Der Klassenkampf beginnt

11. August 2012 | Kategorie: RottMeyer

(von Manfred Gburek) Wo Rauch ist, ist auch Feuer: SPD, Grüne und Linkspartei überbieten sich derzeit mit Vorschlägen, wie die „Reichen“ geschröpft werden können, und niemand sollte dies leichtsinnig nur als Verteilungs-Spinnerei abtun. Denn ganz egal, welches Bündnis – einschließlich eines von CDU und CSU geführten – nach der Bundestagswahl im nächsten Jahr die Regierung stellen wird, Steuererhöhungen – nicht nur zu Lasten der „Reichen“ – werden so oder so kommen…

Das liegt unter anderem an dem über die vergangenen Jahrzehnte entstandenen Auseinanderklaffen des Einkommens und Vermögens von Arm und Reich, aus dem sich unzählige Wählerstimmen schöpfen lassen – schließlich gehört die Mehrheit der Wähler ja nicht gerade zur Reichenfraktion. Und natürlich brauchen Bund, Länder und Kommunen viel Geld; das können sie sich immer weniger über eine noch höhere Verschuldung besorgen. Abgesehen davon, kommen auf den Staat Lasten aus der Eurokrise zu, deren Höhe derzeit niemand abschätzen kann.

Im Visier der links orientierten Politiker sind: Wiedereinführung der Vermögensteuer, Erhöhung der Erbschaftsteuer, Anhebung des Spitzensteuersatzes und der Abgeltungsteuer. Das DIW Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, der breiten Schicht der Arbeitnehmer durchaus eher zugeneigt als den Beziehern hoher Einkommen, den Vermögensinhabern, Erben und Kapitalanlegern, hat die entsprechenden Auswirkungen höherer Steuern auf die Staatsfinanzen bereits in Zahlen gefasst. Danach ist aus den Vermögenden am meisten herauszuholen, etwa über die Einführung einer Vermögensteuer oder -abgabe, über die Erhöhung der Grundsteuer und die Ausgabe von Zwangsanleihen – alles schon mal dagewesen.

Am vernünftigsten wäre es, die Verteilung des Einkommens und Vermögens von Reich zu Arm so zu regeln, dass die Reichen einen Anreiz zum Transfer erhalten, etwa durch rechtlich und steuerlich entsprechend gestaltete Stiftungen. Ihnen müsste erlaubt sein, die Kontrolle über das Stiftungsvermögen bis zu einem gewissen Grad auszuüben, damit das Geld nicht in falsche Kanäle fließt. So ließe sich vermeiden, dass Geld mit der Gießkanne verteilt wird und im schlimmsten Fall Schmarotzern zugute kommt, wie das heute schon vielfach der Fall ist.

Doch mit solchen Argumenten bei der kommenden Bundestagswahl auf Stimmenfang zu gehen, hieße, die Masse der Wähler gedanklich zu überfordern und dann eine Wahlschlappe zu riskieren. Folglich konzentrieren sich die immer zahlreicher werdenden potenziellen Umverteiler unter den Politikern lieber auf Parolen, durch die sie mehr Stimmen zu bekommen gedenken, garniert mit Seitenhieben auf Feindbilder. Also wird das Totschlagargument von der sozialen Gerechtigkeit mal eben mit der Kritik an den bösen Bankern verknüpft, das kommt an. Und dann soll es ja in Nordrhein-Westfalen noch die eine oder andere CD mit Daten von deutschen Steuersündern geben, darunter angeblich auch von „dicken Fischen“ – ein gefundenes Fressen für einige Medien, die damit bereits jetzt indirekt Wahlkampfhilfe leisten.

