Der Mainstream pflegt die Angst vor Trump

12. August 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die in Deutschland veröffentlichte Meinung ist sich mal wieder einig. Donald Trump ist gefährlich. Das drückt sich täglich in der Veröffentlichung möglichst unvorteilhafter Fotos des Präsidentschaftskandidaten und den dazu passenden reißerischen Überschriften aus. Die ehemalige Grenze zwischen Bericht und Kommentar ist nicht mehr nur verschwommen. Sie erinnert an den derzeitigen Zustand der EU-Außengrenzen.

Das praktische an einer in weiten Teilen einheitlichen Presselandschaft ist die Möglichkeit zum Sparen. Der Blick in eine Gazette genügt. Zu 95% weiß man danach, was die anderen veröffentlichen. Der Rest ist Werbung. Man kann sogar jedes Jahr mehr sparen, denn mangels interessierter Leser liegen die Blätter immer öfter gratis aus oder werden Passanten in die Hand gedrückt.

Während manches schnell in der Versenkung verschwindet arbeiten sich die Schreiber an einigen Themen monatelang ab. Ein solches Thema ist die Kandidatur von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl. Zu Beginn wurde die Kandidatur belächelt. Als den ersten reichlich spät klar wurde, dass die Konkurrenten aus dem Lager der Republikaner Trump nicht annähernd das Wasser reichen konnten, wurde die Hoffnung breitgetreten, die republikanische Partei werde einen Kandidaten Trump nicht zulassen. Als dies doch geschah und man beobachten durfte wie Trump nach und nach auch viele Granden der republikanischen Partei ins Boot holte, verlagerte man sich wieder auf das alte Muster.

Man kritsiert mit frisch geputzter deutscher Brille (70er-Jahre Modell) alles was Trump vorschlägt und jeden der sich ihm anschließt. Auch der vor allem für seine Worthülsen bekannte Frank Steinmeier gestand er sei in dieser Frage nicht neutral und sagte unlängst ihm würde bange, wenn er an eine Präsidentschaft Trumps denke. Man fragt sich, welche Gefühle sich in Steinmeier angesichts der desolaten Lage Europas rühren. Davon hat er nicht gesprochen. Vermutlich ist er in der Flüchtlingsfrage neutral und plant eine Konferenz in deren Rahmen darüber gesprochen wird, ob es sinnvoll sein könnte gemeinsam mit den europäischen Freunden und Partnern und Freundinnen und Partnerinnen ein Bündel an Maßnahmen zu schnüren. Bis dahin muss man einfach mal zusehen, dass einem nicht bange wird.

Die Kritik in der Presse nimmt zunehmend putzige Züge an. Wer die Schlammwerferei über einige Monate verfolgt, der findet witzigerweise vor allem das, was viele Schreiber Trump vorwerfen: Inkonsistenz. Das fängt beim kleinen Moritz in der Wirtschaftspresse an und endet in den immer dpa-lastigeren Tagesveröffentlichungen. Eine neues Glanzlicht setzte nun eine Frau Werner von der glücklicherweise gratis herumliegenden Süddeutschen Zeitung vom Dienstag.

Um einen Eindruck vom aktuellen Tonfall und von der erreichten Stufe des selbst ernannten Qualitätsjournalismus 2016 zu vermitteln, folgen nun einige Auszüge aus einem Text, dem die Redaktion der Zeitung immerhin zwei Drittel einer Seite spendierten.

Der Aufhänger des Artikels ist die Vorstellung von Trumps Beraterstab. Es geht los mit der altbekannten Mischung aus Privatfernsehen-Humor.

Donald Trumps Wirtschatsberater sind wie er selbst. Natürlich sind ihre Haare nicht so orangefarben, und ihre Haare sind nicht so geföhnt wie bei [ihm]

Ach, die Haare. Was haben wir gelacht. Da hat die Autorin aber Glück, dass man über Haare offenbar noch lachen darf. Man stelle sich vor Trump hätte orangefarbene Haut.

Auf der Liste der Berater die Trump jetzt veröffentlicht hat (…) stehen fast nur: weiße, alte Männer.

