Den EU-Sozialismus in seinem Lauf…

13. Juli 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Wie merkt sich Angela Merkel die 11880? Ganz einfach: 11 Millionen Griechen haben in Deutschland 88 Milliarden Schulden und zahlen 0 zurück…, rief es heute früh aus dem Radio. Mir war nicht klar, dass ich jemals die Wahrheit dort hören würde. Okay, war auch ein Privatsender.

Wie erwartet, bin ich empört. Die meisten Börsenhändler übrigens auch und fast alle, die ich getroffen habe, als es hieß „Griechenland wäre gerettet“. So ein Mumpitz – die Gläubiger retten sich selbst mit von ihnen aus dem Nichts erschaffenem Geld.

Ach, Sie sind auch empört. Nicht doch! Gehen Sie mit Ihrer Empörung mal einkaufen. Am besten gewöhnt man sich so schnell wie möglich an die Vorboten des Sozialismus. Vielleicht sind wir auch schon weit vorangekommen. Man sollte sich trotzdem den Lehrsatz von Paul C. Martin ausdrucken und überall verteilen, da hochaktuell und wichtiger denn je, wenn man in die Zukunft blicken möchte:

„Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschließlich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustößt.” (Quelle: PCM, “Der Kapitalismus – ein System, das funktioniert”, S. 76)

Das 3. Hilfspaket, wie man es nennt, ist unterwegs. 86 Milliarden sollen es sein- wenn nichts dazwischen kommt. Und es wird nichts dazwischen kommen, weil nichts dazwischen kommen darf. Der Rest ist Show und Spektakel, auf den der Stammtisch und Greti und Pleti hereinfallen darf und das mit Vorliebe auch tut. Nein, die Leute sind gar nicht so dumm wie behauptet. Sie nutzen nur einfach ihr Hirn nicht, sagte eben ein Börsenhändler zu mir. Sonst könnten sie auf das gleiche Ergebnis kommen wie er: Game Over. Aber das dauert noch.

Die Politik feiert sich. Experten nennen diese ganze Angelegenheit „erfolgreich“ Ich weiß nicht, was sie atmen, aber sie sollten dringen die Bürofenster öffnen.

Ist das nicht zynisch? Erst stimmen die Griechen in einem Referendum gegen die Sparvorschläge und bekommen dann die doppelte Länge des Strickes, an dem sie sich wirtschaftlich gesehen aufhängen können. Was für Erfolge! Sie werden ihren Tsipras lieben. Vielleicht war es ja auch nur eine Art von U-Boot.

Anders herum erzählt: Er empfiehlt seinem Volk mit „Nein“ zu stimmen und er kommt mit einem „Ja“ wieder und der doppelt so hohen Strafe für sein Volk. Hat schon was!

Es heißt, Griechenland wird sich verpflichten, sein Tafelsilber verkaufen, also Staatsbesitz privatisieren. Sicherlich nur zu einem kleinen Preis – wahrscheinlich an Investoren, die nahe genug der Druckerpresse stehen und Eigentum kaufen für einen Appel und einem Ei. Wir werden sehen, an wen der Ausverkauf getätigt wird. Zumindest ist Griechenland zur Plünderung freigegeben.

Ein paar weitere Fragen stellen sich schon: Wann ist das Geld weg und wann gibt es den nächsten Krisengipfel? Und wer soll das bezahlen? Gab es da nicht die Idee, dem ESM eine Banklizenz zu geben, so dass die Einlagen mit einem Hebel versehen dann ausgeliehen werden können? Wie viel kann man aus 700 Milliarden Euro zaubern? 5 Billionen? 10 Billionen? Unendlich viel? Wir wissen es nicht, aber es wird Folgen haben. Denken Sie an das Unmögliche. Das wird bald schon zur Realität.

Werden die Griechen mit den weiteren 80 Milliarden Euro jetzt glücklich? Eher nein. Das Land hat die falsche Währung. Solange dieser Fehler nicht behoben wird, und politische Ambitionen über ökonomische Vernunft gestellt werden, bleibt der Fehler erhalten – und damit auch die Freude über die künftigen Krisengipfel.

Ach ja, wer trägt eigentlich die Verantwortung für dieses Schulden-Desaster? Die Damen und Herren können nicht belangt werden. Und die heute agierenden Damen und Herren müssen sich ebenfalls um nichts sorgen. Sie werden dann nicht mehr da sein, wenn sich ihre Fehler später als noch größer entpuppen mit einem exponentiell gewachsenen Schaden.

