Der größte Raubzug der Geschichte

28. November 2012 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) „Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer werden und die Reichen immer reicher“ – ist ein Buch, dass es in den Bestsellerlisten in Bezug auf Finanzmärkte weit nach oben geschafft hat. Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich zeigen anhand der letzten Jahre die Ursachen der sogenannten „Finanzkrise“ schonungslos auf, welche schon früher gelegt wurden, aber jetzt erst richtig zur Geltung gekommen sind. Der Blick in die kommenden Jahre verheißt nichts Gutes…

Wir senden das Interview, das wir für die Metallwoche geführt haben, heute auf Rott&Meyer.

Zugeschaltet aus dem „Schwabenland“ sind mir die beiden Buchautoren Matthias Weik und Marc Friedrich mit ihren Einschätzungen zur aktuellen Lage und dem Blick in die Zukunft. Viel Spaß! Wobei…. das war jetzt zynisch…

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Das Buch

Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden

Themen der Sendung

Das Buch – ein Unfall?
Wie das Einfache erklären?
Finanzen inzwischen im Blick der Leute?
Ursachen und Folgen der Finanzkrisen
Folgen der Finanzkrisen
Die Protagonisten und ihr Erpressungspotential
Die Schlagzeilen für 2013
Was passiert eigentlich, wenn ein einziger alles hat?
Gesellschaftliche Veränderungen
Persönliche Veränderungen aufgrund der „Krise“
Krisenvorsorge und Tipps zur Flucht aus…

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35 Kommentare auf "Der größte Raubzug der Geschichte"

  1. katzbuckel sagt:

    Sie können sich trösten, denn es kommt noch schlimmer. Denn all diese „privaten“ Vorsorgemaßnahmen werden an denen scheitern, die nicht vorsorgen, sondern vielmehr unsanft aus dem Bett bürgerlichen Anspruchdenkens fallen werden. Und dann das begehren, was Sie haben.

    Was lernen wir daraus? Offensichtlich heißt die nächste Lektion, die wir alle lernen werden, dass man nur gemeinsam überleben kann. Oder gar nicht.

    Während man gegen Ihre Wohnungstüre anrennt, sollten Sie noch einen letzten Blick auf Ihre Edelmetallreserven werfen. Und den Cognac lieber noch sich selber einschütten, den Sie auf dem Schwarzmarkt zu verkloppen gedachten.

    Wo es lang geht? Nur noch gemeinschaftlich. Nach sehr viel Haue.

  2. Jodelhuber sagt:

    Alles ausser mal was Neues. Aber die zwei Schwabenbuben haben einen Bestseller hinbekommen. Hut ab!

  3. katzbuckel sagt:

    Eben, leider nichts Neues. Denn der Aufruf, weiterhin steinzeitliche Strategien zum Selbsterhalt anzuwenden, greift in Zukunft zu kurz. Was ist damit gemeint?

    Man wird teilen müssen.

    Wer dagegen immer noch noch Renditen auf persönlichen Egoismus oder gar ein Überleben auf Kosten dritter erstrebt, der wird feststellen, dass Dresche das einzige sein wird, was er sehr schnell in rauhen Mengen beziehen kann. Und das sogar umsonst.

    • Frank Meyer sagt:

      Es gibt auch ein paar wenige Leute, vielleicht drei oder vier, denen ist in diesem Lande die Thematik völlig fremd. Aber wozu macht man sich die Arbeit, wäre die nächste zu stellende Frage ohne Erwartung auf eine Antwort. Viele Grüße.

    • Skyjumper sagt:

      Ei Buckel die Katz

      Sie haben ja sowas von Recht. Teilen oder untergehen! Ein schlimmer Schelm der nicht die tiefe Wahrheit hinter Ihren Worten erkennt. Diese privaten Vorsorgestrategien sind ja nun auch wirklich tiefste Steinzeit und bereits ganz andere namhafte Persönlichkeiten stellten fest, dass Gold ein barbarisches Relikt ist.

      Also hören wir auf Ihre weisen Worte und lassen wir das besser sein. Und wenn´s dann soweit ist, dann teilen wir …….. das nichts.