Schlimm! Wo sind die Frauen- und Schwarzenquoten? Warum finden sich keine 20-jährigen Wirtschaftsberater? Sollte man sich nicht lieber Fragen, ob ein Team kompetent ist oder ist das im Jahr 2016 schon politisch unkorrekt? Wir wissen nicht, ob die Berater kompetent sind, aber am Geschlecht oder an der Hautfarbe würden wir das nicht festmachen.

Kurioserweise heißen auch fünf von 14 Beratern Steve.

Das geht natürlich gar nicht. Gibt es keine Deckelung für Steves? Her mit der Quote! Hoffentlich ist wenigstens einer der Steves mit einem Michael zusammen und nicht mit einer Jane sonst wird es wirklich langsam verdächtig. Von wegen Namen sind Schall und Rauch.

Jetzt wird es aber spannender:

Fast interessanter als die Namen, die auf Trumps Liste stehen, sind die Namen, die fehlen: die üblichen Wirtschaftstheoretiker und Starökonomen, die sonst immer zur republikanischen Berater-Elite zählen, zum Beispiel Glenn Hubbard (…) oder Gregory Mankiw.

Keine Wirtschaftsheoretiker? Na sowas, dabei waren die Theoretiker doch in den letzten Jahren so furchtbar erfolgreich. Man achte darauf dass Praktiker im Beraterteam sind und „Wirtschafstheoretiker“ herausfallen. Eine Wende, die man durchaus auch positiv beleuchten könnte. Aber Starökomonen sind einfach sexy, auch wenn in den letzten Dekaden außer viel Geschwafel nicht viel aus ihnen herauszuholen war.

Nur einer der Männer, auf die Trump hören will, ist Professor für Volkswirtschaft: der Freihandelskritiker und China-Feind Peter Navarro.

Also doch ein Ökonom, aber da er eine andere Meinung hat offenbar ein schlimmer. Es gibt also Volkswirte denen gegenüber man wohlgesonnen ist und andere.

Trump glaubt nicht an die traditionellen Wirtschaftstheoretiker und großen Denker,

Was haben traditionelle Volkswirte mit großen Denkern zu tun? Vermutlich soviel wie die aktuellen Experimente mit klassischer Volkswirtschaft. Manchmal hat man den Eindruck diese beiden Mengen sind disjunkt, wie der Mathematiker sagt. 

Weiter geht’s:

Er setzt auf Machertypen, die wissen, wie man reich wird, auf Unternehmer.

Macher, Unternehmer, reich werden. Mehr als reich werden macht natürlich ein Unternehmer nicht. Ein Macher weiß eben nur wie man reich wird, was er dafür macht spielt keine Rolle. Eine Sichtweise, die sicherlich auf Berliner Straßenfesten bei einer Runde Freudenfeuer gut ankommt.

Viele sind Kritiker der US-Notenbank Federal Reserve, einer starken staatlichen Aufsicht.

Eine bemerkenswerte Leistung der Autorin, die Kritik an der Fed auf dessen Aufsichtsfunktionen umzudeuten. An der Geldpolitik und den Anleihekäufen kann es wohl nicht liegen.

Der Immobilienmogul ließ auch die großen Banken von der Wall Street außen vor – oder haben Sie sich geweigert, ihm öffentlich zur Seite zu stehen?

Das ist geradezu bösartig vom Kandidaten. Nachdem man jahrelang lesen durfte, dass eben diese Banken am Weltuntergang und alles mögliche verantwortlich sind, soll es nun ein Fehler sein, sich nicht von ihnen beraten zu lassen.

Seine Geldexperten im Beraterteam sind fast ausschließlich Finanzinvestoren. Sie verdienen ihr Geld mit Immobiliengeschäften oder mit Hedgefonds.

So einfach ist die Welt. Immerhin verdienen sie Geld. Warum sollte man sich da von Banken beraten lassen, die staatliche Unterstützung brauchten, als es eng wurde? Liest man den ganzen Artikel in der SZ so offenbar sich eine Sicht auf die Finanzwelt, die bestenfalls zu einer mittelklassigen Schülerzeitung passen würde. So wird munter alles in einen Topf geworfen. Geldexperten, Wirtschaftsberater, Starökonom. Gibt es eigentlich auch Stargeldexperten?

