Das Sterben des Kapitalismus

19. März 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Beschäftigen wir uns noch einmal damit, wie die amerikanische Mittelklasse immer ärmer wird. Oder, um es anders zu sagen, ich möchte Ihnen zeigen, wie der Kapitalismus stirbt. Zwei komödiantische Schauspiele wurden uns in der letzten Zeit geboten: Präsident Obamas ‚State Of The Union’ Rede und Mario Draghis QE Ankündigung.

Obama forderte einen Kredit für eine „Erholung“, die den typischen Amerikaner ärmer macht, als er es zuvor gewesen ist. Und nicht nur ärmer, sondern ebenfalls abhängiger von exakt den Leuten, die diese unechte Erholung arrangierten. Draghi zog mit einer Reihe von Einzeilern nach, mit der wesentlichen Aussage, wie er vorschlägt Europa vor dem Schreckgespenst der unzureichenden Inflation, zu retten.

Die EZB eilt zur Hilfe

Wer kann denn Draghi ernst nehmen? Zudem, was ist falsch an stabilen Kursen? Absolut gar nichts! Das 19. Jahrhundert hatte ziemlich stabile Kurse….genau wie das größte BIP- und Einkommenswachstum in der Geschichte der Menschheit. Es gab keine Verbraucherpreis-Inflation in den USA bis zu den 1970er Jahren, als Amerikas neues, flexibles, anpassungsfähiges, erweiterungsfähiges, super-duper Fiat-Geld seinen Dienst antrat.

Seit dem sind die Lebenshaltungskosten in den USA um ungefähr 600% gestiegen. Die wirtschaftliche Wachstumsrate dagegen ist gefallen. Diese Fakten erwähnte Draghi nicht, als er sein Euro-Abwertungsprogramm ankündigte. Aber das spielt kaum eine Rolle. Der tatsächliche Zweck des QE in der Euro-Zone ist der gleiche reale Zweck, den die amerikanische Version von QE hatte – die entsprechenden Leute davor zu schützen, zu bekommen, was sie verdienen. Sie besitzen europäische Staatsanleihen im Wert von Zig-Milliarden Euro, die jetzt zu horrenden Preisen und minimalen Erträgen gehandelt werden. Einige sind mit negativen Renditen gekauft worden.

Und jetzt, mit einer alternden Gesellschaft, steigendem Schuldenlevel, hemmenden Regulierungen, steigenden Lebenshaltungskosten, steigenden Steuersätzen und sinkendem Einkommen, gibt es nahezu keine Möglichkeit, dass diese Anleihen so viel wert sind, wie die Spekulanten dafür bezahlt haben. Wie bekommen die Insider ihr Geld zurück?

Die EZB eilt zur Rettung!

Die Europäische Zentralbank verspricht, innerhalb der nächsten 21 Monate 1,3 Billionen Euro an die Finanzelite zu transferieren, indem sie Staatsanleihen oder andere Verpflichtungen zu einem monatlichen Satz von 60 Milliarden Euro kaufen will. Nicht dass ich klagen will… ich habe Humor. Ich bin eingetragenes Mitglied der 1% … und glücklich darüber ein Stück von der Beute abzubekommen. Wenn ich doch nur diese italienischen Staatsanleihen gekauft hätte!

Da haben Sie es… In der neuen Welt fordert der Oberbefehlshaber Kredite für etwas, das er nicht getan hat. In der alten Welt fordert der Hauptzentralbanker etwas zu tun, was nicht wert ist, getan zu werden. Keiner tut das, was er soll.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Das Sterben des Kapitalismus(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Ein Kommentar auf "Das Sterben des Kapitalismus"

  1. Beate sagt:

    War ich überrascht , dass in einer vollkommen entsolidarisierten Gesellschaft 50% der Menschen einen Lebensstanard haben, der weit unter dem der DDR 1989 liegt?

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