      Seien Sie mir bitte nicht böse. Aber das klingt für mich nach keiner guten Strategie. Mit Ihren Befürchtungen haben Sie zwar ganz sicher Recht, aber ich bevorzuge es trotzdem zu den privat gerüsteten zu gehören. Vielleicht hab ich Glück und stecke weniger Haue ein als ich austeile. Vielleicht hab ich Pech und verliere alles an böse Gesellen die nicht vorsorgten. Aber eines weiß ich gewiss:

      Wer vorsorgt kann trotzdem verlieren, aber wer nicht vorsorgt hat bereits verloren.

  4. retracement sagt:

    Aha, Dresche wirds geben! Meister Kleister.
    Wie sieht die denn aus? Schon mal daran gedacht selbst auszuteilen?
    Geben ist seeliger als nehmen!

    Falls niemand direkt vor der Tür steht helfe ich gerne mit Empfängerliste aus. Profülaktisch, wie mein Zahnarzt immer zu sagen pflegt.

  5. samy sagt:

    Na, wenn wir hier in so fröhlicher Runde Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt diskuttieren …

    Ein abgerundetes und interessantes Interview mit Herrn Bandulet über sein neues Buch http://www.misesde.org/?p=3638

    Und der Herr meint übrigens, die Amis haben ihre 8000 Tonnen Gold doch noch.

    VG

  6. Frank Meyer sagt:

    Warum sollten sie es nicht mehr haben? Die Frage ist doch wer sie besitzt – die Barren – und wie oft. Würde es nicht wundern, wenn sie weit mehr haben als ihre 8.000 Tonnen?
    Fragen über Fragen

  7. samy sagt:

    Mhhh…

    Bandulet, in Sachen Gold ein uralter Hase, argumentiert, dass die USA den Abverkauf bei 20 000 Tonnen starteten. Relativ gesehen sind 8000 Tonnen dann die stille Reserve. Er fragt, warum sie denn nicht alles verkauft haben?
    Er argumentiert weiter, dass das Lagern des ausländischen Goldes ebenso ein Zeichen für das Wissen um den Rettungsanker Gold ist. Insgesamt gibt es also gute Gründe dafür, dass tatsächlich Gold eingelagert ist. Natürlich verweist er auch auf einen Vertrag, nachdem die Deutschen ihr Gold nicht besichtigen dürfen und auch kein Anspruch auf Entschädigung bei Verlust besteht. Letzteres ist doch schon mal interessant.

    Wer der oder die Besitzer und wer der Eigentümer an einem Barren Gold oder an irgendwelchen verbrieften Rechten an tatsächlich vorhandenem oder verliehenen Goldbarren ist, die Frage wird nicht mehr interessieren, wenn sich die USA entschliessen sollten eine neue Währung mit EM zu decken. Hauptsache das nötige Gold ist da.

    Das Papiergold wird dann wertlos werden.

    Wir Deutschen haben unser Gold doch schon immer versenkt. Ob im Rhein oder bei den Amis, Tradition ist Tradition. 🙂

  8. retracement sagt:

    Hab leider ein Pflaster auf dem Mund ummmd mmmmuss mich sehr anstrengen was zu sagen heute.
    – alles über 40% ist gut
    – Zigaretten sind besser
    – etwas Musik auch nicht schlecht:-)

    Falls jemand 8000t Gold hat stell ich mal die ultimative Frage.
    Und nun? Zurück in was?
    Daran scheitert man gedanklich und es öffnet Türen.

    • Frank Meyer sagt:

      Zurück in was… ist sehr gut gefragt.. Tauschen in.. 40%, Zig + Musik. Da reicht der Platz nicht 🙂
      Gedanklich öffnet es wirklich Türen .. in was.. in was… in was?
      Oder man nimmt es als Grundlage für… für viel mehr 🙂

    • samy sagt:

      … 8000 T zurück in eine goldgedeckte Währung transferieren, weil bei so einen Szenario die Leute für einige Jahrzehnte die Nase voll von Fiat.Money haben.

      Also gut, sollten in Fort-Knox goldige Stangen Benson&Hedges lagern statt goldiger Barren oder Johnnie Walker Gold-Label ausgeschenkt werde, na gut!