Vier Berater werden explizit erwähnt, darunter der Cerberus Chef Feinberg unter der besonders originellen Überschrift „Höllenhund“ (das gibt sicher einen Sonderpunkt in der Deutschklausur!).

Das Unternehmen steht immer wieder in der Kritik, unter anderem weil ihm die Waffenfirma gehört, die das Bushmaster Gewehr herstellt, das der Täter bei dem Amoklauf in Sandy Hook 2012 nutzte.

Das ist wirklich unverantwortlich. Zyniker könnten anmerken, ob Putin an dem Amoklauf schuld gewesen wäre, hätte der Täter eine AK 47 benutzt. Interessant ist dieser Kommentar sicher auch für die CEOs von Rheinmetall, Lockheed und Co. Bitte nicht Frau Clinton beraten.

Auch nett ist der Text zum Milliardär Andy Beal.

Auch er verdiente in der Finanzkrise viel Geld, weil der Kredite günstig aufkaufte, die in Not geratene Banken loswerden wollten.

Man sollte der Vollständigkeit halber erwähnen, dass die Banken (a) den Mist an dem sie fast gescheitert sind vorher selber von den Wall Street Banken, die Herr Trump nun außen vor lässt, gekauft haben und (b) froh waren über jeden, der ihnen die Papiere seinerzeit abnahm. Aber bitte, Herr Beal, bitte kein Geld damit verdienen, denn die Banken sind doch in Not geraten. Gibt es Sozialarbeiter für in Not geratene Banken? Ist die Formulierung „in Not geratene Banken“ nicht eine wunderschöne und geradezu Mitleid erregende Konstruktion. Treffender wäre der Satz „die Manager der Banken haben ihre Firmen in eine Notsitutation gebracht.“ Aber das würde Verantwortlichkeiten erläutern und Verantwortung wird in Deutschland auch 2016 nicht zum Wort des Jahres.

Bekannt ist er auch als semiprofessioneller Pokerspieler. Er (…) hat bei einem Spiel im Bellagio in Las Vegas einmal 11,7 Millionen Dollar verdient – der bislang höchste Tagesgewinn.

Ziemlich Semiprofessionell, in der Tat. Man mag sich kaum ausmalen, was ein Profi verdient hätte.

Es folgt John Paulson vom gleichnamigen Hedge Fund.

Er hatte 2007, vor dem Ausbruch der Finanzkrise, im großen Stil auf den Einbruch des schon damals überhitzten Immobilienmarkts der USA gewettet und dann Milliarden verdient.

So funktioniert es. Man sucht eine Fehlbewertung und nutzt diese. Im Nachhinein liest sich das alles immer einfach, und die Gewinne erscheinen leistungslos. Aber das ist nicht der Fall. Jeder kann das am Finanzmarkt selbst ausprobieren.

Die Bank Goldman Sachs musste später eine hohe Strafe zahlen, weil Sie Kunden die Verbriefungen der Immobilienkredite verkauft hatte, die sie für Paulson zusammengestellt hatten, ohne vor den Risiken genug zu warnen. Paulson ging straffrei aus.

Natürlich ging Paulson straffrei aus. Er hat ein Produkt auflegen lassen und das gekauft. Soll er in den Knast weil die Vertriebler der Bank die das Produkt aufgelegt haben die Gegenseite dieses Produktes anderen Leuten aufgedrückt haben? Nebenbei bemerkt sollte man davon ausgehen dürfen, dass viele von denen die Risiken oft sehr wohl verstanden haben oder aber komplett überbezahlt waren. Wie war das übrigens noch mal mit den Wall Street Banken, die Trump nicht an Bord hat?