Wahlkampftaktik gehörte immer schon zum politischen Alltag. Neu ist indes, dass nun anstelle banaler Sprüche – wie früher „Freiheit statt Sozialismus“ (CDU) oder „Lasst die Wende wackeln“ (SPD) – Klassenkampf betrieben wird. Dahinter steckt eine perfide Absicht: Umverteilung, wie sie von einer immer größeren Schar der Politiker gefordert wird, sprich Enteignung bestimmter Bevölkerungsschichten (der „Reichen“), bedeutet auch Umverteilung der Macht und damit Herrschaft über viel Geld, das anderen gehört… (Seite 2)

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15 Kommentare auf "Der Klassenkampf beginnt"

  1. Adam Smith sagt:

    Sehr geehrter Herr Gburek,

    so gerne ich Ihre Zeilen wegen deren Klarheit gerne lese, muß ich doch heute Kritik an ihrem Verweis auf die „Cash GmbH“ anbringen. Ich habe mir die entsprechenden Seiten im Internet angesehen. Ich kann davor nur warnen. Hier werden unberechtigte’Hoffnungen geschürt, daß so was funktioniert. ES GEHT NICHT !!!

    Hier ist kein Rechtsanwalt, sondern ein im Erbschaftsteuerrecht versierter Steuerberater gefragt, von denen es nicht allzuviele gibt. Die Sache ist überaus kompliziert, weil jeweils zugleich ein aktives gewerbliches Unternehmen vererbt/verschenkt werden muß um die Steuerverschonung zu erhalten. Die Regelungen für das dort mitzuvererbende Cash sind dezidiert. Hier sind viele Stellschrauben zu beachten, um den Erbgang steuerschonend zu gestalten. Daher ist dieses Thema auch nichts für Rechtsanwälte, die können so etwas nicht!

    Adam Smith

  2. Avantgarde sagt:

    Die Reichen scheinen den Hals einfach nicht voll genug zu bekommen.
    Und sie haben bereits gewonnen.

    http://www.youtube.com/watch?v=-HAuoJKkUUQ

    Ja ja – bloß nix umverteilen.
    Da lässt man doch vorher lieber noch Menschen verhungern – nicht wahr?
    Damit wir auch ganz sicher wieder dahin kommen, daß einem Prozent auch wirklich ganz sicher alles gehört.

    Dann sind die Lohnschreiber wie Gburek wohl im Land ihrer Träume angekommen.

  3. flurdab sagt:

    Und wieder mal der übliche schmähliche Versuch mit Zahlen zu lügen.
    Bei der Inanspruchnahme der Vermögenden zur Staatsfinanzierung sollte man nicht auf der Einkommenssteuer rumeiern, das ist sowas von dreist, frech und verlogen.
    Es geht hier vielmehr darum Kapitalerträge mit einem ähnlich hohen Steuersatz zu veranlagen wie eben auch die Einkommen.
    Die Mär von der Einkommensteuer als wichtigste Steuerquelle des Staates lässt sich leicht widerlegen. In 2011 waren es ca. 120 Mrd., im Vergleich dazu brachte die Mehrwertsteuer ca. 150 Mrd.
    Im selben Jahr gab der Staat ca. 168 Mrd. für Subventionen aus, nein hier ist nicht die Rede von Sozialleistungen!
    Erträge aus Kapital werden gerade mal mit 25% besteuert.
    Es ist immer wieder schön zu sehen wie bei der Betrachtung der Geamtsituation, interessierte Kreise versuchen einen Teil des Bildes zu verdunkeln.

    Die genauen Zahlen bitte ich die Interessierten selber zu rechachieren.

  4. Chris sagt:

    Lieber flurdab, lieber Avantgarde

    Ihre Interpretation der Zahlen ist schlicht falsch.

    Die Veranlagte Einkommensteuer ist eine Restgröße. Die Summe der gezahlten Einkommensteuer ist wesentlich höher. Von dieser Summe/Buchungskonto werden alle Steuererstattungen der Lohnsteuerzahler abgezogen und diesen überwiesen.

    Das heißt, die Lohnsteuersumme ist zu hoch ausgewiesen und die Einkommensteuersumme zu niedrig.

    Um welchen Betrag? Nun das kann man schätzen. Im Durchschnitt erhalten alle Lohnsteuerzahler pro Jahr über EUR 1000 erstattet.

