Den Bürger in die Hose pinkeln lassen

14. November 2015 | Kategorie: Aufgelesen, Kommentare

Man ist von den Staatsmedien einiges gewohnt, aber ein „Interview“ des SWR schafft es, selbst im Einheitsbrei Maßstäbe zu setzten.

Ob man den Text als Interview verstehen soll oder als Musterbeispiel für offensichtliche Suggestivfragen mit einem dankbaren Antwortgeber, wird von der Rundfunk-Anstalt nicht näher erläutert. Der Bürger darf sich wohl sein eigenes Bild machen.

Hier ein kleiner Auszug:

SWR-„Chefreporter“ Thomas Leif:

Sollte der Staat, Polizei und Justiz stärker repressiv gegen Rechtspopulisten und ihr Umfeld vorgehen? Die Zunahme von Straftaten und Attacken auf Flüchtlinge haben laut BKA-Statistik ja einen alarmierend hohen Stand?

Gerd Mielke, Politikwissenschaftler der Universität Mainz:
Hier plädiere ich für ein sehr drastisches Vorgehen gegen die Anhänger der Rechten, ganz so wie man es mit Herzensfreude seinerzeit gegen die Friedensbewegung oder bei Stuttgart 21 praktiziert hat. (…) These: Wenn sich die Mengen von rechtsaffinen Kleinbürgern in Dresden in einem dreistündigen Polizeikessel erst alle mal in die Hose gepinkelt haben und abschließend mit Wasserwerfern traktiert wurden, dann haben sie für eine geraume Weile genug vom Demonstrieren.

Wer noch weiterlesen mag hier geht’s zum Artikel. Da wird noch was geboten für die Rundfunksteuer. Und natürlich: Vollkommen vorurteilsfrei, vor allem die Bürger aus dem östlichen Teil des Landes betreffend.

Was man heute so alles an den Instituten für Politkwissenschaften denkt ist ebenso interessant wie der fehlende Hinweis des „Chef-Reporters“ auf die Rudimente des Rechtsstaats, mit denen manche These wohl kaum vereinbar sein sollte. Vielleicht ist man aber an der Uni Mainz und beim SWR über dieses Stadium bereits hinaus. Wenn man bedenkt, dass man bei bei kleinen Angestellten des öffentlichen Dienstes schon Probleme bekommt, wenn man nur den kleinsten Zweifel an der eigenen political correctness aufkommen lässt, dann lässt das fröhliche Weiterarbeiten des Herrn Mielke tief blicken.

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Ein Kommentar auf "Den Bürger in die Hose pinkeln lassen"

  1. astroman sagt:

    Ui. Manch einer läuft auf dem politischen Kreis so weit nach links, dass er rechts wird und nach totalitären Strukturen ruft, um der eigenwilligen Menschen Herr zu werden.

    In dem Interview kriegt jeder eins ab: Das Pack, die neurotische Unterschicht und Mittelschicht (die bloß mal ordentlich beschäftigt werden müssen), die Reichen… Nur die erleuchtete Honorarprofessorprofession hat anscheinend noch den Durchblick.

    Meine liebste Passage:
    „[…] mit der man den zurückgebauten Staat wieder aufpeppen könnte, wären zweifellos sinnvoll und auch mittelfristig wirksam.“

    Ja Mensch, bin gerade erst aufgewacht. Hab die ganzen Steuersenkungen und Ende der EU verpennt. Ich dachte, wir haben noch EU, Soziabgabe, Öko-Steuer, Hundesteuer, Abgeltungssteuer etc. pp. und ne Staatsquote von rund 50% und das seit Jahrzehnten. Ach ich vergaß. Die Inflation. Staatsquote müsste laut Plan mittlerweile bei 117% liegen. Sorry. Gehöre zur neurotischen Mittelschicht, die sich Zahlen und Fakten anguckt und deswegen oft neurotisch erscheint.

    Na ja – wenn man sich beim Lesen aufregt, am besten folgende Betrachtung danach mal lesen… dann geht’s einem gleich besser und man tut das, was man tun sollte bzgl. solcher Agitatoren*. Schmunzeln bis Lachen.

    http://sciencefiles.org/2015/11/10/angeblicher-mainzer-politikwissenschaftler-ueber-ostdeutsches-pack/

    *Ui, fieses Wort was? Keine Sorge, ich plädiere nicht für Wasserwerfer und Beugehaft, soll sich jeder äußern dürfen – ich gleiche mich nur dem sprachlichen Niveau an.

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