Wir wissen nicht, ob die Autorin des Artikels in dieser Gratisausgabe der SZ ihren Lesern Angst vor Trump und seinem Beraterstab machen wollte, oder ob sie sich über die beteiligten Personen lustig machen wollte. Beides ist nicht gelungen. Auch beim Angstmachen gibt es offenbar eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis. Immerhin hat der Artikel es geschafft, das Wort semiprofessionell in ein neues Licht zu rücken.

 

18 Kommentare auf "Der Mainstream pflegt die Angst vor Trump"

  1. cubus53 sagt:

    Der Mainstream bzw. die Elite (wer ist das eigentlich?) können Trump als neuen Präsidenten nicht gut finden, weil deren Einfluss und Machtanspruch dann dramatisch sinken wird. Denn ein Herr Trump wird Frau Merkel und deren Paladine nicht in die Arme nehmen, sondern schlicht links liegen lassen. Letztlich betrifft das den gesamten Hühnerhaufen namens EU.

    Die Diskussion um Trump hier in Deutschland ist belanglos, denn die meisten Amerikaner wissen nicht, wo Deutschland liegt, noch weniger verfolgen sie die Deutsche Presse. In den USA gibt es keine politische Bildung. Wenn sich Herr Obama in einer TV-Show auf ein Furzkissen setzt und laut lacht, dann verstehen die Amerikaner das als politische Transparenz und Offenheit. Eine Diskussion um politische Themen dagegen findet kaum statt.

    Sollte Trump es ernst meinen, sich nur um Amerika zu kümmern, d.h. symbolisch eine Mauer um das Land zu ziehen, dann würde auch ich ihn wählen. Jedes Land auf dieser Erde sollte sich um eigene Belange kümmern und aufhören, andere zu bombardieren oder sich in die Belange anderer einzumischen. Was hat Deutschland in Afghanistan, Irak, Libyen oder Syrien zu suchen? Genau das befeuert doch ständig neue Flüchtlingswellen.

  2. FDominicus sagt:

    Wow, das ist aber schon „netter“ Tobak. Aber es zeigt eben die Systempresse existiert und man muß wohl schreiben Gutmenschen sind Sie alle. Ich hatte mich vor einiger Zeit festgelegt und für mich wäre eines klar, Frau Hillary würde ich freiwillig nicht wählen. Was man da erwarten kann wird und ja täglich vorgeführt. Ich kann nichts erkennen was auf eine Verbesserung hinausliefe. Ich wählte wenn ich die Wahl hätte Herrn Trump auch wenn mir eines ganz speziell negativ auffällt. Ein besonderer Fan von freiem Handel scheint er nicht zu sein ich bezweifele auch sehr, daß er Schritte gegen die FED unternehmen wird. Die wird und wohl noch erhalten bleiben und weiter ihr unseliges Wert durchziehen. Warum wir nicht mal durch Katastrophen lernen wollen, werde ich nie verstehen, warum wir immer wieder die ganze Erde mit Krieg überziehen durch Systeme die immer schon scheiterten und immer wieder scheitern werden, ist an Dummheit nicht zu überbieten.

  3. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo zusammen,

    interessant ist auch die Metamorphose von Clinton hinsichtlich TTIP:
    Hillary Clintons Meinung dazu:
    ◾As Secretary of State: “TPP sets the gold standard in trade agreements to open free, transparent, fair trade, the kind of environment that has the rule of law and a level playing field.”
    ◾Last October: “Based on what I know so far, I can’t support this agreement.”
    ◾Today: “I oppose it now, I’ll oppose it after the election, and I’ll oppose it as president.”

    Niemand hat die Absicht TTIP einzuführen.

    Beste Grüße
    Bankhaus Rott

  4. FDominicus sagt:

    Ich weiß nicht was im TTIP drin stehen wird. Was drin stehen sollte kann man in einem Satz hinschreiben. „Jeder kann mit jedem wo man will Handel betreiben“ und fertig ist man mit dem Freihandel. Das es so nicht ist zeigt ja wohl es geht nicht um freien Handel sondern um reglementierten Handel. Wenn Frau Hillary aber nicht meint freier Handel sei gut und meint, TTIP wäre tatsächlich über freien Handel, dann kann man wohl daraus nur folgern. Sie hat wohl die Trump Meinung Amerika first oder so übernommen. Man kann kaum erwarten, daß in der Form und Vorstellung von Frau Hillary dabei etwas Gutes herauskommen wird können.

