Der diabolische Genius moderner Regierungen

29. Mai 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Ich begann vor einiger Zeit mit der Ansicht, dass die meisten „Theorien zu Regierungen“ wertlos sind. Das sind noch nicht einmal Theorien. Sie erklären nichts. Stattdessen sind sie nur Wunschdenken…und Entschuldigungen für die Elite, die die Regierung für ihre eigenen Vorteile nutzen…

Der „soziale Vertrag“ zum Beispiel ist ein Betrug. Man kann keinen Vertrag haben, wenn man nicht zwei bereitwillige und dazu fähige Parteien hat. Die müssen sich zusammensetzen und dann ein reales Abkommen darüber treffen, was sie zusammen tun wollen.

Aber was ist der „soziale Vertrag“ mit der Regierung? Es gab niemals ein solches Treffen. Dieser Vertrag wurde den Bürgern aufgezwungen. Und jetzt, stellen Sie sich vor, Sie wollen als Bürger da raus. Können Sie den Vertrag einfach „brechen“? Kann man sich weigern, seine Steuern zu zahlen, und von den Beamten herumgeschubst zu werden? Wie lange würde es dauern, bis man im Gefängnis landen würde?

Was für ein Vertrag ist das, dem man nicht zugestimmt hat und aus dem man nicht zurücktreten kann? Der ist nicht das Papier wert, auf dem er geschrieben ist.

Und welche Art von Vertrag erlaubt es einer Seite, die Bedingungen des Vertrags einseitig zu ändern? Der Kongress verabschiedet fast jeden Tag neue Gesetze. Die Bürokratie gibt neue Edikte heraus. Das Steuersystem wird geändert. Das Pfund Fleisch, welches sie erhalten haben, reicht ihnen nicht – sie wollen noch ein halbes Pfund mehr!

Jede Theorie zu Regierungen, die ich gefunden habe, hat mich nicht überzeugt. Deshalb habe ich eine bessere Theorie: Eine Regierung ist nur ein Weg für Insider, Vorteile aus den Outsidern zu ziehen.

Bis zur Industriellen Revolution beriefen sich die Regierenden auf Gott, um die Regierung zu rechtfertigen. Wenn ein Mann einen anderen herumkommandierte, dann war das der Wille Gottes, sagten sie. Der Allmächtige sei verantwortlich. Das war eine klare Sache, wenn man die größeren und kleineren Annahmen, die damit zusammen hingen, akzeptierte.

Aber dieses System hielt sich nicht, aus zwei Gründen.

Zunächst einmal führte das dazu, dass Gott wie ein Idiot aussah. Die Monarchen regierten auf eine Art und Weise, welche inakzeptabel war, wenn sie wirklich von Gott ausgewählt worden waren. Die Könige waren oft inkompetent, mörderisch und käuflich. Schließlich wurde die Theorie aufgestellt, dass die Monarchen einen profanen und einen erhabenen Körper hätten, zur selben Zeit.

Zweitens: Der steigende Reichtum und die Macht der produktiven Klassen benötigten eine neue Idee.

Insider nutzen immer die Regierung, um Macht und Geld von den Outsidern zu sich selbst zu transferieren. Wenn Reichtum leicht zu identifizieren ist und leicht zu kontrollieren, dann können bereits wenige Insider relativ leicht Vorteile für sich aus der Regierung ziehen.
Quelle: Kapitalschutz Akte
Der diabolische Genius moderner Regierungen(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

2 Kommentare auf "Der diabolische Genius moderner Regierungen"

  1. Reiner Vogels sagt:

    „Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: ‚Ich, der Staat, bin das Volk.‘ “

    Friedrich Nietzsche, Zarathustra, Teil I, Vom neuen Götzen

  2. Reiner Vogels sagt:

    Nachtrag: Im übrigen möchte ich darauf hinweisen, daß die Idee vom „Gesellschaftsvertrag“, wie sie von Rousseau entworfen worden ist, ursprünglich eine emanzipatorische, freiheitsfördernde Idee war. Sie war gezielt und bewußt gegen das angemaßte Gottesgnadentum der Adelsherrschaft gerichtet und unterwarf alle politischen Akteure der volonté générale, also dem Gemeinwohl.

    Dies war eine revolutionäre Idee, die zu einem der ganz wichtigen Wegbereiter der französischen Revolution wurde.

    Daß auch ein formal demokratisch verfaßter Staat unter dem Vorwand, das Gemeinwohl zu verfolgen – gemäß der von Nietzsche formulierten Lüge „Ich, der Staat, bin das Volk“ – am Ende dann doch wieder zum kältesten aller kalten Monster mutieren kann, lehrt die europäische Geschichte seit dem Zeitalter der Aufklärung vielfach. Insofern bleibt das Verdikt Zarathustras zumindest als eine immer bestehende Gefahr auch heute bittere Realität.

    Das von vielen geplante Bargeldverbot z.B. weist in diese Richtung, weil es den Weg bahnt zum totalen Überwachungsstaat.

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