Depression – Die unentrinnbare Folge eines Papiergeldbooms

29. Juli 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Thorsten Polleit) Ein Papiergeldboom endet in der Depression – einem starken Einbruch der Wirtschaftstätigkeit. Diese ökonomische Gesetzmäßigkeit erfahren bereits einige Länder im Euroraum leidvoll – wie Griechenland, Portugal und Spanien. Gleiches wird aber auch alle anderen Volkswirtschaften ereilen, die jahrzehntelang im Zuge eines Papiergeldbooms chronisch auf Pump gewirtschaftet haben. Erinnerungen an die „Große Depression“ drängen sich geradezu auf...

Die „Große Depression“ steht für einen traumatischen Zusammenbruch der Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten von Amerika und nachfolgend auch in vielen anderen Ländern gegen Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, genauer: in der Zeit 1929 bis 1933.

Die wohl eindrücklichste Illustration der Großen Depression ist der Verlauf des US-Aktienmarktes. Der Dow Jones Industrial fiel von mehr als 380 Punkten im August 1929 auf 44 Punkte im Mai 1932; und erst im November 1952 erreichte der Aktienmarktindex wieder seinen Höchststand vor der Krise.

In der Zeit von August 1929 bis Juli 1932 fiel die US-Industrieproduktion um 53 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 25 Prozent. Geschäftsbanken gingen reihenweise Pleite: 1929 gab es noch etwa 25.000 Banken in den Vereinigten Staaten, 1933 waren es weniger als 15.000.

Mit der Pleite von Banken gingen Bankdepositen im wahrsten Sinne des Wor-tes verloren. Die US-Geldmenge M2 schrumpfte um mehr als 33 Prozent. Die Preise gaben auf breiter Front um 25 Prozent nach.

Um der Großen Depression zu entkommen, setzte US-Präsident Franklin D. Roosevelt (1882 – 1945) auf den „New Deal“: ein umfangreiches Staatsausgaben- und -reglementierungsprogramm, das keinen Wirtschaftssektor aussparte.

Der Staatssektor wuchs stark an. Vor der Großen Depression betrugen die Ausgaben der US-Zentralregierung etwa 3 Prozent des Volkseinkommens, 1939 hatten sie bereits 10 Prozent des Volkseinkommens überstiegen.

Doch der New Deal brachte nicht die erhoffte Erholung.

Die Aufwärtsentwicklung des Aktienmarktes und der Industrieproduktion setzten erst zu Beginn der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein – also etwa mit Beginn des Zweiten Weltkriegs–, begleitet von einem starken An-schwellen der Geldmenge.

Das Geldmengenausweiten war vor allem deshalb möglich geworden, weil US-Präsident Roosevelt am 1. Januar 1934 den US-Dollar abwertete gegenüber Gold, und zwar von 20,67 USD pro Feinunze auf 35 USD pro Feinunze. Zudem erlaubten ab 1938 geldpolitische Änderungen, dass die amerikanischen Banken fortan mehr Kredit und Geld in Umlauf bringen konnten.

Bis auf den heutigen Tag streitet man über die Ursache der Großen Depression. Einige Ökonomen meinen – wie Milton Friedman (1912 – 2006) –, es seien Bankenpleiten und das damit einhergehende Schrumpfen der Geldmenge ge-wesen, die die Depression zu einer „Großen“ Depression gemacht hätten.

Andere Ökonomen sehen die Ursache der Großen Depression in einer unzu-reichenden gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Zu dieser Gruppe zählen vor al-lem Keynesianer. Sie beklagen, dass der Staat damals nicht ausreichend mit Ausgabenprogrammen „gegengesteuert“ hat und so die Krise verschlimmerte.

Wiederum andere Ökonomen geben dem staatlichen Einfluss im Geldwesen und den nachfolgenden Staatseingriffen in das Wirtschaftsleben (Preiskontrol-len etc.) die Schuld an der Krise und sehen darin auch die Ursache für die nachfolgend schleppende Erholung der Wirtschaft. Zur letzteren Gruppe zählen die Ökonomen der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ – mit der sich Namen verbinden wie Carl Menger (1840 – 1921), Eugen von Böhm-Bawerk (1851- 1914), Ludwig von Mises (1881 – 1973) und Friedrich August von Hayek (1899 – 1992).

Insbesondere Mises und Hayek erkannten früh, dass ein Papiergeldboom in ei-ner Depression enden muss. Denn wenn Papiergeld zu künstlich gedrückten Zinsen ausgegeben wird, so entstehen Industrien und Arbeitsplätze, deren Überleben davon abhängt, dass immer mehr Papiergeld zu immer tieferen Zinsen in Umlauf gebracht wird… (Seite 2)

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24 Kommentare auf "Depression – Die unentrinnbare Folge eines Papiergeldbooms"

  1. 4fairconomy sagt:

    Wusste nicht, dass Mies und Hayek eigentlich erkannt hatten, dass die Papiergeldwährung wie ein Schneeballsystem funktioniert. Was hatten sie dem entgegenzusetzen? Eine Goldgedeckte Währung? Das ist genau so unsinnig. Warum soll die Menge an verfügbaren Tauschmittel von der Menge an Gold im Tresor der Notenbank abhängig sein? Nebst vielen theoretischen Einwände dagegen sind damit auch Kriege um das Gold vorprogrammiert. Geld ist letztlich ein Bezugsrecht an das Sozialprodukt. Die einzige Deckung die es benötigt, ist seine Kaufkraft. Damit diese erhalten bleibt muss die Geldmenge und die Menge an Geldsurrogaten in einem konstanten Verhältnis zum Sozialprodukt bleiben. Das Sozialprodukt ist die Richtgrösse für die Geldmenge. Insbesondere darf dies nicht aufgegeben werden, um Deflation, Bankenkrise usw. zu bekämpfen. Um eine Deflation zu verhindern sind andere Instrumente der Geldpolitik not-wendig, wie z.B. eine Abgabe auf Liquidität oder Umlaufsicherung. Damit kann eine Währung ohne Geldmengenausweitungszwang und ohne Deflationsgefahr auskommen. Sobald Liquiditäthaltung stets (!) mit einem garantierten Mindestzins von null honoriert wird, hat man entweder eine hohe Deflationsgefahr oder ein Zwang zur übermässigen Geldmengenausweitung!

    • Gandalf sagt:

      Hallo 4fairconomy!

      Du begehst imho ‚mehrere‘ Denkfehler

      Zitat:
      „Wusste nicht, dass Mies und Hayek eigentlich erkannt hatten, dass die Papiergeldwährung wie ein Schneeballsystem funktioniert. Was hatten sie dem entgegenzusetzen? Eine Goldgedeckte Währung? Das ist genau so unsinnig. “

      Das ist nicht unsinnig, denn die Kaufkarft des Geldes setzt sich nicht nur aus der (Geld-)MENGE zusammen, sondern ebenso aus dem (Geld-)Wert der jeweiligen Geldeinheit (GE) und damit mit dem Produkt: Menge*Wert(der GE)

      Und damit sollte klar sein, dass das Augenmerk auf die „Menge“ fehl gehen muss.

      Im Gegenteil: Da ‚Jede‘ fixe Geldmenge in einer Wirtschaft die richtige ist, liefert der Wert (also der „Preis“) des Geldes brauchbare Signale über Kanppheiten bei Investitionsentscheidungen.

      Manipuliert man planwritschaftlich die Menge (und damit den Preis), führt das zu Fehlinvestitionen die dann durch eine nochgrößere Gelmenge „gerettet“ werden müssen (wie z.B. die sprichwörtlichen „Immobilien in de sapnischen Wüste“)

      Zitat:
      „Warum soll die Menge an verfügbaren Tauschmittel von der Menge an Gold im Tresor der Notenbank abhängig sein? Nebst vielen theoretischen Einwände dagegen sind damit auch Kriege um das Gold vorprogrammiert.“

      Unsinn – Abgesehen davon, das der 1. WK schon nach 3 Wochen zu Ende gewesen wäre, wenn man die Kannonen mit Gold hätte bezahlen müssen (..warum wurde denn der Goldstandard 1971 in den USA endgültig abgeschafft? – was war zu diesere Zeit?), bleibt das Gold natürlich (im Prinzip) nicht im Tresor, sondern dient als (Waren-)Tauschmittel. (Auch wenn dsas in Form von „Anrechtsscheinen auf Gold im Tresor“ geschieht)
      …’theoretische Einwände‘ – eben.

      Zitat:
      „Geld ist letztlich ein Bezugsrecht an das Sozialprodukt. Die einzige Deckung die es benötigt, ist seine Kaufkraft.“

      ..dies ist nur (im gegenwärtigen) Schuldgeldsystem so, – das uns (gegenwärtig) um die Ohren fliegt, da wir z.Z. gar nicht merken, wie unser BIP real sinkt, da es durch die inflationäre Geldemngenausweitung nominal steigt.

      Zitat:
      „Damit diese erhalten bleibt muss die Geldmenge und die Menge an Geldsurrogaten in einem konstanten Verhältnis zum Sozialprodukt bleiben. Das Sozialprodukt ist die Richtgrösse für die Geldmenge.“

      … sagen alle „gottspielenden monetary cranks“ (und die meisten wissen nicht was sie sagen und tun)

      Zitat:
      „Insbesondere darf dies nicht aufgegeben werden, um Deflation, Bankenkrise usw. zu bekämpfen. Um eine Deflation zu verhindern sind andere Instrumente der Geldpolitik not-wendig, wie z.B. eine Abgabe auf Liquidität oder Umlaufsicherung. Damit kann eine Währung ohne Geldmengenausweitungszwang und ohne Deflationsgefahr auskommen. Sobald Liquiditäthaltung stets (!) mit einem garantierten Mindestzins von null honoriert wird, hat man entweder eine hohe Deflationsgefahr oder ein Zwang zur übermässigen Geldmengenausweitung!“

      Deflation ist nur äußerst selten eine Gefahr. – In der gegenwärtigen Sitauation der ‚Geldblase‘ wäre sie ein dringend nötiger Heilungsprozess: Die „spanischen Immobilien“ würden endlich so billig, das sich junge und ärmere Menschen sich diese leisten können und die betrügereischen Bankenn pleite, so das nur seriöse Institute in Zukunft eine Chance hätten von Sparern mit werthatligen Geld „bedacht“ zu werden.