      Hollt die Disco-Kugel raus, Greenspan soll ja ein guter Jazzsolist sein und Bernanke macht die Drink’s.

  9. retracement sagt:

    Ich schmücke mich mal hier mit fremden Gedanken. . .
    Immer die Frage nach Sintflut und so ne Sachen. Dabei sind wir es doch selbst bereits. Zumindest aus Sicht der Natur.

    Will das gerade noch weiter ausführen anhand des armen bolivianischen Minenarbeiters der kreuzbucklig Silber zutage fördert und garantiert mit fünfzig an Staublunge sterben wird. Ja, dass sind wir. Wir sind das!

    • samy sagt:

      O ha, mein Freund. Das Eis ist brüchig, denn dein/unser Rechner funktioniert nur, weil dafür Coltan abgebaut wird, im Kongo, wo plötzlich Bürgerkrieg ausbricht, weil die Chinesen plötzlich ihr Coltan behalten wollen …

      Das Gedankenspiel lässt sich nicht nur bei Silber spielen, sonderm mit allem …

  10. Frank Meyer sagt:

    Bernanke kann nicht mal nen Drink mixen- nur giftiges Zeug. Greenspan wüsste, was zu tun gewesen wäre – bis zu seinem Rücktritt. Benny macht die Drecksarbeit. Er tat mir schon immer leid. Diese Krawatte!

    Greensax – Klasse, gemixt von Frankie Knuckles oder Stock Aitken Waterman.

  11. retracement sagt:

    Bei Waterman kommt mir gleich Aquarius in den Sinn. Ist das nicht das Zeitalter nach den Fischen?
    Und ja, das Eis war schon immer brüchig. Sobald etwas Moral ins Spiel kommt ist das Individuum verloren. Also alle für die nun in der Vorweihnachtszeit gespendet wird. Hilfeee! Ich will ein besserer Mensch werden!

  12. samy sagt:

    „Benny macht die Drecksarbeit…“ Ein Grund mehr für die Extraration Schnaps, das war schon immer so.

    „Er tat mir schon immer leid. Diese Krawatte!“

    Ich verkneiffe mir besser eine Antwort, sehe aber plötzlich ganze Divisionen von „Glashäusern“ vor meinem geistigen Auge aufmarschieren. Eigenartig, oder?

    🙂 🙂 🙂

  13. retracement sagt:

    Jeder möge doch bitte bei sich selbst anfangen. Und schwupp sind wir wieder bei der „Urschuld“. Anscheinend geht es ja nicht ohne. Da brauch ich keinen Ben oder sonst einen. Überleben als Schuldfrage?
    Oh je, da hab ich was geschrieben.

    • samy sagt:

      Überleben als Schuldfrage? Ja, wenn du damit das meinst, was du deinem Körper schuldest, also Nahrung, Wärme und Schlaf.

      Eine moralische Schuld sehe ich nicht, wie auch, da ich keinen Einfluss auf meine Zeugung hatte.

      Tja, wofür bin ich eigentlich verantwortlich zu machen? Ich bin in dieses System hinein geworfen worden, kann es beobachten aber nicht wirklich verändern. Ich habe es nicht geschaffen.

      • retracement sagt:

        samy
        Du bist deinem Körper nichts schuldig. Du bist der Körper.
        Ansonsten hast Du natürlich die richtigen Gedanken. Niemand kommt schuldig auf die Welt. Aber wir hier fragen uns ja vielleicht einmal „was wäre wenn“?
        Darum die Notizen oder . . .

        • samy sagt:

          Natürlich, mal über alles reden, why not.

          Nein, ich bin nicht mein Körper, ich habe einen. Und eine Geist, vielleicht sogar eine Seele, wer weiss das schon.

          Mein Körper, der hat Bedürfnisse, die muss ich befriedigen oder ich sterbe. Sterbe ich, dann erlöscht auch diese Schulden, die ich mit meinen Körper erhalten habe.

          Also wie diese Bedürfnisse als Einzelner in der Masse ethisch und ohne am Geist zu erkranken befriedigen, dass ist die Frage.

          PS: Ich argumentiere im Sinne „Dottores“ wenn ich nicht irre. Mir gefällt diese Sichtweise.

