luxussegment akquirieren oder für den Staat, staatlich organisierte Nachfragesysteme (z.B. Gesundheitswesen)oder staatlich subventionierte oder geschützte Bereiche (Autoindustrie, Finanzindustrie,Energiesektor, Exportwirtschaft u.viele mehr) produzieren können. Wenn die Schuldenkrise nun die Staaten zum sparen zwingt und Subventionen inkl. Rettungsaktionen aller Art nicht mehr möglich sind, geht gar nichts mehr. Und was machen die Zinsen? Die müssten gegebenenfalls rasch und kräftig auch nominell unter null fallen können bzw. zu sinken drohen als Signal: es überwiegt die Präferenz nach Ersparnisbildung. Dies ist dann ein Signal, dass wer überschüssige Kaufkraft hat diese dann entweder werterhaltend aber ohne Zinserwartung langfristig in Unternehmen anlegt, sein Geld verkonsumiert oder in eigene Projekte investiert wie z.B. Renovationsarbeiten, Investition in Ausbildung der Belegschaft usw. Damit würde sozusagen ein antizyklisches bzw. ausgleichendes Verhalten ausgelöst. Die Zinsen könnten so ganz im Sinne eines ausgleichenden marktwirtchaftlichen Gleichgewichtspreises funktionieren.

          • Gandalf sagt:

            @ fariconomy

            Zitat: „Da kommen genügend Beispiele vor von Bereicherung ohne Leistung. Und ich denke nicht, dass man all dies auf dem Konto von Sozialismus verbuchen kann…“

            Das ist klassischer Betrug – gennauso wie z.B. Freigeldideologen und/oder Infaltionstheoretiker ungedecktes (Zwangs-)Geld in Umlauf bringen und damit ohne Leistung Sachwerte einkaufen wollen.

            Was hat das mit Kaptialismus zu tun?

            …der sich dadurch auszeichnet, das in freier Vereinbarung Angebot gegen Angebot getauscht wird und der die ‚Einzige‘ Methode darstellt ohen Zwang und Gewalt an der arbeitsteiligen Wirtschaft teilzunehmen?
            Betrug wird es immer geben und gibt es auch im Tierreich. Es geht nur darum wie er aufgedeckt werden kann um ihn zu beenden.

            Ergo – der geldbetrug muss aufgedeckt werden – aber nicht dadurch, das man ihn durch einen anderen Geldbetrug ersetzt!

            Zitat:
            „Kein Individuum kann “frei in der Luft und von Luft allein” leben. Das hat man im Kapitalismus sehr gut begriffen. “

            Richtig – das hat nicht nur der Kapitalist begriffen, sonder vorher schon das Eichhörnchen – das für den Winter spart.

            Zitat:
            „Marktwirtschaft ist in einem freien Wettbewerb stattfindender Gütertausch, wobei die Güter durch menschliche Leistung entstehen und jederzeit von Menschenhand vermehrt werden können. “

            Hier sieht man wieder ihre elementaren Denkfehler, an dem auch der Sozialismus immer wieder scheitern wird: „Gütervermehrung“ führt nicht automatisch zum produktiven und wohlstandsschaffenden Gütertausch und schon gar nicht sind tauschfähige Ressourcen beliebig durch Menschenhand vermehrbar! Es GIBT KEIN Tischlein-Deck Dich auf dessen Basis ihre Ideololige funktionieren könnte!
            (Erstaunlich, wie wenig manche aus dem Untergang der DDR gelernt haben und dann noch behaupten, das wäre Marktwirtschaft)

            Zitat: “ Es geht nicht um dürfen oder nicht. Ich weise nur hin auf gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge. “

            … gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge, die Sie einfach nicht kapieren. Ein letzter Versuch: Lassen wir mal das Gold beiseite, denn es geht ja einfach nur um die Eigenschaft von Ressourcen. Ich kann also als Tauschmittel genausogut „Säcke Weizen“, „Messer“ oder Werkzeuge nehmen (ist zwar alles wesentlich unpraktischer und nicht so universell als wie eine Unze Gold, aber – aber was solls – wenn’s zum Verständnis beitragen soll)

            Ich spare also jetzt nicht in Gold, sondern in „hochqualitative Werkzeugmaschinen“, die ich mir in der Vergangenheit erarbeitet und ertauscht habe. Ich lagere die in einem Haus ein, das „Bank“ heisst, da ich sie jetzt nicht brauche, aber sukzessive darauf zugreifen möchte, da meine Werkzeuge mit der Zeit verschleissen und ich keine Zeit habe neue zu bauen, wärhend ich mit anderen Dingen beschäftigt bin (Soweit klar?)

            ..so und jetzt kommen „Sie“ – also der „Hausverwalter“ auf die „geniale Idee“, mit ‚meinen unnütz herumstehenden Werkzeugen‘ die Wirtschaft anzukurbeln zu wollen und verleihen die Werkzeuge gegen „billiges Geld“ an „K“, der zwar keine Maschinen baut, aber irgendwas von einer „super Idee“ schwafelt, wie man aus billigem Werkzeugmetall kreative Kleiderbügel baut.