      Aber auch sonst: Wer regt sich bitte darüber auf, das z.B. Handys und Computer uf Grund Produktivitätsfortschritten ständig billiger werden? – Das wird doch von „Deflationswarnern“ immer wieder an die Wand gemalt: Werden deswegen PC’s und Handys weniger gekauft? Nein- man kauft trotzdem – nur „anders“. Es werden anstatt „schnller Billigware“ Qualtitätsprodukte gekauft, die man länger (be)halten will, bzwl einen höhrern Wiederverkaufspreis haben. Man schafft also Qaultitaätsarbeitsplätze anstatt Konsumidiotie.

      Nach Deiner Therorie müssten doch die Preise für PC’s und Handys künstlich hoch gehalten werden, damit es nicht zur Wirtschaftskrise kommt!?

      .. genau das wurde ja 1929 und in den folgenden Jahren von Roosevelt (und Keynes) versucht. Die Preise für Produkte hoch zu halten – bis zur totalen Katastrophe.

      ..und genau das versucht man jetzt wieder.

      Grüße

      • 4fairconomy sagt:

        @ Gandalf

        mehrere Denkfehler?

        Also die Geschichte der Goldwährungen haben Deine Argumente zur genüge widerlegt. Es ist die Geschichte von schwersten deflationären Krisen. So z.B. in Deutschland nach dem 1. WK, als an die USA ein Teil der Goldbestände abgegeben werden mussten und im Sinne der Goldwährung die Geldmenge reduziert wurde. Aber auch sonst haben die 30er Jahren gezeigt, zu was eine Goldwährung führt. Weder Goldwährung noch die heutige Form der Papierwährung sind auf Dauer geeignete Währungssysteme. Es ist aber wahrscheinlich, dass es noch einige schmerzhafte Erfahrungen brauchen wird, bis dies soweit verstanden wird, dass die Bereitschaft vorhanden sein wird, einen anderer Weg einzuschlagen.

        Natürlich ist es unsinnig, die Geldmenge an der Menge Gold im Tresor der Notenbank festzulegen. Dass mit einer fixen Geldmenge eine ungenierte, bedarfsgerechte wirtschaftliche Entwicklung möglich sein soll, weil dabei der Wert pro Geldeinheit zunimmt, dass müsste erst noch gezeigt werden! Die Geschichte hat jedenfalls das Gegenteil bewiesen. Eine Deflation (= Zunahme der Kaufkraft pro Geldeinheit) ist nun mal kein Umfeld, in dem investiert wird bzw. dem Bedarf angepasste Schulden (Investitionen) gemacht werden können. Eine Deflation fördert die Liquiditätshaltung in einem sich selbst verstärkenden Teufelskreis, bis gar nichts mehr geht.

        Das Beispiel mit den Handys: Würden die Löhne genau so sinken wie die Billiggüter, ist wohl schnell klar, wohin die Reise führen würde. Das System funktioniert nur, weil noch genügend zu einem Preis produziert werden kann, dass Löhne ermöglicht, die nicht so stark fallen. Sobald dies nicht mehr der Fall ist, dann gute Nacht. Siehe Griechenland: denen ihre Einkommen dürften so ähnlich fallen, wie hier die Handypreise… Was bezüglich Konkurenzfähigkeit ja richtig sein mag, aber Steuern, Schulden, Bodenpreise, Rohstoffpreise u.a. sinken (vorerst) nicht entsprechend. Solange kein Währungsschnitt= Reset auch der Schulden (!) mit neuer Währung vorgenommen wird, hat GR keine Chance, auf einen grünen Zweig zu kommen.

        Bei einer Deflation bleiben die Schulden und Steuern nominell bestehen. Was das bedeutet, dürfte klar sein: Insolvenzen (bis hin zur Staatspleite) – und zwar auch von vor der Geldaufwertung gesunden Strukturen, nicht nur der „faulen“ Strukturen! Mir ist es schlicht nicht begreiflich, dass man heute noch so denken kann, in Kauf zu nehmen, immer wieder menschliche Existenzen zu Millionen zu gefährden um einer idiotischen Golddeckung zu huldigen. Und warum nicht Kupfer, Silber, Eisen oder was auch immer als Gelddeckung nehmen, warum gerade Gold? Und: Volldeckung oder Teildeckung, und dann zu welchem Umwandlungsverhältnis? Alles willkürliche Entscheidungen.

        Eine durch die Menge Gold im Notenbanktresor festgelegte Geldmenge ist eine planwirtschaftliche Geldmengenfestlegung der unflexibelsten und übelsten Sorte.

        Die Geschichte von den Fehlinvestitionen, welche mit immer mehr Geld gerettet werden müssen ist die Geschichte einer Währung, welche planwirtschaftlich den Mindestpreis für Liquiditätshaltung bei nominell stets 0% festlegt. D.h. Ersparnisse werden unter dieser Voraussetzung nur dann zu Investitionen, wenn sie sich dabei nach dem Zinsezinsprinzip vermehren können. Damit wird eine exponentielle, leistungslose Vermögensvermehrung zur Voraussetzung, dass Ersparnisse wieder in die Realwirtschaft zurückfliessen. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, dürfte klar sein und wurde zur genüge auch theoretisch begründet. An diesem Problem ändert eine Golddeckung nichts, im Gegenteil, es verschärft dank Zunahme der Attraktivität von Liquiditätshaltung (Geldaufwertung!) die Problematik der Liquiditätshaltung und verhindert so nachhaltig eine den Bedürfnissen entsprechende wirtschaftliche Entwicklung. Es hält die Gesellschaft künstlich oft und lange in einem wirtschaftlichen „Jammertal“, in dem vor allem die Besitzer von Liquidität profitieren, während jene, welche mit ihrer Arbeit an Liquidität herankommen müssen „unten durch“ müssen. Golddeckung ist eine wirkungsvolle Form der Verankerung feudalistischer Strukturen: einerseits Diejenigen, welche Liquidität im Überfluss haben und damit diejenigen ohne Liquiditätsreserven unter Druck setzen können, ihre Erzeugnisse möglichst günstig verkaufen zu müssen. Einverstanden, Blasenbildungen gibt es dann kaum…

        Immobilienblasen sind die logische Konsequenz davon, dass ein lebensnotwendiges (wie Wasser oder Luft), von Menschenhand nicht vermehrbares, knappes Gut als Geldanlage dienen kann. Das ist volkswirtschaftlicher Unsinn. U.a. ist es eine Verschwendung von Ersparnissen, welche so nichts zum zukünftigen Sozialprodukt beitragen und statt dessen die Teuerung anheizen, d.h. Kaufkraft vernichten! Boden als Geldanlage führt zur Vernichtung und nicht zum Erhalt von Kaufkraft für die Zukunft (=Sparen). Diese Aussage gilt gesamtwirtschaftlich gesehen. Natürlich sind Geldanlagen in den Boden für Einzelne lukrativ – aber eben, auf Kosten der Kaufkraft anderer. Gesamtwirtschaftlich ist Boden als Geldanlage ein grosser, unglaublich teurer Unsinn wie auch die Blasen und deren Folgen verdeutlichen: USA 2007, Japan Ende 80er, aktuell Spanien). Sparen kann man real nur, in dem damit ein Beitrag an das zukünftige Sozialprodukt geleistet wird. Alle anderen Sparformen sind Illusionen, welche früher oder später den Menschen um die Ohren fliegen. Um dies zu verhindern, wird die Geldmenge inflationär ausgeweitet. Damit wird diesen Illusionen wenigstens nominell eine Basis verliehen…

        Ja, man müsste heute bzw. hätte schon viel früher dies tun sollen: die Geldmenge und Staatsschulden nicht ausweiten und zulassen, dass die illusionären Vermögensbestände in einem reinigenden Prozess schrumpfen. Gleichzeitig muss aber die Realwirtschaft und damit die Existenz der auf ein Ein- bzw. Auskommen angewiesenen Menschen mit einem funktionierenden, d.h. umlaufgesichterten Tauschmittelsystem vor einer Deflation geschützt werden. D.h. mit Geldmengensteuerung und Umlaufsicherung muss die Zentralbank vor allem ein Ziel im Auge behalten: die Preisstabilität. Ob es auf den Finanzmärkten kracht, ob die Wirtschaft schrumpft, die Gewinnaussichten fallen usw.: mit einer entsprechenden Gelmengenanpassung und Umlaufsicherung bleiben die meisten Existenzen geschützt vor zumindest schwerwiegenden monetären Turbulenzen. Und dies wäre der Beitrag der Geldpolitik an das Ziel der Wirtschaft: die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage der menschlichen Existenz. Diese ist heute von einem stets funktionierenden Geldkreislauf abhängig. Entsprechend sollte zu dessen Sicherung die not-wendigen Mittel angewendet werden und keinen anderen Interessen den Vorrang gegeben werden (insbesondere Rettung von Vermögensbeständen, Garantie von 0% Zins auf Liquidität usw).

