Das Abstellen der Schuldenmaschine der Regierung

23. März 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Bill Bonner

Gold soll auf Rekordhochs steigen, weil die Investoren nach Häfen suchen. Häfen für was? Ah… ein Hafen vor den Fehlern der Zentralbanker. Ein Hafen vor Inflation. Ein Hafen vor Revolutionen und Bürgerkriegen. Ein Hafen vor Pleiten, Pech und Pannen…

Gold ist ein Hafen für alles Mögliche. Haben Sie ein persönliches Problem? Trinken Sie einen. Entspannen Sie sich. Sprechen Sie mit Ihrem Priester oder Ihrem Wirt. Haben Sie ein finanzielles Problem? Kaufen Sie Gold.

Und auch Bill Gross von PIMCO hat eine Meinung zum Thema Gold und Hafen. Dies ist von Yahoo! Finance:

„Kein Ausweg“ aus der Schuldenfalle, sagt Gross: Der Lebensstandard in den USA muss zurückgehen. In den USA stehen die Bundesstaaten vor einem Defizit von 125 Mrd. Dollar für das Fiskaljahr 2012. Der US-Kongress hat es sogar mit einer fast 10 Mal so hohen Neuverschuldung zu tun.

Bill Gross ist der Gründer von PIMCO – und das ist einer der größten Fonds der Welt, der sich größtenteils auf Anleihen spezialisiert hat. Er hat früher gesagt: Wenn die USA ein Unternehmen wären, würde kein vernünftiger Mensch ihnen Geld leihen. Im letzten Jahrzehnt seien die Amerikaner von der Freundlichkeit von Ausländern“ abhängig gewesen, damit diese ihnen ihre Schulden finanzieren…

Mit Ausländern“ bezieht sich Gross auf ausländische Partner wie China. Jahrelang haben die Amerikaner ihre hart verdienten Dollar für günstige chinesische Güter ausgegeben. Mit großer Dankbarkeit hat China diese Dollar dann genommen und dafür in Dollar notierende Wertpapiere gekauft.

Aber jetzt, nach Jahren gewaltigen Geldausgebens, hat der Schuldenberg ein Niveau erreicht, bei dem selbst die Freundlichkeit von Ausländern nicht mehr ausreicht. Wenn ein Land ein bestimmtes Niveau an Schulden erreicht, dann kann das Vertrauen, dass dieses Land seine Schulden bezahlt, schlagartig schwinden“, so Gross, die Arbeit von Ken Rogoff und Carmen Reinhardt zitierend (Quelle: This Time Is Different“).

„Es gibt ab diesem Punkt keinen Ausweg mehr aus der Falle“, so Gross. Aus Sicht eines Investors ist sein Rat, Anleihen in Dollar“ zu meiden und mit steigenden Zinsen in den USA zu rechnen.

Währenddessen geraten die USA immer weiter in die Schuldenfalle. Die Washington Times schreibt dazu:

Die US-Bundesregierung hat im Februar mit einem Defizit von 223 Mrd. Dollar das größte Defizit auf Monatsebene aller Zeiten hinnehmen müssen. (…) Das vor dem Hintergrund, dass auf dem Capitol Hill derzeit darüber gestritten wird, wie stark die Ausgaben dieses Jahr gekürzt werden sollen.

Dieses eine Minus lässt schon fast alle vorgeschlagenen Ausgabenkürzungen gering erscheinen, und es unterstreicht nur, wie hart die Gesetzgeber daran arbeiten müssen, um die Finanzen der Regierung wieder ins Lot zu bringen.

Am 18. März steht die Entscheidung an – wenn sich bis dahin Republikaner und Demokraten nicht geeinigt haben, dann steht die Regierung still, da sie keine Ausgaben mehr bewilligt bekommen hat. Mal abwarten. Stillstand der Regierung? Ja, sieht nach einer guten Idee aus. Türen schließen. Licht ausmachen. Schickt die Zombies nach Hause.

Aber Moment. Dann würden auch das FBI und Homeland Security nicht mehr arbeiten. Und die Finanzämter. Nun…großartig! Was für Möglichkeiten! Möchten Sie Steuern hinterziehen, jemanden umbringen, eine Bank ausrauben oder ein Gebäude der Bundesregierung sprengen? Seien Sie bereit!

Aber warum sich Sorgen machen? Die US-Bundesregierung hat im Februar 223 Mrd. Dollar mehr ausgegeben, als sie eingenommen hat. Multiplizieren Sie das mal mit 12. Dazu braucht man keinen Taschenrechner, um herauszufinden, dass man dann auf über 2 Billionen Dollar kommt. Wenn man so drüber nachdenkt – ein Stillstand könnte der einzige Weg sein, um uns zu retten. (Seite 2)

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2 Kommentare auf "Das Abstellen der Schuldenmaschine der Regierung"

  1. Hallo? sagt:

    Ich höre immer „Fehler der Zentralbanken“. Was sollten die denn bitteschön anders machen?
    Die Wahrheit, die kaum einer sehen will, ist, dass jegliches Zinseszinzsystem dahin führt, wo wir jetzt sind. Schulden die mit Zinsen verbunden sind, können niemals zurück gezahlt werden. Da hilft kein sparen oder Gelddrucken. Alles was jetzt gemacht wird, ist Zeit schinden. Der Zusammenbruch ist unvermeidlich, mit oder ohne Gelddrucken. Es macht keinen Sinn, mal die Politiker und mal die Zentralbanken für das Dilemma verantwortlich zu machen. Wenn die Menschen nicht verstehen, was der wahre Grund für die weltweite Misere ist, wird nach dem Zusammenbruch das ganze Spiel wieder von vorn anfangen. Da nutzt auch kein Goldstandard. Der hat niemals funktioniert und kann auch nicht funktionieren gemeinsam mit dem Zinssystem. Wie auch? Das Gold für die Zinsen existiert nämlich nicht. Hihi. Genau deshalb musste der Goldstandard auch aufgegeben werden, weil die Geldmenge durch die expotentiale Zinsentwicklung längst ausgeweitet war. Das Problem ist einzig und allein das Zinssystem und ein Goldstandard ist Illusion.

    • Frank Meyer sagt:

      Ein etwas tiefer Blick in die Geschichte würde ergeben, dass der Goldstandard funktioniert hat, wenn, ja wenn die Regierungen ihre Augaben beschränkt haben.
      England, Osmainsches Reich, Rom zur Blüte… Wenn die Regierungen Gold durch eine Zentralbank ersetzt haben, ging es schief. Oder wenn sie die Münzen verschlechterten.
      Der Zins, der diesem System entspringt, erledigt das Ende nur etwas schneller.

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