            Fragen: Hat der „Bänker“, also derjenige, der meinte was gutes zu tun, indem er „Geld flüssig macht“ – hier irgendwas Produktives geleistet?

            Hat er etwa gar „Ressourcen aus dem Nichts geschöpft“?

            – Hat „K“ dazu beigetragen, das sich meine tauschfähigen Ressourcen erhöhen?

            In der Welt der faiconomys diser Welt wohl schon! ..?

            Aber was haben Sie eigentlich gekonnt, – außer mir, dem Produktiven die Ressourcen zu rauben, damit Sie sich als „König eines Tages“ feiern lassen können? Was macht der Maschinenbauer, dessen Ressourcen Sie für ihren „Geldtrick“ verbraten haben, – morgen wenn er Werkezuge aus dem Lager holen will um eine Fabrik zu bauen?

            Und jetzt wird es nur noch unsinnig:

            Zitat:
            „Je mehr Leute in Gold investieren statt in Güter produzierende Unternehmen, desto weniger Güter wird es für die vorhandene Menge an Ersparnissen (Goldbestände) zu kaufen geben -“

            Wenn Gold asl Tauschmittel nachgefragt wird, steigt sein Preis in Relation zu anderen Gütern,- soweit so gut. Die Produktiven freuen sich: Sie müssen weniger von ihrem Gold hergeben, um konsumieren zu können. Sie bekommen mehr Nahrung oder Maschinen für das gleiche Gold. – Und weil z.B. die Arbeiter , die mit Gold bezahlt werden, weniger Gold für Nahrung ausgeben müssen, haben sie mehr Gold im Geldbeutel übrig, womit sie z.B. ihre Schulden und Zinsen zurückbezahlen oder selbst investieren können! Mussten Sie früher ein Unze Gold für Essen ausgeben, genügt jetzt eine 1/2 bzw. – sie haben jetzt 2 Geldeinheiten Kaufkraft im Geldbeutel statt einer(!). Eine ‚Verdoppelung des effektiv nutzbaren Tausmittels‘ – ohne das irgend ein Geldideologe ihnen Märchen darüber erzählen musste, wie man Geld vermehren muss, damit der Markt im Gleichgewicht bleibt. Jede gegebene Geldmenge auf einem freien Markt ist die richtige. – Sie passt sich über den Preis des Tauschmittels an.

            (Das eine künstliche Vermehrung der Geldmenge von außerhalb des Marktes nötig sei, ist ein Märchen das nur dazu dient, davon abzulenken, das sich die nicht-leistenden Geldideologen selbst die Taschen voll stopfen. Der größte Raubzug der Geschichte eben)

            Zitat:
            „Die Unternehmen werden wegen mangelnder Finanzierungsmöglichkeit und/oder Nachfrage pleite gehen“

            Sie können diesen Unsinn wohl selbst nicht oft genug vor sich herbeten – was?

            Wenn die Produktiven mehr Kaufkraft in der Tasche haben, – warum gehen sie dann pleite? Warum sollte ein Anleger, der in seine Alterssicherung und in Gold investiert, hat dieses nicht an einen honorigen Unternehmer verleihen, der ihn am Gewinn beteiligt (und so mittelbar für seine Pension sorgt)

            In einem „Goldsystem“ – sind Banken keine Kreditinstitute mehr – sondern ‚Goldvermittler‘ – nichts anderes! Arbeit (qualitfierzierte Vermittlung von Investoren) lohnt sich wieder – im Gegensatz zum leistungslosen Zins, der Gelschöpfung aus dem Nichts!

            Ein Goldsystem bringt ein vollkommen anderes (nachhaltiges) Wirtschaftssystem mit sich! Eines in dem wieder ‚Werte‘ zählen – und nicht „cleverness“ und „Schein“.

            Zitat:
            „Aus der Zeitpräferenz leitet die österreichische Schule den Zins ab. Dass sie eine individuelle Zeitpräferenz anerkennt, ist lobenswert. Dass sie aber nicht sieht, dass die Zeitpräferenz in Ausnahmesituation auch so aussehen kann, dass daraus gesamtwirtschaftlich gesehen ein negativer Mindestzins als Gleichgewichtspreis resultieren können muss, ist eines der blinden Flecken.“

            Ich sehe nur den blinden Fleck in Ihrer Ideologie und sonst nirgends.

            Wenn es zu einem Minuszins kommt, dann ist das ganz übel- dann bewegen wir uns nämlich rückwärts die Bäume hinauf (Und das ist es wohin uns das Inflationsgeld führt)

            Zitat:

            Aber wie sollen sie investieren können, wenn eine bedürftige Mehrheit mit ihrer Kaufkraft schon kaum über die Runden kommt und dort, wo sehr viel Kaufkraft vorhanden wäre, kaum noch mehr Konsumbedürfnisse zu wecken sind? “

            Tja – hieran können sie erkennen, was passiert, wenn sie ‚meine Werkzeugmaschinen‘ für den kurzfristigen Konsum missbraucht haben, um einen Wirtschftsaufschwung mittels „Freigeld“ vorzutäuschen, der niemals Bestand haben kann und der Lehre der einzig vertretbaren Ökonomie widerspricht.