  14. Frank Meyer sagt:

    Nö, Urschuld ist einen eigenen Artikel wert. Bloß wann schreiben? Im Gelben Forum steht alles dazu.

  15. retracement sagt:

    ha ha Frank, des war ja klar das der jetzt kommt.
    Möchte eigentlich nur sagen
    – Zigaretten
    – Whisky
    – Raviolis
    das ist nicht so verkehrt für ein Individuum

    Ja, genau das meine ich!

    • samy sagt:

      Lese gerade das Havenstein im Amte gestorben ist, während die Hyperinflation ihren Zenit erreichte. An Herzversagen. Er hat seinem Körper anscheinend nicht das gegeben, was er ihm schuldete.

      Ach, was macht Draghi’s Gesundheit eigentlich so?

  16. retracement sagt:

    Finde es heute doch wieder Klasse hier!
    Manchmal ist alleine das Mitlesen bei den Gelben so anstrengend, dass Du gleich die Lust am Leben verlierst. Lasst uns doch mal ein paar gute Sachen berichten. Warum nicht anders sein?

    Ähm,mmmmmmh mhhhhhm mt Pflaster halt ihr wisst schon

  17. Frank Meyer sagt:

    Gute Idee. Ich kann schreiben, was ich möchte. Es ist warm hier. Ich bin satt. Und gesund. Draußen ist es dunkel aber ruhig. Ich habe Licht, warmes Wasser, Kühlschrank läuft. Radio auch. Eigentlich klagen wir doch alle (noch) auf hohem Niveau, während da draußen so nach und nach die Grundrechte unterhöhlt werden. Der Chart der Propaganda ist im Bull-Modus. Ich habe Arbeit und zu viel zu tun. Habe Freunde. was will ich mehr. heute hier rund jetzt ist alles super prima toll klasse. Ich glaube, den Blog gibt es nur, dass es auch künftig so bleibt. Ich träume schon wieder.

  18. 4fairconomy sagt:

    Und was ist mit dem Boden als Objekt der Geldanlage? Die Autoren sind (zu) sehr auf die individuelle Vermögens-Werterhaltung ausgerichtet. Wichtig wäre auch, volkswirtschaftliche Zusammenhänge auszuarbeiten, welche zu politischen Forderungen führen könnten. Das Buch ist gut – keine Frage. Aber es ist sehr deskriptiv und endet damit, wie jeder sein Vermögen am besten absichern kann. Dabei wäre die beste Vermögenssicherung und vor allem Wohlstandssicherung für alle eine geordnete Liquidation der illusionären Altlasten (Schulden und Vermögen) und ein überlegter gemeinsamer Ausstieg aus dem Schneeballsystem, in dem die ursächlich dafür verantwortlichen Rahmenbedingungen beseitigt werden.

    Z.B. Boden als Geldanlage: damit werden in Zukunft keine Werte geschaffen. Dies ist gerade ein wesentliches Merkmal der seit 2007 manifest gewordenen und nur knapp unter Kontrolle gehaltenen Krise: Es wurden und werden weiter auf dem Papier bzw. elektronisch gespeichert, nominell immense Vermögensbestände geschaffen, welche niemand wirklich braucht. In keinem Verhältnis dazu steht die Entwicklung der realwirtschaftlichen Güterproduktion. D.h. zwischen Ersparnis- bzw. Vermögensbildung und Güter welche geschaffen und nachgefragt werden können, klafft eine immer grössere Diskrepanz. Die Vermögensbildung ist zu einem viel zu hohen Anteil rein inflationär. Es wurden und werden immer weiter Vermögenswerte gebildet, welche niemals in den Konsum fliessen können werden, ohne eine Hyperinflation auszulösen. Es entstehen viel zu rasch zu viele illusionäre Vermögenswerte, welche einem begrenzten und viel langsamer wachsendem Sozialprodukt gegenüberstehen. Geld in Immobilien (genauer Boden) investiert ist ein Paradebeispiel für illusionäre bzw. inflationäre Vermögensbildung – gesamtwirtschaftlich gesehen, nicht aus Sicht des Einzelnen. Man muss nur die durch Geld, welches in Boden investiert wird, ausgelöste Inflation betrachten. Weitere unproduktive, illusionäre Anlagen sind Staatsanleihen als eine Formen von Konsumkrediten.

