Der perfekte Sturm…

2. Mai 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Andras Hoose

Dass etwas ganz Großes auf uns zurollt, ist nur noch mit einer gehörigen Portion Ignoranz, völliger Blindheit oder totalem Desinteresse zu übersehen. Doch glücklicherweise fallen überall die Tomaten von den Augen…

… und so spricht sich immer mehr herum, dass man endlich etwas tun muss, wenn man die kommenden Jahre einigermaßen unbeschadet überstehen möchte.

In dem Zusammenhang fällt mir eine Bekannte ein, die mir kürzlich von einem „Ausflug“ zum Edelmetallhändler pro aurum in München berichtet hatte. Auffallend viele junge Leute im Studentenalter hätten sich dort mit Gold- und Silbermünzen eingedeckt. Das ist ausdrücklich zu begrüßen, vor allem dann, wenn die jungen Leute zuvor ihr Bankkonto leergeräumt, und dem völlig maroden Papiergeldsystem somit einen wichtigen Teil der Energie entzogen haben.

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick auf den langfristigen Verlauf des Goldpreises: Seit gut anderthalb Jahren haben kurzfristig agierende Anleger mit dem Edelmetall praktisch nichts mehr verdient. Von wegen, „The Trend is Your Friend“:

Fehlsignale in die eine, wie auch in die andere Richtung haben Spekulanten und Trader zuletzt immer wieder an der Nase herumgeführt. Herausgekommen ist eine Seitwärtsbewegung, die nach den scharfen Rücksetzern der letzten April-Woche auch noch nicht zu Ende ist. Achten Sie auf das rote Rechteck in der folgenden Abbildung.

Gold Monatsbasis NEU JPG

Vor etwa 15 Jahren haben mich praktisch alle Kollegen ausgelacht, weil ich ihnen erklärt hatte, Gold werde das herausragende Investment für die kommenden Jahre werden. Eine Unze kostete damals ungefähr 250 US-Dollar.

Heute erneuere ich diese Prognose: Auch in den kommenden zehn bis 15 Jahren wird Gold eines der besten Investments sein, das es auf unserem Planeten gibt. Wahrscheinlich lachen auch jetzt wieder viele. Umgekehrt gilt: Je weniger sich über eine solche Aussage jetzt amüsieren und sie vielleicht sogar unterstützen, desto länger wird es noch dauern, bis die Prognose eintrifft.

Doch genauso muss das auch sein. Denn wenn niemand lacht, und statt dessen alle applaudieren, dann steht man ganz eindeutig auf der falschen Seite. So einfach kann Börse sein.

Wirklich interessant wird es dann, wenn das Vertrauen in unser Geldsystem im großen Stil zu erodieren beginnt. Beobachten Sie das jetzt ganz genau, denn das ist für Ihr finanzielles Überleben jetzt wichtiger als alles andere.

Lesen Sie Zeitung, verfolgen Sie die Nachrichten im Fernsehen – vor allem aber verfolgen Sie die alternativen Medien. Und dann machen Sie sich selbst ein Bild, anstatt irgendwelchen Gurus und vermeintlichen Experten hinterher zu rennen. Die wissen nämlich auch nicht mehr als Sie selber.

Im Moment werden Sie erkennen, dass beispielsweise ein Bargeldverbot auf internationaler Ebene immer konkreter wird. Jüngstes Beispiel sind die europäischen Krisenländer Italien, Spanien und Frankreich, wo die Nutzung von Bargeld immer stärker eingeschränkt wird. Den Vogel schießt Griechenland ab, wo Bargeldgeschäfte künftig auf 70 Euro beschränkt sein werden.

Das alles hat freilich nichts mit den offiziellen Begründungen wie „Terrorismusbekämpfung“ oder dem „Kampf gegen Geldwäsche“ zu tun, sondern dient einzig und allein dem Ziel, den bestehenden Wahnsinn so lange wie irgend möglich fortsetzen und im Zuge eines Bargeldverbots negative Zinsen flächendeckend einführen zu können. Damit die Verschuldungsorgie noch weitergehen und eine Flucht der Menschen in Bargeld vereitelt sein möge.

Doch die Uhr tickt jetzt unerbittlich, denn immer mehr Menschen erkennen, welcher faule Zauber hier veranstaltet wird.

Die Wahrheit hinter der Geschichte werden Sie an den Renditen für langlaufende Staatsanleihen erkennen. Wenn sich die Dinge dort bewegen, wird es höchste Zeit, in Deckung zu gehen. Ein Anstieg der Zinsen ohne das Zutun der Notenbanken wird das Ende in diesem traurigen Kapitel der 5.000 Jahre währenden Geldgeschichte einläuten. Er wird stellvertretend stehen für einen Zusammenbruch des Vertrauens in die Allmacht der Notenbanken.

In der folgenden Abbildung des Münchner ifo-Instituts wird das am Beispiel Griechenlands verdeutlicht: Trotz der Verbalinterventionen der Europäischen Zentralbank beginnen die Zinsen in Griechenland jetzt ganz massiv anzusteigen. Achten Sie auf die hellblaue Linie.

Zehnjährige International JPG

In diesem Stil werden wir das in den kommenden zwei bis drei Jahren auch in anderen Euroländern erleben. Und am Ende in den USA.

Lassen Sie sich daher von den salbungsvollen Worten der US-Notenbank nicht einlullen: Das ganze Zinserhöhungsgerede ist genauso Theater wie das Geschwafel von einem angeblichen Wirtschaftsaufschwung. In Wahrheit können sich weder die USA noch Europa höhere Zinsen erlauben, weil die Staatsschulden mittlerweile alle historischen Maßstäbe sprengen.

Sell in May?

Sollte man deshalb jetzt also schleunigst alle Aktien verkaufen, schließlich beginnt gerade der Mai und es gibt da doch diese berüchtigte Börsenregel, wonach man jetzt in den Urlaub fahren und am besten erst im September zurückkommen sollte?

Beim DAX zeigen sich tatsächlich erste Ermüdungserscheinungen, wie die folgende Abbildung deutlich macht. Rollt da etwa eine obere Umkehr in Form einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation auf uns zu?

DAX kurz JPG

Haus und Hof sollte man im Moment besser nicht darauf verwetten, denn es gibt da auch noch eine andere Börsenregel, die da lautet: Wenn an der Börse etwas ganz offensichtlich ist, dann passiert garantiert das genaue Gegenteil…

Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief


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