    >Siehe auch hierzu http://www.genussmaenner.de/aid=8443.phtml

    Wirtschaft & Recht

    Durchschnittlich etwa 1.210 Euro Steuererstattung
    03.02.2010 | Steuern
    Die Steuererklärung ist für viele ein rotes Tuch. Angesichts des Dschungels aus Gesetzesänderungen, Ausnahmeregelungen und Anlagen verzichten viele Steuerzahler darauf. Ein Fehler, denn nach Erfahrungen der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. können über 90 Prozent aller Beschäftigten mit einer Erstattung rechnen.

    Die rund 500.000 Mitglieder des bundesweit tätigen Lohnsteuerhilfevereins haben für das Jahr 2008 durchschnittlich rund 1.210 Euro erstattet bekommen. Vor allem die wieder eingeführte Pendlerpauschale und Handwerkerrechnungen führen zu den hohen Erstattungen – und für das Jahr 2009 wurde die Möglichkeit Handwerkerkosten abzuziehen sogar noch verdoppelt. Nicht jeder Arbeitnehmer ist zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. „Die freiwillige Abgabe lohnt sich jedoch“, so die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V.<

    Und dies ist nur ein Verein von vielen.

    Das Einzige was ich erkennen kann ist, daß die Großunternehmen über Jahre kaum Körperschaftsteuer gezahlt haben. Nach Abzug der Subventionen ist die Summe sogar meist negativ.

    Wer eine hohe Einkommensteuer zahlt gehört meist nicht zu den Reichen. Erstens, durch die hohe Besteuerung wird er es gar nicht. Zweitens, wirklich Reiche zahlen keine hohe Einkommensteuer!

    Die Aussagen von Herrn Manfred Gburek bezüglich Klassenkampf scheinen sich in vielen Foren zu bestätigen. Nur kann ich die Dummheit der deutschen Mitläufer kaum fassen, während in anderen Ländern sich die Klassenkämpfer zunächst das Einkommen und Vermögen der Ausländer einverleiben, scheinen die deutschen sich gleich am Vermögen Ihrer Landsleute zu bedienen, während sie sich gleichzeitig vom Ausland das Geld aus der Tasche ziehen lassen.
    Was bleibt dann nach dem Zusammenbruch in Deutschland noch für den Aufbau?

    Grüße

    Chris

    • Avantgarde sagt:

      Was soll das?

      Brutto/Netto Abzugsbeträge
      http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerschaetzungen_und_Steuereinnahmen/1-kassenmaessige-steuereinnahmen-nach-steuerarten-und-gebietskoerperschaften-anlage04.pdf?__blob=publicationFile&v=6
      (Seite 3)
      ändert nichts am Verhältnis.

      Es ist einfach unredlich was der Gburek da schreibt.

      „…während in anderen Ländern sich die Klassenkämpfer zunächst das Einkommen und Vermögen der Ausländer einverleiben..“

      Ach – Sie meinen es macht einen Unterschied ob wie im Fall des Niedriglohnsektors die Menschen von Deutschen oder Ausländern ausgebeutet werden?

      „Zweitens, wirklich Reiche zahlen keine hohe Einkommensteuer!“

      Das ist leider häufig so – und man tut ja auch alles daß so bleibt – gelle!

      „Was bleibt dann nach dem Zusammenbruch in Deutschland noch für den Aufbau?“

      Wir sollten uns keinen Zusammenbruch wünschen – wenn es aber so weitergeht dann wird es wohl unvermeidlich sein, daß auch viele Reiche dann alles verlieren.
      Vermutlich können dann einige ganz und gar unkontrollierbare Dinge geschehen.
      Ich glaube kaum, daß sich jemand vorzustellen vermag was dann hier los ist.

      Nein – Scheitern ist wirklich keine Opiton.

      • stephan sagt:

        @avantgarde:

        „Nein – Scheitern ist wirklich keine Opiton.“

        Wozu eine solche Floskel? Die Fakten sagen: Das System ist schon längst gescheitert. Es überlebt nur noch dank massivster Manipulationen. Soetwas geht nicht ewig. Und der Verfall beschleunigt sich progressiv: 2009 hatten die USA erst 10 Billionen Staatsschulden. 2012, nur drei Jahre später, sind es 16 Billionen – nur EIN Beispiel. Davor kann man doch nicht die Augen verschließen in Vertrauen auf was auch immer.

