Der neue US-Finanzminister bringt Opfer

3. Februar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Was wissen wir eigentlich sonst noch im Hinblick auf Präsident Trump? Nun, wir wissen, wen er in seinem Kabinett in Schlüsselpositionen positioniert hat. Einige von ihnen scheinen wohl ziemlich gut zu sein…

Die Milliardärin und die „Schule nach Wahl“-Befürworterin Betsy DeVos könnte im Bildungsbereich tatsächlich eine Verbesserung bringen. Aber schauen wir uns jetzt die wichtigen ökonomischen Ressorts genauer an..

Für die wichtigsten Finanzposten wählte der Präsident Goldman Sachs-Menschen. Steve Mnuchin, sein Finanzminister, ist Goldman Sachs-Mann aus dem Bilderbuch; schon sein Vater machte vor ihm dort Karriere.

Ist das etwas schlechtes?

Natürlich nicht!

Dies ist ein Mann, der versteht, dass am Rentenmarkt sich Rendite und Preis invers zueinander verhalten. Er weiß, wie man eine Subprime-Hypothekenkrise in eine große Chance verwandelt und wie man mit den großen Banken spricht.

Und seit Mnuchin jetzt auf der öffentlichen Gehaltsliste steht, steht er auf unserer Seite. Herr Mnuchin hat große persönliche Opfer gebracht. Er gab sein Millionen-Salär als Filmfinanzierer auf, um für die Bundesregierung mit einem Gehalt von nur 237.000 US-Dollar pro Jahr zu arbeiten. Wie kommt er wohl damit aus bzw. durch?

Er wird unermüdlich daran arbeiten, das Falschgeldsystem, das ihn und seine Kumpels so reich gemacht hat, zu demontieren.

Weder er noch „The Donald“ haben dies ja in der Öffentlichkeit erwähnt. Sie hoffen wohl auf eine Überraschung und wollen den großen Banken zuvorkommen. Aber jetzt können wir von ihnen erwarten, dass sie ein ehrliches Geld-System aufbauen. Sie hören auf, sich beim Zins einzumischen und Aktien- und Anleihenkurse zu stützen. Sie lassen die Chips einfach fallen.

Natürlich werden Trump, Mnuchin, Ross, und ihre Kumpels als Folge dessen auch „ärmer“ werden. Wenn sich der US-Aktien- und Anleihenmarkt halbiert, löschen Sie in etwa 33 Billionen Dollar an „fiktivem“ Reichtum aus.

Aber da ist ja genau das, was die öffentlichen Bediensteten tun sollten: die Interessen der Allgemeinheit vor die eigenen zu stellen.

Gott sei Dank haben wir endlich ein Team, das genau das tun wird.

Oder etwa nicht???

Boomzeit

Was haben wir noch vergessen?

Oh, ja das versprochene vier Prozent BIP-Wachstum, die Steuersenkungen und den große Infrastruktur-Ausgaben-Boom.

Mal sehen. Wie bekommt man das eigentlich hin?

Sie senken die Steuern. Aber, Stopp, warten Sie.

Herr Mnuchin sagt, dass er zwar die Steuersätze senken will, aber gleichzeitig die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten beschränken wolle. Letztlich werden die Reichen nicht wirklich Geld sparen.

Er verspricht aber immer noch eine Steuersenkung für die Mittelklasse und für Unternehmen. Und er will mit einem sog. „dynamischen Scoring“ beweisen, dass die Staatsschulden gleichzeitig nicht weiter ansteigen werden.

Voodoo-Ökonomie

Die „Logik“ dahinter ist, dass das zusätzliche Geld in den Händen der Menschen zu einem Boom führen wird. George Bush, „der Ältere“, nannte das „Voodoo-Ökonomie“. Na ja, er hatte ja keine rote Trump-Mütze auf.

Es ist ziemlich einfach. Wirklich. Steuerliche Stimulierung. Steuersenkungen. Wachstum. Es ist nur lustig, dass die vorigen Regierungen nie daran gedacht haben. Vermutlich wollten sie nie ein Wachstum in Höhe von vier Prozent haben, oder?

Fehlt noch was?

Nun, Herr Trump verwarf auch noch das Trans-Pacific-Handelsabkommen (TPP).

Ist das nun schlecht?

Nicht unbedingt. Wenn wir an der Macht wären, würden wir alle Handelsabkommen zerreißen. Stattdessen würden wir einfach sagen: es ist nicht die Sache der Regierung, wer was an wen verkauft. Die Leute sollten ihre Leben leben und die besten Produkte zu den besten Preisen kaufen. Unabhängig davon, wo oder von wem sie produziert wurden.

Hurra!

