Der Amerikanische Traum – Unsinn und Betrug

2. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Heute möchte ich einmal das Gesicht unserer Regierung genauer betrachten. Es ist schon älter…mit einigen Sorgenfalten und Furchen. Doch woraus resultiert dieses stumpfsinnige und fahle Aussehen?

Auch das ist das Ergebnis der fortgeschrittenen diabetischen Seuche, die auch Amerikas Gesellschaft infiziert hat.

Weich und mürbe

Nachdem reales Geld und Ersparnisse um 1971 aus der Wirtschaft verschwunden sind, sind die Wachstumsraten des amerikanischen BIP verkümmert. Und jetzt, zum ersten Mal seit 35 Jahren, übertrifft die Zahl der Firmenschließungen die Zahl der Firmengründungen. Der Körper der Wirtschaft ist weich und mürbe geworden – unfähig, Aufrecht zu stehen oder sich auch nur selbst auf den Beinen zu halten. Seit dem ist er auf die Krücke von wachsenden Krediten angewiesen.

Das neue, auf Krediten basierende Finanzsystem bedeutete, dass die Amerikaner de Facto weniger wirklichen Wohlstand hatten. Doch noch bis zum Jahr 2007 konnten sie haben, was sie wollten, in dem sie Darlehen aufnahmen. Nur wenigen fiel auf, dass sie Kredite bei den Unternehmen und gleichzeitig die Sklaven ihrer Kredit-Herren wurden. Niemand hat jemals herausgefunden, wie man Gold herstellt.

Also haben die Insider Washingtons das Finanzsystem in zwei Schritten geändert. 1968 trat Präsident Johnson vor den Kongress und bat die Vorraussetzung für die Golddeckung des Dollars zu abzuschaffen. 1971 dann, beendete „Tricky Dicky“ dann die direkte Konvertibilität des Dollars zu Gold. Mit dem neuen Dollar, der nicht mehr von Gold gestützt werden musste, konnte man nun so viel Geld herstellen, wie man wollte.

Nach den 1970er Jahren verdiente der typische Amerikanischer sein Geld nicht mehr oder lieh sich etwas von den Ersparnissen seines Nachbarn, sondern musste vor der Elite, die diese Kreditmaschine kontrollierten, zu Kreuze kriechen.

Das Making-Of moderner Schuldensklaverei

Die Regierung und ihre Spießgesellen des Finanzsystems erschufen das Geld ex nihilo. Und dieses Geld hat sie rein gar nichts gekostet. Und immer noch vergeben sie es an die Bevölkerung als wären es echte Ersparnisse. Und der gemeine Amerikaner hat den Köder geschluckt. Er hat ein Haus gekauft. Er hat ein Auto gekauft. Er hatte ein gutes Steak zum Dinner und es mit der Kreditkarte bezahlt.

Nun war er kein freier Mann mehr in einer freien Wirtschaft mit echtem Geld in den Taschen. Ab jetzt war er ein Sklave des Kreditsystems. Und er musste hart schuften, um seinen Pflichten nachzukommen. Die Obigen bekamen dieses Geld völlig umsonst. Doch er musste dafür bezahlen.

Nicht selten konnten die Schulden nicht zurückgezahlt werden. So wurde er zum Leibeigenen seiner Schulden – seinem Meister verpflichtet für sein zu Hause, seine Fortbewegung, seine Ausbildung, seine Gesundheitsversorgung… und selbst für sein Essen. Die Eleganz dieser Masche ist atemberaubend.

Die Banken bekommen das Geld ohne jegliche Kosten. Dann geben sie einem Hauskäufer eine Hypothek. Im Endeffekt besitzt die Bank nun dieses Haus und der „Hausbesitzer“ bezahlt ihnen eine Miete… und das Monat um Monat.

Der arme Trottel begreift nie, was passiert.

Er küsst die Hand seines Gläubigers und fleht ihn praktisch noch an, mit seiner einzigen Tochter zu schlafen.

Wenn die nächsten Wahlen kommen, ist er bereit, seine Rolle zu spielen – ein stolzer Bürger und Hausbesitzer, der für mehr Peitschenhiebe stimmen wird.



Amerika ist nicht länger eine Republik oder Demokratie
von Bill Bonner

Die letzte Zeit war gut für die amerikanischen Aktien. Der Dow ist weiterhin gestiegen. All dies fand statt, nachdem Madame Yellen, Besitzerin des Haus der steigenden Aktienmärkte, sagte, sie würde weder geduldig noch ungeduldig dabei vorgehen, die Zinssätze zu erhöhen.