    Sollte Sie aber der Meinung sein TTIP wäre zu kompliziert und behinderte den freien Handel, wäre ich über diese Erkenntnis positiv überrascht.

  5. JayJay sagt:

    Wie heißt es von Gandhi:

    “Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. “
    Mahatma Gandhi

    Und es stimmt den Amis interessiert es einen Sch..ß, was die deutschen Medien über Trump schreiben. Man darf gespannt sein sollte Trump wirklich gewinnen, wird sicherlich lustig unseren Hühnerhaufen (Medien/Politik) zu sehen in Old Germany.

    Gold & Silber Ahoi 🙂

  6. Reiner Vogels sagt:

    Zweierlei

    1. Zu TTIP und TPP

    Beide Abkommen haben nichts, aber absolut gar nichts mit Freihandel zu tun. Das kann man schon als blutiger Laie erkennen, wenn man sich vor Augen hält, daß große und bedeutende Volkswirtschaften, die den USA gefährlich werden könnten, wie die BRICS von vornherein ausgeschlossen sind.

    Es geht nicht um Freihandel, sondern um das Setzen von Normen und Standards für den internationalen Handel. Das geht von so banalen Dingen wie der Form von Steckdosen in der Wand und den passenden Steckern bis hin zu Sicherheitsstandards, Umweltstandards, Mobilfunk- und Internetprotokollen und Währungen, in denen Handelsgeschäfte abgewickelt werden.

    Entscheidend ist bei beiden Abkommen für die USA, daß sie in beiden der Platzhirsch sein werden. Sie bzw. ihre Konzerne werden es also sein, die die Standards in den größten Märkten der Welt diktieren können. Auf diese Weise wollen die USA sich auf Dauer als diktierende Vormacht im Welthandel behaupten. Z.B. für Deutschland werden dann nur noch die Brosamen übrigbleiben, die von der Herren Tische fallen.

    2. Zu Trump und Clinton

    Clinton steht für Krieg. Sie war die Haupttreiberin des Überfalls auf Libyen. Sie hat, als sie vDas geht von so banalen Dingen wie die Form von Steckdosen in der Wand und den passenden Steckern bis hin zu Sicherheitsstandauon der unsagbar bestialischen Ermordung Gaddafis erfuhr, unter diabolischem Gelächter ein bekanntes Cäsarzitat modifiziert und höhnisch triumphierend ausgerufen: „We came, we saw, he died.“

    Ich denke, wenn eine Person, in deren Herz eine derart ungezügelte Mordlust lodert, die Kommandogewalt über die US-Streitkräfte bekommt, gilt für uns alle Alarmstufe rot.

  7. Reiner Vogels sagt:

    Sorry, in meinen Absatz 2 ist mit copy und paste irrtümlich etwas von Absatz 1 hineingerutscht. Richtig muß dieser Absatz so lauten:

    2. Zu Trump und Clinton

    Clinton steht für Krieg. Sie war die Haupttreiberin des Überfalls auf Libyen. Sie hat, als sie von der unsagbar bestialischen Ermordung Gaddafis erfuhr, unter diabolischem Gelächter ein bekanntes Cäsarzitat modifiziert und höhnisch triumphierend ausgerufen: „We came, we saw, he died.“

    Ich denke, wenn eine Person, in deren Herz eine derart ungezügelte Mordlust lodert, die Kommandogewalt über die US-Streitkräfte bekommt, gilt für uns alle Alarmstufe rot.