    Kaufkraft kann nur für die Zukunft aufgespart werden, wenn Ersparnisse sich entsprechend der Vermögensbildung an der Entwicklung des zukünftigen Sozialprodukts beteiligen. Eigentlich eine Binsenwahrheit. Und das ganze kann auch nur funktionieren, wenn die Ersparnisse in der Zukunft verkonsumiert werden, also die Güter bezogen werden, welche dank aber auch wegen dem Sparen produziert werden konnten bzw. mussten.

    Ich pflichte katzbuckel bei. Der Blickwinkel muss vermehrt auf die Folgen für die gesamte Gesellschaft gelenkt werden und erst in zweiter Linie auf die Optimierung der persönlichen Vermögensbildung. Denn was bringt’s, wenn alle (wenige?) ihre persönliche Vermögensbildung soweit optimieren, dass, desswegen das ganze System zusammenkracht? Zusammenkracht an den viel zu hohen, nicht efüllbaren Forderungen. Zusammenkracht weil im Schnitt alle, aber vor allem aber wenige, immer viel mehr nehmen als geben wollen?

  19. gilga sagt:

    Zunächst vielen Dank an Frank das dieses Interview auch hier bei RottMeyer zu hören ist. Es war ja in den vergangenen Tagen hie und da (Querschüsse etc.) von dem Buch zu lesen/hören, insofern war man schon ein wenig gespannt.

    Allerdings muss ich auch sagen das ich von einigen Antworten der Autoren ziemlich enttäuscht war. „Nichts genaues weiß man nicht“ fasst es ganz gut zusammen und dennoch sagt man unweigerlich kommt es zu einem Crash, „das zeigt die Mathematik ganz eindeutig“… nur was es für einer wird (letztlich Inflationär ggf. vorher stark Deflationär), das sagt die Mathematik (verständlicherweise) ja nicht.

    Insbesondere unzufrieden war ich mit der Antwort auf die Frage, wo denn Inflation herkommen soll, wenn man den Leuten kein Geld in die Hand gibt. Im Prinzip wurde das nur bejaht, aber irgendwie soll sie ja doch kommen, diese Inflation. Die Frage wurde jedenfalls in keiner Weise beantwortet. Außer (und nun kommt der zweite inhaltliche Punkt bzw. Antwort auf eine Frage welche mich doch verstörte) man wertet die diffusen Hinweise auf 1) „jeder weiß doch das die gefühlte Inflation beim Einkaufen viel höher ist“ und 2) „schauen sie sich mal die Preise für Immobilien in dt. Großtädten an, da ist die Inflation schon da“ entsprechend. Zu 1) warte ich noch immer darauf das mir das mal jemand mit konkreten Zahlen unterfüttert. Ich hab hier Zahlen meines persönlichen Einkaufskorbes (primär Lebensmittel) schwarz auf weiß vor mir liegen: Ja, einige Preise steigen (z.B. Waschmittel, Gewürz/Kochmischungen, etc.) aber es gibt auch Einige die entweder recht volatil (Milch; wobei das gewiss kein freier Markt ist) oder sogar gefallen sind. Manche Preise sind auch über den gesamten Beobachtungszeitraum absolut konstant (insb. Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis).

    2) (Immopreise in dt. Grosstädten) wird im gleichen Interview von den Autoren selbst als Blase bezeichnet („wie soll der durchschnitt. Einwohner Stuttgarts das noch bezahlen“). Blasen platzen und führen zu deflationären Entwicklungen, auch das wird von den Autoren im Interview ja so benannt. Also was nun? Die beiden aktuellen Hinweise auf Inflation die man anführt sind entweder sachlich nicht belegt (und ggf. auch nicht belegbar bzw. auch nachvollziehbar => mehr Menschen, mehr Bedarf vs weniger Rohstoffe/Anbaufläche => Preis steigt) oder werden auch als „Blase“ und damit als durch Spekulation verursachte Preissteigerungen, ungesunden und damit letztendlich zum Zusammenbruch verdammte Entwicklung bezeichnet… hm, das sehe ich nicht als stringente Argumentationskette, sorry.

