Das Wort zum Wochenende: Gold ist böse!

8. Februar 2014 | Kategorie: Gäste

von Manfred Gburek

Am 1. Februar lief im Fernsehen mal wieder der Film „Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3“. Denzel Washinton spielte darin den guten Fahrdienstleister, John Travolta den bösen Erpresser mit der Forderung nach 10 Millionen Dollar, sonst würde er eine Geisel nach der anderen erschießen…

Was spannend begann, ging im Lauf der Handlung allerdings in eine primitive Klamotte über. Denn immer wenn der Erpresser die Oberhand zu behalten schien, schnellte der Goldpreis auf einer eingeblendeten Skala rasant in die Höhe. Als wenn 10 Millionen Dollar beim üblichen Goldspiel mit Milliarden irgendeine Bedeutung hätten. Immerhin, ein Eindruck dürfte bei vielen Zuschauern haften geblieben sein: Gold ist böse. Noch nachzutragen ist, dass der Erpresser natürlich erfolglos blieb, wie Gangsterfilme halt meistens enden.

Falls Sie sich jetzt fragen, warum ich Ihnen das alles schildere, ist hier die Antwort: Gold gilt vor allem unter westlichen Politikern und bei einem Teil der Zentralbanker als unanständig, weil seine Preisentwicklung ihnen signalisiert, dass sie Misswirtschaft betreiben. Also versuchen sie mit allen Mitteln dagegenzuhalten. Dass die Medien mitmachen, wie in diesem Fall der erwähnte Film, ist sicher kein Zufall und gehört ganz bestimmt zum politischen Mainstream, sei es nur aus lauter Gedankenlosigkeit.

Keinem Zufall entsprang der Film „Goldfinger“ mit Gert Fröbe als Oberfiesling in einer der Hauptrollen. Der Streifen war während der 60er Jahre einer der größten Kassenschlager, also in einer Zeit, als der von westlichen Zentralbanken gesteuerte Goldpool den Goldpreis nach unten zu manipulieren versuchte. Anleger vom Goldkauf abzuhalten, war damals vor allem für die USA sehr wichtig, weil ihr Dollar zu wackeln begann, was ihnen ganz und gar nicht in den Kram passte.

Der Goldpool wurde 1961 gegründet, nachdem es Amerikanern und Briten im Jahr zuvor nicht gelungen war, über den Londoner Markt im Duett Preisdruck auszuüben. 1968 gab der Goldpool erfolglos auf. Was danach kam, wissen Sie: Ein Goldpreis, der auf seinem Gipfel im Januar 1980 nicht weniger als 24-mal so hoch stand wie zehn Jahre zuvor.

In den 80er und 90er Jahren änderten sich die Methoden, mit denen Druck auf den Goldpreis ausgeübt wurde. Einzelheiten hat dankenswerterweise Dimitri Speck mit der Neuauflage seines Buchs „Geheime Goldpolitik“ in akribischer Arbeit aufbereitet. Auch seine Analysen zur Zeit nach Einsetzen der neuen Goldhausse im Jahr 2001 sind beachtlich. Hier nur so viel: Seit dem vergangenen Jahr haben die nahezu senkrechten Preisbewegungen erst nur abwärts, danach und bis in die Gegenwart aber immer häufiger auch aufwärts, stark zugenommen. Oder in der Sprache der Börsianer formuliert: Goldbullen und Goldbären fechten einen erbitterten Kampf aus.

Dabei spielen Filme inzwischen zwar nur noch eine untergeordnete Rolle, sehr wohl aber andere Medien, seien es Fernsehkanäle, Agenturen, Zeitungen, Zeitschriften, das Internet oder alle zusammen. Die Preismanipulation erfolgt dann, vereinfacht formuliert, nach dem folgenden Schema: Eine Investmentbank veröffentlicht Preisziele und nennt auch gleich die – überwiegend fadenscheinigen – Gründe dazu. Die Medien geben alles wieder und erzeugen dadurch unter Anlegern einen gewissen Verkaufsdruck. Der reicht dann meistens aus, um der Investmentbank, die vor der Prozedur Leerverkäufe getätigt hat, Gewinne zu bescheren.

Doch wie die Charts seit Jahresbeginn zeigen, funktioniert diese Masche nicht mehr so richtig. Insofern war die Entwicklung des Goldpreises im Lauf des Freitags besonders interessant und typisch auch für eine ganze Reihe von Tagen zuvor: erst fast senkrecht aufwärts, danach ähnlich abwärts und schließlich in normalen Bahnen weniger hektisch nach oben.

Gehen Sie davon aus, dass solche Preisausschläge in naher Zukunft gang und gäbe sein werden. Oder um noch einmal die Sprache der Börsianer zu bemühen: Es sieht ganz danach aus, dass die Goldbullen die Oberhand gewinnen.

© Manfred Gburek – Homepage von Manfred Gburek


 

Ein Kommentar auf "Das Wort zum Wochenende: Gold ist böse!"

  1. Michael sagt:

    Nix gegen physisches Gold einzuwenden.

    http://www.youtube.com/watch?v=KBdBCTvK5zM

    Zugegeben mit dem Zählen tun sich die Investmentbanken hart …

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