            Wir werden alle wieder bei „null“ anfagen und ‚Ressourcen sparen‘ müssen – da können Sie noch so viele wertlose Versprechen vom Paradies in Umlauf bringen. Betrug bleibt Betrug.

  6. samy sagt:

    Wir sollten einmal klären, wie die öst. Schule das Wort „Sozialismus“ definiert, sonst gibt es jedesmal Streit, wenn der Autor Polleit das S-Wort nutzt. Was ist damit gemeint?

    @gandalf

    Cum grano salis, aber dann sind Greenspan, Bernanke, Bush jr. usw. ja auch Sozialisten, oder wie ist das Folgende von Ihnen/Dir zu verstehen?

    „…Sozialisten gehen durchwegs davon aus, das irgendwo ein “Tischlein-Deck-Dich” existiert, von dem man nur beliebig verteilen braucht und der Hunger und das Elend in der Welt wäre obsolet. Daher verteilen sie ja auch so gern das Geld anderer Leute, das sie vorher verteufeln und wenn das nicht klappt, dann vermehren sie dies, als wären sie Fachleute für Karnickelzucht.“

    Ungeachtet negativer US-Handelsbilanzen, wachsender Schuldentürme und ich weiss nicht was noch, finanziert die ach so konservative amerikanischen Elite Großmachtsfantasien mit Baumwolle, die satt nach frischer grüner Farbe duftet. Alternativ auch gerne mit platzenden Blasen, in denen viele Verlieren und nur wenige gewinnen. Alles Sozialisten?

    „Lt. Mises schlägt der Sozialismus nicht deswegen fehl, weil es keine freien Markt gibt (das auch), sondern weil der Sozialismus nicht die Hautpfrage beantworten kann und gemäß seiner auf Induktion beruhenden Ideologie auch niemals beantworten können wird: Wie entstehen Wohlstand auf Grund Produktivität!?“

    Oh, scheint das die chinesischen Kommunisten die Antworten gefunden haben.

    Die Welt ist verrückt geworden, aber es hindert sie nicht daran sich weiter zu drehen.

    Nur so einfach, wie sie einige gerne hätten, ist sie nicht.

    Viele Grüße und gute Nacht.

    • 4fairconomy sagt:

      „Oh, scheint das die chinesischen Kommunisten die Antworten gefunden haben.“

      Die Chinesen stecken zutiefst im Teufelskreis einer sich drehenden Schulden- und Vermögenswachstumsspirale. Solange ihre Wirtschaft genügend wächst, geht dies einigermassen gut. Aber die Landung wird auch in China sehr schmerzhaft sein, entsprechend der Übertreibungen d.h. der leistungslos entstandenen, inflationären Vermögen, v.a. im Immobilienbereich (Immobilienblase). China wird früher oder später das gleiche Schicksal erfahren, wie Japan. Falls es überhaupt so weit kommt und nicht vorher ein Zusammenbruch des Weltfinanzsystems stattfindet.

    • Gandalf sagt:

      @samy

      Zitat:
      „Wir sollten einmal klären, wie die öst. Schule das Wort “Sozialismus” definiert, sonst gibt es jedesmal Streit, wenn der Autor Polleit das S-Wort nutzt. Was ist damit gemeint?“

      Da Sozialismus nicht mal eindeutig bei wikipedia definiert ist, genügt es das wesentliche zusammenzufassen:

      Destruktiver Kollektivismus, der den Verstand der Menschen schleichend umbringt.

      Francisco D’Anconia sinngemäß:
      „… fördert die verdorbensten Kreaturen, die die Menschheit kennt. Diejengien, die sich an den Wunden der Armen nähren und das Blut der Reichen saugen“

      Wer ernsthaftes Interesse hat, den ‚Motor der die Welt antreibt‘ zu finden, dem möchte ich ein Buch empfehlen, das in den USA nach der Bibel das meistgelesene Buch ist – aber bei uns völlig unbekannt.

      Es wäre das beste „Weihnachtsgeschenk“, das man sich machen kann: Ein spannender Thriller mit philosophischer Tiefe. Gedanken kristallener Klarheit und schneidender Schärfe.

      Über einen Mann, der ankündigt den Motor der Welt anzuhalten – und dies tut. Die Rezensionen sind nicht übertrieben: Der „Stoff“ hat das Zeug (Dein) Leben zu verändern.

      http://www.amazon.de/Der-Streik-Ayn-Rand/dp/3000370943/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1354565633&sr=8-1

      ‚Danach‘ wisst ihr was Sozialismus ist – und müsst damit leben. So oder so.

      Auf geht’s!

  7. Gandalf sagt:

    @samy

    Zunächst anders herum gefragt: Seit wann hat Kapitalismus etwas mit „Beziehungsküngelei“ auf politischer Ebene (vorzugsweise über „soziale Themen) zu tun?

    Kurz nach „der Wende“, sagt mir mal einer der es wissen musste:

    Ein Kommunist ohne Beziehungen – ist das gleiche wie ein Kapitalist ohne Geld.