    Da man bei solcher Kritik immer gern nach der Meinung des Kritikers fragt: Ja, die Inflation ist längst da, und zwar viel massiver als wir es sehen. Warum? Wir hätten weltweit in den vergangenen Jahren eine starke Deflation gehabt bzw. die Erholung nach 2008 wäre einfach niemals auf dem Niveau, dass wir heute (glauben bzw. uns die Aktienmärkte etc. weissmachen) zu sehen. Analog zum Vergleich von Frank am Ende des Interviews (zu den nicht anfallenden Zinsen für abbezahlte Schulden bzw. keine Kontoüberziehung) ist das einfach nicht zu sehen bzw. nur rein rechnerisch, wenn man das Alternativszenario anschaut, sichtbar. Die momentane „Inflation“ (das ausgleichen der eigentlich defl. Entwicklung) hält die Banken und Staatsapparate der Welt und insb. der Schuldenstaaten am Laufen und verhindert den Kollaps der Industrie in den Exportnationen. Und das auch nur gerade so, wie wir bei genauem hinsehen (erklär das mal einem Griechen/Spanier/…) wahrnehmen. Die Inflation manifestiert sich also m.E. nach im Erhalt des Status quo für die „glücklichen“ außerhalb der Schuldenstaaten.

    Dennoch sehe ich momentan einfach nicht wie dieses Geld in die Hände der Massen kommen (ok. wenn Vater Staat/EU morgen beschließt das jeder 2000€ pro Woche zusätzlich bekommt, dann ja) und dies dann zum inflationären Zusammenbruch führen soll. Was ich viel eher glauben kann ist, dass a) Banken/Unternehmen zusammenbrechen und die Bürger nicht mehr an ihr Geld kommen und keine Einkommensquellen mehr haben (wenn der Staat/Notenbank nicht eingreift/eingreifen kann) bzw. b) es tatsächlich verlieren (Crash der Unternehmensumsätze und -gewinne; Crash am Aktienmarkt und der Realwirtschaft). Dann bricht in a) der Glaube (wird im Interview ja betont) an den Wert bzw. die Verfügbarkeit des Geldes (bzw. der Einlagen bei den Banken) zusammen oder man bekommt b) simpel und ohne weitere „Umwege“ eine echte Deflation, was man in Deutschland im Fall a) unter dem Druck der Massen mit dem Austritt aus dem Euro beantworten würde und im Fall b) zu einem Zusammenbruch der EU und des Euroraumes führen würde (soziale Unruhen in den jetzt schon gebeutelten Staaten etc). Und genau das ist der Grund warum man so gern in Sachwerte in Deutschland oder solche mit mobilem Charakter investiert, sein Geld in dt. Staatsanleihen parkt etc. Im Fall a) (Wiedereinführung DM) und b) (was dann in den anderen Staaten mit dem politischen/gesellschaftl. System passiert ist absolut unklar) ist man ggü. Investitionen an anderer Stelle „fein raus“ => das heißt nicht Gewinn sondern mit Glück halbwegs(!) Kapitalerhalt (und darum geht es momentan).

    Vielleicht kommt im Interview einiges nicht so rüber wie es dann im Buch ausführlicher beschrieben ist. Man will ja auch keinen Blick in die Glaskugel wagen (tut es dann aber irgendwie schon so halb…) und eigentlich nur gewisse Zusammenhänge erklären. Wie man aus diesem diffusen Etwas (und ohne Blick in die Glaskugel bzw. das abschätzen von Wahrscheinlichkeiten) dann aber zu Handlungsempfehlungen kommt ist für mich nicht wirklich ersichtlich und fällt dem Interviewten ja dann auch sichtlich schwer (Geld raus aus Banken/Versicherungen und unter die Matratze + gleichzeitig in Sachwerte, obwohl auch da Gefahren; möglichst keine Schulden). Am Ende steht für mich: Ich bin genauso „schlau“ wie zuvor und werde daher weiter streuen und beide Szenarien im Auge behalten sowie meine Finanzsituation auf Diversifikation (hinsichtlich beider Szenarien und innerhalb derselben) bei gleichzeitiger Agilität (schnelles Umschichten möglich) trimmen.

