Der Mensch bleibt analog

16. November 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Egon Wolfgang Kreutzer

Derzeit konzentriert sich viel Aufmerksamkeit, gepaart mit zumeist wenig Sachverstand, auf die Herausforderung der „Digitalisierung“. Der Fortschritt in der Entwicklung künstlicher Intelligenz begeistert Fantasten und lockt Anlegern Milliardenbeträge aus der Tasche. Der Mensch jedoch, bleibt analog…

Die vermeintliche Notwendigkeit superschneller Breitbandverbindungen zur Realisierung von „Smart Home“-Anwendungen, mobilisiert sogar die Spruchblasenproduktion einer Allparteienkoalition der Politik. Die Welt wird nicht mehr so sein, wie wir sie kennen, heißt es, und das alleine gilt als erstrebenswert. Selbstfahrende Autos, Paketzustellung per Drohne, Verdächtigenverfolgung per allgegenwärtiger Gesichtserkennung, totale Überwachung des Zahlungsverkehrs und damit des Konsumverhaltens, das alles haben wir bereits, bzw. es kommt in aller Kürze auf uns zu.  

Selbst wenn eines Tages Mikrochips ins Gehirn implantiert werden, um die Bandbreite von Fähigkeiten zu erweitern, wird das Basis-Betriebssystem des Menschen immer analog bleiben und zur Weiterverarbeitung auch der komplexesten Ergebnisse nur über eine sehr beschränkte analoge Schnittstelle fähig sein.

Unsere „Hauptplatine“ ist mit nur maximal 40 Hertz getaktet. Auf diese Hauptplatine sind nur fünf höchst unzuverlässige Sensoren als Eingänge geschaltet, nämlich unsere Augen als Sensoren für elektromagnetische Wellen mit Wellenlängen von 380 bis 750 Nanometer, die Ohren, als Sensoren für Schwingungen der Luft im Frequenzspektrum von bestenfalls 14 bis 14.000 Hertz, in der Nase und im Mund sitzen Molekular-Rezeptoren, die einige hundert Substanzen nach Nützlichkeit und Schädlichkeit zu unterscheiden vermögen, und die Haut, als haptisches Sinnesorgan vermittelt Informationen über die Intensität der Molekularbewegung und die Oberflächenbeschaffenheit der Elemente der Umwelt. Zudem verfügt die Hauptplatine über eine Art primitives Gyroskop, das allerdings nur unter optimalen Bedingungen wirklich funktioniert. Das Interessanteste ist das organische Speichermedium und vor allem das raffinierte, weitgehend autonom arbeitende Speichermanagement, dessen Funktionsprinzip nach wie vor nicht restlos entschlüsselt werden konnte, das aber im „Normalbetrieb“ alle notwendigen Informationen, sofern bereits gespeichert, zur Beurteilung einer Situation zur Verfügung stellt und laufend neue Sinneseindrücke mit assoziativen Verknüpfungen ablegt.

Diese analoge „Maschine“ hat im Laufe der Entwicklungsgeschichte der Menschheit großartige und bewunderswerte, ja im höchsten Maße erstaunliche Leistungen vollbracht, die von der Erfindung der Schrift bis zur Vor-Ort-Erkundung der Marsoberfläche reichen, weil es ihr gelungen ist, sich externe Sensorik, externe Rechenleistung, externe Motorik und externe Speicherkapazitäten zu schaffen, die das eigene Vermögen weit übertreffen.

Der Mensch jedoch ist analog geblieben. Alle „Ergebnisse“ der externalisierten Fähigkeiten muss er mit seinen fünf Sinnen und seinem mit 40 Hertz getakteten Gehirn verarbeiten, was den Menschen in seiner technisierten Umwelt zur „Prozessbremse“ und damit zum „Risikofaktor“ werden lässt. Die Entwicklung voll autonomer Systeme ist daher die zwangsläufige Notwendigkeit, um die technische Überlegenheit optimal nutzen zu können. Der seit Jahrzehnten in Romanen und Filmen agierende Kampfroboter ist eine dieser unumgänglichen Folgen.

