Das EZB-Anleihekaufprogramm „OMT“

3. August 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare

von Prof. Thorsten Polleit   Geht es nach dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), sollen Anleihen von strauchelnden Euro-Staaten aufgekauft werden, um die Euro-Krise zu bewältigen. Dieses Vorhaben wird in der Fachsprache als „OMT“ (englisch für „Outright Monetary Transactions“) bezeichnet, und seine mögliche Umsetzung lässt bei nicht wenigen Beobachtern die Alarmglocken schrillen…

Pro und Contra OMT-Programm – eine Kurzübersicht

omt

Das OMT-Programm weckt Inflationssorgen. Denn der Aufkauf von Anleihen durch die EZB würde zu einer Geldmengenausweitung führen: Immer dann, wenn eine Zentralbank etwas kauft, bezahlt sie mit neu geschaffenem Geld.

Vordergründig zielt das OMT-Programm darauf ab, die Marktzinsen für Staatsschuldner künstlich abzusenken. Das entlastet zwar die Schuldner, jedoch schaffen künstlich gedrückte Zinsen neue Probleme.

Einige Folgen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern zum Beispiel die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie und lösen (inflationäre) Spekulationswellen, „Boom-and-Bust“-Zyklen aus.

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushaltslage beziehungsweise Bilanzsituation zu verbessern.

Es gibt jedoch viele Stimmen, die das OMT-Programm loben, und zwar als notwendige und angemessene Politikreaktion der EZB, um den Euro zu „rettenSie verbreiten die Einschätzung, dass es schon ausreichend sein wird, wenn die EZB lediglich ankündigt, Anleihen zu kaufen, um die Renditen niedrig zu halten.

Sie bestreiten, dass es durch Anleihekäufe zu einer Ausweitung der Geldmengen kommen wird, die die Inflation in die Höhe treibt, und sehen die volkswirtschaftlichen Folgen künstlich tief gedrückter Zinsen als akzeptabel an.

Kaufzwang

Ein wichtiger Aspekt wird hier jedoch ausgeblendet: Wenn die EZB die Zinsen künstlich herabdrückt, das heißt die Zinsen unter das Niveau drückt, das sich andernfalls am freien Markt bilden würde, stellt sich notwendigerweise ein Angebotsüberschuss auf dem Anleihemarkt ein.

Schuldner emittieren noch mehr Anleihen, und Investoren fragen angesichts des niedrig gedrückten Zinsens weniger Anleihen nach. Die Nachfragelücke, die so entsteht, muss die EZB schließen: Sie muss Anleihen kaufen und mit neu geschaffenem Geld bezahlen.

Das dabei neu geschaffene Geld lässt sich nicht ohne Weiteres wieder „einfangen“. Einmal durch Anleihekäufe in Umlauf gebracht, steht es für Ausgabezwecke zur Verfügung und wird früher oder später preiswirksam.

Auch würde die EZB zum Gläubiger der Staaten, und damit begibt sie sich geradewegs in die politische Abhängigkeit: Die EZB wird genötigt sein, ihre Kreditkunden zahlungsfähig zu halten.

Um Zahlungsausfälle zu verhindern, wird sie die Staaten mit jeder nachgefragten Geldmenge versorgen – sie wird also die Geldmenge immer weiter ausdehnen (müssen), was sich früher oder später in Inflation entlädt… (Seite 2)

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7 Kommentare auf "Das EZB-Anleihekaufprogramm „OMT“"

  1. cubus53 sagt:

    Die EU-Rettungspolitik beruht auf niedrigen Zinsen und erhöhter Geldmenge. Das wurde staatlich verordnet, obwohl der Markt das hätte regeln müssen. Hätte man die Krise 2008 dem Markt überlassen, wären viele Banken von der Bildfläche verschwunden und viele Länder hätten den Euro aufgegeben. Ein schmerzhafter, aber gesunder Prozess wäre in Gang gekommen.

    „Scheitert der Euro, scheitere ich … äh … Europa “. Mich erinnert das alles an Rezepte des DDR-Kaders. Der Staat als Wirtschaftslenker, wie das geendet hat, wissen wir alle.