        Ein Mittelweg zwischen vom Sozialprodukt ungedeckter Geldmengenausweitung und extrem restriktiver Geldmengenpolitik (=Golddeckung) führt zu einer dauerhaft funktionierenden, verantwortungsvollen Geldpolitik, wobei sowohl Inflation wie auch Deflation wirkungsvoll verhindert werden müssen.

        • Gandalf sagt:

          Hallo 4fairconomy!

          ..mehrere Denkfehler die 2te (ich beschränke mich auf eine Auswahl, da cih nich tunbegrenzt Zeit investieren kann):

          1) Zitat:
          „Also die Geschichte der Goldwährungen haben Deine Argumente zur genüge widerlegt. Es ist die Geschichte von schwersten deflationären Krisen. So z.B. in Deutschland nach dem 1. WK, als an die USA ein Teil der Goldbestände abgegeben werden mussten und im Sinne der Goldwährung die Geldmenge reduziert wurde. Aber auch sonst haben die 30er Jahren gezeigt, zu was eine Goldwährung führt.“

          Hat sie nicht. Denn wäre es eine „echte“ Goldwährung gewesen (die Sondersituation mit denm Versailler Vertrag mal außen vor gelassen), hätte es niemals zur vorherigen Balsenbildung kommen können!

          Wie sollen es denn in einem (echten) Goldstandard überhaupt zu längerfristigen „Geldblasen“ kommen?

          2) Zitat:
          Natürlich ist es unsinnig, die Geldmenge an der Menge Gold im Tresor der Notenbank festzulegen.
          -lol-
          (hier sieht man, dass Du Dich noch nie ernsthaft mit Währungssystemen beschäftigt hast)

          Ein Goldstandard benötigt keine „Zentralbanken“, da Zentralbanken nur dazu dienen die unterschiedlichen Inflationsgeschwindigkeiten der Geschäftsbanken in einem fiat-money-System auszugleichen.
          Die (fixe) Menge des Goldes ist das ’natürliche Regulativ‘, das die Zentralbanken vorgeben zu sein, aber nicht sind. Ein echter Goldstandard wäre zudem ein freebanking-System, das in der Geschichte z.T. über Jahrhundert hervorragend und sehr erfolgreich funktioniert hat: http://de.wikipedia.org/wiki/Free_Banking

          3) Zitat
          „Dass mit einer fixen Geldmenge eine ungenierte, bedarfsgerechte wirtschaftliche Entwicklung möglich sein soll, weil dabei der Wert pro Geldeinheit zunimmt, dass müsste erst noch gezeigt werden! Die Geschichte hat jedenfalls das Gegenteil bewiesen.“

          Nein, die Geschichte hat (nicht nru beim o.g. „frebanking“ das Gegenteil bewiesen, was Du gesagt hast, sondern z.B. unmittelbar nach den beiden Weltkriegen in den USA: Die schlimmsten Wirtschaftskrisen (mit den höchsten Arbeitslosenzahlen) sind in der Geschichte nicht erwähnt. Die von 1919 und 1946. – Warum wohl? Ich sag es Dir: Da weder der Staat noch die Zentralbank die Mittel nach den Kriegen hatten „Konjunkturprogramme“ für die Massenarbeitslosigkeit nach den Kriegen zu „initiieren“, hat sich das Problem in kürzester Zeit am freien Markt bereinigt: Panzerfabriken stellten ausn ‚Eigeninitiative‘ ihre Produktion auf Stahlkochtöpfe um. Das Ergebnis: Eine der größten Wirtschaftsaufschwünge – ganz ohne Interventionen (und ganz im Gegenteil zum Interventionismus ala 1929 ff)

          Zudem fördert eine ‚Hartwährung‘ (wie vormals die DM oder aktuell der schweizer Franken) die Innovation in Folge Wettbewerbsdruck ungemein und verbilligt die Importe, von denen v.a. die „kleinen Leute“ was haben. D.h. ein Goldstandard würde die Produktiven begünstigen, anstatt wie jetzt die „Nichtleister“ und ihre politische Entourage, die ihr Einkommen mittels „Gelddrucken“ generieren. (siehe auch „Cantilloneffekt“ http://de.wikipedia.org/wiki/Cantillon-Effekt)

          4) Zitat
          „An diesem Problem ändert eine Golddeckung nichts, im Gegenteil, es verschärft dank Zunahme der Attraktivität von Liquiditätshaltung (Geldaufwertung!) die Problematik der Liquiditätshaltung und verhindert so nachhaltig eine den Bedürfnissen entsprechende wirtschaftliche Entwicklung.

          Na und? Was ist verwerflich daran, wenn ich in einer Zeit in der ich Leistungsfähig bin ‚Vorsorge‘ treffen kann indem ich meine Leistung „speichern“ kann und eben nicht auf staatliche Alimentierung angeweisen bin? …un d wer will denn ‚meine Bedürfnisse‘ bestimmen außer mit selbst – Du etwa – oder ander „Gottspieler“, die sich einbilden über die Bedürfnisse anderer bescheid zu wissen?

          Deine Argumentation läuft in etwa auf folgende Allegorie hinaus: Du beobachtest Eichhörnchen, wie sie (im Sommer) Nüsse vergraben. Da Du das – nach Deiner persönlichen Meinung – unsinnig findest –> „Ressourcen ungenutzt im Boden zu vergraben“ <– nimmst Du Dir das Recht heraus, die Nüsse auszugraben und (angeblich sinnvoll) dem "Markt zur Verfügung zu stellen"… (Du wirst dadurch auch noch von anderen "Nichtleistern gefeiert"^^, die man besser Diebe und Betrüger nennen sollte)

          ..und im Winter wunderst Du Dich das Nüsse fehlen (Wirtschaftskrisen entstehen) und schiebst das den (angeblich) raffgierigen Eichhörnchen in die Schuhe, die ihre Investitionen zurückhalten würden…

          5)Zitat:
          "Bei einer Deflation bleiben die Schulden und Steuern nominell bestehen. Was das bedeutet, dürfte klar sein: Insolvenzen – und zwar auch von vor der Geldaufwertung gesunden Strukturen, nicht nur der “faulen” Strukturen! Mir ist es schlicht nicht begreiflich, dass man heute noch so denken kann, in Kauf zu nehmen, immer wieder menschliche Existenzen zu Millionen zu gefährden um einer idiotischen Golddeckung zu huldigen."

          Ein besonders eklatanter Denkfehler: Du übersiehst vollkommen, das eine Geldblase (ungedeckte Kreditausweitung) in einem Goldstandard nicht entstehen kann. D.h. vereinfacht: Unisnnige Projekte, die sich nicht rechnen werden in diesem System nicht finanziert, weil das Geld hierfür "zu teuer wäre". Es werden nur Projekte finanziert, für die – je nach Zeitpräferenz- Ressourcen vorhanden sind!

          Und – ja klar – unsinnige Projekte müssen pleite gehen können, nur so haben gesunde Strukturen eine Chance. So what? Dadurch entsteht aber nicht das Elend, das Du unterstellen willst. Denn durch "Pleite" werden Fabriken und Immoblien sehr viel billiger auf dem Markt angeboten, dso das v.a. junge und "ärmere" Unternehmer realistische Chancen bekommen ihre Ideen zu entwickeln und am Markt aufzutreten (siehe auch den Kommetnar zu "1919 und 1946")

          Das Elend enststeht ja nun derzeit gerade dadurch, das man ungesunde Projekte (wie z.B. spanische Immobilien in der "Wüste") eben NICHT (deflationär) abschreiben will. Man macht genau den gleichen Fehler den Keynes 1929 mit verursacht hat. Man will auf Gedeih und Verderb die "Preise oben halten" und stützt damit nur Banken und Großkonzerne. Der realen Wirtschaft (v.a. kleine und mittlere Handwersbetriebe) gibt man keine Chance gesunde Strukturen neu aufzubauen.

          6) Zitat
          " D.h. mit Geldmengensteuerung und Umlaufsicherung muss die Zentralbank vor allem ein Ziel im Auge behalten: die Preisstabilität."

          Das ist die unisnnigste Behauptung (u.a. der Zentralbanken) überhaupt. Sie würden für Preisstabilität zuständig sein (wollen)

          Preisstabilität gibt es nur in einer Zentralverwaltungswirtschaft – ud die sind allesamt an die Wand gefahren (das wird auch mit dem "Freigeld passieren)!

          In einem goldgedeckten System ist "Gold" nichts anderes als selbst eine Ware deren Wert (UND der Zins darauf) in Relation zu anderen Ressourcen flukuieren können muss. Nur so können gesunde Unternehmensentscheidungen getroffen werden, die nicht zu systemrelevanten Blasen führen. Die 'Sensorik' am Markt ist nur in einem solchen Systemn gewährleistet. – das System ist "geschlossen" – Siehe auch hierzu den äußerst hochwertigen Arikel von Peter Krieg: http://www.wissensnavigator.com/documents/KriegKrankesGeld.pdf

          Fordert man "Preisstabilität" betrügt man diejenigen Unternehmen (und Arbeiter in den Unternhemen) um ihren Lohn in Folge Produktivitätssteigerung. Denn bei einem Produktivitätsfortschritt und gleicher Geldmenge steigt die Kaufkraft des Lohn
          empfängers, der diese Waren in Umlauf bringt (und nicht umgekehrt). Das wird durch künstliche Geldmengenausweitung verhindert. (Was auch einiges über die tatsächliche Inflationsrate aussagt, die viel höher ist, da sie genau diese Produktivitätsfortschritte nicht mit anzeigt und verfälscht)

          Klar: 'Im Nachgang' müsste der Lohn der Arbeiter 'nominal' sinken, da die Kaufkraft je GE real überproportional gestiegen ist. Das ist tatsächlich ein psychologischer Effekt, den sich Gewerkschaftsführer ungern gefallen lassen.