Diese Entwicklung hat jedoch Konsequenzen, die in der derzeitigen Diskussion absolut nicht anzutreffen sind. Die unangenehmste dieser Konsequenzen benenne ich vorab, um Ihr Interesse zu wecken und wach zu halten, während ich die zugehörige Argumentation und Beweisführung ausbreite:

Der Mensch wird – mit dem Fortschreiten der Eroberung seiner kompletten Umwelt durch die Hervorbringungen der Digitalisierung – die Mehrzahl seiner kognitiven Fähigkeiten einbüßen und letztlich zurückfallen auf das Niveau einer unbewussten, animalischen, nur noch triebgesteuerten Existenz.

Der Prozess, dessen Wirkungen ich hier schildere, hat schon vor geraumer Zeit begonnen. Es ist ein Prozess der Entfremdung, ja der immer weiter vom Menschen weg verlagerten Schnittstelle zwischen den Ursachen (Uwelteinfluss, Tat, Handlung, Aktion, Reaktion) und deren Wirkungen. Dieser Prozess wird zudem überlagert, von einer immer schnelleren Veränderung der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, weil sich die Benutzerschnittstellen der Technik immer schneller verändern.

Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären, das noch einigermaßen überschaubar bleibt und dennoch schon an die Grenzen rührt, die wir überschritten haben, ohne es noch zu bemerken. Sprechen wir vom Automobil…

In der Frühzeit des Automobils musste der Motor mit einer Handkurbel angeworfen werden. Beim Wechsel der Gänge war ein gefühlvolles „Zwischengas“ erforderlich, die Hupe befand sich außen und war ein Konstrukt aus Signalhorn und Gummiball. Beschleunigt und gebremst wurde auch damals schon mit Bewegungen des rechten Fußes.

Seit das Automobil zum Massengut geworden ist, kennt die Menschheit den Begriff des Gasgebens als ein Synonym für „Beschleunigen“. Das Automatikgetriebe hat uns die Notwendigkeit abgenommen, auf die Drehzahl des Motors zu achten und im richtigen Augenblick den Gang zu wechseln. Selbstabblendende Rückspiegel geben uns das Gefühl, das rückwärtige Geschehen stets optimal zu beobachten, das Antiblockier-System und das ESP-System unterstützen beim Bremsen und vermeiden oder mildern Unfälle durch unkontrolliertes Schleudern. Einpark-Assistenten finden den Weg in die Parklücke besser als der Mensch, Regensensoren schalten die Scheibenwischer und auch die Scheinwerfer ein, Spurhalte-Assistenten ermöglichen Sekundenschlaf ohne gleich auf die Gegenfahrbahn zu geraten, und ein Notbrems-System kann das Überfahren plötzlich auftauchender Fußgänger verhindern.

Das Automobil der Gegenwart nimmt zudem das Fahrziel per Spracheingabe entgegen, ermittelt den optimalen Weg, prüft auf speziellen Verkehrsfunk-Frequenzen die Verkehrslage auf Staus, berücksichtigt auch diese, und stellt über die Kommunikation mit mindestens drei geostationären Satelliten die auf wenige Meter genaue Positin des Fahrzeuges fest, um dann dem Fahrer, per Sprachausgabe mitzuteilen, wann er wo abzubiegen hat, und zum Schluss auch, dass er sein Ziel erreicht habe.

Das alles ist ohne Frage sehr komfortabel, ja sogar bequem geworden, doch sind wir in diesen Automobilen noch „Fahrer“?

Ich würde diese Frage mit einem „vielleicht gerade noch“ beantworten, obwohl in Wahrheit schon längst das Auto alles übernommen hat, was wichtig ist, um von Worpswede nach Quakenbrück zu gelangen, außer Tanken, Starten, Gasgeben und jenem Teil des Lenkens und Bremsens, dass es nicht vorsorglich selbst übernimmt.

Nun steht nirgends geschrieben, dass es das Ziel der Evolution sein sollte, perfekte Autofahrer auf dem Stand der Technik von 1955 hervorzubringen. Sicherlich nicht. Aber kann es ein Ziel der Evolution sein, die Aufmerksamkeit des Individuums, das Erfassen von Situationen und das Abrufen der richtigen Reaktionen, ja sogar die Orientierung im durchfahrenen Raum nahezu vollständig abzuschalten? Kann es das Ziel der Evolution sein, ein in einem bequemen Sitz angeschnallten Haufen Langeweile zu produzieren, dessen Hauptinteresse auf die Frage zusammenschrumpft, ob an der nächsten Raststätte eine Pinkelpause eingelegt werden soll?

