Das feiern wir! Prost!

28. Februar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Im letzten Jahr verbuchte der deutsche Staat 20 Milliarden Euro großen Überschuss. Ich behaupte ja, er hat uns 20 Milliarden mehr geraubt, als er ursprünglich vorhatte. Darauf stoßen wir an! Aber bitte nicht mit Bier… Mit einem Schokoriegel?

Besser nicht! Dank der Erweiterung des Deutschen Reinheitsgebots für Bier um Glyphosat wird es ab 1.000 Liter täglich gefährlich. Wer weiß, was Monsanto noch alles mit uns vorhat.

Darf man fragen, woher die Überschüsse kommen? Fakt ist, dem Bürger wurden 4,6 Prozent mehr Steuern weggenommen als im Jahr davor. Durch die Nullzinsen auf den Schuldenberg halbierte sich die Zinslast in sieben Jahren um die Hälfte auf nur noch 21 Milliarden Euro. Danke, EZB! Die restlichen Zinsen werden bald auch ausgelöscht. Stößchen!

Lasst uns in die Hände klatschen, selbst wenn diese davon schon schmerzen. Blühende Landschaften im Winter, steigende Konsumstimmung und mehr Leute in Armut. Auch hier ging es mit rund 12,5 Millionen Leuten aufwärts, meldet der Paritätische Wohlfahrtsverband. Arm zu sein, bedeutet als Single weniger als 917 Euro monatlich zur Verfügung zu haben bzw. als vierköpfige Familie weniger als 1.926 Euro. Früher waren das rund 1.800 bzw. 3.800 D-Mark. Hoch die Gläser, auf die Geldwertstabilität der EZB!

Und weil es uns so allen gut geht, fordert nicht nur der IWF jetzt weltweite Konjunkturprogramme, um durch neue Schulden die Wirtschaft anzukurbeln. Jemand muss das Geld der anderen ausgeben, und am besten viel mehr davon, um sich später über leere Kassen und noch höhere Schulden wundern, um dann endlich die Steuern erhöhen zu können.

Ja, ankurbeln mit neuen Schulden – also in etwas investieren, was niemand benötigt. Ein paar neue Schiffe? Es gibt schon genügend. Wie wäre es mit Anreizprogrammen für Elektroautos, weil sie sonst niemand kauft? 5.000 Euro pro Stück, weil die Zentralplaner meinten, warum auch immer, dass 2020 eine Million E-Fahrzeugen auf den Straßen fahren sollen, sie sonst niemand kaufen würde. Was sind schon ein paar Milliarden an Fehlanreizen, geborgt für Null-Zinsen. Das sind sozialistische Planspiele bzw. Grüße aus der Zukunft.

Nachdem Deutschland mit defizitären Flughäfen zugepflastert wurde, wie wäre es, auch sämtliche Bahnstrecken unter Tage zu verlegen? Das schafft Arbeitsplätze, verringert Lärm und kurbelt auch statistisch die Wirtschaft an. Also Geld ausgeben für Investitionen, die unter normalen Umständen nicht lohnen. Die Nachfolger der „Entscheider“ wundern sich dann, dass das Geld weg ist und diese Investitionen in die Hose gegangen sind – und sie dann (alternativlos) mit neuen Milliarden „retten“ muss, wegen der Arbeitsplätze, dem Aufschwung, dem BIP und der Zukunft, wie immer die aussehen mag.

Das Geld ist ja da, oder kann beschafft werden. Geld kostet nichts mehr. Manche Verschwörungstheoretiker nennen das dumm. Aber es ist ja nur das Geld der Steuerzahler bzw. der Künftigen. Prost!

Ach, haben Sie das gesehen? Endlich steigt der Ölpreis wieder. Als er unlängst fiel, belastete er die Börsen, sagten Experten. Wenn er steigt, ist das gut. Na sowas! Die Internationale Energieagentur sieht Öl in fünf Jahren viel teurer als heute notieren. Komisch. Vor wenigen Monaten sah die IAE rein gar nichts, und schon gar keinen Crash voraus, als der Ölpreis crashte. Wenn aber billiges Öl schlecht ist, muss teures Öl folgerichtig der Wirtschaft dann richtig Beine machen. Sicherlich! Ich glaube, da trinken einige täglich mehr als 1000 Liter Bier … mit Unkrautvernichter.

 

Schlagworte: , , , , , , , ,

3 Kommentare auf "Das feiern wir! Prost!"

  1. Hallo,

    wie immer ein Artikel mit sehr deutlichen Worten die zum Nachdenken anregen.
    Vielen Dank dafür und bitte mehr davon .

    Gruß Klaus-Dieter

  2. Skyjumper sagt:

    Werter Herr Meyer,

    bei allem schuldigen Respekt vor Ihren profunden Kenntnissen aus der Welt der Wirtschaft und des Börsenparketts kommt man doch nicht umhin Ihren unzureichenden Blick für’s Ganze, wie er sich in dem folgenden zynischen Zitat manifestiert, auf das heftigste zu rügen.

    „Wenn aber billiges Öl schlecht ist, muss teures Öl folgerichtig der Wirtschaft dann richtig Beine machen. Sicherlich!“

    Öl, als bekanntlich fossiler Energieträger, und damit als Verursacher des „Global warming“, ist immer und unter allen Umständen schlecht. Folglich kann weder billiges noch teures Öl gut sein. Die Hinweise auf die Schlechtigkeit des Ölpreises sind insoweit nur als subtile Hinweise zu verstehen. Sozusagen dass „Pflügen des Bodens“ damit man in einiger Zeit selbst in so unverständige Köpfe wie unsere die Erkenntniss einklopft hat dass Öl, ja die Wirtschaft, was sag ich ……….. gar die Menschheit schlecht ist.

    Hmm, das bringt mich jetzt auf etwas. Vielleicht wollte Erika Steinbach, CDU, mit ihrem netten Bildchen „Deutschland 2030“ ja gar nicht auf die ganz vielleicht etwas zu vielen Flüchtlinge aufmerksam machen, sondern auf den technologischen Fortschritt in Deutschland bis zum Jahr 2030 (man beachte die fortschrittlichen Fussbekleidungen). Hach ja, man weiß es alles nicht so genau.

  3. JayJay sagt:

    Wieder super auf den Punkt gebracht, weiter so.

    Grüße aus dem Hamsterrad. 😉

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.