Der Teufel ist los

28. Juni 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Letzte Woche sah es so aus, als ob der Teufel los sei. Da gab es die Art von Tag, an welchem jeder Mann nach sich selbst schaut. Er prüfte seinen Kontostand. Er zählte seine Goldmünzen und schaute sich seine Hausbar an. Er fragte sich, was als nächstes passieren würde…

Was sagen uns ein Verlust des Dow Jones von 353 Punkten und ein Verlust von 87 Dollar je Feinunze beim Goldpreis am selben Tag? Das brüllt eine Warnung: Ben Bernanke verliert die Kontrolle. Er will verzweifelt Inflation. Er bekommt stattdessen Deflation. Er will niedrigere Zinsen; und dennoch steigen die Zinsen.

Bernanke bekommt nun die schlimmste Form der Deflation – sehr zähe Preisanstiege, und das zusammen mit steigenden Zinsen. Die Konsumentenpreise steigen in den USA so langsam wie seit 53 Jahren nicht mehr.

Und Bill Gross von PIMCO sagt, es sehe so aus, als ob der lange Bullenmarkt bei Anleihen, welcher vor 30 Jahren begann, nun schließlich vorüber sei.

Das ist genau das Gegenteil von dem, was die Fed will…und braucht. Deren Strategie ist es, die Zinsen niedrig zu halten, während sie Konsumentenpreise und die Preise von Vermögensanlagen beflügelt. Dies würde es möglich machen, das BIP graduell wachsen zu lassen, während der reale Wert der Schulden durch Inflation verringert würde. Und dann könnte QE langsam eingestellt werden…

Auf verlorenem Posten gegen den primären Trend

Stattdessen wird die Schuldenlast immer drückender, da die Zinsen steigen. Der Rücken schmerzt. Die Beine brechen weg. Die Nerven ebenso. Der alte Hase Richard Russell kommentiert:

Bernanke hat endlich realisiert, dass die Fed ihren Kampf gegen den primären Trend verloren hat. Die Fed und die Volkswirtschaft hängen nun von der Gnade des sich verstärkenden primären bearishen Trends ab. Die Deflation übernimmt das Ruder, obwohl die Fed diese energisch zurückhalten wollte. Die Fed möchte das Schlachtfeld verlassen, aber das kann sie nicht. Alleine der Gedanke daran, dass die Fed den Kampf um das Zurückhalten der Deflation aufgibt, versetzt Aktien- und Anleihenmärkte in Angst.

Vor Jahren stellte Ben Bernanke emphatisch fest, dass er es niemals erlauben würde, dass die Nation in eine Deflation fallen würde – selbst wenn er Bargeld von Hubschraubern abwerfen müsse, um das zu verhindern. Aber jetzt findet Deflation statt. Und Bernanke, der Akademiker, welcher niemals die Märkte verstand, ist wie versteinert, aufgrund von Verwirrung, Bestürzung und Angst.

Die Flucht der Massen ging bis jetzt hinein in die US-Staatsanleihen. Aber diese Straße funktioniert nicht mehr (die Anleihenkurse sinken). Der nächste Fluchtweg ist die Reise ins Bargeld. Die Cash-Bestände beziehen sich auf Papiergeld, welches von der Fed ausgegeben wird und im Grunde Fiat-Geld ist. Der letzte und finale Fluchtweg wird Gold sein…

Überall auf der Welt versuchen die Zentralbanken, die Ausgänge zu verrammeln und die Türen zu verriegeln.

David Franklin von Sprott Asset Management: Während die indische Rupie gegenüber dem US-Dollar auf neue Tiefs fällt und das Leistungsbilanzdefizit des Landes auf Rekordhoch steht, wählt die Indische Zentralbank (RBI) den einfachsten Weg, um mit beidem umzugehen – sie hat dem Gold den Krieg erklärt.

Die Zentralbank hat in den letzten Wochen eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um gegen Gold vorzugehen, wie das Einschränken von Gold als Sicherheit bei Krediten und Beschränkungen bei Gold-Importen. Der Anstieg der Steuer auf Goldimporte auf 8% ist die jüngste Ankündigung dieser Bemühungen und verdoppelt die Belastungen auf Goldimporte gegenüber dem Stand vom Jahresanfang…der indische Finanzminister P. Chidambaram hat sogar die Banken ermutigt, ihren Kunden von Goldkäufen abzuraten.

Währenddessen gab es in Frankreich diese Nachrichten: Am 23. Mai hat die französische Regierung den Transport von Edelmetallen und Juwelen durch die französische Post untersagt. Diese Mitteilung wurde durch Legifrance gemacht, welche neue Gesetze publizieren. Das wurde von der Presse nicht kommuniziert und die französische Regierung gab keinen Kommentar ab.

Alle unversicherten Edelmetall-Lieferungen werden von der französischen Regierung untersagt. Obwohl dies auf Frankreich beschränkt ist, hat FedEx bereits im März aufgehört, Edelmetalle zu verschicken, ohne Erklärung. FedEx hat auch die Annahme von Edelmetallen zur Lieferung in Deutschland und Großbritannien eingestellt.

Der Goldpreis fällt. Dies signalisiert uns, dass die „Große Korrektur“, welche 2008 begann, in eine neue Phase eintritt. Die Kanne ist von der Fed die Straße herunter gekickt worden. Jetzt fallen die Märkte darüber. Am Ende triumphieren die Märkte immer. Und jetzt korrigieren die Märkte, ob es die Fed mag oder nicht.

Was wird als nächstes passieren? Wie jeder andere frage ich mich das. Aber ich habe eine Ahnung. Wenn sich die „Große Korrektur“ verstärkt, wird die Fed gezwungen sein, zu reagieren. Sie können keinen Bärenmarkt erlauben…keine Deflation….keine höheren Zinsen.

Dann werden sie zu offener Finanzierung des Staatshaushaltes übergehen…zum Abwerfen von Bargeld aus Hubschraubern…

Die Märkte werden sich auf den Boden werfen, geschüttelt von Gelächter und Ekel. Am Ende des Tages…wenn sich der Staub senkt und die Musik aufhört…wird Gold der letzte aufrecht stehende Mann sein… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Der Teufel ist los"

  1. FDominicus sagt:

    Deflation? Wo alle Zentralbanken im Gelddruckmodus sind? Da glaube ich ehere an Blasen denen eher schneller als langsam die Luft ausgeht.
    Es ist dennoch unfassbar was derzeit beim Papierzwangszahlungsmittel“system“ abgeht. 85 Mrd Anleihen werden im Monat aufgekauft das sind glatte 1 020 Milliarden oder 1,02 Billionen.

    ausgeschrieben:

    1 020 000 000 000 USD oder der Schlappe Gegenwert von 50 % unsere Schulden, die wir in 60 Jahren angesammelt haben. Niemals in offiziellen Friedenszeiten wurde so geaast und immer nur hört man noch: Es ist nicht genug.

    Und die Bilanz der Zentralbanken bläst sich auf. Wenn diese Blase platzt …. Es war immer die Rede von der Mutter aller Blasen, wir müssen dabei stehen und fassungslos und leider auch hilflos dabei zusehen.

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