Die nächste Entwicklungsstufe wird bereits auf den Straßen erprobt. Es gibt keinen Fahrer mehr. Kein Lenkrad, kein Gaspedal, keine Bremse. Das ist das vorhersehbare Aus für alle Fahrschulen. Das Auto der nächsten Generation hat den eingebauten Führerschein. Es gibt auch keine Altersbegrenzung mehr. Wer den Aktivierungscode hat und in der Lage ist, sein Ziel zu nennen, kommt hin.

Der Unterschied, zwischen Auto und U-Bahn ist kaum mehr zu erkennen, zumal die noch autofahrenden Menschen ebenso wie die U-Bahn-fahrenden nur noch vor sich hindösen oder auf kleinen Bildschirmen irgendetwas betrachten, was mit ihrer realen Situation nichts zu tun hat.

Der Kokon aus fürsorglicher Technik holt den Menschen aus dem Autoscooter und setzt ihn in das alte Karussel, wo er mit allen anderen die unabänderlichen Runden dreht, und verwehrt ihm damit konsequent den Zugang zu neuen Erlebnissen und Erkenntnissen, zur Selbsterfahrung und zur kreativen Entfaltung.

Versucht man, den Zustand des so fortbewegten Menschen zu beschreiben, so handelt es sich dabei um etwas, das man als den temporären Ausstieg aus der Verantwortung für sein Leben bezeichnen könnte.

Es ist ein Stilllegen wesentlicher Elemente des analogen Menschen, die Reduktion auf die physische Existenz, die von unbewussten, genetisch programmierten Steuerungen aufrechterhalten wird, während der „Zweck“, bzw. die „Entfaltungsmöglichkeiten“ des Apparats Mensch, nämlich mit dem bewusst steuernden und Entscheidungen treffenden Teil des Großhirns die Welt wahrzunehmen und mit ihr sinnvoll zu interagieren, temporär überflüssig geworden ist.

Es ist ja aber nicht nur das Automobil – ein Apparat, von dem seine Nutzer längst viel weniger verstehen, als vor hundertfünfzig Jahren der Pferdekutscher von seiner Droschke und seinem Pferd – die Gelegenheiten für die Totalabschaltung des Gehirns mehren sich.

Auf tausenden von Kanälen bieten Streamingdienste aus schier unerschöpflichen Quellen 24 Stunden täglich genau jene Musik, die ich gern höre. Von nichts unterbrochen, noch nicht einmal von Warnmeldungen. Auf anderen Kanälen laufen Videos und Filme. Man muss nicht unbedingt konzentriert dabei sein. Man kann ja zurückspringen – oder vorspringen, wenn die Szene langweilt.

Wir gestalten uns auf diese Weise unsere finstere Höhle, in die nur das hineinkommt, was wir bis zum Überdruss hineinlassen. Es findet keine Interaktion mehr statt, nur noch ein Suhlen im Angenehmen.

Das Smart Home, in welchem das Fitnessarmband und die Badezimmerwaage mit Kühlschrank, Mikrowelle und dem Auto kommunizieren, welches wiederum mit der Jalousiensteuerung und der Heizung (bzw. Klimaanlage) kommuniziert, um pünktlich beim Ankommen an der Stromzapfsäule die vegane Fertigpizza zu erhitzen und den Robotstaubsauger in seine Garage zu befehlen, ist nur der erste Teil des Szenarios, das bald so ziemlich alle Haushalte bieten werden, weil alternative Formen der Versorgung schlicht nicht mehr angeboten werden, allenfalls noch als Geheimtipp unter Sterneköchen gehandelt, hier und da ein Biobauer …

In die Tapete eingearbeitet LEDs werden automatisch die Beleuchtung der Stimmung anpassen, die wiederum von der Fitnessuhr und ihren vielfältigen Sensoren erfasst und in ein Leuchtmuster umgesetzt wird, und das so perfekt, dass niemand mehr einen Gedanken an „Licht“ verschwendet. Es wird einfach da sein – und so, wie es ist, wird es gut, wenn nicht gar perfekt sein.