  8. bluestar sagt:

    Ach ja, unsere sogenannten, selbsternannten Qualitätsmedien. Erinnern mich so sehr an die DDR, dass ich selbst kostenlos angebotene Exemplare im ICE prinzipiell ablehne.
    Der Artikel von Frau Werner aber übertrifft in seiner Peinlichkeit selbst noch SED-Propagandablätter der 80er Jahre.
    Was mit Killary kommt ist hier wohl jedem klar. Insgesamt sieht es für Deutschland da nicht gut aus. Dazu passen die folgenden Aussagen George Friedmans von der US-Denkfabrik STARTFOR.
    https://www.youtube.com/watch?v=jGyI0de9Yygh

  9. Argonautiker sagt:

    Stimme zu, das Mobbing gegenüber Trump ist unerträglich geworden.

    Ich fürchte jedoch, daß es sich auch bei Trump um eine „yes we can“ Luftnummer handelt. Selbstverständlich muß man als Unternehmer auch was tun um Erfolg zu haben, also wird er keine Luftnummer im Sinne eines Nichtskönners sein. Er wird also natürlich schon was können. Aber genau so natürlich, dürfte es sich bei jemandem, der Milliarden gescheffelt hat, eben auch um jemanden handeln, der sein Tun, gegenüber dem Tun Anderer weitaus überbewertet. Es gibt eindeutig Unterschiede zwischen Menschen, aber die liegen in Wirklichkeit wesentlich näher beieinander, als es der Abstand eines Milliardärs gegenüber einem einfachen Menschen darstellt.

    Wenn jemand etwas doppelt so schnell, so gut, so wertig, so klug, so effizient, so was auch immer, machen will, als ein Anderer, dann muß er sich schon anstrengen. Wenn er gar zwei- drei- viermal, so gut sein will, sind das schon sehr große Unterschiede, die eher selten vorkommen und noch schwerer zu erreichen sind. Und wenn einer gar 10 Mal besser sein will als ein Anderer, dann liegen wir im Bereich von absoluten Loosern verglichen mit Weltrekordlern.

    Alles was über diese Wirklichkeit der Unterschiede hinaus geht, dürfte also aus Illusion, Betrug, beziehungsweise Sklavenhaltung, hervorgegangen sein, indem man bei der Aufteilung von Arbeit und Verdienst eben das altbekannte Prinzip angewandt hat, die Mühen möglichst zu sozialisieren und die Gewinne möglichst auf sich zu zentralisieren.

    Und natürlich wird Trump einige Dinge anders machen. Diese Dinge werden auch einiges verändern. Wozu diese Veränderungen führen werden, bleibt abzuwarten, es steht jedoch zu Befürchten, daß diese Veränderungen, ihm, beziehungsweise den Leuten, die so sind wie er, wesentlich mehr Vorteile bringen werden als Anderen.

    Alan Greenspan war immer in Gold, hat dann als sogenannter Währungshüter, seine Position ebenfalls dazu genutzt, um mit Geld, Geld zu machen, und ist nun wieder in Gold gewechselt. All diesen Herren fehlt es einfach an einem „Genug“, und sie neigen eindeutig zur Habgier. In einer Materiell begrenzen Welt bedeutet Habgier, daß es irgendwo fehlen wird.

    Um das zu sehen, braucht man nichts abzuwarten, das ist auch jetzt schon klar zu sehen. Daß Trump also etwas grob gestrickt ist, zu Fettnäpfchen neigt, und so herrlich unkonventionell ist, ist sicherlich keine Begründung einer Unfähigkeit zu diesem Amt. Seine Habgier aber schon.

  10. Bummbumm sagt:

    Mir ist Trump lieber. Trump ist ein ehrlicher Lügner. Das braucht man so in der Politik und in der Geschäftswelt und Trump macht keinen Hehl daraus.

    Clinton ist eine verlogene Ehrliche. Solche gibts nun wirklich überall genug und diese schein-ehrlichen Doppelmoraler bin ich leid.

