Das Schuldenmonster gibt den Ton an…

27. Dezember 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Das lustige Geld wird auch in den USA lustiger. Die Fed erhöhte ja – wie erwartet – den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent. Sie kennen ja unsere Prognose: Die Fed wird nie bereitwillig die Zinsen auf ein neutrales Niveau erhöhen. Sie kann es schlicht nicht. Sie hat ein Schuldmonster geschaffen. Sie muss diesen Frankenstein mit einfachem und billigem Kredit ernähren.

Im Dezember 2015 begann die Fed ja ihren „Zinserhöhungszyklus“. Das heißt, sie begann damit, die kurzfristigen Zinsen zu erhöhen. Sie versprach, diesen auch im Jahr 2016 fortzusetzen. Aber dann drehte und wendete sie sich, zögerte und zauderte sie … und behauptete, ganz nah am Puls der Zeit sein. Derweil beobachtete sie den Datenfluss wie die Frau eines Fischers, die auf die Rückkehr der Flotte wartet … und einfach nicht zugeben will, dass sie bereits Witwe ist.

In Wirklichkeit sucht die Fed einen Platz zum Verstecken. Die Fed kann die kurzfristigen Zinsen erhöhen. Aber sie folgt der Entwicklung, führt diese nicht an. Sie muss sich im Schatten steigender Verbraucherpreise verstecken und „hinter der Kurve“ der Inflationserwartungen bleiben. Auf diese Weise geht der erwartete Realzins – die wahre Rendite Ihres Geldes – nie wieder zurück auf neutrales, auf positives Niveau.

Schon jetzt ist der Preis eines Barrel Rohöls – ein Schlüsselindikator der gesamtwirtschaftlichen Preise – doppelt so hoch wie vor zehn Monaten. Das führende Geschäftszyklus-Research-Unternehmen „Economic Cycle Research Institute“sagt, dass der Inflationszyklus nun wieder positiv sei.

Und schon reden die ausländischen Nationen von Vergeltung gegen das Team Trump, indem sie Aufträge annullieren und neue Zölle im Rahmen ihrer eigenen Versionen von „besseren Handelsgeschäften“ einführen.

Auch dies sollte die Preise steigen lassen.

Mit Blick auf die Entwicklung der Verbraucherpreisinflation sei erwähnt, dass der Rentenmarkt die Fed überholen und ein eigenes Regime steigender Renditen erzwingen wird. Die Zinserhöhungen der Fed kommen folglich zu spät und sind auch viel zu gering.

Anleihegläubiger kümmern sich nicht viel um Nominalzinsen. Wenn die Verbraucherpreisinflation beispielsweise auf das Ziel der Fed auf 2% steigen würde, könnten die Anleihegläubiger eine Rendite von vier Prozent verlangen, um einen positiven Realzins zu erhalten.

Das wäre ein großer Anstieg gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 1,32% der Rendite der 10-jährigen Schatzanweisungen am 4. Juli. Diese tektonische Veränderung bekommen Sie nicht, ohne wirklich harte Nüsse zu knacken.

Einen Großteil der weltweit 225 Billionen Dollar Schulden halten Schuldner, für die es extrem schwer wäre, eine Drei-Prozent-Zinswelt zu überleben. Geschweige denn vier Prozent. Dies ist eine Wirtschaft, die jede Menge an groteskem und absurdem, ja „lustigem Geld“ meistern kann. Sie kann eine bizarre Finanzwelt überleben. Sie kann aber nicht die Normalität überleben! Während die Inflationserwartungen zunehmen, sitzen die Anleger nicht still und beobachten, wie ihre Altersvorsorge, ihre Ersparnisse und ihr Vermögen durch die Inflation entwertet wird.

Sie warten nicht, bis der Offenmarktausschuss der Fed sich trifft. Sie bleiben nicht ruhig, während die Feds in aller Ruhe und Langsamkeit „Daten“ sammeln und ihre „Dot-Plots“ erstellen. Stattdessen handeln sie. Das Monster wird verrückt und beginnt, wild mit Dingen um sich zu werfen.