        • Avantgarde sagt:

          Im Grund sind mir die USA völlig schnuppe.
          Deren Normalbevölkerung wird sich bald auf dem Niveau von Brasilien und Indien wiederfinden.

          Die werden wohl so weitermachen wie die letzten Dekaden.

          -Steuern für die Reichen senken – soweit, daß sich sogar schon der Buffet darüber lustig machen kann…

          -Sozialsysteme die eh kaum noch vorhanden sind weiter zusammenstreichen.

          -Rüstungsausgaben erhöhen.

          Mit Romney steht bereits der nächste Irre nach Bush in der Türe.
          Der will ein „amerikanisches Jahrhundert“
          Übersetzt: sie haben vor z.B. den Iran anzugreifen und wieder einige zig tausend Menschen zu ermorden.
          🙁
          Und das betrifft uns dann leider schon.

          Es geht hier um Europa!
          Egal ob GR,P auch die Probleme in I, S…
          Europa steht vielfach besser da als die USA.
          Aber wie immer sind die Europäer dumm genug sich von außen anschießen zu lassen und sich selbst zu zerfleischen.
          Scheitert Europa dann ist es für Generationen vorbei.

          Andere große Blöcke wie China, Indien und USA haben dann leichtes Spiel.

          Trotz aller Demokratie und Strukturdefizite die auch behoben werden müssen sollen wir und nicht wünschen, daß die Eurozone auseinanderbricht.
          Ich finde viele Sachen in der EU auch zum weglaufen – und ärgere mich darüber – die rosarote Brille hab ich keineswegs auf.

          Und mal abgesehen davon:
          Wer will denn sagen was danach käme?
          Könnte ja auch sein, daß es gar nicht so läuft wie der Blogstrem hier meint.
          Vielleicht wird ja alles nur noch viel schlimmer..
          Schon mal daran gedacht?

          Egal ob Gemeinde, Bundesland, Staat und die Nachbarstaaten in unserer Währungzone..
          Man muß den Nachbarn auch leben lassen – ansonsten gefährdet man das Gesamtprojekt.
          Und jetzt bitte noch mal an die Vermögensverteilung denken.

          • Ashraf Khan sagt:

            Genau darin besteht ja das Problem des Euros – er führt eben nicht dazu, dass die Europäische Union zusammen wächst, sondern im Gegenteil dazu, dass die Unterschiede immer weiter zunehmen. Das ist auch sehr gut auf Querschüsse dokumentiert und als Beispiel seien nur unseren enormen Handelsbilanzüberschüsse im Gegensatz zu den Defiziten Frankreichs genannt. Gerade letztere sind erst mit dem Euro entstanden.
            Zudem bewirkt das festhalten am Euro jetzt doch nur noch, dass sich die Völker Europas immer mehr zerfleischen („Die geizigen Deutschen“ und „die faulen Südeuropäer“) – hier scheitert ganz klar der Gedanke eines gemeinsamen Europas auch am Euro. Man kann nur hoffen, dass das Projekt beendet wird, bevor so viel Zwist gesäht ist, dass es wieder Jahrzente braucht um die Gräben zu schließen.
            Ein gemeinsames Europa würde ich mir sehr wünschen, dazu brauche ich den Euro aber nicht. Was es dafür nötiger bräuchte, wären fähige Leute in Europa und nicht die heute gängige Praxis, dass Politiker aus der dritten und vierten Reihe der Parteien nach Brüssel geschickt wird, damit sie dort auch ihr Auskommen haben. SO kann das sicherlich nicht funktionieren….

          • stephan sagt:

            @Avantgarde:

            „Europa steht vielfach besser da als die USA.“

            Tut mir leid, ich kann Deine Aussage nicht nachvollziehen. Die völlig blanken Pleite-PIIGFS erpressen D. fortlaufend auf die mieseste Art und Weise, damit sie auf unsere Kosten leben können. Was soll denn daran besser sein?