  11. Frank Underwood sagt:

    Was dem einen seinen „Mainstream“, ist dem anderen sein Stream an gleichförmigen Meinungen. Und was der einen ihr tatsächlich relativ unqualifizierter Artikel, ist dem Bankhaus Rott eine entsprechende Litanei, die auch kaum etwas zur Sache tut. Zumindest sollte man doch erwähnen, dass in den USA sich auch die Republikaner, denen sich Trump ja irgendwie formal zugehörig fühlt, sich verblüfft die Augen rieben. Und das gilt nicht für die erste Riege der Volkswirtschaftler, unabhängig von ihrer Prägung, sondern auch für das Cheflevel der amerikanischen Industrie. Vermutlich dürften auch genau wegen seiner Neigung, von seinem Dilettantismus selbst keine Spur von Vorstellung zu besitzen und die Nonsense-Spirale bis zum letzten Tropfen auszukosten, ihm immer mehr Geldgeber und Parteigenossen von der Fahne gehen. In den USA könnte ja zur Not auch der Präsident etwas blöd sein, solange der Beraterstab noch halbwegs klar in der Birne ist. Stattdessen beruft Trump Spieler aus der Kreisklasse in die Nationalmannschaft. Trump erledigt sich eben von allein, und das ist kurioserweise das, was Hillary zur Präsidenten macht. Munger und Buffett sind ja auch schon bleich um die Nase bei dem Gedanken, „his chances are not zero“ (Munger). Lesen Sie dies hier: http://bit.ly/2bhKTgh So einen gedanklich desorientierten Menschen würde man nicht einmal als Bürgermeister in einer Kleinstadt haben. Ich merke das nur an, weil ich mich wundere, wie in der kritikfähigen Mitte der Gesellschaft sich der Verstand auch schon zu zersetzen scheint, aufs Haar wie bei den Linken, egal was, Hauptsache es geht gegen „den Feind“. Mutmaßlich. Pures, daten- und faktenfreies Sentiment.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Frank Underwood,

      der Artikel dreht sich, wie sie möglicherweise festgestellt haben um die Art und Weise wie die heimische Presse sich zu Trump äußert. Die Kölner Ausgabe von ABC haben wir leider ebenso wenig zur Hand wie erlesene Kontakte zu Quellen mit vertrauenswürdigen Gerüchten.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Frank Underwood,

      ob es ein schlechtes Zeichen ist, wenn sich Teile der Wall Street, Buffet und Munger oder Steinmeier Sorgen machen darf jeder selbst für sich beurteilen. Soviel Demokratie sollte selbst bei Demokraten gelten.

      „Stattdessen beruft Trump Spieler aus der Kreisklasse in die Nationalmannschaft.“

      Die im Artikel genannten Herren sind für Sie Kreisklasse?

      Wir finden es übrigens putzig, dass viele, auch in Deutschland, Frau Clinton immer Hillary nennen.

      Beste Grüße und noch einen interessanten Wahlkampf
      Bankhaus Rott

  12. Frank Underwood sagt:

    Während mein Kommentar auf Ihre Diskussionsbereitschaft („Freischaltung“) wartet, hier ein Zitat, dass die Stimmung in der Republikanischen Partei beleuchtet. Es geht um Gerüchte, dass die Partei bereits im September, spätestens im Oktober finanziell den Stöpsel ziehen sollte:
    „Word of cutting off Trump comes days after news that more than 70 high-profile Republicans signed an open letter calling on RNC Chairman Reince Priebus to stop funding Trump and use the money for Senate and House races instead. “We believe that Donald Trump’s divisiveness, recklessness, incompetence, and record-breaking unpopularity risk turning this election into a Democratic landslide, and only the immediate shift of all available RNC resources to vulnerable Senate and House races will prevent the GOP from drowning with a Trump-emblazoned anchor around its neck,” notes the draft of the letter … Meanwhile, some advisers outside of his campaign, and even some inside it, are frustrated. They “think that it’s almost as if Donald Trump is trying to lose,” ABC’s Jonathan Karl said on This Week. “There is absolute frustration in his inability to get on message and to win a race that many of them believe is eminently winnable.” Für mich völlig unverständlich, wie man meint, diesen politischen Dilettanten vor irgendeiner Presse in Schutz nehmen zu müssen. Wemj der SZ-Artikel zu blöd ist (wäre er mir ja auch), der sollte nicht bloß über anderer Leute intellektuelle Sparprodukte herziehen, sondern selbst eine gründlichere, im Idealfall sogar vernünftige Analyse liefern (und da müsste man von dem amerikanischen Mehrhheitswahlrecht sprechen (stellen Sie sich mal vor, wie wenig hier irgendjemanden die AfD kratzen würde, wenn wir amerikanisches Wahlrecht hätten).