Auch das ist höchster Komfort, höchste Bequemlichkeit, die wir – selig lächelnd, wie ein satter Säugling – schlicht aufsaugen, ohne zu fragen, wie die Welt da draußen, hinter den Fensterscheiben aussieht, weil es sich in Wahrheit um riesige Bildschirme handelt, auf denen wir, wenn wir es wollten, auch das Bild der Außenkamera ansehen könnten, aber das ist meistens nicht besonders attraktiv, keine Action – und nachts sowieso finster.

Diese düstere Aussicht wirft allerdings die berechtigte Frage auf, woher denn all dieser Komfort kommen soll, wer denn da konstruieren, planen, produzieren, montieren, liefern, warten und reparieren soll, und damit zugleich die Frage, wer diesen Komfort aus welchem Einkommen bezahlen soll.

Schließlich ist dieses menschengemachte „Schlaraffenland“ ein Widerspruch in sich, der immer unauflöslicher wird, je „höher“ es sich entwickelt. Das lässt sich an einem utopischen Endzustand am besten darstellen:

Alle Leistung zur Herstellung von Komfort und Bequemlichkeit wird von vollautonomen, selbstreproduzierenden und selbstregenerierenden Systemen erbracht. Kein Mensch erzielt mehr ein Arbeitseinkommen.

Dies bedeutet jedoch, dass die ursprünglichen Investoren, welche die autonomen Systeme geschaffen haben, vor einem Problem stehen. Ihr Eigentum ist nämlich wertlos geworden. Entweder, sie akzeptieren das, und lassen diese vollautonomen Systeme einfach weiterlaufen und werden dazu zu gleichberechtigten Nutznießern, oder sie akzeptieren es nicht und schalten die Systeme soweit ab, dass gerade noch ihr Eigenbedarf befriedigt wird, während der Rest der Menschheit in die Steinzeit zurückgeworfen wird, was bedeutet, dass die Weltbevölkerung innerhalb weniger Jahre von dann fast 10 Milliarden auf auf ungefähr eine Milliarde zusammenschrumpfen würde. Diese eine Milliarde müsste versuchen, sich mit ihren analogen Fähigkeiten gegen die immer noch aktiven vollautonomen Systeme zu behaupten… (SEITE 2)

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6 Kommentare auf "Der Mensch bleibt analog"

  1. Argonautiker sagt:

    Der wesentlichen Aussage dieses Aufsatzes, mag ich zustimmen. Es ist ein Wahnsinn, der da gerade mit der Technisierung begangen wird, und der die Entwicklung der Welt, durch Machtwollende aufs Gnadenloseste kastriert wird, und nichts mehr sein darf, was die Machthabenden in ihrer Position in Frage stellt.

    Dieser Machthabende Mensch denkt, daß er die Schöpfung zu Frieden stellt, wenn er irre technische Errungenschaften aufstellt, und nun zum Beispiel mittels Handys, mit Menschen über Hunderte Kilometer hinweg kommunizieren kann, anstatt so eine Fähigkeit, zum Beispiel mittels so etwas wie Telepathie, in sich zu entwickeln. Unmöglich? Nun für die Denk- und Entwicklungsfaulen schon.

    Sie denken, es hätte schon immer Tiere gegeben, die schon immer fliegen konnten? Sie denken, daß es einmal flugfähige Menschen geben könnte, die dazu keiner Maschine bedürfen, ist unmöglich? Wahrscheinlich nicht in 100 oder 1000 Jahren, aber vielleicht in 100 Millionen Jahren. Aber vielleicht kommt Morgen auch schon einer vorbei gesegelt, und weiß nicht wie ihm geschehen ist, aber auf einmal konnte er es. Aber ersetzt man inhaltliche Entwicklung dauernd durch Technik, dann ist die Verhinderung der inhaltlichen Entwicklung Gewiss.

    Die ganze Technisierung dürfte das Konstrukt derer sein, die einst damit angefangen haben, Menschen für sich arbeiten zu lassen, anstatt selbst etwas zu tun. Die Sklavenhalter. Die schlauen aber ewig Faulen. Die immer alles haben wollten, anstatt etwas aus sich erschaffen wollten. Die, die das Ergebnis schon immer vor der Ursache wollten. Die, die deshalb auch den Kredit erschufen, der auch die bevorteilt, die ihren Lohn so gerne schon vor dem Tun haben wollen, besonders wenn sie Regeln geschaffen haben, die ihre Irrtümer sozialisieren, sollte sie mit ihren Kredit basierten Investitionen mal auf das falsche Pferd gesetzt haben.

