Das leise Scheitern der Abenomics

13. Mai 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Mit großem Jubel wurden und werden die „Anstrengungen“ des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe um die Zerlegung der Währung gefeiert. Auch das offensichtliche Scheitern der Abenomics ändert nichts am geistlosen Jubel. So schaut man staunend zu, wie statt den Exporten die Importe nach oben klettern …

Um ein Bild der Stimmung und der schlichten Argumentationen aus der Zeit von Abes Amtsantritt zu bekommen, bietet sich ein Zitat einer der großen Nachrichtenagenturen an.

(Reuters) Bereits vor der Wahl des 58-Jährigen zum neuen Regierungschef im Parlament kurz vor Handelsschluss legten die Börsen am Mittwoch zu. Der Nikkei stieg auf den höchsten Stand seit neun Monaten. Anleger setzten darauf, dass Abe seine Ankündigungen umsetzt und die Wirtschaft des Landes wieder in Schwung bringt. Zur Freude der Investoren war zudem die Landeswährung Yen so billig wie seit 20 Monaten nicht mehr. Damit könnten exportorientierte Unternehmen höhere Gewinne einfahren als bislang erwartet.

Wie viele Politiker hierzulande vergisst auch der Autor der obigen Zeilen die zweite Seite der Medaille. Was passiert bei einer schwächeren Währung mit den Importen? Ach, die könnten teurer werden? Welch nobelpreisverdächtiger Gedanke.

Auch das Blättchen „Die Welt“ gab sich seinerzeit gewohnt einseitigen Gedanken hin:

(Die Welt) Der schwächere Yen ist ja schließlich nur Mittel zum Zweck. Er soll dabei helfen, die Exporte anzukurbeln und so allgemein die Wirtschaft endlich wieder in Schwung zu bringen.

Aha, man will so „allgemein die Wirtschaft wieder in Schwung bringen“. Das darf man wohl als Grundschul-Schülerzeitungsniveau einstufen, wenn es auch weit verbreitet ist. Auch beim Thema „Deflation“ gibt man sich konsensfähig und macht aus der Folge einer Krise (künstlicher, kreditfinanzierter Boom und die bekannten Folgen) die Ursache. Wer am Freitagabend säuft, der hat die Kopfschmerzen am Folgetag nicht vom Frühstückstee. Diese Kopfschmerzen sind das Symptom der Krise, Auslöser der Problematik bleibt die Sauferei, mag sie auch schon länger zurückliegen. Aber so oder so, soll die wunderbare Geldentwertung auch in diesem Falle helfen, meinte die Gazette.

(Die Welt) Parallel zu steigenden Wachstumsraten soll dann auch die Deflation überwunden werden, die Japan seit Jahren eisern im Griff hält und nach Ansicht vieler Ökonomen ein wesentlicher Grund für den Stillstand im Land ist.

Eisern hält die böse Deflation, für die niemand etwas kann und die aus dem Nichts über die Menschen kam, das Land im Griff. So freute sich folgerichtig auf die FAZ verwundert über die „Erfolge“ aus Abes Laboratorium.

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Die Antwort auf die Frage ist und war ein klares nein, wie auch der Blick auf einige Daten verdeutlicht. Zunächst ein Blick auf die geschmähte Währung. Immerhin mehr als Viertel hat der Yen gegen den Dollar an Boden verloren.

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Die Währung bewegte sich bisher also wie die Wirtschaftsplaner sich dies gewünscht hatten. Lediglich die Auswirkungen waren anders als gewünscht, ein in der Ökonomie nicht seltenes Phänomen… (Seite 2)

 

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Ein Kommentar auf "Das leise Scheitern der Abenomics"

  1. Michael sagt:

    Japan hat seine liebe Not mit den Rohstoffen … wie sollte es anders sein, denn es war nie wirklich anders.

    Am Ende der gesamten Bewegungen sind alle glücklich, da die Preise doppelt so hoch sind. Werte wurden geschaffen. Sie sehen das schon sehr negativ 🙂

    Jedes abgelutschte Playmobil Manderl wird zum Asset deklariert und die Trommel mit dem alten Spielzeug in der Rumpelkammer zur Schatztruhe erklärt. Klar dass man dann Lego Piraten muss erwerben diesen zu heben.

    https://www.youtube.com/watch?v=3y03qxyr3EM

    am Ende … fragt man sich, was man mit dem Patienten so tun soll.

    https://www.youtube.com/watch?v=Dxm1u2G4hUA

    So ist die Welt.

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