Wenn wenig zu wenig ist

26. Januar 2014 | Kategorie: Gäste

von Manfred Gburek

Erst S&K, dann Infinus und jetzt auch Prokon – in so schneller Abfolge sind Millionenaffären am grauen (unregulierten) Kapitalmarkt schon lange nicht mehr auf Anleger eingestürzt. Die Medien sind zwar voll davon, aber einen Aspekt klammern sie weitgehend aus…

…dass die enormen Verluste der Anleger nicht allein auf dubiose Geschäfte zurückzuführen sind, sondern auch auf die lange Niedrigzinsphase, die so manchen dazu verführt hat, den genannten Firmen mit ihren hohen Renditeversprechen Geld anzuvertrauen.

Und nun stelle man sich jemanden vor, der 2008 mit Lehman-Zertifikaten Geld verlor, danach für den Rest der Ersparnisse mit immer geringeren Zinsen abgespeist wurde, auf die höherprozentigen grauen Lockvögel hereinfiel und irgendwann in den kommenden Jahren mit einer Ablaufleistung seiner Kapitallebensversicherung vorlieb nehmen muss, die wegen des niedrigen Zinsniveaus viel weniger bringt als ursprünglich vom Versicherungsvertreter versprochen.

Unrealistisch? Ganz und gar nicht, denn die üblichen Verlierer bei der Geldanlage begehen in der Regel nicht nur einen Fehler, sondern mehrere hintereinander. Den gerade beschriebenen armen Kerl gibt es folglich häufiger, als wir uns das üblicherweise vorstellen.

Vermutlich wird er im Alter finanziell kaum über die Runden kommen. Und seine Kinder oder Enkel, wie sollen sie ihr Geld jetzt anlegen, um nicht ebenfalls der Altersarmut zu verfallen? Darauf gibt es eine grundsätzliche Antwort, die immer gilt:

Die eigenen Finanzen selbst in die Hand nehmen, koste es noch so viel Überwindung und Zeit, denn auf Empfehlungen von anderen ist so gut wie nie Verlass – schließlich stecken sie ja nicht in der Haut desjenigen, der sie um Rat fragt. Engste Angehörige und beste Freunde mögen Ausnahmen sein. (Seite 2)

 

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2 Kommentare auf "Wenn wenig zu wenig ist"

  1. Helmut Josef Weber sagt:

    Es ist nicht zu fassen, wie kann man nur mir so wenig Wörtern soviel Wahrheit schreiben.
    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • FDominicus sagt:

      So ungewöhnlich ist das nicht. Wahrheit schreiben ist eine kurzweilige Sache. Die vielen Worte fallen erst dann, wenn man die Wahrheit verschleiern will. Schauen Sie einfach mal in die Bücher von Österreichern, in Blogs wie diesem und dann schauen Sie sich die Statements der Politiker aller Parteien an. Oder suchen Sie mal nach WBGU und Energiewende oder schauen Sie einfach nur bei den Verteidigern des EUR vorbei.

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