          (das war's erst mal)

          Grüße

          • 4fairconomy sagt:

            @ Gandalf

            Denkfehler? zum 2.

            – Das Problem der Deflation, ausgelöst durch ein willkürliches Zurückhalten von Tauschmittel – bleibt in einer Goldwährung ungelöst.

            – Insbesondere ist dies der Fall, wenn Vorsorge betrieben wird, in dem die Tauschmittel als Wertaufbewahrungsmittel (miss)braucht werden. Das Zurückhalten von Tauschmittel, insbesondere wenn diese knapp sind = Verhinderung von Ein- und Auskommensmöglichkeiten der Menschen.

            Ansonsten: ja, eine Goldwährung wie auch eine Papierwährung können eine Zeit lang gut funktionieren. Das ist insbesondere der Fall nach einem Krieg, wenn der Konsum- und Investitionsbedarf hoch sind. Beide Währungsform haben ihre Schwäche, wenn Marktsättigung eintritt. Dies hat logisch zwingend damit zu tun, dass dann Liquiditätshaltung zu attraktiv wird im Verhältnis zu den Gewinnmöglichkeiten von Investitionen.

            Wir sind uns wohl einig, dass der Staat möglichst wenig in die Freiheit der Menschen eingreifen soll und dass Konkurse vom Staat nicht verhindert werden dürfen. Deshalb darf der Geldkreislauf nicht darunter leiden.

            Wir sind uns über die Problematik der heutigen Papiergeldwährung ebenfalls einig. Die Argumente dagegen (Blasenbildung u.a.) sind aber noch lange keine Argumente für eine Goldwährung als Alternative. Es gibt andere, bessere Alternativen.

            Deine Ausführungen gegen Preisstabilität kann ich nicht folgen. Preisstabilität ist ein anerkanntes geldpolitisches Ziel um eine optimale Allokation der Mittel zu ermöglichen. Dass unter einem frei schwankendem Preisniveau die Situation besser sein soll, entzieht sich meinem Auffassungsvermögen.

      • 4fairconomy sagt:

        @ Gandalf

        mehrere Denkfehler?

        Also die Geschichte der Goldwährungen haben Deine Argumente zur genüge widerlegt. Es ist die Geschichte von schwersten deflationären Krisen. So z.B. in Deutschland nach dem 1. WK, als an die USA ein Teil der Goldbestände abgegeben werden mussten und im Sinne der Goldwährung die Geldmenge reduziert wurde. Aber auch sonst haben die 30er Jahren gezeigt, zu was eine Goldwährung führt. Weder Goldwährung noch die heutige Form der Papierwährung sind auf Dauer geeignete Währungssysteme. Es ist aber wahrscheinlich, dass es noch einige schmerzhafte Erfahrungen brauchen wird, bis dies soweit verstanden wird, dass die Bereitschaft vorhanden sein wird, einen anderer Weg einzuschlagen.

        Natürlich ist es unsinnig, die Geldmenge an der Menge Gold im Tresor der Notenbank festzulegen. Dass mit einer fixen Geldmenge eine ungenierte, bedarfsgerechte wirtschaftliche Entwicklung möglich sein soll, weil dabei der Wert pro Geldeinheit zunimmt, dass müsste erst noch gezeigt werden! Die Geschichte hat jedenfalls das Gegenteil bewiesen. Eine Deflation (= Zunahme der Kaufkraft pro Geldeinheit) ist nun mal kein Umfeld, in dem investiert wird bzw. dem Bedarf angepasste Schulden (Investitionen) gemacht werden können. Eine Deflation fördert die Liquiditätshaltung in einem sich selbst verstärkenden Teufelskreis, bis gar nichts mehr geht.

        Das Beispiel mit Handys&PC: Würden die Löhne genau so sinken wie die Billiggüter, ist wohl schnell klar, wohin die Reise führen würde. Das System funktioniert nur, weil noch genügend zu einem Preis produziert werden kann, dass Löhne ermöglicht, die nicht so stark fallen. Sobald dies nicht mehr der Fall ist, dann gute Nacht. Siehe Griechenland: denen ihre Einkommen dürften so ähnlich fallen, wie hier die Handypreise… Was bezüglich Konkurenzfähigkeit richtig sein mag, aber Steuern, Schulden, Bodenpreise, Rohstoffpreise u.a. sinken (vorerst) nicht entsprechend. Solange kein Währungsschnitt= Reset auch der Schulden (!) mit neuer Währung vorgenommen wird, hat GR keine Chance, auf einen grünen Zweig zu kommen.

        Bei einer Deflation bleiben die Schulden und Steuern nominell bestehen. Was das bedeutet, dürfte klar sein: Insolvenzen – und zwar auch von vor der Geldaufwertung gesunden Strukturen, nicht nur der „faulen“ Strukturen! Mir ist es schlicht nicht begreiflich, dass man heute noch so denken kann, in Kauf zu nehmen, immer wieder menschliche Existenzen zu Millionen zu gefährden um einer idiotischen Golddeckung zu huldigen. Und warum nicht Kupfer, Silber, Eisen oder was auch immer als Gelddeckung nehmen, warum gerade Gold? Und: Volldeckung oder Teildeckung, und dann zu welchem Umwandlungsverhältnis? Alles willkürliche Entscheidungen.

        Eine durch die Menge Gold im Notenbanktresor festgelegte Geldmenge ist eine planwirtschaftliche Geldmengenfestlegung der unflexibelsten und übelsten Sorte.

        Die Geschichte von den Fehlinvestitionen, welche mit immer mehr Geld gerettet werden müssen ist die Geschichte einer Währung, welche planwirtschaftlich den Mindestpreis für Liquiditätshaltung bei nominell stets 0% festlegt. D.h. Ersparnisse werden unter dieser Voraussetzung nur dann zu Investitionen, wenn sie sich dabei nach dem Zinsezinsprinzip vermehren können. Damit wird eine exponentielle, leistungslose Vermögensvermehrung zur Voraussetzung, dass Ersparnisse wieder in die Realwirtschaft zurückfliessen. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, dürfte klar sein und wurde zur genüge auch theoretisch begründet. An diesem Problem ändert eine Golddeckung nichts, im Gegenteil, es verschärft dank Zunahme der Attraktivität von Liquiditätshaltung (Geldaufwertung!) die Problematik der Liquiditätshaltung und verhindert so nachhaltig eine den Bedürfnissen entsprechende wirtschaftliche Entwicklung. Es hält die Gesellschaft künstlich oft und lange in einem wirtschaftlichen „Jammertal“, in dem vor allem die Besitzer von Liquidität profitieren, während jene, welche mit ihrer Arbeit an Liquidität herankommen müssen „unten durch“ müssen. Golddeckung ist eine wirkungsvolle Form der Verankerung feudalistischer Strukturen: einerseits diejenigen, welche Liquidität im Überfluss haben und damit diejenigen ohne Liquiditätsreserven unter Druck setzen können, ihre Erzeugnisse möglichst günstig verkaufen zu müssen. Einverstanden, Blasenbildungen gibt es dann kaum… Die „faulen Strukturen“ sind dann allerdings die Besitzer von hohen Liquiditätsbeständen, welche zur Sicherung ihres relativen (!) Wohlstandes verhindern können, dass eine Mehrheit selbst zu genügend Einkommen und damit Wohlstand kommen kann. „Morgan der ungekrönte König der Welt“ lässt grüssen.
        .
        Immobilienblasen sind die logische Konsequenz davon, dass ein lebensnotwendiges (wie Wasser oder Luft), von Menschenhand nicht vermehrbares, knappes Gut als Geldanlage dienen kann. Das ist volkswirtschaftlicher Unsinn. U.a. ist es eine Verschwendung von Ersparnissen, welche so nichts zum zukünftigen Sozialprodukt beitragen und statt dessen die Teuerung anheizen, d.h. Kaufkraft vernichten! Boden als Geldanlage führt zur Vernichtung und nicht zum Erhalt von Kaufkraft für die Zukunft (=Sparen). Diese Aussage gilt gesamtwirtschaftlich gesehen. Natürlich sind Geldanlagen in den Boden für Einzelne lukrativ – aber eben, auf Kosten der Kaufkraft anderer. Gesamtwirtschaftlich ist Boden als Geldanlage ein grosser, unglaublich teurer Unsinn wie auch die Blasen und deren Folgen verdeutlichen: USA 2007, Japan Ende 80er, aktuell Spanien). Sparen kann man real nur, in dem damit ein Beitrag an das zukünftige Sozialprodukt geleistet wird. Alle anderen Sparformen sind Illusionen, welche früher oder später den Menschen um die Ohren fliegen. Um dies zu verhindern, wird die Geldmenge inflationär ausgeweitet. Damit wird diesen Illusionen wenigstens nominell eine Basis verliehen…

        Ja, man müsste heute bzw. hätte schon viel früher dies tun sollen: die Geldmenge und Staatsschulden nicht ausweiten und zulassen, dass die illusionären Vermögensbestände in einem reinigenden Prozess schrumpfen. Gleichzeitig muss aber die Realwirtschaft und damit die Existenz der auf ein Ein- bzw. Auskommen angewiesenen Menschen mit einem funktionierenden, d.h. umlaufgesichterten Tauschmittelsystem vor einer Deflation geschützt werden. D.h. mit Geldmengensteuerung und Umlaufsicherung muss die Zentralbank vor allem ein Ziel im Auge behalten: die Preisstabilität. Ob es auf den Finanzmärkten kracht, ob die Wirtschaft schrumpft, die Gewinnaussichten fallen usw.: mit einer entsprechenden Gelmengenanpassung und Umlaufsicherung bleiben die meisten Existenzen geschützt vor zumindest schwerwiegenden monetären Turbulenzen. Und dies wäre der Beitrag der Geldpolitik an das Ziel der Wirtschaft: die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage der menschlichen Existenz. Diese ist heute von einem stets funktionierenden Geldkreislauf abhängig. Entsprechend sollte zu dessen Sicherung die not-wendigen Mittel angewendet werden und keinen anderen Interessen den Vorrang gegeben werden (wie insbesondere die Rettung von Vermögensbeständen sowie eine Garantie von 0% Zins auf Liquidität).

