Das inzwischen übliche Konzert der NOTEN-Banken

8. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Mack & Weise

Die Notenbanken schreiben erneut Geldgeschichte, werden sie doch zur „noch immer notwendigen Stützung des Wachstums und zur Anhebung der Inflation auf ein vernünftiges Niveau“ (IWF) bis Jahresende dann insgesamt rund 2.000 Milliarden USD an neuem „funny money“ gedruckt haben – so viel wie noch nie zuvor!

Auch im kommenden Jahr wollen die „Währungshüter“ die Welt weiter mit frischem Geld fluten, was durchaus erstaunen muss, warnten doch im November nicht nur … die schwedische Riksbank, die Nationalbank Dänemarks, die Bundesbank, die EZB, die Fed oder die PBoC vor den von ihnen damit bereits verursachten Schulden- und Spekulationsexzessen, sondern ebenfalls die oberste Zentralbank BIZ, der IWF und die OECD.

Riksbank: Nach über drei Jahren Null- und Negativzinspolitik konstatierte die Notenbank jetzt, dass der dortige Immobilien-Hype nicht nur „systemische Risiken“ im heimischen Bankensektor wachsen ließ, sondern die immer stärker explodierende Gesamtverschuldung der Konsumenten nun das „größte Risiko für die Wirtschaft“ ist.

EZB: Hatte die EZB ihr Billionen-Gelddruckprogramm erst kürzlich bis September 2018 verlängert, so ließ sie in ihrem „Financial Stability Review“ keinen Zweifel daran, dass durch die fortgesetzten Marktinterventionen eine neuerliche (schwere) Krise immer wahrscheinlicher wird! „Die anhaltende Kompression der Risikoprämien, die gedämpfte Volatilität und die Anzeichen für ein verstärktes Risikoverhalten auf den globalen Finanzmärkten geben Anlass zur Sorge, da sie in Zukunft die Grundlage für große Preiskorrekturen sein könnten.“

FED: Die US-Notenbank dachte im November schon einmal vorsorglich über ihre geldpolitischen Instrumente in einer kommenden Rezession nach. Sie war sich sicher, dass es dann „nicht mehr ausreicht, die Leitzinsen zu senken“ und Anleihen zu monetarisieren, sondern es auch Negativzinsen auf Bankeinlagen und den Einsatz unerprobter neuer „Werkzeuge“ wie „price level targeting“ und „nominal income targeting“ (Helikoptergeld?) braucht!

PBoC: Bereits Ende Oktober warnte der Gouverneur der Volksbank Chinas vor einem „Minsky-Moment“ im Reich der Schulden, könnte doch „übertriebener Optimismus einen plötzlichen Zusammenbruch der Vermögenspreise auslösen.“


IWF: In seinem aktuellen Finanzstabilitätsbericht beklagt der IWF, dass die Risiken im Finanzsystem aufgrund der Notenbank-Markteingriffe lediglich weg von den Banken hin zu den Märkten verschoben wurden. Diese haben „erhebliche Portfolioanpassungen des privaten Sektors erzwungen“, die bei einer Verlängerung des geldpolitischen Stimulus zu „weiteren finanziellen Exzessen“ führen werden!

BIZ: Über das Finale Furioso ist man sich auch in der BIZ sicher, die bei Vorlage ihres Quartalsberichts feststellte, dass „der Preis für kurzfristige Ruhe an den Finanzmärkten mögliche Turbulenzen auf lange Sicht sind.“ Schließlich sind nicht nur die „Verschuldungsstände heute deutlich höher als vor der Finanzkrise“, sondern auch die „Bewertung vieler Vermögenswerte weiterhin hoch oder überzogen.“

Fondsmanager-Kommentar:

Trotz der regelrechten Flut an Warnungen seitens der Notenbanken vor den Konsequenzen ihrer – unbeirrt weitergeführten – Geldpolitik, trieb das Spekulationsfieber im November immer größere Blüten. Die in den USA bevorstehende Verabschiedung eines neuen Billionen-Haushaltslochs namens Steuersenkung nahmen die Investoren zum Anlass, um in „rationaler Übertreibung“ (Goldman Sachs) zum x-ten Male ein Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten abzubrennen.

Die Bitcoin-Hysterie gleicht dagegen nun immer mehr der berüchtigten Tulpen-Manie, während der Versteigerungserfolg eines Leonardo da Vinci-Gemäldes zweifelhafter Provenienz (Handelswert 1958: 45 Pfund)! für die Rekordsumme von 450 Millionen USD auch nur noch als Flucht aus dem Geldvermögen um jeden Preis interpretiert werden kann.

Von der grassierenden „everything bubble“ ist der Goldpreis nach wie vor ausgenommen, ist „man“ doch seitens des Derivatemarktes bemüht, diesen – wie im November wieder mehrfach vorgetragen – durch großvolumige manipulative Future-Verkäufe zum tiefsten Preis nicht steigen zu lassen. Ungeachtet aber dieser Preisvolatilitäten sind und bleiben die Währungsmetalle Gold und Silber der beste Vermögensschutz vor den sich immer tiefer in die Sackgasse druckenden Notenbanken.

©Mack & Weise – Homepage

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Ein Kommentar auf "Das inzwischen übliche Konzert der NOTEN-Banken"

  1. Marco Baeger sagt:

    Ja – es erstaunt in der Tat, dass die Notenbanken vor den Gefahren der eigenen Geldpolitik warnen – aber es überrascht auch nicht. Die Notenbanken sind von jeher „hinter der Kurve“ und nicht am Puls der Zeit.
    Bekanntlich ist der Zeitpunkt für das Platzen der Blasen sehr schwer vorherzusehen. Auch wenn sich die Indizien diesbezüglich verdichten, müssen die Märkte nicht gleich kollabieren – was sie auch gar nicht können, wenn die Notenbanken „in letzter Instanz“ Aktien kaufen.
    Es ist wie beim Bitcoin – eine offensichtliche Blase ohne Ende.
    Die Überraschung liegt aber gerade im Gold bzw. Silber. Was wäre wenn Gold abstürzt? Also unter 1.046 $ (Tief 2015) fällt und anschließend auch die 1.000 unterschreitet. Im Moment sind Gold und Silber auf dem Weg nach Süden – und ich sehe kein Ereignis und „niemanden“ der sich dem entgegenstellt.

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