    Bei all diesen Dingen bin ich bei dem Autor dieser Zeilen.

    Hingegen möchte ich nicht zustimmen, daß der Mensch nur eine analoge Weise hat. Der Kopiervorgang, der während der Zellteilung von statten geht, ist zwar auch Analog, aber würde man dieses Analoge Vorgehen auf mathematischer Quantenebene betrachten, die sich durchaus auch vollzieht, wäre sie auch digital, also ein Vorgang von komplex miteinander verschachtelten Einsen und Nullen, beziehungsweise ein Wechselspiel von Plus und Minus, von An und Aus, also digital. Den Kopierverlust, den man bei der Zellerneuerung erleidet, und der unserem Altern entspricht, ist dem digitalen Kopierverlust gegenüber einem Analogen durchaus ebenbürtig.

    Unser Gehirn ist auch generell nicht zu lahm, oder minderbemittelter als ein Computer. Im Gegenteil, immerhin ist es in der Lage mehrere Hundert Milliarden Einzelzellen zu annähernd gleicher Zeit zu koordinieren. Der Computer ist lediglich deshalb überlegen, weil er seine Kapazität auf wenige Funktionen bündeln kann, weil man zur Zeit einfach nicht mehr von ihm verlangt. Hätte ein Computer, und sei er auch noch so groß, die Aufgabe, zur gleichen Zeit Hunderte Milliarden von Einzelzellen mit ihren Komplexen Funktionen zu steuern, er wäre gnadenlos überfordert. Ein Computer schwächelt ja schon, wenn er sagen wir mal 100 Programme zur gleichen Zeit ausüben muß. Was in uns alles zur ähnlichen Zeit passiert, ist unserer Bewußtheit lediglich nicht bewußt.

    So toll sind diese Maschinen nämlich auch nicht. Allein wenn man mal das Prinzip, des sich pro Schachfeld vervielfachenden Reiskorns her nimmt und den Computer auf diese eise füttert, zwingt man einen Computer sehr schnell in die Knie. Öffnen Sie mal den internen Rechner in ihrem Computer und lassen sie ihn mal 2×2=4 4×4=16 16×16 multiplizieren. Einfach schnell immer Mal-Gleich, Mal-Gleich drücken. Ihn also mit einer exponentiell erweiternden Quadratrechnungen beaufgaben. Sie werden sehr schnell sehen, wie schnell er aufgibt, beziehungsweise wie schnell sie an seine Grenzen kommen.

    Wenn sie gegen einen Computer Schach spielen und wahrscheinlich verlieren, dann spielt der Computer ausschließlich Schach, währen der Mensch Hunderte Milliarden von Einzelzellen mit recht komplexen Aufgaben steuert, und DAZU noch Schach spielt. Das heißt unsre Bewußtheit ist einem Computer in vielen Dingen unterlegen, gegen das, was das Komplexe Gehirn mittels im Unbewußten steuert, ist ein Computer gelinde gesagt recht minderbemittelt.

    Es ist auch nicht anzunehmen, daß das Unbewußte, sich zu unserem Bewußten so verhält, daß es das Szenario, was viele Fiktion Autoren als Horrorszenario hinstellen, indem sie die Roboter die Welt übernehmen lassen, zulässt. Viel eher ist es wahrscheinlich, daß das Unbewußte der Bewußtheit zeigt wo es lang geht, und ihm die vermeintliche Kontrolle entzieht, und der Bewußtheit ihr derzeitiges Lieblingsspielzeug, die Elektrotechnik, wieder wegnimmt, indem es sich wie ein Elternteil zu seinem Zögling verhält, der viel zu viel Fernsehen schauen möchte, und einfach mal die Sicherung raus dreht.

    Wie das so aussehen könnte, wenn die Sicherungen des bewußten Handelns durch das Unbewußte raus gedreht werden? Nun da braucht man sich derzeit nur mal die sich selbst beweihräuchernde so genannte Elite anschauen. Der Nero Effekt ist längst gezündet, und man zündelt, weil man glaubt, man könne zündeln, weil man selbst, als Gottgleicher, davon zu kommen glaubt.