            „Trotz aller Demokratie und Strukturdefizite die auch behoben werden müssen sollen wir und nicht wünschen, daß die Eurozone auseinanderbricht.“

            Ich wünsche mir nichts mehr als das! In der EU werden nicht nur keine Demokratie- und Strukturdefizite behoben, sie werden vielmehr unablässig ausgebaut. Und zwar ABSICHTLICH von den EU-Eliten mit Unterstützung der nationalen, EU-hörigen Politiker-Kaste. Da war es doch vorher tausendmal besser. Da ich zudem auch umrechnen kann, brauche ich den Euro auch nicht, um in der EU umrechnungsfrei einkaufen zu können. Das war eh das einzigste Argment in Richtung Otto-Normal-Bürger pro Euro, aber auch das blödeste, was ich je gehört habe. Von mir aus können sofort wieder nationale Währungen eingeführt werden und Europa ist wie (großteils vorher auch) wieder eine Freihandelszone. Nicht mehr und nicht weniger. Jedenfalls lebt bei mir kein Staat auf Kosten eines anderen. Und jetzt bitte nicht die Leier von den Exporten, die wegen der neuen, gegen die PIGFS aufwertenden Währung (möglicherweise) so teuer werden. Dafür werden andererseits die Importe billiger.

            „Vielleicht wird ja alles nur noch viel schlimmer.“

            Sicher wird alles noch viel schlimmer! Wenn dieser EU/Euro-Unfug weitergeführt wird. Ich gehe davon aus, dass es hinterher (wieder) viel besser wird. Selbstverständlich müssen die Folgen der völlig schiefgelaufenen Euro-Währungsexperimentes zunächst auch auf Seiten von D. sehr schmerzhaft überwunden werden. Danach geht es dann wieder so weiter, wie oben beschrieben. Das ist mir aber immer noch die liebere Lösung, als für den Rest Europas dauerhaft zu zahlen. Für mich gibt es keinerlei Grund, dies zu tun, schon gar kein (sozialistisches) „Gesamtprojekt“, dass ohnehin mittlerweile ganz offensichtlich nur noch darin besteht, Deutschland in die ewige Zahlerrolle für Resteuropa zu drängen. Die überaus dämliche, politisch überkorrekte, deutsche Politik unterstützt diesen Schwachsinn auch noch nach Kräften. Aber diese Nichtsnutze arbeiten ja auch nicht für ihr Geld, sondern schwatzen nur dumm herum und verschleudern die Kohle derjenigen, die arbeiten und Steuern zahlen. In einer so definierten Rolle (Politiker), unterstützt man offensichtlich lieber die Gleichgesinnten und zwar ganz in sozialistischer Umverteilungsmanier.

            „Egal ob Gemeinde, Bundesland, Staat und die Nachbarstaaten in unserer Währungzone..
            Man muß den Nachbarn auch leben lassen – ansonsten gefährdet man das Gesamtprojekt.“

            Ich lasse die Nachbarn gerne leben – ABER NICHT VON MEINEM GELD! Da müssen sie schon selbst sehen, wie sie zurecht kommen (von unverschuldeten Notfällen einmal abgesehen). Mein Chef hat mir auch noch nicht angeboten, dass ich zuhause bleiben könne und mein Gehalt trotzdem überwiesen bekomme.

  5. EuroTanic sagt:

    Für mich ist jede Steuer Diebstahl der Werte die ich erarbeitet habe. Es gibt für mich keinen guten Grund einen Staat in dieser Form aufrecht zu erhalten. Wenn ich arm bin hilft mir der Staat nicht. Wenn ein Einbrecher mich bedroht kommt die Polizei erst drei Stunden später. Wenn es Kriegt gibt darf ich mein Land selber verteidigen. Also wozu gibt es den Staat? Jetzt mal ehrlich.

  6. chinese sagt:

    Der Klassenkampf tobt auch hier!

    Wahnsinn wie ein guter Artikel hier verrissen wird. Der Verfasser legt doch den Finger in die Wunde. Tut anscheinend weh.