    Daher sind Deine Fragen sehr leicht zu beantworten: Der gegenwärtige Etatistmus und die Klüngelei zwischen Politik und dem (schon lange: sozialistischen Geldwesen) ist die Vorstufe zu einem neuen sozialistischen Experiment ala DDR 2.0

    Und nein China ist ‚kein‘ erfolgreiches sozialistisches Experiment. Nach 40- 60 Millionen Hungertoden haben sie einfach kapitalistischen Ideen (wie z.B. unbedingtes Recht auf Eigentum an einem Selbst und an dem was man produziert) eine Chance gegeben. Allein das reichte schon um gewaltig auzuschließen.

    Aber eines prophezeie ich: Sie werden uns genausowenig ‚überholen‘, wie vormals die hochgelobten Japaner, die auch in einer Zentralverwaltungswirtschaft leben. – Zumindest so lange nicht, so lange wir uns selbst nicht dieses verlogenen Ideologie beugen und die Rechte des Individuums gegen die Kollektivisten verteidigen. (Was aber immer schwieriger wird)

    • 4fairconomy sagt:

      Japans „Zentralverwaltungswirtschaft“ in der heutigen Form hat ihren Ursprung im Immobilien- und Aktiencrash. Seither kann das Land nur dank Intervention von Staat und Notenbank sich über Wasser halten. Also gleich wie die Industrieländer nach dem Crash 2008. Und solche Crashs sind ein zuverlässiges Merkmal kapitalistischer Wirtschaften.

      Ende 90er hatte ich geschrieben, dass der Kapitalismus am Ende ähnlich aussehen werde wie der Kommunismus: ökologisch, sozial und ökonomisch eine Katastrophe, wobei immer mehr Staatsinterventionen nötig sein werden. Eine weitere Parallele sind auch die reichen Eliten, welche auf den Staat Einfluss nehmen – entsprechend dem ZK der kommunistischen Partei.

      Im Kommunismus wurde die Wirtschaft dem Staat einverleibt, im Kapitalismus ist es umgekehrt – die Systeme konvergieren aber im Endeffekt auf einen ähnlichen Zustand zu. Was in den kapitalistischen Systemen vorübergehend zu mehr Wohlstand führte, sind die Demokratie und die Marktwirtschaft, welche aber am Ende der Systemerhaltung geopfert werden müssen. Not-wendig ist die Befreiung der Marktwirtschaft und der Demokratie vom Kapitalismus, d.h. der inflationären, leistungslosen Vermögensbildung bzw. Kapitalakkumulation.

    • samy sagt:

      Francisco D’Anconia ist ein Romanheld aus Altals Shrugged. Wenn du dich an Ayn Rand orientierst und diese zu den Österreichern zählen möchtest (auch so eine Frage, wer sind den alles Österreicher? Hayek zählte sich selbst nicht dazu, glaube ich), dann orientierst du dich an jemand, die ohne zu zögern St. Martin als bösartig verurteilt, weil dieser uneigennützig einen Armen hilft. Ayn Rand wird von der Tea-Party doch immer wieder hervorgezaubert, um den Amis einen Schrecken vor Obama einzujagen.

      Nach Ayn Rand hätte aber 2008 alles den Bach runter gehen müssen, eben weil nach ihr alle staatlichen stützenden Eingriffe in den Markt „sozialistisch“ sind. Das wäre zumindest ehrlich gewesen, hier ist mir die Dame geradezu symphatisch. Wissen die Tea-Party-Mitglieder, dass viele von ihnen den Sturm nicht schadlos überlebt hätten?

      Also was sind „sozialistische Eingriffe“ in der Schule der Össis? Weit, weit mehr als nur Hartz 4. Der Streit bei den Polleit-Artikeln endet vielleicht, wenn wir alle eigennützige und marktfeindliche Eingriffe einer Gruppe auf Kosten Aller darunter verstehen.

      Und wenn wir schon über Atlas shrugged reden (ich habe das Buch nicht gelesen), wer sind den die Leistungsträger in einer Gesellschaft? Who ist Atlas? Das ist die Frage. Die Schönen, die Erfolgreichen, die Milliardäre, so wie Rand diese schildert? Ein Herr Richard „the Gorilla“ Fuld, der nach der Pleite von Lehmann noch 500 Millionen $ einstreicht?

      Atlas sucks?

      Oder sind es die Mittelständler, Familienunternehemer, die Facharbeiter, Pfleger, die breite Masse die trotz Job’s noch aufstocken gehen muß?

      Klar, Missbrauch gibt es überall, auch bei den Sozialleistungen keine Frage, dass bestreite ich nicht.

      Das System steckt in der Krise wegen der Angst, Gier und Unfähigkeit der Entscheidungsträger und Lobby’s Marktbereinigungen zuzulassen. In diesem Punkt bin ich ganz Össi. Haltet das Geld knapp, fuscht nicht am Zins rum, lasst Blasen platzen-so einfach ist das.

      Filmtipp:

      http://videos.arte.tv/de/videos/740-park-avenue–7081948.html

      Wer die Spielregeln macht, lenkt das Spiel zu seinen Gunsten, bis zum Ende.