    Die vollkommen gegen jegliche Vernunft von ihrem Wahnwitz herbeigeführten Krisen mehren sich, und noch kann man die Resultate nach unten delegieren. Noch, aber irgendwann kommt er dann ins Gallopieren, der Wahnsinn und der Berg auf dessen Spitze man sich in Sicherheit wähnte, besteht nur noch aus Scherben.

    Wir müssen das Klima schützen, also lasst uns noch eine Schippe drauf legen und noch mehr Produzieren und alles technische vollkommen neu umkrempeln.

    Wir brauchen mehr Frieden, und deshalb müssen wir unsere Feinde besiegen, also lasst uns zum großen Kriegen blasen.

    Wir brauchen mehr Sicherheit, also lasst uns alle Grenzen nieder reißen.

    Wir müssen sparen, also lasst uns Geld drucken, bis die Fetzen fliegen.

    Wie viel Wahnsinn verträgt eine Welt?

    • astroman sagt:

      Hut ab an den Autor und den Kommentator!

      Ja, die Gefahr ist da: Der Mensch als Reiz-Reaktions-Bündel. Input through Smartphone, Output through Fingers. Wo man damals im Internet noch selber auf Entdeckungsreise ging, wird man heute von Algorithmen gesteuert. Man muss nur noch auf die Empfehlung klicken.

      Vielleicht wird das in den Städten auch so werden / ist es schon, wo man – zumindes ist – gleich wieder froh ist, wenn man die dreckig, laute, graue Straße hinter sich lässt und sich wieder virtuell in den eigenen vier Wänden was Interessantes / Schönes tun kann.

      Aber: Wenn ich im Urlaub bin, denke ich immer: Was machst Du eigentlich die restlichen 11,5 Monate? Wirklich zufrieden bist Du mit halb-vollem Bauch in der Sonne, ein gutes Buch und ab und an ne Wanderung und ins Meer. Also ziemlich low-tek-analog.

      Da drängt das „Tier“ in mir doch in die Natur und nicht nach facebook.

      Zum Unbewussten: Nicht zu unterschätzen sind die destruktiven Motivationen des Menschen. Wenn sich die Masse irgendwann einig ist, dass Roboter und Computer sie in die Armut oder Bedeutungslosigkeit zwingen, werden letztere gestürmt. Vielleicht auch einfach zur Wiederherstellung der Macht als Demontration, wer Herr im Hause ist, weil man sich nicht mehr vorschreiben lassen will, wann man aufsteht und welche Route man gefahren wird (Autonomiemotiv). Ich hab schon mehr als einmal den Stecker aus dem PC gezogen und der Kist eine geschallert, um zu zeigen, wer wirklich Herr im Hause ist, weil er mit dummen Fragen und Meldungen nervte.

      Vielleicht wird’s auch Stilsache: Richtige Jungs und Mädels fahren selber und knipsen das Licht per Schalter an. Wenn verboten wird, kommt es die AfM. Autonomie für Menschen, die das einfordert. Auf 15% kommt die bestimmt 😉

      Mal gucken…

      • astroman sagt:

        Bitte entschuldigen Sie die zahlreichen Vertipper. Ich hab’s anders als sonst impuls-gepostet.

      • Argonautiker sagt:

        „Nicht zu unterschätzen sind die destruktiven Motivationen des Menschen. Wenn sich die Masse irgendwann einig ist, dass Roboter und Computer sie in die Armut oder Bedeutungslosigkeit zwingen, werden letztere gestürmt.“

        Das ist der Punkt. Derzeitig sieht man einen Unfall meist als Unfall. Ein Unfall dürfte aber lediglich auf der Ebene der Bewußtheit ein Unfall sein. Auf der Ebene des Unbewußten dürfte es sich bei dem Unfall um eine Korrektur an eine fehllaufende Bewußtheit handeln, die vom Unbewußten eingeleitet wird.

        Man hat den Betonpfeiler gegen den man rennt dann einfach nicht mehr gesehen. Und man hat ihn deshalb nicht mehr gesehen, weil das Unbewußte es nicht wollte, daß man ihn sieht. Nur so sind die Wahnhaften Entscheidungen auf Entscheider Ebene noch zu verstehen.

        Zusätlich ist es in der Tat so, wie Sie ergänzten: Auf der Ebene des Unbewußten sind wir von den Anderen wesentlich weniger geteilt. Man wird sich im Unbewußten also irgendwann einig sein, und zerstören was uns von dem Abhält was wirklich wichtig für uns wäre.

