Das jetzt auch noch…

16. Mai 2009 | Kategorie: Kommentare

Oh! Was für eine lustige Woche, nicht wirklich für mich, denn laufen Sie mal mit einem Muskelkater der Güteklasse A durch die Gegend, wenn man vorher drei Tage lang den Garten umgeackert hat. Das, was vom Garten jetzt noch übrig ist, kann sich aber sehen lassen. Oder besser nicht. Diese freien Tage hatten aber den Vorteil, dass man mal nicht an diese komischen Finanzmärkte denkt. Komisch waren nur die Gedanken, die das Rattern der Heckenschere im Neokortex verursacht hat, und diesen in turbulenzhafte Schwingungen versetzte…

Heckenscherenmäßig ging es in dieser Woche auch an den Börsen runter. Der DAX hat fast vier Prozent verloren, die Nebenwerte gaben fünf Prozent ab. Stabil hielten sich Gold und Silber. Meiner Glücksunze in meiner Geldbörse war das aber völlig schnuppe. Sie hätte auf einer Wage schon wieder 31,1 Gramm gewogen. Mit Sicherheit ist das auch für die kommende Woche vorauszusagen. Der Rest wird etwas schwieriger…

Überraschend

Die kommenden Tage werden wohl wieder mit überraschenden Überraschungen gespickt sein. Das Wort „überraschend“ löst bei mir jedes mal einen Anfall von Übelkeit aus, als ob man zwei Kilo Schokolade unzerkaut auf einmal verschluckt hätte. Dabei erwarte ich doch gar nichts. Wieso sollte ich dann ständig überrascht sein? Ich wünsche den Vergewaltigern dieser Buchstabeneinheit überraschend so dicke Pickel am Allerwertesten, dass sie beim Sitzen an Salbe, aber nicht mehr an dieses Wort denken. Es wird so oft benutzt, dass die Leute völlig verrückt werden müssten, die Scheiben des Notrufes eindrücken und dann den Notarzt rufen – aus purer Verzweiflung. Ob bei Bilanzzahlen, Konjunkturdaten oder Wirtschaftsprognosen – jeder Satz wird mit „überraschend“ eingeleitet, verziert, beendet und verhunzt. Geben Sie mal das Wort in die Suchzeile bei Yahoo-Finanzen ein. 1274 Treffer. Man benutzt das Wort wie Klopapier. „Erwartet“ bringt es sogar auf 7025 Treffer. Fragen Sie mal meine Nachbarin, was sie alles erwartet. Manchmal hofft sie auf einen Tipp von mir. Oh! Da kann ich helfen…

Zwei todsichere Tipps

Da hätte ich zwei Sachen, die „Experten“ als todsicher ansehen. Jaja! Ich weiß doch…! Regel Nummer eins: Höre nie auf Tipps. Regel Nummer zwei: Ratschläge sind auch Schläge. Doch ich verrate Ihnen hier diese durch Zufall an mich herangetragenen Informationen. Manche wissen längst schon davon. Garantierte 40 Prozent bekommt man nicht mit Zertifikaten, sondern mit dem Kauf einer Flasche Wodka. Es gab sogar Zeiten, da bekam man neben den 40 Prozent noch einen ordentlichen Aufschlag, denn so eine Flasche war Tauschware und Zahlungsmittel. Nur mit der Währung hatte man so seine Probleme, wenn man seine „Rendite“ ausrechnen wollte. Man weiß ja wie, was die kommenden Jahre so alles an Überraschungen bereithalten…

„Kaufen Sie Anteile an Druckmaschinenherstellern!“ flüsterte mir ein Bankenvorstand in der letzten Woche auf einer Veranstaltung heimlich zu. Er sprach leise, aber bestimmt, denn er kennt das Geschäft, da er aus Würzburg kommt. Er wohnt dort, wo Weine in Bocksbeutelflaschen abgefüllt werden und die Experten in Bezug auf Druckmaschinen zu Hause sind. Er sagte, dass vor allem die Nachfrage nach diesen Maschinen aus den USA besonders groß sei. „Wenn schon nichts mehr läuft – Druckmaschinen laufen immer“, meinte er. Ich bin mir da nicht sicher, ob ich da etwas investieren sollte, doch der Bedarf an neuen Geldscheinen muss zur Zeit groß sein. Ich habe keine Ahnung, wieviele Scheine eine solche Druckmaschine unter Volllast ausspuckt. Ich weiß nur, dass es immer zuviele sein werden. Man braucht diese Apparaturen gerade, um die Welt zu retten. Das steht so in den Zeitungen. Als ob es eine Überraschung wäre.

..und da war noch was…

Übrigens hat heute Nacht mein Auto eine dritte Schramme erlitten. Diesmal vorn rechts, für die, die Statistik darüber führen möchten. Es gibt eben Menschen, die unterscheiden vor allem nicht beim Ein – und Ausparken nicht mehr zwischen Meins & Deins. Nicht dass ich mich wundere, ich habe das Fahrrad zur Börse genommen. Und da war er wieder – dieser Muskelkater.

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