Die Investoren haben den offensichtlichen Schluss gezogen:

Sie hat keine Ahnung von dem, was sie macht.

Bis sie einen roten Faden findet, oder die Ereignisse sie aus ihrer Paralyse reißen, ist es Business as usual. Der Klavierspieler wird seinen Kopf gesenkt lassen. Der Barkeeper wird weiter nachschenken. Die Falschspieler werden weiter ihre Asse aus den Ärmeln zaubern und die Mädels von oben werden weiter ihre Geschäfte verzwirnen.

Profunde Transformationen

Das ist wohl kaum das, was man von einer respektablen Zentralbank erwartet hat. Ich betone es noch einmal: es hat sich im vergangenen halben Jahrhundert so vieles verändert. Auch wenn es eine unendliche Anzahl an Schauplätzen und Handlungen gibt, gibt es nur wenige, denen es sich zu folgen lohnt. Die Welt von heute ist nicht mehr die Welt, die sie vor einem halben Jahrhundert war. Wir haben eine neue Art des Geldes. Wir haben eine neue Wirtschaft. Und wir haben eine neue Art der Regierung. Wir alle sind transformiert worden… in einer Art und Weise, die nur wenige bemerkt und noch weniger verstanden haben.

Mein Job ist es, diese Geschichte zu verstehen. Nicht in seiner allumfassenden Ganzheit (das wäre wohl auch unmöglich)…aber doch die auffälligsten Umrisse und spektakulärsten Details. Ich habe bereits einen Gutteil meiner Zeit, und einiges von Ihrer, damit zugebracht, zu begreifen, wie sich unser Finanzsystem so wandeln konnte seit Nixon im Jahr 1971 den Goldstandard beendet hat.

In der nächsten Zeit werde ich mich gezielt mit der Frage auseinandersetzen, wie dieses neue Geld die Wirtschaft verändert hat… und wie es, unter anderem, auch unsere Regierung transformiert hat. Was Sie dabei erfahren werden ist, dass diese letzte Verwandlung die obszönste von allen ist.

Weder Republik noch Demokratie

„Eine Regierung kann nicht mehr als zwei legitime Zielsetzungen verfolgen“, schrieb der politische Philosoph William Godwin im 18. Jahrhundert. „Die Zerschlagung von Unterdrückung einzelner Individuen innerhalb einer Gesellschaft und die gemeinschaftliche Verteidigung gegen externe Übergriffe.“ Doch die amerikanische Regierung – genährt durch die nahezu unendlichen Kredite, die ihnen dieses neue Geld gibt – hat eine Form angenommen, die für Godwin nur grotesk und nicht wieder zu erkennen wäre.

Für diejenigen, die immer noch an den Idealen der Amerikanischen Revolution festhalten, ist es nur abstoßend. Ist Ihnen klar, dass wir hier kein politisches System mehr haben, dass sich in irgendeiner Weise eine Republik oder Demokratie schimpfen kann? Ist Ihnen klar, dass wählen zu gehen verschwendete Zeit ist, wenn das System zu Gunsten der mächtigen Elitegruppen zurechtgebastelt wird?

Eine von diesen – Präsident Eisenhower nannte diese Gruppe „militärisch-industrieller Komplex“ – bestielt den Rest von uns um Abermillionen Dollar. Und sie erschaffen Feinde, so wie die Fed Geld erschafft… aus dem Nichts. Und so verbleiben die USA in ständiger Alarmbereitschaft… ein unechter Feind nach dem anderen wird zerschlagen, ohne irgendeinen offensichtlichen Gewinn.

Außer für die Elite, die genau dafür bezahlt wird.

Quelle: Kapitalschutz Akte
US-Finanzkrise: Amerika ist nicht länger eine Republik oder Demokratie (von Bill Bonner)
US Finanzkrise: Der Amerikanische Traum – Unsinn und Betrug (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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2 Kommentare auf "Der Amerikanische Traum – Unsinn und Betrug"

  1. kaufi sagt:

    Ja, genau so sieht es aus….

  2. JFK sagt:

    Alles nachzulesen bei Phllipp Bagus in : Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden: . . . Und Welche Rolle Der Staat Und Unser Papiergeld Dabei Spielen

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