      VG

      • Gandalf sagt:

        @samy
        Zitat:
        „Francisco D’Anconia ist ein Romanheld aus Altals Shrugged. Wenn du dich an Ayn Rand orientierst und diese zu den Österreichern zählen möchtest (auch so eine Frage, wer sind den alles Österreicher? Hayek zählte sich selbst nicht dazu, glaube ich), dann orientierst du dich an jemand, die ohne zu zögern St. Martin als bösartig verurteilt, weil dieser uneigennützig einen Armen hilft. “

        Auf Grund was kommen Sie zu so einem Stuss? Wenn Sie jemandem anderen etwa materielles geben wollen, müssen Sie es vorher freiwillig von jemand anderem bekommen (ertauscht) oder mit Gewalt genommen haben – das gilt auch für St Martin! (oder wie lösen Sie das tägliche Problem?)

        Robin Hood hat eben nicht – wie nach der lesart der Gutmenschen – die Reichen bestohlen und den Armen gegeben, – sondern denjenigen das Eigentum zurückgegeben, die von gewaltbereiten Nichtsnutzen beklaut wurden.

        Und da Sozialisten bekanntermaßen nicht sehr erfolgreich im freiwilligen Tauschgeschäft und auch keine Heiligen sind, geschieht hier Letzteres, also mittels Gewalt – zunächst schleichend, mit äußerst perfiden psychologischen Tricks und zuletzt immer Offensichtlicher. Dann, – wenn es zu spät ist, Gegenmaßnahmen einzuleiten.

        Nur darum geht es.

        Und Hayek war übrigens der Schüler von von Mises, – und Jimmy Wales – der Gründer von wikipedia, ist ein erklärter Anhänger von Ayn Rand (und Hayek). Und für was steht „wikipedia“ Ihrer Meinung nach? Etwa für „atlas sucks“ und die Verunglimpfungen Gewalttätern, die ihre Taten aufgedeckt sehen?

        Phantasieren Sie also nicht wild herum, – plappern Sie nicht absichtliche Verunglimpfungen von interessierter Seite nach, sondern überprüfen Sie ihre eigenen Prämissen. – „gönnen“ Sie sich das Buch – allein für sich.

        • samy sagt:

          Oh bitte, warum den gleich so angefasst reagieren auf andere Sichtweisen? Schon sind wir beim „Sie“?

          Ist Freiheit nicht die Freiheit der Andersdenkenden? Ach, ich vergaß, das sagte eine Sozialistin, kann nicht stimmen.

          „Auf Grund was kommen Sie zu so einem Stuss?“

          Sie wollen sich bitte näher mit Rand beschäftigen, erst dann verstehen Sie den St. Martin „Stuss“. Sie sind der Anhänger Rand’s, nicht ich. Als solcher sollten Sie wissen das Kapitalismus und Altruismus bei Rand quasi Gegenpole sind. Das werte ich jetzt nicht, das soll jeder halten wie er es will. Mal bei Youtube rein schauen, Capitalism vs. Altruism eintippen.

          „…und Jimmy Wales – der Gründer von wikipedia, ist ein erklärter Anhänger von Ayn Rand (und Hayek). Und für was steht “wikipedia” Ihrer Meinung nach? Etwa für “atlas sucks” und die Verunglimpfungen Gewalttätern, die ihre Taten aufgedeckt sehen?“

          Ich verstehe nicht vollumfänglich was Sie meinen, weil ich niemanden verunglimpfe, aber Sie trauen ja wikipedia. Gut schauen wir mal, was wiki zu Rand sagt:

          „…Positive Schutzrechte im Sinne von aktiver Hilfe zum Überleben lehnt sie dagegen weitestgehend ab….“

          Weiter unten:

          „…Ein langjähriges Lungenkrebsleiden ließ sie auch mit Hilfe des staatlichen Medicare-Programms behandeln, auch war sie auf Gelder aus der Sozialversicherung angewiesen…“

          Das sind mir die Liebsten, Wasser predigen und Wein saufen.

          Quelle, wie versprochen die Wikipedia:
          http://de.wikipedia.org/wiki/Ayn_Rand

          Hups, was steht denn da noch? „…Ihrer Beerdigung wohnten viele ihrer prominenten Bewunderer bei, darunter auch Alan Greenspan…“

          Greenspan? Haben wir dem nicht den einen oder anderen kleinen Markteingriff zu verdanken? Na, egal, die Ayn sah das wohl nicht zu ernst…

          Belassen wir es dabei, sonst plabber ich wieder so viel Stuss.

          VG

          PS: Ich sagte nicht gesagt das Hayek kein Österreicher sei, sondern das er das meines Wissens selbst nicht zu streng sah. Auch Jung emanzipierte sich von seinem Lehrer Freud, soll vorkommen.

          • Gandalf sagt:

            @ samy

            Ich habe gefragt, wie sie das Probelm lösen, das andere für sie sorgen ohne das sie Gewalt anwenden?