    Sobald die Zinsen steigen, wenn z.B. der Druck des Marktes gegenüber den Möglichkeiten des Staates zu gross wird, werden uns die Staatschulden um die Ohren fliegen. Danach wird es neue Ordnung geben, vielleicht rettet uns dann Herr Putin, und die EU zählt zur erweiterten Ostzone ?

    Aber wen interessiert das heute ? Das Volk war schon immer nur Mitläufer und aus diesem Grund können die Regierenden machen was sie wollen, auch in einer demokratisch orientierten Grundordnung.

  2. Gandalf sagt:

    Es ist leider zu befürchten, das die „demokratische Grundordnung“ diese Inflationspolitik auch dieses mal nicht unbeschadet übersteht.

  3. 4fairconomy sagt:

    Die Zinsen sind nicht künstlich tief, sondern zuweilen viel zu hoch, wie insbesondere zu Zeiten von „Bereinigungen“, wo die Nachfrage nach Investitionsmitteln weit unter dem Sparbedürfnis liegen. Dies, weil Liquidität garantiert zu mindestens 0% angelegt werden kann. Ergo funktioniert die Wirtschaft nur bei positiven Zinsen als Investitionsanreiz und das ist nur bezahlbar, wenn die Geldmenge und die Wirtschaft exponentiell wachsen. Gemäss Taylor-Regel sollte die Zinskala zur Zeit der Jahren nach der Krise bei -%5 beginnen. Die Zinsmanipulation beginnt mit einem Geldsystem, welches den Geldbesitzern einen Zins von mindestens 0% garantiert. Dies führt logisch zwingend früher oder später zu Inflation, Deflation, Staatsverschuldung, Wachstumszwang, Umverteilung nach oben usw. und damit auch zur Verteilungskrise, die wir aktuell haben. Zu dieser Verteilungskrise gehört auch die Verteilung des Risiko, welches die Gesellschaft trägt wobei die Gewinne privatisiert werden. Gewinne auf den Finanzmärkten gehören seit mind. 2007 den Steuerzahlern und Retter der Finanzwirtschaft.

    Siehe Arte Sendung zum Thema Staatsgeheimnis Bankenrettung: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=mAlCqbod9Qc

    Zuletzt besteht die Wahl, das System kollabieren zu lassen oder die privaten Gläubiger auf kosten der Steuerzahler auszuzahlen (=Versklavung auf lange Zeit der Mehrheit, der Arbeiter, der Fleissigen aber besitzlosen). Eine Alternative wäre allerdings die Verstaatlichung des Finanzsystems verbunden mit einem Schulden- und Vermögensschnitt. Warum redet eigentlich niemand mehr vom Problem des „too-big-to-fail“? Weil das unangenehme Fragen und Forderungen aufwerfen könnte?

    Der Film zeigt übrigens sehr eindrücklich die systembedingte Gewalt der Gläubiger, welche sich der Staatsmacht bedienen, um das fleissige Volk in bester Sklavenhaltermanier ausbluten zu lassen. Und dabei auch nicht davor zurückschrecken, ganze Nationen gegeneinander aufzuwiegeln.

    Der Punkt ist hier aber, dass es nichts nützt, sich über das Gelddrucken und die Staatsfinanzierungen durch die Notenbanken aufzuregen, ohne darauf hinzuweisen, dass ein Zahlungssystem mit festgelegtem Preis von 0% für Liquidität niemals auf Dauer zufriedenstellend funktionieren kann. Das ist eine mathematisch zwingende Schlussfolgerung. Und dieser Mindestpreis von 0% Zins gilt auch bei einer Goldwährung, welche deshalb genau so unangepasst die Bedürfnisse der Menschen abbilden kann, wie jede andere Währung mit solch einem idiotischen, marktwidrigen Mindestpreis für Liquidität.

