Das ist doch alles coba!

2. August 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer 

Frankfurt hat mitunter die schönsten Lokale… hoch über der Stadt. Einer meiner Freunde trifft sich dort mit seinen Freunden – und dann zeigen sie mit dem Finger auf die hohen Türme der Stadt… „Pleite!“ ruft der eine. „Pleite!“ ruft der andere. Und auch da drüben… Pleite! Aber das Haus ist so schön hoch…

Wie geht`s eigentlich der Commerzbank? Während die Steuerquellen sprudeln, ist mir schon wieder so coba. So lange habe ich über geplante Erfolge und gelieferte Niederlagen der Commerzbank berichten müssen. Die Kopfschmerzbank ist wirklich überall dabei, wo es etwas zu verlieren gibt – jetzt auch bei der Pleite der US-Stadt Detroit. Ein Großteil der geborgten 400 Millionen US-Dollar ist offenbar weg. Oh Wunder!

Ich fühle mich verfolgt von dieser gelben Bank. Wenn ich auf die Kurstafel in Frankfurt schaue, stehen da gerade 6,60 Euro. Das sind 0,66 Euro nach alter Zeitrechnung. Das waren Zeiten, als Deutschlands zweitgrößte Bank selbst noch als Übernahmekandidat galt. Sie kehrte den Spieß kurz vor der Finanzkrise um und ging selbst auf Einkaufstour. Nicht hinlänglich geklärt ist, ob sie das freiwillig tat, oder ob politischer Wille statt wirtschaftlicher Vernunft die größere Rolle spielte.

Ja, sie verfolgt mich bis nach Hause, wo ich auf dem PC Werbebanner weg klicken muss. Dann wird mir immer coba, obwohl ich mit ihr nichts zu tun habe und auch nicht vorhabe, das zu ändern. Was ist das für ein Unternehmen, das damit wirbt, man bekomme 50 Euro, wenn man sie mag und 50 Euro, wenn man sie nicht mag. Das ist doch coba!

Oder auch, wenn eine Frau in der Werbung durch eine Stadt rennt und meint, die Bank oder sie hätte irgendetwas verstanden.

Weil wir eine Bank brauchen, die Zufriedenheit nicht nur verspricht, sondern garantiert.

Ich habe immer schon vor den stickigen Abgasen einer Großstadt beim Joggen gewarnt. Es sind offenbar immer noch die „Ideen nach vorn“, der frühere Werbespruch der gelben Bank. Diese haben nicht weit genug getragen, und wenn, dann in eine falsche Richtung. Nein, „wir“ brauchen diese Bank ganz bestimmt nicht. Zumindest kam ich bislang ganz gut ohne sie aus. Und ob sie wirklich Zufriedenheit garantieren kann? Bei Garantien bin ich immer vorsichtig. Sie sind immer nur so gut wie der Garantiegeber. Gernot Hassknecht mit seiner dezidierten Meinung… 🙂

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=YlcaHlaGH8g[/youtube]

Ideen nach vorn

Die Coba hatte in den letzten Jahren wenig Glück. Dafür war ihr das Pech besonders hold. Sie kaufte damals, es müssen Stunden vor der „Finanzkrise“ gewesen sein, der so mächtigen Allianz ihr Sorgenkind, die Dresdner Bank ab – und übernahm auch noch die Eurohypo. Clever! Dadurch wurde die Commerzbank erst systemrelevant bzw. gefährlich genug, um sie mit Steuergeldern stützen zu müssen. Man könnte der Bank in dieser Hinsicht zumindest eine gewisse Cleverness unterstellen – oder politische Cleverness? Man stelle sich nur die Schlagzeilen 2009 vor… Drei Banken in Brand geraten. So brannte es glücklicherweise nur einmal.

Nach dem Einstieg des Staates nennen viele Händler an der Börse die Bank auch Kommerz-Amt. Wie konnte man sich als Beobachter und Steuerzahler ärgern, wenn man etwas hinter die staatliche Stützung geschaut hat. Je nach Bilanzierungsart fielen je nach Berechnungsmethode offiziell Milliardengewinne an – nach HGB-Bilanzierung allerdings Verluste. So brauchte die Bank keine Zinsen auf die staatliche Einlage zahlen. Clever! Das spart Geld!

Oft rief man zu Pressekonferenzen, wo den Journalisten neue Pläne für noch größeren Optimismus vorgestellt wurden. Oder eine neuer Umbau. Eine ganze Presseabteilung muss damit beschäftigt gewesen sein, das Gährende bunt anzustreichen. Der Begriff Presseabteilung scheint mir etwas fehl am Platze zu sein. Irgendetwas mit Beschönigung und Filterung trifft es genauer. Aber es ist überall so. Aus Presseabteilungen sind heute oft mediale Filterstationen geworden. Aber es kommt noch besser… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Das ist doch alles coba!"

  1. crunchy sagt:

    Gab es da nicht mal eine aufgehende, gelbe Sonne als Logo.
    Aus €-Partnerschaft mit dem Credit-Lyonnais. Nun tatsächlich ist die Sonne untergegangen: Der CL verdampft zur Regionalbank L´CL und klammheimlich hat er den Großmannsvirus weitergegeben.
    Vorher verbrannte noch die ganze mysteriöse Vergangenheit in Paris. Heiße Tage in Frankfurt!

    Die Deutsche ist da vorsichtiger: Sie macht sich schon mal vorher klein. Ob´s nutzt, oder sie dazu gezwungen wurde?

    Es wird noch viel Wasser den Main runterfließen, bis Banken nicht mehr kranken.

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