    Das schlagende Argument für den inflationären Zusammenbruch war für mich in dem Interview noch nicht dabei oder ich habe es einfach nicht verstanden. Das man „alles für möglich hält“ kann ich nachvollziehen, so geht es mir ja auch. Nur führt mich dies persönlich nicht zu einem ergreifenden Erkenntnisgewinn bzw. hört man die Argumente für und wieder der verschiedenen Szenarien nun schon oft genug (und zum Teil dann auch konkreter ausgeführt und stringenter Begründet; aber war ja auch nur ein Interview und eben nicht das Buch).

    Schaun mer mal.

    PS: Mit Inflationär/Deflationär ist in meiner Antwort oben immer die Preisentwicklung gemeint, nicht die Entwicklung von Geldmengen bzw. -aggregaten.

    • markku sagt:

      Guter Kommentar, der entscheidende Fragen aufgreift:
      1. Wann knallt’s mit dem Euro?
      2. Wie knallt’s?

      Zu 1) das kann m.E. keiner seriös beantworten. Im Interview wurde gesagt, dass man es nicht wissen könne; andererseit wurden Zeiträume genannt. Diese sind vermutlich als Szenarien zu verstehen, die mit guter Wahrscheinlickeit eintreten können, oder auch nicht.

      Zu 2) Die Theorie zur Inflation läuft wie folgt: durch die Fehlentwicklungen beim Euro und in der Wirtschaft im Allgemeinen schlittert der EU-Raum (sowie der Rest der Welt) immer mehr in die Depression, was man mit immer aberwitzigeren Notenbankmaßnahmen zu retten versucht. Eine zwischenzeitliche Deflation/Rezession ist also der Kathalysator für die letztendliche große Inflation. Methoden, die heute noch völlig bekloppt klingen, werden dann eingesetzt. Voila la Inflation!

      Kann so kommen muss aber nicht! Bspw. kann in GIIPS zwischendurch die EU-hörige Oberschicht vom armen Rest gezwungen werden, den Euro zu verlassen => „Wertpapiere“ in rießigem Ausmaß werden wieder korrekt bewertet (d.h. zu 20-40 statt zu 100). Voila la Deflation.

      Theoretisch könnte auch in D mal jemand aufstehen, mit ähnlichem deflationärem Effekt. Ist aber maximal unwahrscheinlich, denn wir sind zu satt und v.a. maximal medienverdummt.

      Fazit: man kann das genaue Ende niemals absehen, wobei die Resultate völlig verschieden sind, je nachdem, ob jemand die Reißleine zieht. Man muss (!) also für beides vorsorgen!

  20. endthefed sagt:

    Danke für das großartige und sehr unterhaltsame Interview.

    Die beiden sind erfrischend anders, witzig und sympathisch. Ich habe schon viel gutes über das Buch gehört, dachte aber ich brauch es nicht lesen. Nach diesem Interview werde ich es mir nun doch zu Gemüte führen und ich bin richtig gespannt. Wenn es so ist wie dieses Interview, dann wird es eines meiner Lieblingsbücher.

    Weiter so und bitte mehr davon!

  21. markku sagt:

    Gutes Interview & klasse Buch (lese es selbst seit 5 Tagen 😉

    Etwas irritierend fand ich die Bemerkungen zu Steinbrück und den Grünen. Das klang fast so, als würden die Autoren Rot/Grün herbeireden, weil die Menschen etwas verändern wollen.

    Das muss (!) aber ein Missverständniss sein, denn die beiden Autoren wissen natürlich, dass es unter Rot/Grün mit der Plünderei noch munterer weitergeht, nur zusätzlich unter einem noch größeren Deckmantel der soz. Gerechtigkeit.

    Ich schätze also eher, dass die Autoren dewegen Rot/Grün erwarten, da die Bilderberger Steinbrück/Trittin den Ausverkauf abermals beschleunigen und deswegen massivst von den Mainstreammedien Unterstützung bekommen werden. Und wer weiß, was die BLÖD-Zeitung gegen Merkel/Schäuble in ihren Schubladen hat…

  22. mfabian sagt:

    Ich hab‘ das Buch mal bestellt. Am Dienstag sollte es eintreffen. Bin ja gespannt! 😉

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