Ein weiterer guter Schachzug vom Trump-Team.

America first
Aber was ist das?

Der Präsident drohte auch, Importzölle auf Einfuhren einzuführen.

Wird das nicht zu höheren Preisen führen, zu mehr Inflation?

Wird das nicht den Regierungsvertretern mehr Macht zur Entscheidung geben, welcher „Crony“ wie besteuert wird und welcher nicht, welche Firma wichtig ist und welche nicht?

Und wird dies nicht zu einer Verlangsamung des Welthandels, einer Verringerung des Wirtschaftswachstums, einer Zunahme der Bürokratie und einer ärmeren Welt führen?

Das könnte sehr wohl der Fall sein.

Ende des altruistischen Zeitalters

Aber Mr. Trump ist ein Sieger; er muss etwas aus dem Ärmel ziehen, von dem er uns noch nichts erzählt hat.

Es hat noch nie in der ganzen Weltgeschichte funktioniert, den Handel einzuschränken. Aber diesmal ist ja alles anders.

Die ehemaligen argentinischen Anführer Cristina Kirchner und Juan Perón scheiterten mit der selben Agenda, mit der Trump uns jetzt „beglücken“ will. Man muss den Kerl dafür einfach lieben.

Wahrscheinlich am wichtigsten ist, dass Donald Trump versprochen hat, dem „Altruismus“ der Clinton-, Bush- und Obama-Regierungen ein Ende zu setzen. Jetzt gilt endlich „Amerika first.“

Warum unsere früheren Präsidenten andere Nationen den USA gegenüber bevorzugten, ist noch nie erklärt worden. Aber wenn wir die rote Trump-Mütze tragen, können und dürfen wir nicht zu viele Fragen stellen, oder?
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Eine andere Welt...(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

2 Kommentare auf "Der neue US-Finanzminister bringt Opfer"

  1. markus45 sagt:

    „Es hat noch nie in der ganzen Weltgeschichte funktioniert, den Handel einzuschränken. Aber diesmal ist ja alles anders.“

    Das stimmt. Aber es würde ja nicht der ganze Handel eingeschränkt werden, sondern nur der mit dem Ausland. Und der würde auch nicht ausgesetzt, sondern nur reduziert werden. Handel wird eingeschränkt, wenn es weniger Teilnehmer gibt oder diese weniger handeln (d.h. kaufen/verkaufen).

    In einer Gesellschaft, in der 60% der Menschen weniger als 1000$ Rücklagen haben und 80% der Menschen nur 7% des Gesamtvermögens besitzen, ist dieser Handel leider sehr sehr eingeschränkt (USA: https://www.youtube.com/watch?v=myeTFquSNMA , eine 7 min Präsentation). Einfach, weil ein Großteil der Menschen sich vielen nicht leisten kann. Es kann nun schon Sinn machen etwas protektionistisch zu agieren und damit den länderübergreifenden Handel einzuschränken. Man könnte sich z.B. so dem globalen Steuerdumpingwettbewerb entziehen oder hohe Umweltstandards durchsetzen (die wenn in anderen Ländern produziert wird, nicht oder nur extrem unzureichend durchgesetzt werden können) oder viel progressiver besteuern. Wenn die Verteilung des Vermögens dadurch in genügend großem Maße verbessert wird, so wird der Anstieg des Handels zwischen den ca. 320 Millionen Amerikanern die Reduktion des Handels mit dem Ausland überkompensieren.

    Das wird jedoch unter Trump sicher NICHT passieren.

  2. Argonautiker sagt:

    Eben weil das System so verzwickt geworden ist, führt man es ja auch jetzt dem Terraminator zu. Weil Arnold Schwarzenegger jedoch ebenfalls schon in die Jahre gekommen ist, muß man das System vorher schön aufschaukeln und es weiter destabilisieren, denn sonst haut den Filz selbst Arnie nicht in tausend Stücke. Und vorwärts, rückwärts geht die Fahrt, Subvention hier und Sanktion da, mal Vollgas und dann Bremsen bis die Socken qualmen. Hasta la vista baby.

    Und zum Destabilisieren, ist Trump, und ein jeder, der ein zu großes Ego hat, hervorragend geeignet, hat man ja auch bei Mutti gesehen. Vor lauter Ego und ihrem suggerierenden Mantra, Europa muß zusammenhalten, hat sie gar nicht mehr gesehen daß sie Europa eigentlich gespalten hat. Ups.

    Den Schritt von der mächtigsten zur ohnmächtigsten Frau der Welt hat Trump allerdings noch vor sich. Ob er das ohne Geschlechtsumwandlung schafft? Mal sehen, man muß ihm auch ein bisschen Zeit geben.

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