Das Konzept des BIP als Betrug

26. Juli 2012 | Kategorie: Gäste, Kommentare

(von Bill Bonner) Neulich packte ich eine Reihe von Zahlen aus. Das Fazit: je größer die Genauigkeit, desto größer die Lüge. Wieso? Weil diese Ökonomen wirklich nichts ganz sicher wissen. Das Beste, was sie tun können, ist beobachten…raten… und ihre Wetten mit einem oder abdecken… Je präziser sie behaupten, etwas mit Sicherheit zu wissen… desto Größer ist der Unterschied zwischen dem was sie eigentlich wissen können und was sie behaupten zu wissen…

Aber Zahlen sind für einen Volkswirten das, was Make-Up für ein alterndes Starlet ist… einfach genug draufspachteln und vielleicht sehen die Leute die Wahrheit dann nicht.

Hinter jeder Zahl ist eine Falte… kleine Zahlen verdecken kleine Falten. Große Zahlen verstecken größere. Eine große Zahl, wie etwa die Arbeitslosenzahl, hat eine ganze Armee anderer Zahlen hinter sich. Da sind statistische Anpassungen… saisonale Anpassungen… und genug willkürliche Definitionen, um eine Leiche gut aussehen zu lassen.

Das Bureau of Labor Statistics sagt, dass 8,2% der Erwerbsbevölkerung arbeitslos sind. Einfach genug. Aber was bedeutet das? Was ist die? Was bedeutet es, zu sein? Denken Sie an all diese Leute, die für Cash arbeiten… wie die Latinos, die man an der Tankstelle aufgabelt, um ihnen Arbeit für einen Tag zu geben. Sind die arbeitslos?

Was ist mit den Typen, die keinen Job finden konnten und zurück zur Schule gegangen sind? Sind die arbeitslos? Was ist mit der Hausfrau, die gerne einen Job finden würde, irgendeiner Art, aber nicht aktiv danach sucht? Sind diese Leute ein Teil der Erwerbsbevölkerung? Es ist offensichtlich, dass man wenn man die Voraussetzungen ein kleines Bisschen verändert die gemeldete Arbeitslosenzahl enorm verändert. Wenn der Statistiker John Williams sich die Daten anschaut, kommt er zu der wirklichen Arbeitslosenzahl von 23% – fast so hoch, wie die Arbeitslosenzahl in Spanien.

Und doch sagt uns das BLS, dass die amerikanische Arbeitslosenquote 8,2% beträgt. Nicht ca. 8%. Nicht weniger als einer von zehn. Doch exakt 8,2%. Und doch lauern so viele variable Annahmen im Schatten dieser Zahl, dass sie komplett unzuverlässig und praktisch bedeutungslos ist. Oder schlimmer. Sie gibt vor einem etwas zu sagen… aber wenn man sie einmal in sich aufnimmt, weiß man weniger als vorher, weil das was man zu wissen glaubt größtenteils Betrug ist.

Man könnte eigentlich jede Zahl, die von Ökonomen benutzt wird, nehmen und damit die gleiche Analyse durchführen. Jede Ziffer maskiert eine Warze… eine Falte… ein Runzeln.

Wahrscheinlich ist kein numerisches Fett dicker und weniger transparent als das BIP. Dabei verbergen sich die Zahlen und sind irreführend, genau wie jede andere Zahl von Ökonomen. Aber es ist noch schlimmer als das.

Das Konzept des BIP an sich ist eine Täuschung; nicht nur Eitelkeit…es ist Betrug.

Hier ist ein Bericht aus der New York Post:

Sie fahren in einer Limousine zu McDonalds, (…) und haben ihr neues Haus designt mit 23 Badezimmern, von denen jedes mit einer Jacuzzi-Badewanne ausgestattet ist.

Time-Share Magnat David, 77 Jahre alt, und seine Frau Jackie, eine 46jährige Schönheitskönigin, entschieden sich dazu, neben der Filmemacherin Lauren Greenfield ihre Tore zu öffnen, als sie ein Haus-Monster von mehreren Tausend Quadratmetern Wohnfläche bauten, mit einer großen Eingangshalle, welche wie der Palast von Versailles angelegt sein soll.

Es ist größer als ein 747-Flugzeug Hangar. Das Design beinhaltet drei Swimmingpools, 10 Küchen, eine Bowlingbahn, eine Eislaufbahn und eine Garage in die 20 Autos passen. Die Mahagonitüren und die Fenster allein kosten schon 4 Millionen Dollar.

In dem Film The Queen of Versailles“ sagt Jackie: Wir haben nie versucht das größte Haus Amerikas zu bauen. Es ist einfach passiert.“ Es wurde als protzig, kitschig und geschmacklos beschrieben und die drei obersten Etagen seien inspiriert durch das Paris-Hotel in Las Vegas. Kitschig? Geschmacklos?

Hey, es hat das BIP erhöht!

Quelle: Kapitalschutz Akte
Das Konzept des BIP als Betrug (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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3 Kommentare auf "Das Konzept des BIP als Betrug"

  1. FDominicus sagt:

    Na und? Meinetwegen kann jeder bauen was er will, er soll mir nur nicht die Rechnung schicken. Genau das bekomme ich doch jeden Tag. Es wird entschieden den größten Blödsinn anzugehen und ich soll dafür zahlen…. Darum erhöht sich noch nicht einmal das BIP denn was bekommt man denn dafür? Nichts außer einen Tritt in den Hintern.

  2. Rabbu sagt:

    Ein guter Hinweis, jedoch würde ich am Ende zu einem anderen Schluss kommen. Jeder der logisch denken kann, sollte folgen können.

    Das BIP ist per Definition der Gesamtwert aller in irgend einer Form produzierten bzw. ausgetauschten Waren und Dienstleistungen.
    Das BIP aber als explizite Leistungsfähigkeit eines Landes zu sehen, ist meiner Meinung nach genau der Betrug. Die meisten Güter werden von Privatpersonen / Unternehmen ausgetauscht. Erst hat Person A eine Ware, dann Person B. WAS HAT DER STAAT VERDIENT? Vorerst Nichts. Die wirklichen Einnahmen sind nur die Steuereinnahmen (2012 ca. 584 MRD.) und NICHT das BIP (ca. 2 Billionen). Das ist zwar erst einmal logisch und man denkt sich jedem bekannt, aber vor allem in der Schule wurde man genau mit so etwas verdummt: “Deutschland müsste ja nur ein Jahr mal sparen, und das BIP für die Schulden nehmen, dann hätte es keine Schulden mehr“.
    Da die wirklichen Einnahmen jedoch nur ca. 1/4 des BIP entsprechen, ist es doch absurd, das BIP z.B. als Indikator für die Staatsschulden zu benutzen (Staatsschulden/BIP-Quote).

    Zwar gibt das BIP Aufschluss über die generelle Leistungsfähigkeit eines Landes, also die Menge und Qualität der Güter, aber letztendlich findet der wirklich Handel nur Privat statt. Person A -> Person B. Was hat der Staat?

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