Boden dieses Bärenmarktes liegt noch vor uns

20. August 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare

von Bill Bonner

Die Hundstage des Sommers gehen weiter. Nicht viel Aktion an der Wall Street. Alles ist in Ruheposition. Die Zukunft muss warten. Aber (und hier rate ich) wenn die Geschichte weitergeht, werden wir das sehen…

– Der Anleihenmarkt hatte im Mai sein Topp erreicht. (Seitdem haben die Besitzer von US-Staatsanleihen eine Menge Geld verloren. Die Leute, welche von niedrigen Zinsen abhängen – Schuldner, die US-Regierung, Pensionsfonds – sollten sehr nervös werden.)

– Der Aktienmarkt erreicht derzeit sein Topp.

– Obwohl er noch nicht vollständig geheilt ist, hat der Goldmarkt im Juli einen Boden ereicht.

Vielleicht wird sich dies als wahr erweisen. Vielleicht nicht. Aber Sie sollten mir glauben – bis das Gegenteil erwiesen ist. Es besteht ein hohes Risiko, dass die Kurse von Aktien und Anleihen fallen werden – und zwar stark.

Der Aktienmarkt begann im Januar 2000 einen größeren Rückgang. Aber er hat diesen niemals vollständig beendet.Ein wirklicher Boden ist erreicht, wenn große Aktien mit einem KGV von nur 5-8 bewertet sind. Und man kann alle Aktien des Dow Jones für den Gegenwert von zwei Feinunzen Gold kaufen.

Das Erreichen des Bodens ist zwei Mal verschoben worden – jdes Mal wegen massiver Intervention von Fed und Regierung. Das erste Mal nach der Rezession des Jahres 2001….das zweite Mal nach der Großen Rezession der Jahre 2007-2009. Aber man kann das Schicksal nicht für immer abwenden.

Das letztliche Erreichen des Bodens liegt immer noch vor uns…Machen Sie sich bereit für steigende Zinsen. Die Trends am Anleihenmarkt entwickeln sich sehr langsam…und sie sind sehr wichtig.

Das letzte Topp bei den Kursen von US-Staatsanleihen (und ein Boden bei den Renditen) war 1946 erreicht. Die Renditen stiegen danach die folgenden 34 Jahre. Jetzt hat der US-Anleihenmarkt erneut sein Topp erreicht…und er nimmt neue Topps bei den Renditen ins Visier…welche nicht vor 2047 erreicht sein könnten.

Es mag noch sehr lange dauern…oder direkt um die Ecke sein. So oder so werden wir dahin kommen.

Das Desaster in Detroit ist nur das erste von vielen. Warten Sie, bis die langfristigen Zinsen 5% erreichen…oder 10%. Wie viele Unternehmen, Städte und Pensionsfonds werden dann noch solvent sein? Wir werden es sehen!

Aber Moment. Sie denken nicht, dass die Fed das zulassen wird, oder? Wenn Aktien und Anleihenkurse fallen, dann kann man damit rechnen, dass Ben Bernanke – oder wer auch immer seinen Platz einnehmen wird (mich hat Obama noch nicht angerufen!) in Panik geraten werden…genauso wie es Bernanke im November 2008 tat.

QE auslaufen lassen? Vergessen Sie es

Lassen Sie uns zurückblicken. 1971 wechselten die USA von einer Währung, welche edelmetallgedeckt war, zu einem System des reinen Papiergeldes. Eine mit Edelmetallen gedeckte Währung hält die Schulden unter Kontrolle. Ein Papiergeldsystem ist flexibler…angenehmer.

Seit 1971 ist die Summe der Kredite durch die Decke gegangen. Die US-Wirtschaft hat ordentlich expandiert. Aber diese Expansion wurde nicht durch Erhöhungen der Produktivität angetrieben. Stattdessen wurde sie durch Erhöhungen der Schulden angetrieben.

Aber der realen Wirtschaft wird nicht geholfen durch Billionen von neuen Papiergeld-Krediten. Aber die Leute, welche daraus Vorteile ziehen, lieben es. Wer sind diese Leute? Forbes dazu:

Die beste Chance, superreich zu werden, ist die, einer von den am höchsten bezahlten Hedgefonds-Managern des Universums zu sein. Im Jahr 2010 verdienten die Topp 25 Hedgefonds-Manager zusammen ungefähr das Vierfache von den Bezügen ALLER 500 CEOs der großen Unternehmen, welche zusammen den S&P 500 ausmachen.

Die durchschnittliche Bezahlung jedes dieser 25 Hedgefonds-Manager lag im Jahr 2002 bei 134 Millionen Dollar, im Jahr 2007 erreichte sie 1 Milliarde Dollar und 2012 wurde sie auf schäbige 537 Mio. Dollar gesenkt.

Und die Provisionen/Gebühren im Bereich Private Equity erreichten im Zeitraum 2005-2011 pro Jahr durchschnittlich 34 Mrd. Dollar. 2012 erhielten die drei Gründer von Carlyle jeder 300 Mio. Dollar, während der Gründer von Blackstone über 200 Mio. Dollar erhielt und Henry Kravis und George Roberts von KKR jeder mehr als 130 Mio. Dollar erhielten.