P.S. Wie sagte Tsipras vor wenigen Tagen? „Egal, was die Deutschen sagen, sie werden zahlen.“ Woher wusste er das nur?




 

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19 Kommentare auf "Den EU-Sozialismus in seinem Lauf…"

  1. waltomax sagt:

    „Es heißt, Griechenland wird sich verpflichten, sein Tafelsilber verkaufen, also Staatsbesitz privatisieren. Sicherlich nur zu einem kleinen Preis – wahrscheinlich an Investoren, die nahe genug der Druckerpresse stehen und Eigentum kaufen für einen Appel und einem Ei. Wir werden sehen, an wen der Ausverkauf getätigt wird. Zumindest ist Griechenland zur Plünderung freigegeben.“

    Wieviel Jugendarbeitslosigkeit hat Griechenland? Auf jeden Fall soviel, dass die Schulden der Griechen, die zum größten Teil der jungen Generation aufgebürdet werden, von dieser bestimmt nicht zurückgezahlt werden können.

    Es geht wohl tatsächlich darum, das Land in volle Abhängigkeit zu bringen und zu plündern.

    Aber wahrscheinlich gilt das auch für andere Länder, wie Deutschland z. B.

  2. Reiner sagt:

    Seit den Großreichen der Assyer, Babylonier und Perser in der Antike hat es ein ganz einfaches Rezept gegeben, nach dem man Imperien errichten und Völker unterdrücken und ausbeuten konnte: Man mußte ein Land kriegerisch erobern, Vasallenregierungen einsetzen und Tributzahlungen einkassieren.

    Dieses Rezept hat funktioniert bis zur Erfindung der Atombombe. Dadurch sind größere Eroberungskriege einfach zu gefährlich geworden.

    Aber deshalb muß niemand verzagen. Das Imperium hat ein neues Rezept entwickelt und erfolgreich durchgeführt: Man muß Staaten in die Überschuldung treiben, den Staatsbankrott provozieren und dann das Land für die eigene Industrie, die eigenen Banken und Finanzoligarchen zum Ausschlachten und zur Plünderung freigeben.

    Den durchschlagenden Erfolg dieses Rezepts sehen wir zur Zeit in Griechenland.

    Aber man mache sich nichts vor. Das Imperium ist unersättlich. Nach Griechenland werden wir andere Euroländer auf der Speisekarte sehen. Am Ende auch uns.

    Griechenland heute ist Deutschland übermorgen.

    • waltomax sagt:

      Bleibt zu hoffen, dass das Griechische Parlament das „Hilfspaket“, das den Griechen aus der Verfügungsgewalt über die eigenen Bodenschätze (Öl und Gas) helfen soll, ablehnt!

      Und gleich danach gilt es, den Staatsbankrott zu erklären.

    • Kevin Müller sagt:

      Tja Reiner, dem ist Nichts hinzuzufügen. Eine präzise Einschätzung .
      Und es ist “ alternativlos “ *ggg
      Vieleicht wird es Zeit für eine RAF 2.0 o.äh. , aber dafür bin ich zu alt + nicht geeignet.
      Und die allermeisten Leute begreifen dank der “ Brot + Spiele “ Strategie NICHTS. Oder wollens nicht begreifen .
      Wir gehen mit wehender Fahne unter und singen ein fröhliches Liedchen .
      Es ist zum Verzweifeln !

      • waltomax sagt:

        Meine stille Hoffnung war ja, dass die Griechen sauber pleite machen, die CDS fällig werden und das System sich so selber abschafft. Damit wir alle neu anfangen können. Aber das wird nicht passieren.

        • toter_esel sagt:

          „Meine stille Hoffnung war ja, dass die Griechen sauber pleite machen, die CDS fällig werden und das System sich so selber abschafft. Damit wir alle neu anfangen können. Aber das wird nicht passieren.“

          Doch, es wird passieren. Die Derivate kann man zwar stornieren, wie man es bei den CHF/EUR – Kontrakten nach der Entscheidung der SNB gemacht hat, aber dann wird sich heraus stellen, dass die sog. Investmentbanken nun nichts mehr anzubieten haben. Das Perverse an diesem System ist, dass fast ausschliesslich Zahlen aus Schattenbanken oder Schattenbilanzen (Derivate) gewaltige Gewinne den Bankbilanzen bringen. Der Rest ist-übertrieben gesagt-zu Null Prozent finanziert worden.

