Das Einmischen der weltweiten „Denker“

23. April 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Das ist nun mal interessant. Jedes Jahr bringt das Foreign Policy“-Magazin eine Liste mit den Top 100″ Denkern der Welt. Ich habe mir die Liste angesehen… nach meinem eigenen Namen gesucht… aber Moment…

Der Schlüssel ist, dass das globale“ Denker sein sollen. Nicht nur Denker…mit anderen Worten, es sind Leute, die denken, sie wissen, wie die Leute auf der anderen Seite des Planeten ihre Dinge erledigen sollten. Ich war argwöhnisch, bevor ich mir die Liste angesehen hatte. Außenpolitik“? Da bin ich dagegen. Warum sollten wir uns Sorgen machen über Dinge, die uns nichts angehen?

Nun…man kann den Kopf nicht in den Sand stecken“, antworten Sie vielleicht. Man muss sich sorgen machen, denn Dinge in Übersee betreffen auch uns.“ Ja, das stimmt. Sie betreffen uns. Aber das gilt auch für den Preis von Whiskey und das Wetter. Und nichts davon ist es wert, darüber nachzudenken. Wir können eh nichts daran ändern. Und es wäre nicht vernünftig, es zu versuchen.

Stellen Sie sich vor, wir würden uns für das Geschäft der Whiskey-Hersteller interessieren. Was könnten wir tun? Sie zu zwingen, die Preise zu senken? Ihnen zeigen, wie sie effizienter arbeiten? Wie sollte ich das wissen? Ein Käufer-Kartell gründen, um niedrigere Preise durchzusetzen? Ich würde bestenfalls meine Zeit verschwenden. Natürlich könnte das Erfolg haben. Dann würden die Whiskey-Hersteller nicht auf die Kräfte des Marktes reagieren…sondern auf die Kräfte des Kartells. Was für ein Unfug das wäre!

Es ist schlimm genug, wenn man in Dinge eingreift, die nah um einen rum passieren. Wenn man in Dinge eingreift, die weit entfernt passieren, ist das schlimmer. Erinnern Sie sich an mein Diktum: Die Ignoranz erhöht sich quadratisch zur Entfernung. Je weiter man weg ist, desto schwieriger ist es zu sagen, was vor sich geht. Die Details verschwinden. Alles, was man ausmachen kann, sind die Umrisse. Schatten…Silhouetten….in der Dunkelheit fällt man in jedes Loch.

Und dann verlangt man Reformen“ von Ländern, die man nie gesehen hat…möchte die Zinsen in China bestimmen…und fällt im Irak ein.

Aber lassen Sie uns mal schauen, was das Foreign Policy“ (FP)-Magazin denkt, wer die Top 100 globalen Denker sind. Aha. Auf den ersten beiden Plätzen stehen Warren Buffett und Bill Gates. Hm, das sind intelligente Männer. Aber was macht sie zu Denkern“? Über was haben die nachgedacht? Und was sind ihre Gedanken?

FP sagt, dass sie die Plätze erhalten haben, nicht für ihren Erwerb von Reichtum – sondern für ihre philanthropischen Aktivitäten. Moment mal. Was hat ein Philanthroph mit Denken zu tun?

Und wer ist Nummer 3? Barack Obama! Moment mal…jetzt wird es lächerlich. Haben Sie jemals gehört, dass Barack Obama einen originellen Gedanken hatte? Oder etwas, was die Wörter wert gewesen wäre? Nein. Das ist nicht seine Sache. Er ist ein Politiker. Politiker sind keine Denker. Es mögen Macher“ sein….aber keine Denker. Obama gibt uns viele leere Ausdrücke und hohle Worte…“change you can believe in“…“hope“….“winning the future“. Aber reale Gedanken? Originelle Ideen? Nein.

Normalerweise sind Politiker keine Denker. Gelegentlich erhält man einen Politiker, der vorgibt, ein Denker zu sein – so wie der Rektor der Princeton Universität Woodrow Wilson. Aber fast unweigerlich stellt sich dann heraus, dass er alles andere als ein Denker ist.

Es muss Ausnahmen geben – Marcus Aurelius und Thomas Jefferson fallen einem ein. Aber sie waren eigentlich keine gute Wahl für einen Politiker und hätten wahrscheinlich öffentlichen Ämtern generell fernbleiben sollen.

Also weiter auf der Liste. Da muss doch ein wirklicher Denker sein. Lassen Sie uns mal auf die Liste vom letzten Jahr schauen. Wer war da Nummer 1? Ben Bernanke!

Also mir reicht es. Was ist mit diesen Leuten los? Erkennen Sie nicht den Unterschied zwischen ausgeleierten Billig-Ideen…und realen Denkern?

Die Herausgeber des Magazins sollten einmal selber richtig nachdenken. Dann vielleicht könnten sie ihre Arbeit richtig machen. (Seite 2)

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