Das ist das Ende der Welt, wie wir sie kennen

17. Juni 2011 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

It’s the end of the world as we know it, and I feel fine…“ (REM) Ich hatte schlecht geträumt. Ich wurde von einer Kreatur, die wie der Terminator aussah, verfolgt. Sie hatte den Körper von Arnold Schwarzenegger…

Meine Tage sind mit Sicherheit gezählt. Ich verliere immer mehr Lebensraum. Der digitale Mensch ist schneller, stärker…und schlauer. Und jetzt, wo er auch noch das Internet an seiner Seite hat, wird er jeden Tag schlauer…Die kleinen Nullen und Einsen der digitalen Informationen werden durch seine Arterien gepumpt als wäre er direkt mit einem Cray Mainframe verkabelt.

Kann ihn noch irgendetwas aufhalten? Als Mutantenform ist er dem Informationszeitalter besser angepasst als ich. Während die Informationen meine Mailbox sprengen…meinen Schreibtisch überfluten…und fast jeden kleinen Funken zerebraler Impulse, den wir Analogmenschen Denken‘ nennen, erstickt – scheint Mr. Digital sich daran zu laben.

Die chemische Zusammensetzung von Brötchen, der Zugfahrplan von Paris nach Bordeaux, der Text des Schlagers Louie, Louie“ von 1966 – er hat alles im Kopf. Die Berechnungsgeschwindigkeiten verdoppeln sich alle 18 Monate, sagt Moores Gesetz, und der digitale Mensch gedeiht damit.

Mr. Digital ist mir mit Sicherheit überlegen. Er kann sich überall ins Internet einwählen…er weiß, wie man den Videorekorder programmiert und kann deshalb wann immer er will seine Lieblingssendungen sehen – Wiederholungen von Star Trek vielleicht. Er kann sich sogar in die Computer des Weißen Hauses einhacken und die neusten Pornofilme sehen, ohne dass er dafür bezahlen muss.
Außerdem macht er nie den Fehler aus den richtigen Aktien auszusteigen. Er weiß, dass die New Economy“ den Geschäftszyklus, den Kreditzyklus und auch den Wasch- und Schleuderzyklus überflüssig hat werden lassen. Andres als wir Analogmenschen, bricht der Homo Digitalis nie in Panik aus…er schreckt vor nichts zurück….er verkauft nie und seine Kleidung wird auch nie dreckig. Deshalb kommt er in den Genuss von Aktienkursen, die ewig steigen, abgesehen von kleineren Rückschlägen, die von uns Analogen ausgelöst werden.

Solange es andauerte war es gut. Ich beziehe mich hier auf meine Zeit auf der Sonnenseite des Lebens, auf die Zeit, als wir den Planeten Erde am Laufen hielten. Es passiert ja nicht jeden Tag, dass eine neue Gattung Mensch daherkommt. Das letzte Mal passierte es vor 100.000 Jahren. Und diese Gattung, das waren wir. Wir waren nicht notwendig schlauer als die armen Neandertaler…aber wir müssen irgendeinen Dreh rausgehabt haben, vielleicht war es unsere Fähigkeit zu sprechen. Was auch immer es war, es hat uns einen entscheidenden Vorteil verschafft. Die Sprache hat es uns ermöglicht, mit anderen Informationen auszutauschen – und es so erlaubt, dass wir auf einem höheren Niveau zusammen arbeiteten.

Während die Neandertaler sich auf ihr Grunzen und Schnaufen beschränken mussten – anstatt das Fernsehprogramm für einen durchschnittlichen Abend zu programmieren – war der Homo Sapiens in der Lage gemeinschaftliche Jagdpartien zu organisieren…und wertvolle Informationen weiterzugeben, darüber wo es Fisch gibt und wo den besten Honig. (Seite 2)

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