        Ein Mittelweg zwischen einer vom Sozialprodukt ungedeckter Geldmengenausweitung und einer extrem restriktiven Geldmengenpolitik (=Golddeckung) sollte gewählt werden, wobei sowohl Inflation wie auch Deflation wirkungsvoll verhindert werden müssen.

  2. samy sagt:

    Guten Restmorgen,

    ein schöner Artikel, der die zeitlichen Abläufe 1929-1947 darstellt. Und wir sehen, das zumindest in der Great Depression zuerst deflationäre Ereignisse (Bankensterben, fallende Industrieproduktion, Preisverfall, Massenarbeitslosigkeit) überwiegen, dann nach 33 inflationäre in Form der Geldentwertung. Und es überwiegen bis 1933 trotzt der Geldmengenausweitung die deflationären Ereignisse.
    In beiden Phasen verhielt sich Gold zuerst eher als zuverlässiger Wertspeicher, dann zunehmend als gewinnbringendes Investment.
    Nun lese ich gerade Söferle’s Goldreport und das erinnert mich gleich an Exeter’s Pyramide, die war mir bisher nicht bekannt, deckt sich aber mit einigen Überlegungen diverser Blog’s zum Deflationsszenario und auch mit meinen eigenen. Gemäß dieser umgedrehten Pyramide, wandert das Investment von oben nach unten, sobald das Vertrauen in eine Anlageklasse verbrannt ist.
    Nach Exeter genießen US-Anleihen mehr Vertrauen als Aktien. Gold bildet den Boden, offensichtlich als Sicherheit gegen den Wertverfall von Banknoten.

    Wo stehen wir in Exerter’s Pyramide heute? Zwischen „listes stocks“ und „Government Bonds“? Stimmt Exeters Reihenfolge, erklärt es, warum noch relativ viel Geld in die Treasurys wandern muss.
    Und stimmt diese Reihenfolge, dann heißt es, das zuerst die Aktien crashen müssen, dann die Anleihen. Die Zinsen der Anleihen würden dann steigen, wie in einer inflationären Phase auch zu erwarten.

    Das hieße, wenn wir das einmal auf heute übertragen, dass die Phase 29-33 erst als abgeschlossen gelten kann, wenn die Aktienmärkte gecrasht sind. Die Phase nach 33 wird dann wohl mit einem Anstieg der Zinsanleihen eingeläutet und mit einem Kaufkraftverlust des Geldes. Diese Phase dauerte anscheinend relativ lang, also keine Hyperinflation a la Weimar.

    Was aber wenn der Zinsanstieg der Anleihen jede wirtschaftliche Erholung unmöglich macht, weil die Zinsen die Steuereinnahmen auffressen, der Staatsapparat unfinanzierbar ist? Dann müsste der Totalreset eingeläutet werden, eine Beschleunigung des Prozesses wäre die Folge. Würden wir dann wirklich zum Boden der Pyramide abtauchen , EM als letzte teilbare, beständige und leicht transportierbare Wertspeicher? Das wäre das Worst-Case-Szenario.

    Zurück zu Exeter und schauen wir uns mal Bernanke an. Der Unterschied zu QE1+2 und der laufenden Operation Twist ist, das Letztere nur noch zu einer Entschleunigung des Abbaus der Arbeitslosigkeit reicht, teilweise sogar wieder zu Anstiegen.
    Und wir wollen nicht vergessen, dass die ZB die Geldmengen zwischen 2007 und heute gigantisch ausgeweitet haben. Die vier größten Notenbanken haben die Geldmenge in diesem Zeitraum von 3,5 auf 9 Billionen Dollar angehoben, so der Goldreport 2012.
    Wir sehen gegenwärtig aber, dass die Konjunkturren weltweit abkühlen, insb. auch in China, dessen Wirtschaft nun einmal vom Schuldenzuwachs der westlichen Welt abhängt.

    Ich würde nun sagen, dass sich Mr. Bernanke alsbald zu einem QE III durchringen muß, ansonsten geht es bald weiter abwärts in Exeters Reihenfolge. Solange er dies tut und solange den Aktienmärkten vertrauen geschenkt wird (Unternehmensgewinne dürfen nicht einbrechen), werden diese stabil bleiben oder uns sogar eine Katastrophenhausse liefern. Operation Twister ist jedenfalls zu klein geworden für die aktuelle Situation. die US-AL wir das Barometer der nächsten ein, zwei Jahre sein.

    VG

  3. Stuelpner sagt:

    Ich würde sagen, an diesem Artikel sieht man sehr schön, dass das ganze Geschwafel von Schuldenbremse und Rückzahlung von Staatsschulden nur faule Lügen sind. Aus Sicht der Geldmenge würde die Rückzahlung zur Deflation beitragen und die Neuverschuldung wird als „Wachstumsmotor“ benötigt. Ist doch eigentlich eine kranke Gesellschaft, aber für fast alle die einzig Wahre, oder?

    Z.samy
    „Wir sehen gegenwärtig aber, dass die Konjunkturren weltweit abkühlen, insb. auch in China, dessen Wirtschaft nun einmal vom Schuldenzuwachs der westlichen Welt abhängt.“
    Ja und für uns würde das heißen:
    Wir sehen gegenwärtig aber, dass die Konjunkturren weltweit abkühlen, insb. auch in Deutschland, dessen Wirtschaft nun einmal vom Schuldenzuwachs der europ. Welt abhängt. Deshalb bezahlt die Schulden der anderen bei euch und mit der Konjuktur gehts aufwärts.
    Ist doch eigentlich eine kranke Gesellschaft, aber für fast alle die einzig Wahre, oder?

    @4fairconomy
    „Um eine Deflation zu verhindern sind andere Instrumente der Geldpolitik not-wendig, wie z.B. eine Abgabe auf Liquidität … “ „Damit kann eine Währung ohne Geldmengenausweitungszwang und ohne Deflationsgefahr auskommen.“
    Wenn ich jetzt Liqui besteuere bzw. mit Abgaben belege ist das doch nichts anderes wie Negativzins, komm ich damit nicht autom. in eine Deflation, da ja die Geldmenge verringert wird. Klar, Deflationsgefahr besteht dann nicht mehr, weil sie ja schon da ist.

    • topperhopper sagt:

      „Ich würde sagen, an diesem Artikel sieht man sehr schön, dass das ganze Geschwafel von Schuldenbremse und Rückzahlung von Staatsschulden nur faule Lügen sind. Aus Sicht der Geldmenge würde die Rückzahlung zur Deflation beitragen und die Neuverschuldung wird als “Wachstumsmotor” benötigt. Ist doch eigentlich eine kranke Gesellschaft, aber für fast alle die einzig Wahre, oder?“

      Nun, das kommt darauf an, ob sich ohne den Schuldner Staat andere Schuldner finden, die die notwendige Neuverschuldung vornehmen. Bleiben ja nur Wirtschaft und Private übrig. Im Moment springen diese beiden Gruppen noch nicht ein.

      Im Übrigen wird der Staat als Schuldner nie ausfallen. Die Politiker, die halbwegs Ahnung haben, sprechen auch nicht von Schuldentilgung. Daneben: Die Schuldenbremse betrifft nur die sog. Kernhaushalte der Staaten. Die Folge der Schuldenbremse wird eine massive Auslagerung von Investitionen mittels ÖPP bzw. staatlicher Unternehmen sein, die wiederum nicht von der Schuldenbremse betroffen sind.

      VG

      • Stuelpner sagt:

        „…ob sich ohne den Schuldner Staat andere Schuldner finden…“
        Ich meinte den Schuldner Staat, da nicht selten von ausgeglichenen Haushalt, keine Neuverschuldung und Schuldensenkung (des Staates) …. usw. die Rede ist. Ganz vorn der Typ im Einachser mit Stützrädern. Zu seinen Glanzzeiten als Internetausdrucker und -bekämpfer gab es die nette Shirts mit dem Spruch „Selbst im Rollstuhl kann man Menschenrechte mit Füßen treten“ diese Aussage ist heutzutage aktueller den je. Man staune welche … (mir fehlen die Worte) in einer „freiheitlichen Demokratie“ ihr Unwesentreiben dürfen.
        Die Wirtschaft und die Privaten werden derzeit und in absehbarer Zeit nicht als Schuldner auftreten, es sei den als Zwangsschuldner z.B. Zwangshypothek

        „Die Politiker, die halbwegs Ahnung haben, sprechen auch nicht von Schuldentilgung.“
        Bloß gehören diese nie einer CDSPDFDPGrüne-Partei an.

        Meines Wissens gibt es 40 Ausnahmen von der Schuldenbremse, toll, hoffentlich ist der Ami-gemachte ESM auch so eine Krücke, dann wärs für uns um ein vielfaches besser.

    • 4fairconomy sagt:

      @ Stuelpner

      Natürlich muss die Zentralbank die durch die Liquiditätsabgabe abgeschöpfte Liquidität ersetzen, um, wie gesagt, die Geldmenge in einem konstanten Verhältnis zum Sozialprodukt zu belassen. Dies führt auch zu Einnahmen, was aber nur eine untergeordnete Rolle spielen darf. Nicht so wie am Ende der Brakteatenzeit, als diese Einnahmemöglichkeit missbraucht wurde, so, dass der Ruf nach dem ewigen Pfennig immer lauter wurde. Das Ende der Brakteatenzeit war auch das Ende einer Hochblüte.