    Chinese

  7. John Doe sagt:

    Sehr Herr Gburek,

    an den Anfang stelle ich ein Zitat aus der Zeit zwischen 1933 -1945. Die Aussage ist so alt wie die Menschheit und wird auch heute noch erfolgreich benutzt. Leider auch von Ihnen, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob Sie nur ein Verführter sind oder selbst als Teil einer Drückerkolonne agitieren wollen.

    „Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solcher Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag.”

    Der Staat und seine Schulden sind unser grösstes Problem.

    Die Fakten: Nicht die Staatsschulden haben die Finanzkrise ausgelöst, sondern die exorbitante Privatverschuldung, vor allem in Großbritannien und den USA. In diesen Ländern wurden die Menschen durch Niedrigzins und den Abbau sozialer Netze in die Privatverschuldung gelockt und getrieben. In den USA beträgt die Staatsverschuldung rund 80% des BIP, die Privatverschuldung jedoch ca. 130%. In Großbritannien liegt die Staatsverschuldung bei ca. 60% des BIP, die Privatverschuldung bei sage und schreibe 180%. Zum Vergleich: In Deutschland und Österreich liegt die Staatsverschuldung bei ungefähr 75%, die Privatverschuldung bei 10% des BIP. Spanien geriet erst in Schieflage als der Staat die Schulden/uneinbringlichen Forderungen des deregulierten und liberalisierten Finanz- und Bankenmarktes übernahm. Die USA erhöhten die Staatsschulden um rund $ 15 Billionen (Trillion) als das Finanzministerium und die grösste privatrechtlich organisierte Zentralbank der Welt das FED den eigenen Finanz- und Bankenbereich mit rund $ 15 Billionen übernahm. Hoppla, die 9 grössten Halter von assests=knapp 60 % aller assets der USA sind mit Millionen und Milliarden USD neuer Schulden gerettet worden und sind gleichzeitig Mitglieder dieses FED. Diesen Finanzmarktschulden stehen Gläubigerforderungen gegenüber. Der Lehman Crash hat die Gläubigerforderungen der Reichen dieseer Welt vernichtet. Die $15 Billionen neue Staatsschulden dienten nur dazu, die Gläubiger ohne Schaden aus der selbstverschuldeten Malaise edntkommen zu lassen. Die Zahlungen haben aber nicht erreicht, dass die Schulden jetzt verschwunden sind. Sie bestehen weiter und die Gläubiger haben zusätzlich zu den Zahlungen nur einen neuen Schuldner erhalten. Doppelt kassiert! (vergleiche: DIE ZEIT Januar 2009)

    Zu hohe Steuern treiben die Reichen und ihr Geld aus dem Land.

    Die Fakten:
    Wohin sollen die Vermögens- und Finanzmillionäre denn fliehen? Nach Frankreich, Holland oder Skandinavien? Nach Großbritannien oder den USA? In die Schweiz, deren Finanzministerin will keine Schwarzgelder haben. Singapur ist das das Ausweichdomizil. In all diesen Ländern zahlen sie das Drei- bis Vierfache an vermögensbezogenen Steuern.

    Sie haben gerade den Beweis erbracht, dass dieses streunende Vermögen nicht, wie immer wieder als Alibi (s. o.) behauptet wird, in die reale Wirtschaft „investiert“ wurde. Latsis, zweitgrösster griechischer Banker, hat die Rettungsmillionen der EU angenommen und ist mit seiner Bank EFG während der letzten 2 Jahre vom Steuerparadies Zypern über die Schweiz nach Luxemburg gezogen.

    Eine Steuerstudie brachte es ans Licht des Tages: rund 7.000 Euro an Steuern entrichtet ein Vermögens-Millionärsehepaar im Schnitt pro Jahr.

    Rund 15.000 Euro Steuern bezahlt ein Arbeitnehmerehepaar mit Durchschnittsverdienst und zwei Kindern. Rund 0,9 Prozent vom BIP betragen die vermögensbezogenen Steuern in Deutschland (und Österreich). Hingegen sind es in der Schweiz, in Japan und in Italien 2,5 Prozent, in Frankreich, Kanada, USA rund 3 Prozent und in Großbritannien über 4 Prozent (Quelle: OECD Revenue Statistics 2006).