Wie diese Finanzinvestoren mit Honigtöpfen voll Geld erheblich reicher wurden als die anderen 300 Millionen Amerikaner, benötigen beide Bildung und Ausbildung, um „die Produktivität der gelernten Arbeiter im Verhältnis zu den ungelernten Arbeitern zu verbessern“, zum Beispiel im Bereich IT, und auf globaler Ebene, sagen die Volkswirte Steven Kaplan der Chicago Booth School of Business und Joshua Rauh von der Stanford Graduate School of Business.

Hedgefonds haben nichts zu tun mit Produktivität im traditionellen Sinn. Die Produktivität hat mit dem Output zu tun, nicht mit der Fähigkeit, Investoren in sein Kasino einzuladen, im Austausch für einen großen Teil deren Gewinne (nicht deren Verluste).

Solange die Fed die Märkte mit billigen Krediten überflutet…und die Preise von Finanzanlagen steigen…sind diese Investoren froh, exorbitante Gebühren an Hedgefonds-Manager zu zahlen.

Sie werden nicht mehr so glücklich sein, wenn meine drei oben genannten Prognosen korrekt sein werden

Wenige Hegefonds sind wirklich „abgesichert“ (hedge = sichern). Stattdessen haben deren eigene Anreize für die Manager zu neuen Risiken geführt.
Hohe Risiken eingehen? Warum nicht?

Ein typischer Hedgefonds-Manager denkt, dass wenn sein Fonds einen großen Gewinn macht, die Investoren ihn für ein Genie halten werden und er einen großen Teil deren Geldes erhalten wird. Wenn der Fonds viel verliert…nun, dann sollten die Investoren es besser gewusst haben! (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Boden dieses Bärenmarktes liegt noch vor uns"

  1. Michael sagt:

    Interessante Transformation des Wortes Hedge. Mir war der Begriff bekannt als
    a) Finde einen Markt mit einem Aufwärtstrend
    b) Suche respektable Einzelwerte
    c) Sichere das Risiko mit Stop Loss ab
    D.h. man hat in kurzfristig kleine Verluste zu Gunsten des Trends zugelassen. Der Vorteil war einfach – enorme Zugewinne. Wie im Neuen Markt oder Märkten inspired by big hope.

    Das war noch vor 15 Jahren so durchaus ein progressiver Zugang.

    Ob QE oder nicht ändert ja nichts aber auch gar nichts an – Borrow Currency Into Existence. Mike Maloney hat das interessant ausgeführt. Der hat ein gutes relativ aktuelles Überblicksvideo von einem Vortrag. Die Schlüsse sind ein andere Sache. Die ‚Öffentlichkeit‘ diskutiert ja, wenn überhaupt, weit vom weg Stamm und damit der Wurzel am kleinen Ast auf dem ein zartes Pflänzchen einer vagen Hoffnung verwelkt. Die Alternative ist der Sturm, der Regen, die Flut oder das Ausdörren.

    Die Kernaussage ist schlicht und einfach – das ist kein Geld. Es sind Zahlen die auf ein beliebiges Blatt Papier geschrieben werden mit deren Hilfe man Güter tauscht. Die Konsequenz draus ist aber, dass damit alle Mainstream Theorien zum Thema Volkswirtschaft ungültig werden.

    Wenn man böse wäre könnte man durchaus sagen, es genügte bei einem Hausbau das Zahlungsmittel allein für den Bau zu generieren und dann aus dem Kreislauf sofort zu entziehen bevor es auf Sparguthaben kommt. Der Gewinn müsste sofort in Realwerte getauscht werden. Keine Vermögensbildung:).

    Wenns so weitergeht bekommen mit der Babynahrung noch die Kinderbetreuerin mit. 1 EUR Job gesponsert vom Staat. Wie bei Gray Computer, da war vorort Service Techniker im Preis inbegriffen.

    Für Aktien spricht – Korrektur ist meiner Ansicht noch immer real – ist
    a) M2 und M3 Umlaufgeschwindigkeit des Dollars in den U.S. von 1,5 – Abschöpfung der Kreditaufnahme des Kunden bei gleichzeitigem Transfer des Betrags auf den Zahlungsmittel akkumulierenden Knoten.
    b) Die Fähigkeit von börsenorientierten Unternehmen in gewohnter Manier sämtliche Mittelständer aufzukaufen. Sobald sie Investoren bei der Gründung dabei haben, wird das Unternehmen auch passgenau designed.

    Mein Einschätzung war, man wird versuchen ein Monsterblasen zu starten. Die Frage ist allein wie lange läufts nach oben, ab so 2014/2015 bis 2017.

    Der Mittelstand kann nicht in einem Zustand enden in dem einfach jene Teile macht die sich nicht rentieren für Große noch nicht mal als Finanzbeteiligung. Wie man Berlin wird bald hören – Die Wirtschaft ist für uns alle Neuland.

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