  13. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Frank Underwood,

    die von Ihnen genannte ABC (American Broadcasting Company) gehört zum Disney Konzern. Der derzeitige CEO von Disney ist Robert Iger. Iger war vorher CEO von ABC und ist ein aktiver Unterstützer der Fundraising-Aktivitäten von Clinton. Wer wollte, konnte dem in Beverly Hills beiwohnen:

    http://bhcourier.com/beverly-hills-news-hillary-clinton-fundraisers-coming-to-beverly-hills/

    Zumindest allzu positive Worte zu Trump sollte man daher von ABC nicht erwarten.

    Beste Grüße
    Bankhaus Rott

  14. Frank Underwood sagt:

    Dass Demokraten keine Unterstützer von Trump sind, ist klar. Dass aber auch Republikaner wie nie zuvor dem Spitzenkanidaten der Partei weglaufen, ist neu.
    Die Sache ist doch die: Sie bemängeln – völlig zurecht! – die immer stärker werdende Osmose zwischen Bericht und Kommentar im Journalismus. Der Mangel an Neutralität und Sachgerechtigkeit ist ja tatsächlich die Pest unserer Zeit. Nur ist der Fall Trump deutlich der falsche Stoff, um der deutschen Presse Gleichförmigkeit vorzuwerfen. Auch die US-Presse, die vor einigen Monaten noch glaubte, Trump würde irgendwann reell werden und dann wäre er ein interessanter Kandidat, kann dem Psychopathen immer weniger irgendetwas Positives abgewinnen. Soeben haben 50 namhafte Leute aus den Sicherheitsbehörden, alles Republikaner, geschrieben: „Mr. Trump lacks the caracter, values, and experience to be President.“ Das sind ja nicht geborene Gegner, sondern Gegner, die sich Trump in den letzten Monaten ohne Zutun der Presse, allein durch sein eigenes Gerede, treulich erworben hat. Wo wollen Sie da überhaupt eine zweite Meinung in Deutschland hernehmen, wenn Sie die kaum noch in den USA finden? Eventuell von den bezahlten Putin-Fans? Libertäre Monopolisten á la Thiel gibt es ja hierzulande nicht. Sie würden vermutlich auch nicht Ende der Bankenregulierung fordern? Von daher ist Trump einfach das falsche Thema, um von deutschen Journalisten mehr Abwechslung einzuklagen. Selbst staubtrockene Berichte würden kaum etwas enthalten, was positiv zu bewerten wäre. Wo ist da mehr als eine Null vor dem Komma, sobald man nur mitschreibt, was er so von sich gibt?

    • Argonautiker sagt:

      @Frank Underwood

      Auch wenn Sie meinen es diktieren zu dürfen, daß das Thema Trump nicht dazu geeignet ist, von der Presse auch etwas anderes einzufordern, als nur Mobbing, nehme ich mir die Freiheit, genau das zu tun.

      Es macht mir sogar besonders Spaß dies gegen ihr Diktat zu verlautbaren, denn einer Alternativlosigkeit bin ich einfach überdrüssig geworden. Deshalb ein entschiedenes „Nein“, auch wenn ich Trump definitiv nicht für einen geeigneten Präsidenten halte, halte ich eine etwas differenzierte Darstellung des US Wahlkampfes für äußerst Wünschenswert, denn auch Madame Clinton wird lediglich das Kapital des Landes vertreten und nicht den amerikanischen Menschen.

      Allein schon um aus dem diktatorischen Milieu, was scheinbar auch bei Ihnen Einzug gehalten hat, etwas Paroli zu bieten halte ich es für wichtig, genau dies auch beim Thema Trump einzufordern.

      Ich halte also eher Ihre Weise für höchst überdenkungswürdig anstatt die des Bankhauses Rott.

      Beste Grüße

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