    Dieser hat aber einen entscheidenden Vorteil: Er nützt all denjenigen, welche genügend Liquidität (oder Gold) haben, dass sie sich nie darum Sorgen machen müssen bzw das sklavenähnliche System über ihren Einfluss auf die Liquiditätsflüsse (Goldflüsse) kontrollieren. Dies auf Kosten derjenigen, welche fleissig von Monat zu Monat den Zahlungsmittel nachrennen müssen, damit sie leben können. Es ist eine der wichtigsten Grundsteinlegung (nebst dem aktuellen Boden- und Patentrecht) der Umverteilung von fleissig zu (einfluss-)reich.

    • stephan sagt:

      @4fairconomy:

      Mein schon einmal unterbreitetes Angebot steht immer noch:

      Sie zwingen sich (der Negativzins ist ja Ihre Idee und damit quasi freiwilliger Zwang), 100.000 Euro in mich zu investieren und ich gebe Ihnen nach einem Jahr 96.000 Euro zurück (nicht jede Investition führt ins Plus, schon gar nicht bei Negativzinsen).

      Dann haben Sie immer noch mehr, als Sie durch den von Ihnen favorisierten Negativzins von 5 Prozent verloren hätten (und noch viel mehr, als wenn Sie z.B. wegen Zeitdrucks (Verluste aus Negativzinsen drohen!) übereilt in Unternehmen wie Solarworld investiert hätten).

      Und ich habe einfach leistungslos 4.000 Euro eingestrichen. Wenn ich dann noch weitere 25 Leute finde, die auf diese Weise in mich „zwangsinvestieren“… das wäre doch einfach prima!

      Leider muss ich mir jedes Jahr ein paar neue „Zwangsinvestoren“ dazuholen, da es mit den Mitteln der Erst-Investoren Jahr für Jahr bergab geht und ich so mein (leistungsloses) Einkommen nicht gleich halten kann.

      Aber sicher sind Sie so gut und unterstützen mich bei der Suche. Wenn nicht, zwinge ich Sie dazu. 😉

      Aber Moment: Irgendwoher kommt mir dieses Schneeballsystem, bei dem die „Investoren“ immer verlieren, doch bekannt vor…

      • 4fairconomy sagt:

        @ stephan

        Was bieten Sie für Sicherheiten? Häuseranteile, Gold usw.? Glauben Sie, jemand wird Ihnen trotz Liquiditätsabgebe zu jedem Fantasiepreis Geld leihen und nicht auf dem Markt nach den besten Angeboten suchen, das Risiko divertifizieren usw. Sie träumen wohl.

        Die Liquiditätsabgabe setzt die Besitzer von Liquidität lediglich einem leichten (!) Druck aus, das Geld anzulegen zu den momentan bestmöglichen Konditionen (und sicher nicht zu Fantasieangeboten). In einem Wirtschaftsaufschwung wird sich kaum was ändern und positive Zinsen werden möglich sein. Schon nur wenn eine grosse Rezession droht (also noch nicht eingetreten ist), werden die Zinssätze purzeln. Investitionen werden out sein bzw. zu Zinsen, dass es Unternehmen freut, Konsum, Vorausszahlungen, Spenden usw. werden kurz überhand nehmen -> die Wirtschaft bleibt ohne Staatsausgaben und Gelddrucken stabil, ein neues Gleichgewicht zwischen Sparen und Investieren (und konsumieren) stellt sich ein.

        Die Marktwirtschaft wie sie Sie sich und wie es sich die meisten Ökonomen und die breite Bevölkerung vorstellt, funktioniert nur solange sie exponentiell wächst, um die stets positiven Zinsen zahlen zu können. Wachstum bis zum Kollaps eben. Ob mit Gold (dauert viel kürzer) oder mit Papiergeldwährung.

        • stephan sagt:

          @4fairconemy:

          Ich biete Ihnen die Sicherheit, dass Sie einen geringeren Verlust erleiden, als mit („Ihren“) Negativzinsen. Zudem müssen Sie sich nicht unter Zeitdruck Gedanken über Investitionen in Unternehmen machen, bei denen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit noch viel größere Verluste erleiden, also mit den Negativzinsen. Zudem sparen Sie Zeit, in der Sie Geld verdienen können.