        Die Verweigerung des Konsums hat ja auch schon eingesetzt. Man versucht der Verweigerung von der anderen Seite entgegen zu wirken, und macht Kredite möglichst günstig. Aber es wirkt nicht mehr in dem Maße, wie es das zur Erhaltung des Systems müsste. Folglich kommt man in die Endlosschleife, daß Kredite vornehmlich Kredite bediehnen. Das System hat sich aufgehängt.

        Die Erhaltung dieses Systems ist ja irre teuer geworden. Also holt man nun Menschen herein, von denen man meint, daß die mit den Lokalen Menschen diesbezüglich noch nicht so im Einklang sind, daß es nicht wirklich was bringt, sich etwas zu erschaffen, weil einen die ständig wechselnden Regelsetzungen der Obrigkeit, dieses Erwirkte dann doch auf die ein oder andere Weise wieder abnimmt.

        Man glaubt, dieses eingewanderte „Frischfleisch“ glaubt noch an den Hasen, den der Windhundhalter dem Windhund auf der Rennbahn von hinten über eine Angel vor die Nase hält. Man denkt, diese Neuen wissen noch nicht, daß bei diesem Spiel nur der Rennveranstalter mit seinen Wettgeschäften richtig abkassiert. Allerdings sieht es so aus, als hätte das „Frischfleisch“ in ihren Ländern halt doch ähnliche Erfahrungen mit ihrer Obrigkeit gemacht, sodaß sie uns auf Unbewußter Ebene doch näher sind als wir denken. Auch sie streben eher in die Soziale Hängematte, anstatt noch dem Hasen hinterher zu rennen.

        Das Unbewußte betrügt man nicht. Es gibt in jedem von uns „Einen“, der alles dokumentiert. Man sollte es den Heiko Mass‘ dieser Welt vielleicht mal mitteilen, daß der Job des Big Brothers, schon lange vergeben ist. Und dessen Intensionen, dürften den Interessen derer, die dem Luziferischen Ego etwas zu sehr frönen, und ein technisches Gegenwerk zu dieser Totalüberwachung erschaffen wollen, nicht sehr gewogen sein.

  2. Don_Juan_Matus sagt:

    Toller Beitrag von Herr Kreutzer, auch wenn er drastisch die Entwicklungen weiter spinnt.
    Dass mit der Computerisierung immer mehr Menschen „überflüssig“ werden, ist klar vorgezeichnet.
    Wollen wir das??
    (Deshalb?) ist ein Ziel der NWO ja die Dezimierung der Menschheit!
    Der sog. Neoliberalismus & die NWO sind zutiefst Menschen feindliche Konzepte, von Unmenschen (Psychopathen) für Psychopathen ersonnen. Auch Computerprogramme sind gewisser maßen Psychopathen, weil sie keine Emotionen haben.
    Die Auswirkungen, Entmenschlichung und die Degeneration kann man heute schon in den entwickelten Gesellschaften beobachten.
    Und ja, mit dem ganzen bequemen technischen Fortschritt werden wir von unseren wirklichen menschlichen Bedürfnissen weggelenkt. Dabei verlernen die Menschen das Wichtigste, nämlich „in seiner Mitte“ zu sein.
    Das geht nur mit Ruhe, wenn man z.B. das Äußere abschaltet.
    „Es ist nicht so das Problem, dass Computer immer menschlicher werden, sondern dass die Menschen immer Computer ähnlicher werden!“ Es färbt gewisser Maßen ab.
    Bei der ganzen Fortschritts-Hysterie wird ja überhaupt nicht mehr gefragt, ob die Mehrheit der Menschen das überhaupt will und was alles dafür geopfert wird. Der Fortschritt ist zum wilden „Tanz um das goldene Kalb“ verkommen.
    Die Entwicklungen aus diesem anderen, menschlichen Blickwinkel anzuschauen, halte ich für wichtig und überfällig.

  3. Avantgarde sagt:

    Wir stehen vor massiven Umbrüchen, die dieses Mal alle Schichten vom Hilfsarbeiter bis zum Akademiker betreffen werden.
    Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Ob es uns gefällt oder nicht spielt dabei keine Rolle – es wird einfach geschehen.

    Humans Need Not Apply
    https://www.youtube.com/watch?v=7Pq-S557XQU
    (dt. Untertitel)

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