Das war`s dann wohl!

28. Dezember 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

2014 wirkt jetzt abgenutzt wie die Glaubwürdigkeit mancher wichtiger Personen. Was tun mit diesem abgenutzten Jahr? Schleunigst entsorgen und auf 2015 hoffen…

In einer Studie der Zukunftsforscher von Ipsos heißt es, die Zahl der Optimisten in Deutschland habe einen neuen Höchstwert erreicht. Nur in Nordkorea ist der Optimismus noch größer. 45 Prozent gehen der Deutschen gehen mit großer Zuversicht ins neue Jahr. Als Gründe werden die niedrige Arbeitslosigkeit genannt, Rekorde bei der Zahl der Beschäftigten und steigende Löhne. Ich weiß nicht, wo diese Daten erhoben worden sind – und welche Getränke dabei im Spiel waren. Richten Sie sich darauf ein, dass es bald schon noch weiter aufwärts gehen wird. Alles andere ist denkbar unwahrscheinlich, auch an der Börse.

Theoretisch sehen die Experten den DAX bis auf 13.000 Punkte steigen. Warum? Sie wissen es auch nicht so genau. Aber sie glauben zu wissen, dass ihre Vorahnungen Gewissheit werden. Übrigens ein tolles Geschäftsmodell!

Die Hoffnung ist ja inzwischen eine anerkannte Größe zur statistischen Berechnung von vielerlei Unsinn geworden – auf wissenschaftlicher Basis. Ende 2015 werden wir dann erfahren, warum die Prognosen vom Jahresanfang nicht haben eintreffen können. Dann kommt ja auch schon 2016.

Was mit dem Geld tun? Ständig hagelt es Ratschläge, wie man es ausgeben oder anlegen soll. Dass man aber weniger ausgibt als einnimmt, ist das eigentliche Geheimnis des Sparens. Vielleicht bringt ein Kassensturz am Jahresende etwas Erhellung über Fakten jenseits aller Hoffnungen.

Für Millionen von Leuten ist ja Sparen inzwischen unmöglich geworden – und ohne Zinsen erst recht. Selbst der Mindestlohn wird kaum die Sparfähigkeit der Leute erhöhen, selbst bei vorhandener Sparwilligkeit.

Sicher ist: Auch 2015 bleibt es für viele eine Herausforderung, mit dem, was nach Steuern, Abgaben und Gebühren übrig bleibt, über die Runden zu kommen. Und das bei Preisen, die nach dem Willen der EZB-Zentralplaner noch stärker steigen sollen als bisher. Offizielle 0,3 Prozent Teuerung sind der Zentralbank zu wenig und offizielle 0,3 Prozent einem, der stabiles Geld sucht, 0,3 Prozent zuviel.

Bleibt etwas Geld übrig, empfehle ich: Erstens, liquide zu bleiben, zweitens Kredite zu tilgen, drittens Gold zu haben und viertens ein paar Aktien. Dabei entscheidet der Preis, und nicht das, was als Hoffnung auf der Basis von Wünschen und Irrlichtern gerade als Prognosen zum Jahresende herumspukt. Guten Rutsch!
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)



 

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7 Kommentare auf "Das war`s dann wohl!"

  1. böses Schaf sagt:

    Lieber Herr Meyer,

    seit etlichen Zeiten verfolge ich Ihre Kolumnen, Ihre Auftritte auf n-tv etc.
    Hier möchte ich Ihnen einmal mitteilen, dass ich Sie Klasse finde – nix für alles und alles für nix, gelle?
    Prima thinking

  2. Entlebucher sagt:

    Guten Abend Herr Meyer,

    einen besonders herzlichen Gruß möchte ich Ihnen, dem Bankhaus Rott und
    allen Beteiligten dieser Webseite sagen.

    Ohne Ihr Engagement , wären manche meiner Tage in diesem Jahr schwer zu verdauen gewesen…

    Bitte engagieren Sie sich weiter so. Vielen Dank, bitte weiter so 2015 und alles Gute
    Ihren Familien!!!

    Viele Grüße aus der Wetterau

  3. Andreas sagt:

    Hallo Zusammen. Ich verfolge diesen Blog und den BBlog schon seit Jahren. Er ist für mich der beste Blog den ich kenne. Auf den Füßen der Tatsachen. Nicht zuviel und nicht zu wenig. Kein Geschwurbel was man nicht verstehen könnte. Ich Danke euch für die letzten Jahre und euren Ratschlägen. Ein schönes Neues Jahr und ich hoffe ihr macht weiter so. Ehrlich und nicht abgedreht. Einen besonderen Gruß an Bankhaus unbekannter Weise. Er hat mir in meiner schlimmsten Zeit, ohne es zu wissen, mit seinem Blog sehr viel Übersicht gegeben und eine Richtung aufgezeigt, damit ich meinen Weg wieder finden kann. Gruß AL

  4. samy sagt:

    Ich darf mich hier einreihen.

    Bei den Blogbetreibern bedanke ich mich für die informative Kurzweile die einen im Jahr begleiteten durfte und die dafür nicht gescheute Mühe.

    Und bei den Mitkommentatoren bedanke ich mich einfach einmal für die freundlichen Umgangsformen.

    Allen wünsche ich einen Guten Rutsch und Gesundheit im neuen Jahr 2015.

    LG

  5. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo zusammen,

    vielen Dank!

    Ihnen allen wünschen wir einen guten Start ins neue Jahr.

    Mit den besten Grüßen
    Bankhaus Rott

  6. Michael sagt:

    Ein gutes Neues auch von uns!

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