          Ich mag mir gar nicht vorstellen, welche Rattenfänger auf den Plan treten, wenn die Menschen gezwungen werden, ihre Ersparnisse unter Zeitdruck (!) zu „investieren“. Diese „Berufsgruppe“ gibt es ja jetzt auch schon, aber bei Negativzinsen wird sie sich noch einmal enorm vergrößern. Dazu: Selbst ohne Zeitdruck können heutzutage die allermeisten Leute keine lohnenden Investitionen tätigen. Dann können Sie sich vorstellen, was passiert, wenn der Zeitdruck dazu kommt (das Argument kommt heutzutage für die Dummen oft auch schon als „Steuerersparnis“ daher).

          Die von Gesell vorgeschlagene (erzwungene und somit manipulierte) Wirkungsweise der Zinsen ist für den Investor absurd, weil unnatürlich: Zinsen erfüllen u.a. die Funktion einer Risikoprämie. Allein aus diesem Gesichtspunkt werden sie, wenn sie vom Markt frei gebildet werden, in einem Wirtschaftsaufschwung in aller Regel niedriger sein, als im Wirtschaftsabschwung, wo das Risiko einer Investition steigt. Die Verkehrung dieser Wirkungsweise geht gegen den gesunden Menschenverstand (den man sich auch bei noch so tollen Ideen bewahren sollte).

          Ihr Argument mit der Marktwirtschaft geht fehl, da wir (in weiten Teilen) gar keine Marktwirtschaft mehr haben. Insbesondere über Geldmengenausweitung und willkürlicher Festsetzung von Zinsen wird der Markt in planwirtschaftlicher Art und Weise extrem manipuliert. Folge ist, dass das Risikobewusstsein insbesondere der Großinvestoren sich nicht mehr am tatsächlichen Risiko einer Investition ausrichtet (wenn es hart auf hart kommt, werden sie zudem vom Steuerzahler gerettet = null Risiko).

          Es kommt zu enormen Fehlallokationen der eingesetzten Mittel. Solche extremen Auswüchse gibt es in einer Wirtschaft, die nicht (zentral) manipuliert wird nicht, da wirtschaftliche Fehlentwicklungen in einem viel früheren Stadium von den Marktteilnehmern korrigiert werden. Denn wenn das Risiko einer Investition steigt und damit auch die Zinsen, wird im Gegensatz zu einem System, wo die Zinsen künstlich gedrückt werden, nicht oder nur wenig in risikobehaftete Investments investiert.

          Wachstum bis zum Kollaps hat immer folgende Ursachen: Zu viel und / oder zu billiges Geld, das der Wirtschaft zur Verfügung steht. Viel billiges Geld ist auch im Gesell-System vorhanden, da die Sparer auch dann, wenn das wirtschaftliche Umfeld nicht die Voraussetzungen bietet, investieren müssen.

          Grundsätzlich festzuhalten ist, dass ein Wirtschaftsabschwung lediglich einen vorangegangenen Wirtschaftsaufschwung ausgleicht. Ein natürlicher Vorgang, der sich aus dem Investitions- und Konsumverhalten der Menschen ableitet. Je stärker dieser Vorgang durch Manipulation beeinflusst wird, um einen Aufschwung am Leben zu halten, je stärker und damit schmerzhalfter wird anschließend der Abschwung ausfallen.

          Dies gilt für alle manipulierten Systeme, also auch für Gesell. Gerade auch in diesem System wird per Zwang (= Manipulation) zur Investition für künstliches Wachstum gesorgt, wenn gerade keine Nachfrage besteht. Es kommt zur Fehlallokation der Mittel, da Waren produziert und Dienstleistungen angeboten werden, die der Markt gerade nicht benötigt.

          Meiner Ansicht nach ist ein System ohne Manipulation die bessere Wahl: Der Staat hätte einzig zu garantieren, dass es KEINE Manipulation (von welcher Seite auch immer) gibt. Die Preise werden frei vom Markt gebildet. Der Investor trägt sein Risiko selbst. In Aufschwüngen kommt es zu Übertreibungen, die aber aufgrund des Risikobewusstseins der Investoren abgebaut werden, bevor es zum Kollaps kommt (schon weit vorher). Die Menschen müssen in Zeiten des Aufschwungs für den Abschwung vorsorgen, also sparen. Die ersparten Mittel werden im Abschwung für benötigte (!) Waren und Dienstleistungen ausgegeben.

