Der Informationsgehalt der Preise

18. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) In Buenos Aires erzählte mir ein Freund: „Ich habe einen Freund, welcher Harley Davidsons verkauft. Er hat Kunden, welche diese kaufen möchten, aber er kann nicht liefern. Denn die Regierung möchte eine andere Industrie bevorzugen. Und dann haben sie ihn davon abgehalten, die Reifen zu importieren…weshalb man keine Reifen bekam…

Deshalb sieht man auch so viele LKWs mit alten Reifen. Das ist gefährlich. Aber solche Ergebnisse erhält man, wenn man die Volkswirtschaft zum Affen hält.

Deshalb mag ich es, hier unten zu leben. Das ist wie eine wirtschaftliche Freak-Show. Man sieht Experimente…und dann die grotesken Ergebnisse, welche diese produzieren. Das zeigt auch, warum Hayek Recht hatte. Der freie Markt ist die einzige Art und Weise, wie man ehrliche Informationen erhalten kann, was die Leute wirklich wollen…was sie zu zahlen bereit sind…was knapp und was überflüssig ist. Frei gebildete Preise haben einen Informationsgehalt, welcher das gesamte System leitet und dazu führt, dass jeder besser dasteht.

Wenn die Regierung sich einmischt, dann verlieren die Preise ihren Informationsgehalt. Stattdessen geben sie Fehlinformationen. Und am Ende hat man dann das Durcheinander, was man hier in Argentinien hat. Was nicht groß anders ist als das, was in Griechenland ist.

Es sieht auch so aus, als ob die USA diesen Weg gehen.

Wissen Sie, vor 100 Jahren war Argentinien so reich wie die USA…oder fast. Die Stadt Buenos Aires war auf Augenhöhe mit New York. Hunderttausende Einwanderer kamen…fanden Arbeit…bauten Eisenbahnen…. Opernhäuser… Restaurants… Monumente. Es sah so aus, als ob Argentinien eine der führenden Industrie- und Agrar-Mächte der Welt werden würde.

Stattdessen nahm das Land eine Richtung, die niemand wirklich wollte. Ich meine, niemand wollte, dass Argentinien eine zweitklassige Volkswirtschaft wird mit einer kaum funktionierenden Marktwirtschaft. Aber das ist es, was es geworden ist. Denn, so wie Sie es sagen würden, die Zombies haben die Kontrolle über die Regierung übernommen. Die meisten Wähler waren hier in der Hauptstadt. Und die Peron-Regierung realisierte, dass die meisten von ihnen gekauft werden konnten…mit staatlichen Leistungen und Jobs bei der Regierung. Man könnte sagen, dass die Leute für Karneval stimmten. Sie stimmten nicht für die Fastenzeit.

Und sobald das System korrumpiert war – die Zombies erhielten Dinge, indem mehr und mehr Restriktionen und Steuern auf die produktive Wirtschaft gelegt wurden – gab es keine Möglichkeit mehr, das zu lösen. Es gab mehr Zombies als Produzenten. Die haben jede Wahl gewonnen. Und tun das immer noch.

Die städtischen Massen kontrollieren die Wahlen. Und die städtischen Massen wollen Zombies sein – mit staatlichem Gesundheitssystem, Pensionen, Jobs, subventionierter Elektrizität, und so weiter. Hier wird sogar der Preis von einem Steak subventioniert, indem es den Ranchern erschwert wird, das Fleisch auf dem freien Weltmarkt zu verkaufen.

Und laut dem, was ich in der Zeitung gelesen habe, denke ich, dass es in Amerika im Grunde dasselbe ist. Und fairerweise sollte ich hinzufügen, dass Argentinien immer noch ein relativ angenehmer Platz zum Leben ist. Das Essen ist gut. Die Leute sind im Allgemeinen sehr freundlich. Das Wetter ist normalerweise auch gut. Und es macht Spaß, zu sehen, dass die Leute so merkwürdige Dinge tun.

Aber es macht erheblich mehr Spaß….offensichtlich…wenn man ein Konto in Miami hat.


Quelle: Kapitalschutz Akte
Der Informationsgehalt der Preise (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Der Informationsgehalt der Preise"

  1. mfabian sagt:

    Offtopic. Aber weil hier Reifen angesprochen sind:
    Ich hatte mal mit einer Firma zu tun, die Reifen in Asien Containerweise angekauft und nach Südamerika verschifft hat.
    Lastwagenreifen kosten beim Hersteller zwischen $45-$60.
    Autoreifen zwischen $20-$35

    Und für wie viel werden sie dem Endkunden verkauft? 🙁

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