            Sie antworten damit, indem sie über die Fehler anderer referieren (seien es tatsächliche, oder das was Sie als Fehler deuten) Wenn Sie das Buch gelesen hätten, wäre Ihnen z.B. aufgefallen, das es verschiedene Lösungen gibt – u.a. eine das System zu sabottieren, indem man die Fehler blosstellt. (Francisco d’Anonia geriert sich bewusst als Lebemann und skrupelloser Finanzkapitalist, um das System schneller an die Wand zu fahren und durch das Vorführen von Absurditäten endgültig zu vernichten. – Was machte Greenspan?)

            Bloszustellen ist z.B. auch die Monstranz des Altruismus, die Sie offenbar gewillt sind, vor sich herzutragen. Abgesehen das die Forderung nach altruistischer Verhaltensweise anderer 100% egoistisch ist (Siehe meine wohl „ungehörige“ Eingangsfrage, die Sie großzügig übergehen) – stellt sie die Menschen vor unlösbare Probleme, an der sie nur scheitern können.

            Bin ich nämlich so altruistisch, wie Sie (es gerne hätten), dann müsste ich ihre Wünsche von den Augen ablesen können, damit wiederum Sie das Gefühl haben, für ihren Altruismus entlohnt worden zu sein. Da das nicht möglich ist, laufen Altruisten in ständiger Gefahr, sich „unter-berücksichtigt“ zu finden.

            Da sie aber selbst ja die guten Menschenfreunde sind, – sind ‚die anderen‘, diejenigen, die stets zu ‚wenig zum Allgemeinwohl‘ beitragen, von dem der Altruist seinen Teil, seine „Dividende“ gern abhaben möchte. – Einen von vorne herein unerfüllbaren Anteil, wie wir festgestellt haben. Denn „Gerechtigkeit“ ist dem Altruisten ungemein wichtig.

            Und was glauben Sie, was Sie mit der Forderung nach Altruismus (der anderen) anrichten? Wer greift sowas auf? Kennen Sie den zentralen Programmpunkt der NSDAP? „Gemeinwohl statt Eigennutz“ – der sich 1:1 zentral im Parteiprogramm „der Linken“ wiederfindet?

            Geforderter Altruismus ist ein perfides Konzept, das allenfalls in einem Kloster funktionieren kann, aber nicht wenn man in dieser Welt leben will. Hier dient es denjenigen, – die anderen gezielt ein schlechtes Gewisen einreden, – um sie für ihre eigenen Zwecke zu knechten. Sei es „die Kirche“ oder die Parteien des Wohlfahrtsstaates und ihre „Geisterjäger“. Enden tut sowas bestenfalls im Sklaventum, – schlechtestenfalls im Faschismus.

            Also seien wir doch ehrlich und spielen uns nichts vor: Stehen wir zu unserem Egoismus. Nur dadurch ist es überhaupt möglich, das wir auf Augenhöhe, gewaltlos und ohne Zwang miteinander umgehen können.

  8. Stuelpner sagt:

    „Wer österreichische Schule mit Österreich … verwechselt.“
    ?, Wiener Schule. Österreich, Freud und seine Religionskritik würden hier besser passen, sorry.

    Mir ging es vordergründig darum, das manche (G u.a.) sich in einer Verherrlichung einer „Wirtschaftsreligion“ o.ä. verrennen und alles aktuelle so hinbiegen, das es dazu paßt, zur Not mit höchstens Halbwissen! Es fehlt das differenzierende und nichtblinde Hinterfragen.
    Gegenbeweis: Siehe samy und 4f und ihre Kommentare!!! Danke dafür, ich glaubte wirklich langsam, das folgendes auf mich zu trifft: „Wissen Wie überhaupt von was Sie reden?“

    „… so lange wir uns selbst nicht dieses verlogenen Ideologie beugen und die Rechte des Individuums gegen die Kollektivisten verteidigen. (Was aber immer schwieriger wird)“
    Das triffts.

    @4f
    „Solange ihre Wirtschaft genügend wächst, geht dies einigermassen gut.“ Das schon, aber was wenn sich ihre Spirale länger dreht als unsere, die ja gerade ausläuft.

    @samy
    „Wir sollten einmal klären, wie die öst. Schule das Wort “Sozialismus” definiert, sonst gibt es jedesmal Streit, wenn der Autor Polleit das S-Wort nutzt. Was ist damit gemeint?“
    Ja bitte, sonst vergleicht man es mit der ehem. Realität und stellt fest … ein Wort mind. zwei Meinungen.

    • Gandalf sagt:

      @stülpner

      zitat:
      Mir ging es vordergründig darum, das manche (G u.a.) sich in einer Verherrlichung einer “Wirtschaftsreligion” o.ä. verrennen und alles aktuelle so hinbingen das es dazu paßt, zur Not mit höchstens Halbwissen! Es fehlt das differenzieren und nichtblinde Hinterfragen.“

      Sorgen Sie sich bei den „Österreichern“ nicht darum das sie nicht genügend hinterfragen oder gar einer „Wirtschaftsreligion“ aufgesessen sind.
      Der größte Wissenschaftsphilosoph des letzten Jahrhunderts war selbst Angehöriger dieser ‚Denkschule‘: Sir Karl Popper.

