Der Schwanz ist eine monoton fallende Exponentialfunktion

27. Juni 2017 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Zum Aussterben der (nicht nur) mathematischen Grundbildung hat der Mathematiker Franz Lemmermeyer einen wundervollen Text verfasst.

Zur Motivation des Autors:

(Lemmermeyer) Im folgenden möchte ich beschreiben, wie der Mathematikunterricht von Grundschule bis zum Abitur in Baden-Württemberg aussieht, auf welchem Niveau sich die Schulbücher nach den vielen Reformen der letzten Jahre inzwischen befinden, und vor allem, welches Bild der Mathematik von diesen Büchern in die Köpfe der jungen Generation projiziert wird.

Hier noch ein kurzer Auszug:

Die Eltern, die das Procedere bereits von einem ihrer älteren Kinder her kennen, kann der erste Elternabend in der Grundschule nicht mehr überraschen: sie wissen bereits, dass die Lehrerin ihnen erklären wird, wie wichtig das freie Schreiben für ihr Kind ist, und dass ihr Kind einen großen psychischen Schaden davontragen wird, wenn sie versuchen würden, es frühzeitig mit der Rechtschreibung bekannt zu machen. Damit auch Eltern, die das anders sehen, diesem Verbot Folge leisten, wird das Kind während des Unterrichts entsprechend konditioniert, und sollten Eltern es dann zu korrigieren wagen, erklärt ihnen der Sprössling, dass das verboten ist.

Der Schwanz ist eine monoton fallende Exponentialfunktion

Auch mathematischen Laien kann die Lektüre dieses sehr angenehm geschriebenen Textes nur ans Herz gelegt werden. Ein Hinweis: Das Vertrauen in die allgemeine Schulbildung wird aus der Lektüre vermutlich nicht gestärkt hervorgehen. Aber gegen bekannte Problem kann man vorgehen. Der Kaiser ist nackt – Beenden wir endlich die verordnete Verblödung.

 

 

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6 Kommentare auf "Der Schwanz ist eine monoton fallende Exponentialfunktion"

  1. Insasse sagt:

    „Beenden wir endlich die verordnete Verblödung.“

    Ein hehres Vorhaben, denn: Wie will man mit den vielen Menschen, die aufgrund der von Verblödeten verordneten Verblödung bereits verblödet sind, die verordnete Verblödung wieder beenden? Das ist kaum vorstellbar. Irgendwie blöd das Ganze…

  2. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Insasse,

    niemand hat gesagt, es werde einfach 🙂

    Beste Grüße
    Bankhaus Rott

  3. Insasse sagt:

    Hallo Bankhaus Rott,

    meiner Meinung nach wird das ohne das (harte!) Ende von „Brot und Spiele“ nichts werden. Ohne ordentlichen Hunger werden die Verblödeten nicht mehr zurück zur Besinnung kommen. Ich hatte vorhin ein kurzes Gespräch im Büro zur „Ehe für alle“ und Merkel allgemein. Mit ganz wenigen Ausnahmen ist wirklich Hopfen und Malz verloren. Auf meine Frage, was an der prinzipienlosen Murksel denn so toll wäre, kam zurück: ihre Menschlichkeit. Fakten sowie Recht und Gesetz interessieren kein bisschen. Da fällt einem nicht mehr wirklich viel dazu ein…

    Nochmals schöne Grüße aus der Anstalt!

  4. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Insasse,

    au weia, das klingt in der Tat nach einem harten Tag.

    Es ist schon eine krude Mischung aus nichts wissen aber alles toll finden, die sich da in nicht wenigen deutschen Büros offenbart. Es würde uns übrigens nicht überraschen, wenn der Gipfel des Blödsinns sich eher in den Büros und nicht in den Werkhallen oder auf den Baustellen befindet. Mit dem ZEIT- und Spiegelabo bewaffnet fühlt sich mancher derart beseelt, dass bei jeder Infragestellung des Berliner Irrsinns sofort zurückgeschossen wird. „Das stand in der ZEIT!“ Aha, und jetzt?

    Dann wünschen wir Ihnen heute abend gute Erholung
    Bankhaus Rott

  5. DonSarkasmo sagt:

    Lieber Insasse, liebes Bankhaus Rott,

    Sie haben beide leider so recht, dass man heulen könnte.
    Aber wie sagt der Lateiner so richtig: Per aspera ad astra.
    Durch die Dunkelheit zu den Sternen. Das Problem, das ich
    sehe: Wir hatten die Sterne in Europa, speziell auch in Deutschland
    bereits in der Hand. Aber offenbar wartet hinter den Sternen
    stets eine neue Dunkelheit. Es wird wohl eine Weile dauern,
    bis sie wieder durchquert werden kann.

  6. bluestar sagt:

    @Insasse
    Geteilter Schmerz ist halber Schmerz – meine akademischen Mitarbeiter im Büro sind genauso wie Ihre (bis auf wenige Ausnahmen) Anhänger von Mutti, Clinton und weitere Lichtgestalten,
    Sympathisch, erfahren, erfolgreich usw. lauten die Huldigungen. Trump, Putin und die AfD sind natürlich böse. Fragenstellen und Faktenwissen sind out, ausführliche Gespräche über Politik dann natürlich ebenfalls. Sprachroboter der MSM sozusagen.
    „Ohne ordentlichen Hunger werden die Verblödeten nicht mehr zurück zur Besinnung kommen. “ Selbst Hunger wird wohl in den konditionierten Köpfen nichts konstruktives auslösen, dafür garantiert die sorgsam über viele Jahre aufgespielte Software im Kopf. Eher ist destruktive Gewalt gegen präsentierte Sündenböcke zu befürchten.
    Hoffnung: Gespräche mit Taxifahrern und Handwerkern, da spürt man noch Leben.

    Beste Grüße

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