Das Problem mit den Weltverbesserern

22. März 2014 | Kategorie: Gäste

Bill Bonner

Was beeindruckend an den Weltverbessern ist, ist die Tatsache, dass sie sich nie darum kümmern, wie die Welt funktioniert. Das ist so, als ob sie das nicht interessieren würde. Stattdessen wollen sie die Welt nur kontrollieren., um sie in die eine oder andere Richtung zu zwingen… und sie zu formen, als ob sie feuchter Schlamm wäre…

Neulich saß ich vor dem Kamin. Im Hotel gab es keine Elektrizität mehr. (In South Carolina gab es harte Wetterverhältnisse.) Alles was ich tun konnte, war nahe am Kamin zu bleiben…

Das Feuerholz war etwas grün. Es absorbierte den größten Teil der Hitze, statt ihn in den Raum abzugeben. Im Hotel habe ich die anderen „Flüchtlinge“ kennengelernt. Es stellte sich heraus, dass viele aus Baltimore kamen… und einige waren Freunde von Freunden. Deshalb war die Atmosphäre entspannt, wenn nicht warm.

Diesen Morgen gab es noch keine Elektrizität. Es ist schwer, zu schreiben, weil meine Hände so kalt sind!

Ein anderes Land

Was beeindruckend an den Weltverbessern ist, ist die Tatsache, dass sie sich nie darum kümmern, wie die Welt funktioniert. Das ist so, als ob sie das nicht interessieren würde. Stattdessen wollen sie die Welt nur kontrollieren… um sie in die eine oder andere Richtung zu zwingen… und sie zu formen, als ob sie feuchter Schlamm wäre.

Nehmen wir David Brooks in der New York Times. Er ist der Ansicht, dass die USA nicht mehr das Land sind, das sie einmal waren:

„Die Amerikaner sind weniger mobil geworden. 1950 zogen 20% aller Amerikaner innerhalb eines Jahres um. Jetzt sind es ca. 12%. In den 1950ern und 1960ern lebten Menschen im Durchschnitt 5 Jahre im selben Haus; jetzt leben Menschen durchschnittlich 8,6 Jahre im selben Haus. Wenn es um geographische Mobilität geht, haben wir Amerikaner historische Tiefstwerte erreicht, und wir sind nicht mehr mobiler als Menschen in Dänemark oder Finnland.“

Ist Stabilität schlecht?

Ist das schlecht? Ist Stabilität etwas, das korrigiert werden muss? Brooks denkt das: „Die heutigen jungen Leute sind so viel weniger mobil als die jungen Leute früherer Generationen. Zwischen den 1980ern und den 2000ern ist die Mobilität unter jungen Erwachsenen um 41% gesunken.“

Ein großer Faktor dabei ist Selbstvertrauen. Es benötigt Vertrauen, um umzuziehen. Man nimmt temporäre harte Zeiten in Kauf, weil man das Vertrauen hat, dass man langfristig dadurch vorwärtskommt. Viele hoch gebildete Menschen, die immer noch umziehen, haben dieses langfristige Vertrauen. Weniger gebildete Menschen oftmals nicht.

Dieser Vertrauensverlust ist auch in anderen Bereichen des Lebens evident. Die Fruchtbarkeitsrate, ein guter Indikator für Zuversicht, ist gesunken. Und die Menschen geben weniger wahrscheinlich freiwillig einen Job auf, um nach einem besseren zu suchen. Nur 46% der weißen Amerikaner glauben, dass sie eine gute Chance haben, ihren Lebensstandard zu erhöhen. Das ist der niedrigste Wert in der Geschichte der General Social Survey.“

Offensichtlich absurd und lächerlich

Peter Beinart schrieb einen faszinierenden Artikel für das National Journal, wobei er argumentierte, dass die Amerikaner mehr Vertrauen hatten in den Kapitalismus, in eine klassenlose Gesellschaft, in Amerikas Rolle in der Welt und in organisierte Religion als die Leute aus Europa.

Aber jetzt erinnert die Haltung Amerikas an die europäische Haltung, und wenn man sich nur die jungen Menschen anschaut, dann ist die amerikanische Besonderheit größtenteils verschwunden. Jetzt glauben weniger junge Amerikaner an den Kapitalismus als dies bei jungen Europäern der Fall ist.“

Wer hätte das gedacht?

Was geht wirklich vor sich? Sind Mobilität und die Wertschätzung für freie Unternehmen Teil derselben Sache? Oder sind das unterschiedliche Dinge?

Ist der Verlust von Mobilität wirklich eine schlechte Sache?

Brooks fragt das noch nicht einmal. Stattdessen hat er eine einfache Lösung: Gebt den Leuten Voucher, welche ihnen helfen, umzuziehen!

Ich werde diesen Vorschlag nicht mit einer Diskussion würdigen. Das ist offensichtlich absurd und lächerlich… (Seite 2)


 

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