          Ich befürchte, dass die Leute nie erfahren, dass ihr Irrglaube und ihre neuen Schulden die „Vermögen“ der Banken vergrössert haben und die Laufzeitverlängerung dieses Rettungspacks begünstigt haben.

          Die Ent-Täuschung wird darin bestehen, dass die Schulden nicht weg, sondern höher sein werden.

          „Damit wir alle neu anfangen können“.

      • B.Ziegler sagt:

        Schon lange denke auch ich über die Probleme unseres Finanzsystems nach und wer davon
        profitiert. Wahlen und Demos führen zu nichts. Eine Gewaltenteilung ist nicht zu erkennen.
        Es bleibt nur, die „Geldkarte“ einzusetzen, da haben die US-Konzerne eine sehr kurze Leitung.

        Ich überlege mir sehr genau, wo ich meinen Kaffee trinke, welche Produkte ich einkaufe.
        Aus Wut über die kriegstreiberischen Äußerungen der US-Generäle vermeide ich alle ameri-
        kanischen, was gar nicht so einfach ist.
        Man denkt, man kauft deutsches Mineralwasser oder deutschen Kaffee – von wegen –
        Coca Cola und Mondelez AG profitieren.

        Doch ach, mein kleiner Haushalt wird nichts bewegen können.

        Erst wenn die BILD-Zeitung auf der Titelseite berichten könnte:

        Deutschland kauft kein Coca Cola mehr!!!
        Dann würde bei dear Barrack, wie Fr. Merkel ihn nennt, das rote Telefon läuten.
        Man sieht ja bereits, wie hysterisch our very good friends auf den Rückgang der
        McDonalds Produkte reagieren.

        Aber vielleicht ist es für diesen friedlichen Protest bereits zu spät.

        • Skyjumper sagt:

          „Doch ach, mein kleiner Haushalt wird nichts bewegen können.“

          Falsch lieber @B.Ziegler. Ihr kleiner Haushalt ist zwar nur 1 Finger, aber 5 Finger sind eine Hand, und eine Hand kann eine Faust sein. Es kommt nur darauf an das sich genügend Finger finden.

          Also arbeiten Sie ruhig weiter mit Ihrer „Geldkartenstrategie“, verkehrt ist sie nicht. Und noch effektiver wird sie wenn sie möglichst viel entweder selber machen oder in Tauschgeschäften, die Geldkarte also nicht nur selektiv einsetzen, sondern so weit es geht ganz verweigern.

  3. toter_esel sagt:

    Die Konkursverschleppung geht weiter. Ob Sie Bad-Banks, ein weiteres Rettungsuntergangspaket für Griechenland oder die eigentliche Bedeutung der Non-Performing-Loans (ABS,MBS) betrachten: man will Verluste nicht realisieren, uneinbringliche Forderungen (s.HGB §253) nicht abschreiben.
    Der Buchungstrick der „Retter“ wird ihnen aber später auf die Füsse fallen. Es fliesst zunächst gar kein Geld, sondern die griechischen Schulden erhöhen sich und in gleichem Masse die Forderungen der Institutionen, die sie selbst garantieren, Garantien, die NIE in Anspruch genommen werden dürfen! Wer hat jetzt also wen gerettet?! Hätte Tsipras Nein gesagt, hätte die EU 350Mrd.€ (oder mehr) abschreiben oder bis 2070 auf eine Tilgung warten müssen.

    Tsipras hat also gewährleistet, dass das Luftgeld in den Bilanzen stehen bleiben darf. Das HGB gilt nicht mehr im Neo-Kapitalismus. Nebenbei hätten Frankreich, Spanien oder Italien solche Wertberichtigungen niemals mittragen können.

    Interessant und verwirrend wird es, wenn der Kreis der Gläubiger kleiner wird, wenn z.B. Frankreich ein 500Mrd€-Paket erhält, für das es sich zu knapp 20% selbst verbürgt oder wenn die mächtige EZB mit 7,6Mrd€ Eigenkapital die 100Mrd€ ELA abschreiben muss oder der ESM die zugesagten 700Mrd€ benötigt, wovon jedoch nur 80Mrd€ eingezahlt sein werden …. oder oder.

    „Herr Wirt, bringen Sie mal Geld, ich möchte zahlen.“- „Ich hab auch keins…“- „Dann bringen Sie mir solange halt noch was zu trinken!“

    Total besoffen. Purer Wahnsinn.

