Der Aktien-Bullenmarkt könnte schon vorbei sein

16. September 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Gualfin, Argentinien- wie erwartet, preist die Wall Street in voller Kraft ihre Ware an. Der Dow macht Schlenker und CNBC versichert, dass „die USA einen Ort bilden, in den man investieren sollte“.

Und Bloomberg erklärte, dass „basierend auf der Geschichte“ Investoren nicht länger als vier Monate darauf warten müssen, dass der Aktienmarkt sich vollständig erholt. Doch das würde voraussetzen, dass wir uns immer noch in einem Bullenmarkt bewegen.

Wie wir gesehen haben, sind zwei Faktoren maßgebend für das Betreiben des Bullenmarktes der letzten sechs Jahre: die Null Prozent Zinssatzstrategie der Fed (ZIRP) und ihre QE Programme. Und weder das eine, noch das andere funktioniert derzeit für die Vereinigten Staaten.

Die QE Programme der Fed pausieren. Genau wie ZIRP scheinen sie ihren Reiz verloren zu haben. Und das ist kein Wunder… wie ich schon mehrere Male dargestellt habe, ist es kein gutes Geschäftsmodell, wenn man Menschen, die bereits tief in den Schulden stecken, Geld leiht, das zuvor nicht mal existiert hat. Das stimuliert die Wirtschaft nicht. Und es verbessert auch nicht die Lage der Menschen. Alles, was das bewirken kann, ist dafür zu sorgen, dass es immer weiter bergab geht.

Und nun, da der Fed die Munition ausgeht, KÖNNTE es sein, dass wir uns schon nicht mehr in einem Bullenmarkt befinden. MÖGLICHERWEISE stehen wir schon in der Tür zu einem Bärenmarkt.

Wenn dem so ist, kann man eine Erholung innerhalb vier Monate vergessen. Stattdessen könnte es vier Jahre dauern… oder 40 Jahre… bis der Bullenmarkt sich seinen hohen Standard vom vergangenen Mai zurückerobern kann.

Erinnern Sie sich daran, dass es vom hohen Standard des Topps des Bullenmarktes von 1929 bis 1954 gebraucht hat, bis der Aktienmarkt sich vollständig erholt hatte.

Und in Japan liegt der Nikkei immer noch annähernd 50% unter dem hohen Standard des Bullenmarktes von 1989.

Korrekturen in einem Bullenmarkt sind die eine Sache. Bärenmärkte sind etwas komplett anderes.

Die Liquidität trocknet aus

Die „Überschussliquidität“ hat die Aktien in den vergangen sechs Jahren angetrieben, wie mein Freund und Volkwirt, Richard Duncan, argumentiert. Keine Gewinne. Kein Wachstum. Keine Produktivität. Keine Ersparnisse. Keine Investments. Er drückt es so aus:

„Wenn Liquidität im Überfluss vorhanden ist, tendieren die Aktivpostenkurse zu steigen. Ist sie knapp, dann fallen sie.“

Laut Duncan ist ein „Liquiditätsmaßstab“ als Basis für die Vereinigten Staaten relativ einfach zu konstruieren. Wenn Washington Dollars leiht, um die Defizite imBudget zu finanzieren, absorbieren sie Liquidität. Und wenn die Fed durch QE Dollars produziert, wird Liquidität in die Finanzmärkte eingespeist.

Die Zentralbanker der Fed haben in der Vergangenheit den Schwenkhebel ziemlich ausgeleiert, um mehr Liquidität in das System zu pumpen. So hat Washington im Jahr 2013, zum Beispiel, 680 Milliarden Dollar absorbiert, um die Haushaltsdefizite zu finanzieren. Und die Fed hat über eine Billionen Dollar durch QE eingespeist. Die Differenz erzeugte 320 Milliarden Dollar an überschüssiger Liquidität.

Doch nun warnt Duncan davor, dass sein Liquiditätsmaßstab im Jahr 2015 ins Negative umschlagen wird. Washington wird mehr absorbieren, als die Fed einbringen kann. Auch prognostiziert er eine Verschlechterung der Messwerte, die sich von 2015 bis 2020 durchzieht. Er warnt davor, dass der globalen Kreditblase die Luft ausgeht und die Welt „in eine schwerwiegende Rezession schliddert.“



Die Absurdität des Existenzminimums
von Bill Bonner

Gualfin, Argentinien – vor kurzem war der Tag der Arbeit. Der Großteil der Welt huldigt der schwitzenden, Bus oder Trucker fahrenden Klasse, der armen und zusammengedrängten Masse…die nach einem bequemeren Sitz und besseren Deals schmachten, am 1. Mai. Präsident Grover Cleveland hat dafür den ersten Montag im September ausgewählt.