      Und wenn Sie nur ein bischen mehr wie „Halbwissen“ haben, das sie anderen unterstellen, dann werden Sie auch wissen, das wahre wissenschaftliche Erkenntnisse nur deduktiv ermittelt und erworben werden können.

      Im Gegensatz zu der von Induktion geprägten Vorgehensweise der Ideologen.

      • Stuelpner sagt:

        @Gandalf

        „‘Danach’ wisst ihr was Sozialismus ist – und müsst damit leben. “
        Endlich ist die einzig akzeptable Version verkündet.

        Gibt es in der öS eine Textstelle wo sinngemäß steht: „Wer andere am meisten belehrt und sich vermeintlich über alles stellt hat recht“?

        Manche Menschen haben noch nicht begriffen, das wir uns in einer gewissen Weise weiterentwickelt haben und Theorien die vor geraumer Zeit aufgestellt wurden, heutzutage nicht mehr gültig sind. Meines Viertelwissens nach, ist ein gutes Beispiel z.B. K. Marx Geldauffassung, er geht von einem waregedecktem Geld aus, was derzeit nicht der Fall ist, demzufolge sind seine Auffassungen in der dieser Richtung für mich nicht „bindend“ oder „anbetungswürdig“.

        „Der größte Wissenschaftsphilosoph…“ Welche Kriterien gelten für die Erringung der Bezeichnung „größter“ Wph.?
        Theoretiker sind meist die Größten, auch die ö., solange sie nicht auf die Praxis treffen, welche ihre einseitigen Laborbedingungsgedanken relativiert.

        „Ich lehne mich nicht aus dem Fenster, wenn ich sage dass das was wir als Marktwirtschaft bezeichnen nichts anderes als ein “70% Sozialismus” mit steigender Tendenz ist (Die DDR war imho bei 90%. 10% Kapitalsimus hielten sie einigermaßen aufrecht)
        Dank Ihnen Hr. Gandalf ist mir jetzt bewußt, was Ulbricht meinte mit:“ überholen, ohne einzuholen…“ die Bedeutung blieb mir bis jetzt immer verborgen.

        „…sozialistischen Experiment ala DDR 2.0“ Bedeutet das, es wird ein erheblicher „Schuldenschnitt kommen und die Prokopfverschuldung, Arbeitslosigkeit auf DDR 1.0 Niveau gesenkt werden? Irgendwie passt so einiges des jetzigen Sozialsmus nicht mit dem damaligen zusammen, aber das sehe ich sicher nur falsch, weil …

    • 4fairconomy sagt:

      “Solange ihre Wirtschaft genügend wächst, geht dies einigermassen gut.” Das schon, aber was wenn sich ihre Spirale länger dreht als unsere, die ja gerade ausläuft.

      Ich gehe davon aus, dass wenn „unsere“ Spirale sich nicht mehr weiter künstlich aufrecht erhalten lässt, also das System zusammenbricht, auch China’s Spirale am Ende sein wird. Siehe Abhängigkeiten USA-China. Könnte sogar sein, dass die schlauen Chinesen letztlich einen Zusammenbruch verhindern werden, in dem sie immer mehr in den Westen investieren – und somit auch an Einfluss gewinnen werden. Was ja schon heute der Fall ist -> der Westen als Wirtschaftskolonie Chinas! Möglicherweise könnte dies zu schweren Spannungen zwischen USA&Japan einerseits und China&Russland andererseits führen. Je nach US-Präsident mit etwas locker sitzendem Colt könnte dies böse enden.

      Interessant ist – und da muss ich mich revidieren – dass China den Immobililencrash à la Japan und USA kommen sah und massiv im Immobilienmarkt eingegriffen hat. D.h. in China wird es wohl nicht zum befürchteten Immobiliencrash kommen wie in Japan. Der Staatsinterventionismus hat offenbar viele reiche Chinesen und Unternehmen vergrault, wobei sie das Land verliessen. China versucht mit Staatsinterventionismus den Spagat zwischen Wachstumsförderung u.a. mit expansiver Geldpolitik und Verhinderung einer Immobilienblase bis zum Crash. Dafür haben sie die Inflation nur schwerlich im Griff. Sind die Chinesen nun die besseren, schlaueren Kapitalisten? Ist China ein Beispiel dafür, dass der Kapitalismus mit Staatsinterventionismus davor geschützt werden muss, dass er sich selbst an die Wand fährt? Ist Europa nicht auch daran, immer mehr zu einem Modell wie China zu werden, mit immer mehr rechtlosem und undemokratischem Interventionismus und Zentralismus um das kapitalistische System vor einer Kernschmelze zu schützen? Wobei in China die KP das letzte Sagen hat und in Europa die Souffleure bzw. Acker- und andere Goldmänner (und -frauen).