      Die Einführung einer Liquiditätsabgabe entspricht der Einführung einer Zinsskala, welche nicht bei 0% beginnt sondern darunter, z.B. bei -5%. Liquiditätshaltung wird besteuert, weil es Einkommen verhindert und damit der Volkswirtschaft bzw. den auf ein Ein- bzw. Auskommen angewiesenen Menschen Schaden zufügt. Wer auf ein Ein- bzw. Auskommen angewiesen ist, hat nur eine Chance dies zu erreichen, wenn andere bereit sind, sich von ihrer Liquidität zu trennen, sei es als Konsumausgaben, Investitionen oder Spenden. Liquidität darf nicht stets mit garantiert 0% honoriert werden. Denn dies funktioniert nur dann gut, wenn es für alle Ersparnisse genügend lukrative Investitionsmöglichkeiten gibt. Dann trennen sich die Sparer noch so gerne von ihrer Liquidität. Sobald aber eine Marktsättigung eintritt und das Wachstum nachgibt, kommt es zum Problem, dem vor allem mit immer grösseren Staatsausgaben auf Pump begegnet wird, bis zum Anschlag. Dann folgt die Notenpresse und der hilflos wirkende politische Aktivismus, den man heute beobachten kann.

      • MARKT sagt:

        Aus meiner Sicht der komplett richtige Ansatz und zudem alternativlos (grins).
        Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes würde erhöht.
        Längerfristger bzw. dauerhafter Entzug des Geldes durch Anlage in Geldwerte „KApitalanlageprodukte“ würde bestraft(Renten, Sparkonten, LV. Das „entzogene“ Geld würde „neu verteilt“.

        Dies dürfte aber der Masse der deutschen Sparer nicht vermittelbar sein. Denn Ersparnisse setzen sie mit Sicherheit gleich. Einige würde vielleicht sogar noch mehr und schneller sparen um den Verlust aus negativem Zins auszugleichen.

        Diese insbesondere in Deutschland verbreitete Phänomen wurde über jahrzehnte anerzogen um die „Sucht“ nach Sicherheit zu befriedigen. Funktioniert auch in den ersten jahrzehnten eines kreditgeldsystems selbst für die Masse ganz gut. Mit Fortschreiten wird es aber für eine Mehrheit immer schwieriger den Zins für das System und den Wohlstand für sich zu verdienen. (PErsonen in Berufen ohne oder wenig Lobby und für Personen die für dieses „kranke“ System „falsche “ bzw. andere Werte verfolgen)

        Diese können nicht mehr konsumieren.
        Die anderen , die Zins kassieren können auch maximal 24 Stunden am Tag Geld ausgeben, kompensierendamit aber nicht die fehlenden (zurückgehenden) Ausgaben der 95%. Somit beginnt für viele im derzeitigen System ein negativer Kreislauf (schön oder besser nicht schön zu beobachten derzeit in Griechenland, Spanien usw.).
        Aus meiner Sicht und bei der Endimensionalitätder Lösungsforschläge auch in Deutschland unvermeidlich.
        Allerdings sehe ich aufgrund der weit fortgeschrittenen Situation auch keine praktikable Lösungsmöglichkeit mehr für diesen Zyklus.

        Die Leute wurden nicht verstehen,dass es deutlich mehr Sicherheit bedeutet,jederzeit über ausreichend und gezielte Nachfrage und Aktivität möglich ist seinen LEbensstandard dauerhaft zu erhalten und sogar nachhaltig auszubauen, weil er nicht von der eigenen Kreditbereitschaft (Scheinwohlstand) oder von der Kreditnachfrage anderer (Systemkollaps, Deflation, Inflation) abhängig ist.

        • 4fairconomy sagt:

          @ Markt

          Danke für diesen wohlwollenden Kommentar. Alternativloser Ansatz? Solch eine Aussage ist prinzipiell nicht möglich, da man nicht alles wissen kann, was es sonst noch für Ansätze gibt (ich kenne viele mehr oder weniger überzeugende, was ich vertrete ist der theoretisch und historisch gesehen am überzeugensten, den ich kenne, welcher auch nicht nur auf rein freiwilliger Basis bzw. auf Idealismus der Menschen aufbauend, funktionieren kann – solche Ansätze gibt es viele interessante wie z.B. die Bedarfsökonomie – aber eben…und der Ansatz, welcher ich hier vertrete lässt sich problemlos mit „idealistischen Ansätze“ kombinieren – für wohl noch mehr sicheren, aber bescheidenen (d.h. mehr als genügend um glücklich zu sein!) Wohlstand für alle ).

          Ja, die Zusammenhänge sind schwer vermittelbar und lassen viele Angriffe zu. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ökonomen entweder schlafen oder die Problematik und Zusammenhänge nicht sehen wollen, insbesondere die Problematik einer fixen unteren Zinsgrenze für Liquiditätshaltung von 0% – und entsprechend auch nicht informieren, z.B. , dass es mit einem anderen, umlaufgesicherten Geldsystem eine alternative Möglichkeit gebe, wobei zumindest Vor- und Nachteile zu diskutieren wären. (Ökonomen welche plötzlich von Negativzinsen zu sprechen wagen, werden von der Ökonomengemeinschaft sowie von Menschen, welche neue Gedanken abseits des Links-Rechts-Schema geradezu als existenzbedrohend wahrnehmen, verbal „gesteinigt“, so wie z.B. GREGORY MANKIW geschehen nach einem Artikel in der New York Times „It May Be Time for the Fed to Go Negative“).

          Eine praktikable Lösungsmöglichkeit gebe es schon, nämlich die Einführung von regionalen umlaufgesicherten Parallelwährungen, damit im regionalen Rahmen ein funktionierendes Tauschmittelsystem existiert, welches Angebot und Nachfrage zusammenbringen kann, auch wenn die Wirtschaft an Euro austrocknet und immer mehr Menschen vom Euro-Geldkreislauf ausgeschlossen werden (Paradoxerweise trotz extremer Geldmengenausweitung – aber es müssen ja immer schneller immer grössere sich aufreissende Löcher gestopft werden – ein Wettrennen, welches zum vornherein zum Scheitern verurteilt ist, da sich die „Löcher“ immer schneller auftun, als sie gestopft werden können – systembedingt. Es ist wie wenn einem Durstigen Salzwasser zum Trinken gegeben würde…Das gilt nicht nur für den Euro, sondern für alle Währungen, welche für Liquidität 0% als Mindestpreis garantieren).

          Aber eben, praktikable Lösungen sind nicht im Interesse von wem auch immer, es geht um viel zu grosse Pfründe, als diese zugunsten eines allgemeinen Wohlstandes bzw. einer allgemeinen Wohlstandsrettung geopfert werden würden. Lieber lässt man Mio Menschen in Armut versinken oder zettelt einen Krieg an. Wäre nicht das erste mal so. Wer von „Oben“ eine Rettung erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Es muss ein jeder selbständig zu denken beginnen und erkennen, was richtig ist und was Propaganda und danach handeln- oder eben das eigene bzw. kollektive Denk-Unvermögen zu spüren bekommen.

          • MARKT sagt:

            „Alternativloser Ansatz?“ Solche
            Aussagen sind prinzipiell nicht möglich,….

            das Grinsen in der Klammer sollte eben dies zum Ausdruck bringen.

            „Erschwerend kommt hinzu, dass die Ökonomen entweder schlafen oder die Problematik und Zusammenhänge nicht sehen wollen..“

            Sie können mich jetzt gerne einen Verschwörungstheoretiker nennen, aber ich bin der Meinung:

            – Diese Ökonomen sind unabhängig der Tatsache, wie Sie sich gegenüber Medien äußern, Intelligente Personen. Damit unterstelle ich, dass sie durchaus wissen oder sich zumindest ausmalen können wohin uns das ganze führen wird.
            Weshalb bekommen Sie täglich Medienpräsenz (Bsp.: heute im Morgenmagazin Paul Krugman). Ihre Thesen werden stets unkritisch gesendet.

            – Systemkritische Kommentare werden stets unmittelbar nach der Berichterstattung von systemkonformen Experten „widerlegt“, sollten Sie überhaupt zu Wort kommen.

            Aus Angst, wird der vom Hamsterrad gestresste Normalbürger weiterhin jeder Rettung schlussendlich zustimmen. Und die Angst wird kommen. Zuerst werden die Medien diese verbreiten und dann wird diese wohl Realität werden. Und erst wenn die Angst vermeintlichen (kreditbasierenden) Wohlstand zu verlieren, der Realität gewichen ist, können wir von einer Vielzahl von Bürgern erwarten, dass Sie sich mit der Situation auseinandersetzen. Leider wird dieser Zustand noch lange nicht erreicht sein, und nureine sehr begrenzte Zeit anhalten.

            Aus welchem Grund nur? Und ab jetzt beginnen wir uns im Kreis zu drehen,….

            Aus dem gleichen Grund wird ein von Ihnen, mir oder auch vielen anderen Menschen favorisiertes System, in der Breite nie eine Chance erhalten.

            PS: ICh würde mich hierbei aber nur all zu gerne täuschen.

      • FDominicus sagt:

        Liquiditätshaltung wird besteuert, weil es Einkommen verhindert und damit der Volkswirtschaft bzw. den auf ein Ein- bzw. Auskommen angewiesenen Menschen Schaden zufügt.