Zuerst wirft er die Anleihen aus dem Fenster. Er wirft sie raus, lange bevor die Inflation richtig anzieht und lange bevor die Fed ihren kurzfristigen Zins erhöht. Dann wird aus dem „Boom“ schnell eine Stagflation werden … höhere Kreditkosten eliminieren das Wachstum; derweil steigen die Verbraucherpreise weiter.

Aber eher wahrscheinlich ist, dass die Inflation noch nicht wirklich hochschnellt. Noch nicht. Und wahrscheinlich wird das schmerzhaft offensichtlich, wenn die US-Wirtschaft 2017 in die Rezession marschiert.

Dann werden die Aktien an der Reihe sein. Sie werden dann aus dem Fenster geschmissen werden. Gleichzeitig schleichen sich die Anleihen zurück durch die Hintertür.

Es wird auch offensichtlich sein, dass die Fed einen weiteren großen Fehler begangen; es wird offensichtlich, dass es keine wirkliche Erholung gab.

Und letztlich wird für jeden offensichtlich, dass das Schulden-Monster den Ton angibt. Und nicht Frau Yellen.

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Lustiges Geld wird immer lustiger

von Bill Bonner

Lustiges Geld wird immer lustiger und lustiger. Unsere Herausforderung ist es herauszufinden, wo der Witz daran liegt…

Unser Bruder ist Makler in Virginia. Jüngst war er damit beschäftigt, eine Gruppe chinesischer Besucher zu unterhalten.

„Was machen die Chinesen bloß im ländlichen Virginia?“ fragten wir uns.

Die Antwort stand in der New York Times:

„… es ist Teil eines Exodus von Vermögen aus China. Viele Menschen in China sind besorgt über die sich abschwächende Wirtschaft und die wachsenden politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des Landes und diversifizieren ihre Vermögen. Aber China beschränkt den Kapitalfluss aus dem Land.“

Jeder scheint irgendwie aus seiner Heim-Währung fliehen zu wollen und in eine andere hinein zu wollen – vor allem den Dollar. Das ist wirklich lustig. Ein Großteil dieses Fluchtgeldes landet in Immobilien. Im Gegensatz zu Bankern stellen Immobilien-Verkäufer nicht Fragen. Sie sagen schlicht:.

„Zeigen Sie mir das Geld.“

Manhattan, Los Angeles, Miami und San Francisco – und sogar Central Virginia – überall dort werden Liegenschaften von Ausländern gekauft, die eifrig versuchen, sich vor ihrem eigenen lustigen Geld zu schützen.

Unterdessen kommentiert ein Freund in Indien die jüngste Entscheidung der Regierung dort, Banknoten mit hohem Nominalwert zu verbieten:

„Was passiert, wenn Sie 86% der Banknoten aus einer Wirtschaft saugen, in der mehr als 90% aller Transaktionen bar gezahlt werden?

Hunderte von Millionen Menschen haben dort keinen Zugang zu Kreditkarten oder Debitkarten und noch nie ein Smartphone besessen. Sie sind nicht einmal dazu in der Lage, diese Gerätschaften der Moderne überhaupt zu bedienen.

Und wie misst man den Produktivitätsverlust von schätzungsweise 100 Millionen Menschen, die über 55 Tage Schlange stehen, um 25 Milliarden „Stück Papier“ einzutauschen?“

Was geschieht, was ist die Folge?

Ja, diese Frage stellen wir uns auch. Und die Antwort darauf ist sehr leicht:

Sie bekommen eine monetäre Katastrophe.
Das ist exakt das, was derzeit in Indien passiert.

Das wirklich erstaunliche daran ist, dass der typische Inder zu glauben scheint, dass das Ganze zu seinem Wohl ist. Er glaubt, dass die Maßnahme Kriminellen gilt und ihnen das Handwerk schwerer machen soll. Er bemerkt aber kaum, dass ER selbst derjenige ist, dem das Leben dadurch schwer gemacht wird.

Unser Freund erinnert uns in dem Kontext an ein Diktum, das Mark Twain zugeschrieben wird:

„Es ist einfacher, Leute zu täuschen, als sie davon zu überzeugen, dass sie getäuscht worden sind.“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen in der Welt des lustigen Geldes….

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Das Schuldenmonster gibt den Ton an… (von Bill Bonner)
Lustiges Geld wird immer lustiger (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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