Der Platz am Ausgang / Heiße Tage

10. August 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Ich weiß, dass Sie alle Investmententscheidungen treffen müssen. Deshalb möchte ich praktisch schreiben. Der einzige Ort, an dem ich direkten Rat gebe oder erhalte, was Investments betrifft, ist das „Familien-Büro“ der Familie Bonner. Da überlegen wir, wie wir das Vermögen unserer Familie für die nächste Generation bewahren können, auf eine Art und Weise, welche dieser hilft… anstatt sie zu zerstören…

Ich habe einige andere Familien dazu eingeladen, sich zu beteiligen. Ich nehme derzeit keine weiteren Mitglieder auf… aber ich werde Ihnen gerne davon berichten.

Wenn man mit einer Sache beschäftigt ist, dann bemerkt man viele Dinge nicht, die um einen herum geschehen. Wie bei einem Kampf. Da muss man den Kopf unten halten. Man muss sich auf den Kampf fokussieren. Und man muss daran glauben – auch wenn die Fakten einen nicht notwendigerweise unterstützen. Aus diesem Grund sind „Gläubige“ normalerweise schlechte Investoren. Sie wollen, dass sie Recht erhalten. Sie wollen, dass ihre Seite gewinnt…und dann wollen sie ihre Seite auch gerne mit immer mehr Geld unterstützen. Mit anderen Worten, sie tendieren dazu, gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen. Manchmal erhalten sie harte Schläge.

Es ist ok, ein „Kämpfer“ zu sein, wenn es nur um das eigene Geld geht. Damit kann man machen, was man will. Aber wenn man der Verwalter des Vermögens zukünftiger Generationen ist, dann ist es wahrscheinlich besser, wenn man den Kopf hebt und sich umschaut. Man kann dann sein Geld auf den Kämpfer setzen, der wahrscheinlich gewinnen wird – und nicht auf den, von dem man hofft, dass er gewinnen wird.

In meinem Familienbüro bin ich weder Kämpfer noch Fliehender. Ich versuche, vorsichtiger Beobachter zu sein. Ich habe lieber einen Sitz am Rand, wo ich sehen kann, wer wen schlägt…und ich bin am liebsten nah beim Ausgang. Derzeit halte ich zum Beispiel gerne viel Cash. Nicht, dass ich nicht versucht wäre, zu investieren.

Aber Cash ist wie ein Platz beim Ausgang. Man will da nicht die ganze Zeit sitzen. Zu zugig. Aber das ist passend, wenn es ein Feuer gibt…zumindest wird man dann nicht von Füßen zertrampelt, wenn alle zum Ausgang eilen. (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , ,

2 Kommentare auf "Der Platz am Ausgang / Heiße Tage"

  1. stonefights sagt:

    Um in ihrem „Bild“ des „Zimmers“ und „Feuer“ zu bleiben, erstmal ihre wichtigen Ausschnitte:

    …“Derzeit halte ich zum Beispiel gerne viel Cash.“…
    …“Aber Cash ist wie ein Platz beim Ausgang. Man will da nicht die ganze Zeit sitzen. Zu zugig. Aber das ist passend, wenn es ein Feuer gibt…zumindest wird man dann nicht von Füßen zertrampelt, wenn alle zum Ausgang eilen.“…
    …“Anfang des Monats schwebte die Hitze über London …“…

    Hr.Bonner, wenn sie lediglich die Aktienmärkte und andere Assets hinsichtlich ihres SPEKULATIONS-Charakters mit ihrem Raum meinen, dann kann ich ihrem Bild zustimmen.
    Wenn sie jedoch keinerlei „physische“ ABSICHERUNG ihres „Wohlstandes“ meinen, dann male ich ihr Bild um:

    Sicherlich kann es mittelfristig auf allen Assets, ja selbst bei Immobilien gigantische „Preisfälle“ geben.(Szenario: Deflationärer Crash)
    Sicherlich kann es aus unterschiedlichsten Gründen auch Preisrutsche, z.B. bei Edelmetallen ,geben, die Erfahrung von 2007-2008 kann jeder nachvollziehen.

    Aber verliert nicht jede Brand-Versicherung am Ende des Jahres ihren investieren Wert ?
    Was hilft mir das eingesparte CASH, welches ich NICHT in die Brand-Versicherung investiert habe, wenn das Haus (des Wohlstands) ohne vorherige Ankündigung abgebrannt ist ?
    Brennt Papier nicht sogar am besten ?
    lg, stonefights

  2. Takuto sagt:

    Sehe ich auch so. Einen (kleineren) Teil des Vermögens in Cash kann nicht schaden für den Fall, dass Gold und Silber noch mal kurzzeitig fallen, aber eben nur dafür!

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.