    • Argonautiker sagt:

      “Herr Wirt, bringen Sie mal Geld, ich möchte zahlen.”- “Ich hab auch keins…”- “Dann bringen Sie mir solange halt noch was zu trinken!”

      Den finde ich köstlich, so richtig gut. Bringt den Wahnsinn auf den Punkt. Dafür sollten sie den satirischen Nobelpreis in Sachen Durchblick in Wirtschaftspolitik erhalten. 😉

      Leider räumen sie dem armen Kerl gerade sein Haus leer, während er da in der Kneipe sitzt.

  4. Bingo sagt:

    Ja die EU wurde wohl gegründet– um Verschuldung aus dem nichts zu produzieren und später mittels einer Treuhand ( siehe DDR ) die öffentlichen Vermögenswerte zu privatisieren hin zu ausgewählten internationalen bekannten Investoren, die dann die Polit-Funktionäre aller Deutschen Parteien belohnen für Ihre Zu-Arbeit.

    Mal schauen ob sich das FR lange mit anschaut bis es an der Reihe ist ausgeplündert zu werden von den Angelsachsen + D-Land.

    Mit der Ukraine; GR hat nun ein Spiel begonnen das man Pacman mit mehreren Akteuren nennt. Sollten die Akteure nach der Freßorgie aufeinander stoßen wird es Krieg geben. Zuerst Lokal–dannach wird der Krieg sich ausweiten —-in Europa. Siehe Ostukraine.

  5. Argonautiker sagt:

    Klasse Artikel !

    Und wie war das noch mit der Gleichheit vor dem Gesetz?

    Wenn gewisse Banken, ohne wirkliche Bonität, also mit einer Einlagensicherung von etwa nur etwa 1-2% , legal einfach so Geld drucken, dann sollte dieses Recht auch jedem Volk zustehen. 1-2% Bonität würde bedeuten, daß man mindest das 50-100 Fache überziehen darf.

    Im Äquivalent zu Griechenlands Bruttosozialprodukt wären das 50-100 mal 250Mrd, denn so hoch soll das BiP Griechenlands etwa sein. Also läge die Bonität Griechenlands, wenn man die gleiche Meßlatte zur Bonität, wie bei den gelderzeugenden und zinsfordernden Banken anlegen würde, bei 12,5 bis 25 Billionen. Also was soll das gekeife und genörgele an den faulen Griechen, da haben sie doch noch reichlich Luft nach oben, bis sie die Faulheit dieser Banken erreicht haben.

    Zusätzlich käme bei einer realistischen Bonitätsprüfung zum Tragen, daß ein Volk schon aus der Tatsache heraus wesentlich kreditwürdiger als eine Bank ist, da ein Volk wenigstens dazu in der Lage WÄRE, wirkliche Werte zu erschaffen. Eine Bank und ein Staat ist das nicht.

    Schöne Grüße

  6. bluestar sagt:

    Das ganze ist eine Kriegserklärung – an das deutsche Volk- von der eigenen Regierung-zugunsten der US- Finanzoligarchie und deren Eurokraten.
    Russlandsanktionen, Ukrainekredite, Griechenlandkredite – alles Mittel um Deutschland zu knechten, zu entmündigen und auf Generationen zu schädigen.
    Deutschland zahlt immer- der schlaue Tsipras hat es kapiert und mit dem Friedhofs-Nobelpreisträger telefoniert.
    Dann war alles schnell entschieden, die entsprechende Weisung an die Statthalter in Berlin erfolgte. Seit dem ist wieder alles auf einem guten Wege, so Mutti.
    Läuft alles blendet – in Richtung Enteignung und Diktatur.

  7. waltomax sagt:

    Nomi Prins:

    http://kingworldnews.com/nomi-prins-7-11-15/

    Mehr ist dazu nicht mehr zu sagen…

  8. Zensus sagt:

    Derzeit bekommt nur Griechenland Harz IV, spulen wir den Film aber vorwärts, sehen wir nicht nur die gesamte EU in prevare, im Neoliberalismus ersticken, verarmt und total überwacht, sondern erleben Aufstände die dem Ziel einer NWO sehr entgegenkommen dürften. Für mich sieht das nach Planung aus.

  9. astroman sagt:

    Die auf single-repeat festhängende EU-EURO-Politik verdeutlich, wie sehr es die vorgegebenen Strukturen sind, die das Handeln der Politiker bestimmen. Freier Wille? Allenfalls der Wille zur Macht, aber nicht der Wille zur aufrechten Gestaltung der gemeinsamen Zukunft. Je höher es geht, desto mehr System-Muppets finden sich.

