Das große Zittern: Zehn Prozent in zehn Tagen

11. Februar 2018 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Was haben die Börse, der Bitcoin und die SPD gemeinsam? Den Abwärtstrend, wobei die SPD schneller fällt als der DAX. Viel gab es zu verlieren, wenig zu gewinnen, auch für Martin Schulz…

Börse ist in dieser Hinsicht meist ehrlicher als eine Partei. Ver-schulzt und zugenäht, hieß es, als der Dow Jones gleich zweimal um über 1.000 Punkte absackte. Fünf Billionen US-Dollar Börsenwert verschwanden im Nichts. Sie gingen dorthin, von woher sie kamen.

William Dudley, der scheidenden Präsidenten der New York FED meinte, diese Turbulenzen seien „kleine Kartoffeln“, womit sicherlich die gesamte Welt satt geworden wäre. Aber wer will das schon? Weiß Dudley mehr? Das darf bezweifelt werden, wenn man seine früheren Aussagen liest.

Angeblich crashte es, weil die US-Löhne um 2,9 Prozent stiegen. Unsinn. Nicht dass beim Personal zu viel hängen bleiben könnte. Wenn die Börse um zehn Prozent fällt, wird erstaunlicherweise die halbe Welt misstrauisch, nicht aber wenn es um ebenso aufwärts geht, wobei zehn Prozent Minus in zehn Tagen eine eine olympische Meisterleistung sind. Gibt es Hoffnung? Bekanntlich ist die Hoffnung der Tod eines Kaufmannes und das Salz in der Suppe eines Spekulanten.

Für die ersten 1.000 Punkte brauchte der Dow Jones anfangs noch ein ganzes Jahrhundert und für die letzten tausend Punkte drei Wochen. Doch die sind nun weg und haben auch den DAX entgegen aller Prognosen um bis zu 1.500 Punkte oder 11,5 Prozent erleichtert. Kommt es schlimmer?

Schlimmer als die GroKo kann es ja nicht werden. Oder doch? Kann sein, das politische Eitelkeiten mehr kosten als ein Börsencrash. Ach ja… ein Dank den hirntoten Computerprogramme und Daddel-Maschinen. Manchmal kaufen sie alles, was bei drei nicht auf den Bäumen ist und dann rennen sie wie jetzt durch die gleiche Tür nach draußen. Dazwischen staunen die armen Anleger und Börsenreporter. Und im Gegensatz zu früheren Zeiten steht kein Computer auf und springt ehrenhaft aus dem Fenster.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)

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