        Das ist sehr daneben, ohne die Möglichkeit sparen zu können kann es auch nicht zu nachhaltigen Investitionen kommen. Ihr Vorschlag hat mit Eigentum nun gar nichts mehr zu tun…

        Sparen dient eben auch dazu die Unwägbarkeiten der Zukunft abzufangen,sie wollen das bestrafen. Das ist an Verantwortungslosgikeit kaum mehr zu überbieten.

        Sie schalten auch einen Markt für Geld völlig aus. Ich bin wirklich entsetzt darüber was Sie als Lösung „verkaufen“.

  4. […] viaDepression – Die unentrinnbare Folge eines Papiergeldbooms | Rott & Meyer. Share| Juli 29, 2012 at 8:34 pm by admin Category: Depression […]

  5. Avantgarde sagt:

    @4fairconomy

    Das Konzept mit der Umlaufsicherung nach Silvio Gesell wäre zwar eine ernstzunehmende Alternative aber der Systembruch ziemlich radikal.

    Ein großes Probelm wäre dann auch der einsetzende Run in die Sachwerte.
    Um das zu unterbinde wäre dann wiederum ein größerer Eingriff ins Eigentumsrecht notwendig.

    Ich glaube eher, daß wir mit einem etwas stärkeren Finetuning des bisherigen Systems weiterkommen würden – schlicht weil es eher akzeptiert wird.

    • 4fairconomy sagt:

      @ Avantgarde

      Für die Realwirtschaft würde ein Geldsystem mit Liquiditätsabgabe Vorderhand relativ wenig ändern. Die marktwirtschaftlichen Prinzipien würden unverändert gelten (bzw. kämen noch besser zur Geltung, z.B. in dem die Hürde für den Markteintritt von Konkurrenten kleiner wäre). Für die Finanzindustrie würde sich einiges ändern: Liquidität würde um einiges teurer, womit z.B. viel Liquidität beanspruchende Spekulationsgeschäfte unrentabel würden. Zudem gehe ich davon aus, dass noch vor eine Umlaufsicherung eingeführt wird, auf ein Vollgeldsystem umgestellt wird. Damit wäre die Einführung einer Liquiditätsabgabe wesentlich einfacher.

      Eine Liquiditätsabgabe könnte einschleichend eingeführt werden, also zuerst mit -0.5%/Jahr das erste Quartal um dann langsam, planmässig erhöht zu werden auf wohl ca. -5% pro Jar. Eine LA muss physisch bzw. virtuell unzertrennlich mit dem Geld verbunden sein, so, dass sie wo auch immer sich die Tauschmittel befinden, diese bei nicht Gebrauch für den Besitzer an Wert verlieren. Für Bargeld sind praktikable Lösungen vorhanden. Für Giralgeld ist meines Wissens noch einiges Unklar. Wie gesagt, einfach wäre es mit Vollgeld: die LA wird auf die bei der Notenbank hinterlegten Bankguthaben erhoben. Die Banken leiten dann die LA ihren Kunden entsprechend ihrer Liquiditätshaltung weiter.

      Der Run in die Sachwerte ist in erster Linie beim Boden ein Problem, aber das gilt für jede Währung. Der Boden darf schlicht niemals als Geldanlage dienen, mit welchem Geldsystem auch immer. Ähnlich gelagert aber weniger virulent ist die Problematik mit den anderen natürlichen Ressourcen. Auch diese gehören im Prinzip der Möglichkeit der privaten Geldanlage entzogen (d.h. die Leistung der Natur, die Knappheitsrente, gehört der Allgemeinheit, ein von Menschenhand hinzugefügter Mehrwert wie Förderung, Veredelung usw. gehört sehr wohl im Bereich der Marktwirtschaft).

      Ansonsten ist die antizyklische Nachfrage von Sachwerten, vor allem wenn dabei Arbeitsplätze entstehen, durchaus beabsichtigt. Antizyklisch, weil die LA nur dann wirklich wirksam wird, wenn es für Ersparnisse immer weniger lukrative Anlagemöglichkeiten gibt, also wenn das Wachstum abnimmt. Solange die Wirtschaft wächst, der Investitionsbedarf hoch ist, ist Liquiditätshaltung eh kaum attraktiv. Mit einer LA bleibt dies der Fall, auch dann, wenn die Renditen in der Realwirtschaft sinken. Dabei wirkt sich eine LA nicht wachstumsfördernd aus, sondern verhindert lediglich eine Abwärtsspirale, in dem es zu antizyklischem Verhalten anregt: investieren auch wenn die Gewinnaussichten abnehmen bzw. kleiner sind, weniger sparen usw.)

      Ein Run auf EM wäre nicht ideal, aber der Schaden würde sich in Grenzen halten. Auf Dauer werden die Anlagen in EM mehr Schwankungen erfahren als divertifizierte Anlagen in realwirtschaftliche Projekte. Da die Notenbank Preisstabilität garantieren kann, bleibt die Kaufkraft von Ersparnissen, z.B. in Form langfristiger Verbindlichkeiten, erhalten, auch wenn sie keine Zinsen abwerfen. Ein Run auf Fremdwährungen wäre kein Problem. Im Gegenzug steigt die Attraktivität des Produktionsstandortes, was eine Gegenbewegung verursachen würde (günstige Zinsen, günstige Währung, stabile Verhältnisse, niedrige Steuern, weil der Sozialstaat reduziert werden kann: das ökonomische System verursacht weniger Sozialkosten, welche dem Staat überlassen werden).

      Sicher ist eine LA kein Mittel, welches so ohne weiteres bald eingeführt wird. Sinnvoll wäre in einer von Arbeitslosigkeit besonders betroffenen Region das Experiment von Wörgl zu wiederholen. Warum geschieht nichts dergleichen? Warum initieren Politiker, Ökonomen, Zentralbanker nicht solch ein Projekt?

      Finetuning des heutigen Systems ist ok, aber gerade beim Geldsystem sollte für die Gesellschaft das beste gerade gut genug sein in Anbetracht der Bedeutung welches das Geld in einer modernen Gesellschaft innehat, in Anbetracht der Existenzen, welche davon abhängig sind. Zuletzt bestimmt das Geldsystem je nach dem wie es sich für die Menschen auswirkt, auch in nicht unwesentlichem Mass über Frieden oder Krieg. Und eigentlich sollte klar sein, dass die Garantie von mindestens 0% Zins für die Liquiditätshaltung schon rein theoretisch nicht haltbar ist und schwerwiegende Konsequenzen hat. Also warum daran festhalten?

      • Avantgarde sagt:

        @4fairconomy

        „Also warum daran festhalten?“

        Um die Idee des Freigeldes aufzunehmen „bräuchte“ es den Zusammenbruch unseres Zahlungssystems.
        Die Folgen wäre derart dramatisch, daß wir uns nicht wünschen sollten, daß das passiert!!
        Tritt so ein Zusammenbruch ein ist erst mal Stunde Null.
        Die beiden Pole bei einer Neuordnung des Weltwährungssystems wären sicherlich ein Goldstandard oder Freigeld.

        Die Chancen für einen Goldstandard würde ich dann aufgrund der Wirren und des Vertrauensverlustes in Buchwerte als höher einschätzen – selbst wenn ein klassischer Goldstandard uns langfristig mehr schaden als nutzen würde.
        Eine Weltwährung (und nicht der US-Dollar) wäre ebenfalls eine Möglichkeit – evtl. mit nicht umlaufenden Gold als Sicherheit hinterlegt.

        Deshalb halte ich die Idee des Freigeldes zwar systemtheoretisch für möglich – aber eher als Komplementärwährung.
        Gegen einen neuen Wörgel-Versuch hätte ich nichts – kann man probieren.

        Die „Garantie von mindestens 0% Zins für die Liquiditätshaltung“ stimmt freilich nicht ganz.
        Anleihen können nominal negativ rentieren – und auch bei nominalem Plus real negativ rentieren.
        Das einzige was einen garantierten Nullzins besitzt ist Bargeld – was für größere Summen allerdings nicht unbedingt geeignet ist – ausserdem floatet es gegen andere Währungen.
        Buchgeld kann als Teil der Bankbilanz im schlimmsten Fall schlicht ausfallen.

        Um das strukturelle Nachfragedefizit abzubauen gibt nur die Möglichkeit der Umverteilung von Oben nach unten.
        Und zwar so viel, daß nachinflationär real unten etwas ankommt.
        Der einzig sinnvolle Weg dahin führt über das Steuerrecht.

        Gesamteuropäisch müssen dringenst die Handelsbilanzunterschiede angegangen werden mit dem theoretischen Idealziel einer ausgeglichenen Handelsbilanz der Partner untereinander.
        Nur so bekommt auch jeder einen Gegenwert.

        LG

  6. zweifel sagt:

    Sehr interessante Diskussion, die aber auch zeigt, wie stark die Ansichten auch (oder gerade) bei Kritikern des heutigen „Systems“ auseinandergehen. Gesells Überlegungen sind extrem erhellend, aber – wie schon Avantgarde schreibt – wahrscheinlich etwas zu radikal, insbesondere die notwendigen Bodenreformen sind schon starker Tobak und haben mich damals ganz schön schlucken lassen, auch wenn ich mich für einigermassen aufgeschlossen gegenüber alternativen Ideen halte. Ob es funktionieren würde, wäre in diesem Zusammenhang erst einmal zweitrangig, ich halte einfach das Recht auf Eigentum auch an Grund und Boden in unserer Gesellschaft für zu stark gedanklich verwurzelt, als dass da eine Chance auf (mittelfristige) Änderung wäre.