          Ein solches System enthält den geringstmöglichen Eingriff in die Freiheitsrechte der Marktteilnehmer, also der Bürger (Verhältnismäßigkeit!), weil es das natürliche, also unmanipulierte (Investitions-) Verhalten der Menschen am ehesten aufgreift.

          Negativzinsen dagegen sind schwere Eingriffe in die Ersparnisse (= Eigentum) der Bürger und und deshalb unverhältnismäßig.

          • 4fairconomy sagt:

            @ stephan

            gibt es einen logischen Grund, warum 0% Mindestzins für Liquidität besser sein soll als negative Zinsen? Ist die Festlegung dieses Preises nicht ohnehin eine Marktmanipulation? Logische Folgen?

            Sie sehen die Ökonomie zuweilen sehr einseitig aus dem Auge der Eigentümer. Es gibt noch andere Teilnehmer, wie die Erwerbstätigen ohne viel Eigentum, für die ist ein geregelter Gang der Wirtschaft auch wichtig….0% Mindestzins für Liquidität ist eine schwere Benachteiligung der Erwerbstätigen im Verhältnis zu den Sparer – wobei es hier nicht um die Kleinsparer geht, sondern die 2-3% der Bevölkerung, welche um die 50% des Volksvermögens besitzen und entsprechende Kapitalrenditen erwirtschaften, welche übliche Erwerbseinnahmen bei weitem übertreffen. Die Liquiditätsabgabe wirkt besonders bei denjenigen mit hohem Zufluss an überschüssiger Liquidität und entsprechendem Sparbedürfnis -> zum Wohle der weniger Begüterten.

            Bei 0% Mindestzins können die Sparer gegenüber den Erwerbstätigen durchsetzen, dass sie ihr Geld nur dann zur Verfügung stellen, wenn sich dabei ihr Vermögen exponentiell vermehren kann. Dies führt zu einer immer grösseren Spaltung der Gesellschaft in Reich und Arm. Das ist eine der logischen Konsequenzen einer 0%-Zinsuntergrenze.

            Bei der Festlegung der Zinsuntergrenze im Minusbereich braucht es keine weitere Manipulation. Risikogebühren, Nettozinsen usw. bilden sich am freien Markt.

            Die Zyklen, welche Sie beschreiben haben damit zu tun, dass wenn die Konjunktur erlahmt und es immer weniger möglich wird, dass Unternehmen genügend positive Zinsen zahlen können, um die Ersarnisse aus der Reserve zu locken, es zu einem Abschwung kommt. Dies hat nichts mit den Bedürfnissen der Menschen zu tun sondern ist ein monetäres Phänomen verursacht durch die Zinsuntergrenze von 0%.

            Wird die Zinsuntergrenze ins Minusbereich verlegt, kann sich die Wirtschaft stabilisieren dank sinkenden Zinsen, welche sich der Konjunktur anpassen. Bei Nullwachstum wird es üblich sein, dass Unternehmenskredite netto (d.h. abzüglich Risikogebühren!) zu mehr oder weniger 0% rentieren. Und trotzdem werden sich Investoren finden, welche zu dem Zins investieren. Dann ist kein Wirtschaftswachstum nötig, damit zwischen sparen und investieren der Markt funktioniert. Sobald Sie 0% als Zinsuntergrenze für Liquidität festlegen, funktioniert die Wirtschaft nur bei genügend Wachstum und sie haben die von Ihnen beschriebenen Zyklen – grosse, wenn kleinere Bereinigungen verhindert werden.

            Heute müssen die Menschen dem Geldsystem dienen, in dem sie für genügend positive Renditen zu sorgen haben, sonst wird der Geldhahn zugedreht. Mit einer Liquiditätsabgabe richten sich die monetären Vorgänge nach den Bedürfnissen der Menschen.

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