Der große Gold-Crash. „Goldblase geplatzt – alles wird gut“

18. April 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare

vom Smart Investor …So, oder so ähnlich frohlockten weite Teile des Mainstreams über die historischen Kursstürze, die am Freitag der vergangenen Woche bei Gold & Co. einsetzten. Üblicherweise wurden da Begriffe wie „Goldrausch“ oder „Goldblase“ verwendet, die dem Publikum vor allem eines suggerieren sollten: Der über ein Jahrzehnt währende Anstieg der Edelmetallpreise sei irgendwie irrational gewesen und werde nun – endlich, endlich – korrigiert. Der Spuk sei vorbei…

Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart ließ beispielsweise in seiner „Morning Briefing“-Aussendung vom Montagmorgen sogar wissen, dass er die Titelgeschichte des Tages „Goldrausch ade“ auch gerne mit „Vernunft, herzlich willkommen“ überschrieben hätte. Zu diesem Zeitpunkt konnte er allerdings noch gar nicht wissen, wie „vernünftig“ die Marktteilnehmer im Laufe dieses Montags noch werden sollten, denn erst nach der Aussendung fand der eigentliche Crash statt. Na dann, „Herzlich willkommen!“, in der vernünftigen Welt der verschleppten Staatsbankrotte, rotierenden Geldpressen, Sparerenteignungen und alternativlosen „Rettungsschirme“!

Anderenorts lesen wir, dass einer der Gründe für die schlagartige Aversion der Anleger gegen edles Metall mit dem Abklingen der Schulden- und Eurokrise zu tun habe. Eine Einschätzung, die zumindest zyprische Sparer möglicherweise nicht teilen werden. Und natürlich konnten sich weite Teile der Systempresse den Seitenhieb auf das Internet nicht verkneifen. Ein später Triumph für jene Spezies der „Qualitätsjournalisten“, die seit dem Jahr 2000 mit „guten Argumenten“ gegen die Jahrhunderthausse anschrieb – aber nur selten Recht bekam.

In Goldforen scheinen sich nach deren Lesart nur schlechte Verlierer zu tummeln, die ihre ganz eigenen Erklärungen für die Edelmetall-Kursstürze rund um das vergangene Wochenende haben. Derartige Erklärungen erhalten prompt das Prädikat „Verschwörungstheorie“, was in unseren Tagen – und das nicht nur am Goldmarkt – als Hinweis darauf gelten kann, dass man der Wahrheit ziemlich nahe gekommen ist.

„Man kennt sich“

Während der Mainstream im Wesentlichen durch den Absturz seine viele Jahre vorgetragene Theorie einer Blase bestätigt sieht, witterten die „Gold Bugs“, also die langjährigen Anhänger des gelben Metalls, sofort einige Ungereimtheiten: Wie schon früher, war der Angriff aus mehreren Ecken gleichzeitig vorgetragen worden. Von einem Angriff kann man bei einer solchen Bewegung wohl durchaus sprechen, denn diese ist, wie Tyler Durden von www.zerohedge.com ausgerechnet hat, eine 7-Sigma-Bewegung also extrem unwahrscheinlich. Man muss daher wohl kein geborener „Verschwörungstheoretiker“ sein, um hinter dem extrem Unwahrscheinlichen mehr als den normalen Geschäftsgang zu vermuten.

Vielleicht sind die Forenteilnehmer auch einfach nur aufmerksamere Beobachter des Geschehens, schließlich kennt man sich – seit Jahren. Etwa George Soros, der sich in letzter Zeit zwar hauptsächlich als Berater der Bundesregierung für die Einführung von Eurobonds aufdrängt, im Hauptberuf aber bekanntlich Spekulant und Menschenfreund ist. In welcher dieser Eigenschaften er letzte Woche lautstark vor Gold warnte, ist nicht bekannt… (Seite 2)

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2 Kommentare auf "Der große Gold-Crash. „Goldblase geplatzt – alles wird gut“"

  1. DukeNukem sagt:

    Also wenn die Onkels vom Handelsblatt was von sich geben, dann kann man schon fast blind das Gegenteil machen. Ich darf hier an die super clevere Aktion ´´Wir kaufen griechische Staatsanleihen´´ erinnern.

  2. FDominicus sagt:

    Es gibt mind. 2 sicher Kontraindikatoren. Wie DukeNukem festellt das Handelsblatt und Mr Economy selber Krugman. Hätten wir von allem genau das Gegenteil gemacht was diese beiden so „vorschlagen“, hätten wir das Gröbste hinter uns und könnten und darauf konzentrieren wieder aufzubauen. Aber die Abrissunternehmen sind noch nicht fertig. Zu viel steht noch und zu wenige waren bisher betroffen. Irland, Portugal, Griechenland, Zypern sind ja tatsächlich nicht gerade die Mehrzahl der Europäer. Erst wenn 200 Millionen direkt betroffen sind kann man mit Reaktionen rechne, bis dahin erwischt es die „Richtigen“….

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