Als der Dow kürzlich wieder um 272 Punkte abfiel, ließ der US-Chefstratege der Citigroup durch CNBC verlauten, dass es keinen Grund zur Sorge gibt, denn die Chance, dass der Dow heute in einem Jahr höher stehen wird, liege bei 96% (96 und nicht 95%!)

Nun, gegen diese Chance können wir nichts sagen, nicht wahr? Also k…k…kaufen Sie!

Nein, warten Sie. Was weiß denn der?

Gar nichts. Genau wie der Rest von uns. Wir können alle nur mutmaßen. Und meine Mutmaßung ist, dass das Risiko Verluste zu machen, 82,7% höher ist, als das Risiko keine zu machen.

Ach nein, machen wir 82,8% daraus…

Kommen wir zurück zum Tag der Arbeit. Wie die Schlagzeilen der amerikanischen Medien vermuten lassen, ist es für die Amerikaner von großem Interesse, wie viel andere Menschen verdienen. Keiner – oder fast keiner – der diese Leitartikel verfasst, arbeitet bei McDonald’s oder verdient den Mindestlohn. Doch praktisch jeder hat eine Meinung dazu, wie viel Menschen im Niedriglohnsektor verdienen sollen.

Ein „Existenzminimum“, so sagen sie, ist das, was sie wollen. 30.000 Dollar ist der jährliche Betrag, über den diskutiert wird.

Natürlich ist ein nationaler Mindestlohn absurd. In Manhattan zu leben ist weit kostspieliger, als auf dem Ozarks zu leben. Und bei Mami und Papi zu wohnen ist weit billiger, als eine eigene Wohnung unterhalten zu müssen. Doch um die Praxis mache ich mir da wirklich weniger Sorgen, als um die Theorie.

Mir wurde gesagt, dass die Menschen, die bei McDonald’s arbeiten, mehr verdienen sollten. Doch was ist mit den Autoren besagter Leitartikel? Vielleicht sollten sie weniger verdienen?

Wenn die gut ausgebildeten, gut betuchten und gut verdienenden Angestellten über die Löhne der Angestellten von McDonald’s entscheiden können, sollten die Burgerwender sicherlich auch das Recht haben, über das Gehalt der schnatternden, wichtigtuenden und verbessernden Klasse entscheiden.

Wenn dem so wäre, mutmaße ich, dass die gut bezahlten Alleswisser mit Gehaltskürzungen zu rechnen haben. Das erscheint angemessen und gerecht.

Wir marschieren in eine McDonald’s Filiale und ein Mindestlohn-Arbeiter nimmt die Bestellung auf. Wir bekommen das, wofür wir bezahlen und sind mit der Abwicklung zufrieden; keiner missgönnt dem Angestellten seine Belohnung. In der anderen Hand halten wir die Zeitung und wenn wir sie lesen, bekommen wir Quatsch und Nonsens.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Der Aktien-Bullenmarkt könnte schon vorbei sein (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Der Aktien-Bullenmarkt könnte schon vorbei sein"

  1. böses Schaf sagt:

    Was soll das? Das was versucht wird, uns zu vermitteln, das existiert doch gar nicht, oder?
    Wer da noch investiert, bzw. glaubt, dass sich alles in Wohlgefallen und Plus auflöst, der hat nichts verstanden!
    Fakt ist –
    – wir haben einen völlig überverkauften- u. überwerteten DAX
    – wir haben das Selbe in allen anderen Märkten auf diesem Globus.
    – wirkliche Werte, wie z.B. EM, werden massiv kaputtgeredet (von diesen sog Fachleuten)
    – was in Deutschland und Europa gerade passiert, ist die Übergabe an andere, nicht dem Deutschen wohlgesinnten Ineressen.

    Es ist mehr als überhöchste Zeit, diesem Diktat und diesem Wahnsinn, einen Riegel vorzuschieben.

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