    Zusammenfassung:

    Die Deregulierung der Finanzmärkte hat zum Beinahe-Kollaps der realen Weltwirtschaft und einem unbeschreiblichen Chaos geführt. Die Deregulierung hat Schwindelpapieren, Spekulanten und Scharlatanen Tür und Tor geöffnet. Mit Hunderten von Milliarden musste der “verhasste” Staat, also letztlich der Steuerzahler, einspringen, damit die Depots und Banken der Reichsten gerettet werden konnten. Vorerst zumindest.

    Ihre Empfehlung und Sichtweise, Herr Gburek: Dieser Zustand, die sozial wertvollen Reichen zu alimentieren, muss in die Zukunft verlängert werden. Die Unterschicht dagegen ist dumm, faul, aufsässig und neigt zu spätrömischer Dekadenz. Die Schmonzettenschreiberin Ayn Rand muß Ihnen den Griffel geführt haben.

    Fakt: Sie hat, wie Sie, maßlos gegen den Sozialstaat gearbeitet. Als sie an Krebs erkrankte hatte sie keine Krankenversicherung. Sie hat, nicht unter dem Namen Ayn Rand, nicht unter ihrem russischen Namen, sondern heimlich unter dem Namen ihres Mannes die kostenlose Sozialhilfe, die kostenlose medizinische Hilfe des von ihr so ach verachteten Sozialstaats USA in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wie selbstverständlich in Anspruch genommen!

    Wer betreibt hier Klassenkampf und Durchstecherei, Herr Gburek?

  8. Thomas71 sagt:

    Hallo,

    vielleicht sollten wir uns erstmal darüber verständigen, was hinsichtlich der zu entrichtenden Steuern gerecht ist.
    Ich kann nicht beurteilen, ob die Reichen oder Bürger mit hohen Einkommen zu viel / zu wenig bezahlen. Daher finde ich es überraschend, dass scheinbar jeder eine Meinung dazu hat. Und was mich noch mehr erstaunt, ist das viele Ihre Meinung aufgrund öffentlicher Verlautbarungen bzw. Medienberichten treffen.

    Ich wünschte, wir würden gemeinsam versuchen uns der Wahrheit anzunähern und über eine offene Diskossion festzulegen, was gerecht ist und was nicht.

    Bitte nicht vergessen, dass der Staat noch nie mit den Steuereinnahmen ausgekommen ist und daher alle Gedankengänge in dieser Hinsicht eine Überprüfung bedürfen. Wir brauchen nicht mehr Steuereinnahmen, sondern eine gerechte Verteilung und weniger Staat. Wobei bei letzterem geklärt werden müsste, welche Aufgaben in jedem Fall vom Staat zu übernehmen wären.

    Gruss,

    Thomas71

  9. John Doe sagt:

    Hi Thomas71,

    na, dann mal los in die basics mit Kopfsprung.

    Was ist ein Staat für Sie und wie unterscheidet er sich von einer natürlichen Person?

    Gegen welchen Staat haben Sie etwas und warum? Den feudalitisch organisierten Staat, den Diktatorenstaat, den demokratisch verfassten Staat, den „marktkonformen“ Staat? Wodurch unterscheiden sich die ausgeformten Typen, wenn es um die Frage von Macht geht?

    Was ist für Sie der „marktkonforme“ Staat, wenn es um die rechtlichen, wirtschaftlichen Machtverhältnisse geht. Schliessen Sie den Verwertungsindex am Menschen gebildet, aus den gegebenen Machtverhältnisse heraus, aus Ihrer Betrachtung aus?

    Was unterscheidet einen „marktkonformen“ Staat von einem feudalistisch organisierten Staat? Ist dieser „marktkonforme“ Staat nicht nur eine besondere Form des Feudalismus, ein „meudalistisch“ organisierter Staat? Wie sind die Machtverhältnisse organisiert und begründet?

    Stimmen Sie Cicero zu, wenn er zum „marktkonformen“ Staat sagt: „Keine Staatsform bietet ein Bild hässlicherer Entartung, als wenn die Wohlhabendsten auch für die Besten gehalten werden“ (Cicero, 106 – 43 v. Chr.)

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