    An die großen Verschwörungstheorien mag ich nicht recht glauben, denn dafür gehen sich die Akteure vermutlich zu sehr auf den Senkel (gegenseitige Beschneidung der Macht und Kontrolle > Frustration > Aggression). Trotz der professionellen und einstudierten Gesten und Phrasen zeigen sich eben auch ganz schöne aggresive Tendenzen. Eine gewisse Boshaftigkeit bei der erneuten Hilfpaketvergabe ist m.E. nicht zu übersehen: „Ihr wollt Kohle? Dann wollen wir Euch aber auch richtig leiden sehen. Damit Ihr wisst, wer hier der Herr im Haus ist. Referendum, ich glaub jetzt hakt’s. Und zur gerechten Strafe, dass Ihr unser tolles EU-EURO-Projekt gefährdet und ich mich mit so’m Scheiß am Wochenende rumschlagen darf…“

    Mal sehen, wann die Bruchstelle erreicht wird und die ersten großen Muppets aus der Show aussteigen. Dann gibt’s auch wieder Chancen auf neue Strukturen. Da müssen erst mal die bestehenden zerbröseln oder zerschlagen werden; mit Palaver in Brüssel wird das jedenfalls nicht passieren.

  10. JayJay sagt:

    Ein sehr wahrer Kommentar, nur wird er von wenigen Bürgern gehört. Sicherlich muss erst ein ordentlicher, wirtschaftlicher Abschwung her und massive Steuer und Abgabenerhöhungen, wegen den versenkten Milliarden bevor der Biedermeierschläfer 2.0 aufwacht.

  11. Mäsi sagt:

    @Zensus

    >…sehen wir nicht nur die gesamte EU in prevare, im Neoliberalismus ersticken, verarmt und total überwacht,…

    Das ist ja eine hochinteressante Hypothese, die Sie da vertreten. Bitte erklären Sie mir aber, was die derzeitige Schuldenorgie mit Neoliberalismus zu tun hat. Ich habe schon mehrere Leute gefragt, die diesen Begriff verwendeten. Eine stichhaltige Antwort konnte mir bislang keiner geben. Vielleicht können Sie es?

    Das, was derzeit praktiziert wird, ist vielmehr Wohlfahrt in Reinkultur. Schulden werden auf eine Zwangssolidargemeinschaft umgelegt, und der Schuldner wird mit immer neuen Krediten ebenfalls weiterhin in Abhängigkeit gehalten. Antiliberale Knechtschaft, wohin man schaut. Auch das von Ihnen erwähnte Hartz IV ist eine typisch wohlfahrtsstaatliche Lösung.

    Im Liberalismus bzw. Neoliberalismus hätte Griechenland keine neuen Kredite mehr bekommen, wäre pleite gegangen und die Gläubiger hätten ihre Forderungen wohl oder übel abschreiben müssen – und das bereits im Jahre 2010. Obendrein wäre dieses Vorgehen auch noch konform mit der EU-Gesetzgebung gewesen (No-Bailout-Klausel). Und zu guter Letzt hätte Griechenland seine überdimensionierte Bürokratie nicht mehr finanzieren können. Die überflüssigen Staatsangestellten hätten somit keinen Lohn mehr erhalten und hätten sich eine produktive Tätigkeit suchen müssen, die marktgerecht bezahlt wird.

    In einem liberalen Wirtschaftssystem wird kein unbeteiligter Dritter gezwungen, die Schulden von anderen zu bezahlen; das ist ausschliesslich eine Angelegenheit zwischen Schuldner und Gläubigerparteien. Schliesslich war es das unternehmerische Risiko der Gläubiger, einem potentiellen Pleitestaat Geld zu derart tiefen Zinssätzen zu leihen.

    Der Lerneffekt wäre im Falle eines griechischen Staatsbankrotts ebenfalls da gewesen. Kein Gläubiger hätte inskünftig einem potentiellen Pleitestaat Geld zu so günstigen Konditionen geliehen; der Geld- und Kapitalmarkt hätte (wieder) funktioniert.

    Aber so setzen sich die Dysfunktionen im von politischen Machtgebilden verzerrten Zinsenmarkt fort bis zum St. Nimmerleinstag; die Kreditblasen werden immer grösser und grösser – mit gnädiger Mithilfe der Zentralbanken und des IWF. Und irgendwann zerplatzen die Blasen dann doch…

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