      OK, vielleicht sollte ich hier den Begriff des Kapitalismus ganz meiden, da man der Auffassung sein kann, seit dem 2. WK hätten alle Staaten eine sozialistische Wirtschaftspolitik, finanziert mit Fiatgeld, ausgeführt. Nach dieser Auffassung sind die aktuellen Probleme nicht die Folge eines kap. Systems sondern von zu wenig Kapitalismus bzw. fehlendem Kapitalismus, wie ihn die österreichische Schule versteht. Allerdings bin ich der Auffassung, dass dieser „ideale“ Kapitalismus, wie ihn der österreichischen Schule vorschwebt, nicht lange funktionieren würde und ebenfalls rasch an dem Punkt gelangen würde: entweder Geldmengenausweitung und Aufgabe der Goldwährung zur Abwendung einer Krise oder – kleiner, weil nach kurzer Zeit stattfindender – „reinigender“ Zusammenbruch zulassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen eine einigermassen gut gehende Realwirtschaft ggf. absaufen lassen werden wollen, nur weil dogmatisch an eine goldgebundene Geldmenge festgehalten werden soll. Zudem sehe ich auch viele soziale Probleme und Spannungen aufkommen durch die „Herrschaft“ des Goldes bzw der Goldbesitzer (->Knappheitsrente). Soviel zum „echten“ Kapitalismus mit einer Goldwährung.

      Ich vertrete nicht, dass die Geldmenge beliebig ausgeweitet werden soll, sondern dass sie jederzeit sehr knapp gehalten werden soll zur Inflationsverhinderung. Sie soll sich aber der Wirtschaftsentwicklung anpassen können. Und natürlich sollen die Geschäftsbanken kein Giralgeld schöpfen können – das ist eine Selbstverständlichkeit. Wie es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass Boden nicht als Geldanlage dienen können soll. Zur Deflationsbekämpfung braucht es andere Instrumente als eine Geldmengenausweitung. Sowohl Inflation wie auch Deflation sind monetär verursachte Phänomene und müssen durch ein besseres monetäres System in den Griff bekommen werden. Ein monetäres System mit dem die Realwirtschaft ungestört von monetären Turbulenzen gedeihen kann. Ein monetäres System welches in erster Linie bedingungslos der Realwirtschaft dienen soll und erst in zweiter Linie den Bedürfnissen der Besitzer von Tauschmittel (nicht gleichzusetzen mit Vermögensbesitzer!).

  9. Gandalf sagt:

    @ Stuelpner

    …als ob die Faehigkeit zu denken, verkuendet werden kann. Auch das ist ein Fehlschluss von Sozialisten, der im Buch hinterfragt wird.

    Lol

    • Stuelpner sagt:

      “‘Danach’ wisst ihr was Sozialismus ist …. ” -> „…als ob die Faehigkeit zu denken….“
      In meiner Muttersprache ist das eine Aussage und ich kann in diesem Satz nichts mit Denkfähigkeiten entdecken. Aber langsam verstehe ich jedoch, das der Zusammenhang zwischen ÖS und Freud sehr groß sein muss. Auf das Selbstdenken hatte ich ja Anfangs hingewiesen, statt Verherrlichung, da war es „unpassend“ jetzt plötzlich doch als unabdingbare Fähigkeit ?
      Zitat:
      „Tja, das spricht schon für sich“

      „Auch das ist ein Fehlschluss von Sozialisten, der im Buch hinterfragt wird.“ ?

      Diese Antwort auf meinen Kommentar ist sehr ……….. „innovativ“.
      Zitat:
      „Tja, das spricht schon für sich“

      Ich wünsche ebenfalls alles Gute, außerdem viel Besserung.

  10. 4fairconomy sagt:

    „Gemeinwohl statt Eigennutz”

    Ohne Gemeinwohl gibt es aber auch kein wirkliches „Eigenwohl“. Oder wer fühlt sich in einer Gesellschaft, in der Menschen unfreiwillig verarmen bzw. unter dem Niveau leben müssen, welches sie verdient hätten, in der die Umwelt immer mehr zerstört wird usw. wohl?
    Gemeinwohl ist Eigennutz!

    Nur soll sich der Staat heraushalten, hineinzuwirken wie die Menschen die materielle Güterversorgung organisieren und herstellen wollen. Er soll aber -immer nur im Auftrag der Bürger, wenn und wie sie dies möchten, also immer demokratisch legitimiert – für Gerechtigkeit sorgen: also soweit möglich Formen der Ausbeutung sanktionieren. D.h. es braucht am heutigen System Korrekturen, wo strukturell bzw. von den Rahmenbedingungen her Ausbeutung nicht nur ermöglicht sondern sogar gefördert wird-> Befreiung der Marktwirtschaft vom Kapitalismus.

    • Stuelpner sagt:

      @4f
      „Ohne Gemeinwohl gibt es aber auch kein wirkliches “Eigenwohl”.
      Ist absolut richtig und mir irgendwoher bekannt.

      „Oder wer fühlt sich in einer Gesellschaft, in der Menschen unfreiwillig verarmen bzw. unter dem Niveau leben müssen, welches sie verdient hätten, in der die Umwelt immer mehr zerstört wird usw. wohl?“
      Klingt nach Zombiehausen oder BRD.

      @Sj.
      Passt m.E. gut zu meiner Antwort bei S.W.
      Dieses Gemeinwohl ist es doch was eine entwickelte Kultur, Gesellschaft, Staat ausmacht, alles andere sind Urmenschen oder „kurzfristige Profit-Geier“ auf dem ständigen Sprung.

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