    Ein Goldstandard würde wohl eher die weitere Verteilung von fleissig nach reich
    begünstigen, sehr erhellend dazu fand ich das Buch von Stephen Zarlenga „Der Mythos vom Geld – die Geschichte der Macht“ – war schonmal hier ein Tip, ist gerade neu aufgelegt worden und beschreibt IMO objektiver als vieles andere diverse Aspekte des Geldsystems und widerlegt meines Erachtens nach schlüssig die Warengeldtheorie.

    Fürs erste wäre doch schon viel erreicht, wenn wir ein Vollgeldsystem hätten und Staaten sich nicht mehr verschulden müssten (und somit ihre Bürger nicht mehr verdeckt verschulden könnten), sondern die Hoheit über ihr Geld (wieder ?) selber innehätten – das ist IMO eine der absurdesten Vorgänge innerhalb unseres „Systems“. Ja, das wäre wahrscheinlich inflationär, da hat die österreichische Schule mit ihrem Misstrauen gegenüber dem Staat wohl nicht unrecht. Wobei sich mir die Frage stellt, ob diese Form der Inflation nicht Ähnlichkeit mit der von Gesell geforderten Umlaufsicherung hätte, zumindest würde sie wohl das übermäßige Sparen von Geldvermögen einschränken.

    Apropos sparen, da scheiden sich ja offenbar die Geister: prinzipiell kann es doch nicht falsch sein, durch Verzicht in der Gegenwart (und Investition in die Zukunft) für das Alter, schlechte Zeiten oder was auch immer vorzusorgen. Das erscheint mir als die natürlichste Sache der Welt, früher waren es eben viele Kinder, heute erscheint es innerhalb des Systems vielen als „am sichersten“ in Geldvermögen zu gehen. Insofern haben die Argumente der Goldbefürworter einiges für sich, auch wenn übersehen wird, dass Gold eben nicht Geld ist, sondern nur eine Ware. Aber zumindest eine, deren Wert nicht auf Null gehen wird. Probleme machen doch nur die wirklich großen Geldvermögen, die über Generationen nicht abgebaut/verbraucht werden. Mir ist unklar, wie in einem Gesell’schen oder auch „nur“ Vollgeldsystem ein sinnvolles Sparen über längere Zeit möglich wäre, zumal ja dort die Abhängigkeit vom „wohlwollenden“ Staat doch relativ stark wäre. In Anbetracht der momentanen ständigen Vertragsbrüche nicht gerade das verlockendste Szenario, auch wenn ich relativ sicher bin, dass die Abhängigkeit von privaten Interessen, zu der es IMO (auch) in der Österreichische Schule käme (Stichwort: es gibt keinen freien Markt, es gibt Marktteilnehmer, die in eigenem Interesse handeln und durchaus in der Lage sind, den „freien“ Markt in ihrem Sinne zu beeinflussen) für die Allgemeinheit deutlich ungemütlicher würde.

    Interessant fand ich daher die Aussage von 4fairconomy: „Sparen kann man real nur, in dem damit ein Beitrag an das zukünftige Sozialprodukt geleistet wird.“. Das trifft es doch genau, ich bin mir nur gerade unsicher, wie sich dies z.B. beim Rentensystem (oder von mir aus auch beim Sparen) verwenden liesse. Müsste ja irgendwie eine Mischung aus kapitalgedeckter Einzahlung bzw. Investition und umlagengedeckter Auszahlung sein….

  7. FDominicus sagt:

    „Ein Goldstandard würde wohl eher die weitere Verteilung von fleissig nach reich begünstigen“

    Warum? Gold kann nicht einfach so geschaffen werden. Somit kommen doch die Schuldner nicht zuerst an’s Gold sondern die Sparer. Und für Sparer ist eine Geld ohne eingebaute Inflation allemal „günstiger“.

    Ich behaupte im Gegenteil die fleißigen und sparsamen hätten endlich einmal keinen Nachteil mehr.

    Ich kann auch den Argumenten von Avantgarde nicht folgen, warum Gold uns „langfristig“ schaden sollte ist nicht einzusehen.

    Alles was den Staat entmachtet sich einfach so am Vermögen seiner Bürger zu bedienen ist vorteilhaft. Das derzeitige Papier erreicht genau das Gegenteil.

    • markku sagt:

      „Alles was den Staat entmachtet sich einfach so am Vermögen seiner Bürger zu bedienen ist vorteilhaft. Das derzeitige Papier erreicht genau das Gegenteil.“

      Das trifft den Nagel auf den Kopf. Die sozialistischen „Gottspieler“ (vgl. gleichnamiges Buch von R. Baader) versuchen uns genau das Gegenteil weis zu machen.

  8. zweifel sagt:

    @FDominicus „Warum? Gold kann nicht einfach so geschaffen werden. Somit kommen doch die Schuldner nicht zuerst an’s Gold sondern die Sparer. Und für Sparer ist eine Geld ohne eingebaute Inflation allemal “günstiger”. “

    Genau *weil* es eben nicht so einfach geschaffen werden kann. Ich denke, man muss unterscheiden zwischen „Geld als Tauschmittel“ und „Geld als Wertaufbewahrungsmittel“. Natürlich könnten Werte mit einem nicht vermehrbaren Medium wertstabiler aufbewahrt werden. Aber genau dies würde doch dazu führen, dass Geld (in diesem Fall Gold) erst recht gehortet wird. Blieben wir beim Zinseszinssystem, so würde das Geld sich (genau wie jetzt) beim reichen Promille der Bevölkerung ansammeln und der Bevölkerung das Zahlungsmittel entziehen – mit dem großen Unterschied, dass kein Ersatz geschaffen werden könnte. Als Tauschmittel daher IMO überhaupt nicht geeignet, zum Werterhalt schon – aber dann bitte eben nicht als Geld und verzinst.

    “Alles was den Staat entmachtet sich einfach so am Vermögen seiner Bürger zu bedienen ist vorteilhaft. Das derzeitige Papier erreicht genau das Gegenteil.”

    Jain. Wer ist denn „der Staat“ ? Theoretisch sind das doch wir alle. Dass es praktisch gänzlich anders aussieht und der Staat Handlanger für das Großkapital spielt, ist doch unabhängig vom Gold und wäre damit auch nicht besser. Na klar kannst Du dann einigermassen beruhigt etwas sparen, aber die „wirklich reichen“ hätten doch viel weitreichendere Vorteile, da Prozentual viel weniger für Lebenshaltungskosten usw. ausgegeben werden muss. Und Geld als Tauschmittel würde extrem knapp und die Wirtschaft bräche zusammen. Letztlich ist es doch egal, in welcher Verrechnungseinheit Du Waren tauschst. Entscheidend ist, dass Waren „möglichst günstig“ überhaupt produziert werden und nicht in einem deflationären Umfeld darauf zugunsten der Hortung von Geld/Gold verzichtet wird – das führt früher oder später zum Kollaps der Wirtschaft und damit zu einem allgemeinen sinken des Lebensstandards.

    • markku sagt:

      Hallo zweifel

      1) „Aber genau dies würde doch dazu führen, dass Geld (in diesem Fall Gold) erst recht gehortet wird. Blieben wir beim Zinseszinssystem …“

      Das Horten von Geld führt eben dazu, dass die Geldmenge schwindet und infolgedessen auch die Preise. Das geschieht solange, bis jemand bei den dann günstigeren Preise zuschlägt. Nun lautet Dein Einwand, dass im derzeitigen System sowas zwangsläufig schief gehen muss, da aufgrund der existierenden Schulden & fälligen Zinsen eine Deflation zu einer Pleitewelle führen würde.

      Das gilt aber nicht in einem Wirtschaftssystem, das mit werthaltigem Geld arbeitet, denn genau aus diesen Überlegungen heraus werden Schulden i.d.R. vermieden: Kredite werden nur noch für sichere Investments nachgefragt — ganz im Gegensatz zu heute, wo „Industrien und Arbeitsplätze (entstehen), deren Überleben davon abhängt, dass immer mehr Papiergeld zu immer tieferen Zinsen in Umlauf gebracht wird“ [vgl. Polleit]. Wegen der tendenziell niedrigen Verschuldung werden auch rezessive Phasen auch nur zu gesunden Marktbereinigungen führen. Ganz im Gegensatz zu heute, wo man bereits bei kleinen Wachstumsdellen „Rettungsmaßnahmen“ benötigt, damit das Schuldenkartenhaus nicht zusammenbricht.

      2) „Wer ist denn “der Staat” ?“

      Meine Überzeugung ist, dass die Mächtigen sich NICHT um die einfachen Bürger kümmern. Wir werden mit sozialen Heilsversprechen (Brot& Spiele) geködert, um deren Macht zu legitimieren. Dass bei diesen Umverteilungsorgien auch immer schön was für das System & seine Günstlinge hängen bleibt, ist wohl klar. Nicht zu vergessen, dass durch diese Verwaltungsmaschine MILLIONEN von Beschäftigten in völlig nutzlosen Verwaltungsberufen festhängen, anstatt etwas Wertvolles zu tun, während im Gegenzug die Produktiven immer mehr arbeiten müssen, um den Apparat zu füttern. Ich stelle mal die These auf, dass bei geschickter Organisation des Staates (minimalistische Bürokratie, radikale Vereinfachung der Gesetze, etc.) derselbe Wohlstand realisierbar wäre bei nur 3-4 Arbeitstagen/Woche (d.h. 30% unserer derzeitigen Arbeit sind völlig unsinnig).

      Conclusion: das Papiergeld und der (fast) allmächtige Staat haben derzeit „ihre Chance“. Sollten sie die verspielen (und es sieht leider danach aus), benötigen wir einen echten Neuanfang, der die alten Fehler vermeidet: D.h. wir benötigen dann weniger Staat & echtes Geld (Gold oder Freigeld).

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