Der Markt trifft auf Probleme

18. März 2014 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Die Probleme kommen jeden Morgen durch die Tür und feiern jede Nacht. Aber sie können sich gut verstellen. Eines Tages kommen sie rein mit dem gesunden Gesicht eines robusten Hochzinsanleihen-Markets. Am nächsten Tag wirken sie gedrückt, durch unüblich niedrige Konsumentenpreis-Inflation. Und am Wochenende sind sie wieder da – ein Schuss von der Wallstreet, mit den höchsten Gewinnmargen in 60 Jahren…

Ich habe einen weiteren Rekord, der vor kurzem gebrochen worden ist: In den späten 1970ern überredete Michael Milken seinen Boss bei Drexel Burham, ihn eine Handelsabteilung für Hochzins-Anleihen starten zu lassen. (Deren Spitzname lautet „Junkbonds“). Bald erzielte Mikes Handelsabteilung eine Rendite von 100% bezogen auf den Einsatz.

Der Junkbond-Markt war winzig – insgesamt lag das Volumen aller ausstehenden Anleihen in diesem Sektor im Bereich 30 Mrd. Dollar, Mitte der 1980er. Mike hatte Recht – Junkbonds waren sehr profitabel. Aber das hinderte die Behörden nicht darin, ihn 1990 ins Gefängnis zu stecken, wegen sechs Fällen von Betrug. (Milken hört nicht an den legalen Grenzen auf, Geld zu machen.)

Nichtsdestoweniger wuchs der Junkbond-Markt weiterhin. Ende der 1990er hatte das Volumen von neuen Anleihen neue Rekorde erreicht, ungefähr 150 Mrd. Dollar. Dann kollabierte die Neu-Emission von Anleihen zusammen mit der Technologie-Blase. Aber anders als Technologie-Aktien flogen die Junkbonds bald höher als je zuvor. Mitte des Zeitraums 2000-2007 stieg die Höhe der Neuemission von Junkbonds über die 150 Mrd. Dollar Marke.

Aber in 2013 gab es einen noch deutlicheren Anstieg – es wurden neue Anleihen im Volumen von rund 300 Mrd. Dollar neu herausgegeben. Warum so viele Junkbonds? Nun, dafür müssen wir – wie für so vieles – der Zentralbank danken.

Niedrigere Renditen für US-Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit Investment Grade waren den niedrigen Leitzinsen Alan Greenspans zu verdanken. Das ermutigte Investoren, ihre Komfortzone zu erweitern auf der Suche nach höheren Renditen, im Gegenzug mit niedrigerer Qualität. Bis 2007 hatten sie schlechte Gegenden erreicht, um das zu bekommen, was sie wollten.

Kann man das diesen Investoren vorwerfen, liebe Leser? Da die Fed die Zinsen niedrig hielt, gab es immer weniger Gründe, zahlungsunfähig zu werden. Ein Zombie-Business musste nicht aufhören, seine Schulden zu bedienen – die mussten nur refinanziert werden. Gläubiger und Schuldner waren in die Irre geführt. Die Geldgeber waren unüblich motiviert – die Geldgeber selbst glaubten, dass die Schuldner uncharakteristisch solvent seien.

Dies führt zu meiner jüngsten Aussage: Die Bilanz der Fed in Höhe von 4,1 Billionen Dollar ist eine Einladung für Probleme.

Hallo, Probleme

Die Probleme kommen jeden Morgen durch die Tür und feiern jede Nacht. Aber sie können sich gut verstellen. Eines Tages kommen sie rein mit dem gesunden Gesicht eines robusten Hochzinsanleihen-Markets. Am nächsten Tag wirken sie gedrückt, durch unüblich niedrige Konsumentenpreis-Inflation. Und am Wochenende sind sie wieder da – ein Schuss von der Wallstreet, mit den höchsten Gewinnmargen in 60 Jahren.

Ja, liebe Leser, Probleme kommen in Verkleidung. Eine ehrliche, gut funktionierende Wirtschaft entdeckt diese sofort und zeigt ihnen die Tür. Aber eine selbst hoch manipulierte Wirtschaft ist wie Karneval. Man kann alles finden, was man will – aber nichts ist exakt das, was es zu sein scheint. Volkswirte nennen das eine „Verzerrung“.

Die realen Kosten für reales Kapital werden normalerweise durch die Zinsen festgelegt. Wenn die Fed es dem Markt erlaubt, normal zu funktionieren, dann können die Investoren die Fakten sehen. Wenn die Fed interveniert, dann ist der Effekt eine Verzerrung der Wirtschaft und der Märkte. Künstliche Zinssenkungen machen Kapital zu billig. Es wird sich dann zu leicht verschuldet und zu bereitwillig Geld ausgegeben. Das Ergebnis ist Über-Spekulation…und Über-Investitionen.

Das ist der Grund, warum 2014 mit Rekord-Emissionen von Junkbonds begonnen hat. Das ist nur ein Zeichen des Einmischens der Fed an den Märkten. Die US-„Erholung“ ist die schwächste in der Nachkriegsgeschichte!

Niemals zuvor folgte auf eine so starke Rezession eine so schwache Erholung. Quartal auf Quartal lagen der Zuwachs an Arbeitsplätzen, das Wirtschaftswachstum und die Inflation substanziell unter den Werten jeder anderen Erholung seit dem Zweiten Weltkrieg. Das ist ein weiterer Rekord! Und vielleicht einer von denen, welcher die Tür für Probleme öffnet, wenn sie sich zeigen… (Seite 2)


 

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